2009 war ich schon einmal in Wörgl und fand so gut wie nichts vom vom ehemaligen Skigebiet Hennersberglifte vor. Dass man ein Gebiet so gründlich renaturiert hat, überraschte mich negativ. Ich vergaß seinerzeit sogar, die umgebaute Talstation im Ort unten zu knipsen – immerhin DAS Überbleibsel, auch wenn sie nicht mehr als solche erkennbar ist.
Letztes Wochenende, am 03.11.2024, ergab sich bei der Rückfahrt durchs Inntal die Gelegenheit, nochmals in der Dämmerung des Novembernachmittags den Hennersberg aufzusuchen.
Hier muss es sich meiner Recherche nach um die umgebaute Talstation des Wopfner-ESL Hennersberg handeln, der bis 1986 hier seine Dienste verrichtet hat. 2009 sah das Gebäude, glaube ich, noch anders aus. Der Anbau links war aber meiner Erinnerung nach schon vorhanden. Großartig viel Parkmöglichkeiten scheint es ja hier nicht gegeben zu haben. Aber vielleicht war das 1986 noch anders. Heute handelt es sich um das hinterste Eck einer engen Wohngebietsstraße, wo die Passanten mein Münchner Fahrzeug kritisch beäugten. Ich rechnete fest damit, dass gleich einer aus dem Gebäude herauskommen würde, um mich anzumotzen...aber ich blieb strikt auf öffentlichen Boden.
Hier sieht man es besser – rechts müsste das alte TS-Gebäude sein... wo blieb nur der kernig-tirolerische Anwohner, um mich anzuschreien?
Vielleicht war niemand dort, weil Sonntag Nachmittag war.
Von einer Trasse keine Spur – schon 2009 war hier alles zugewachsen.
Hier müsste der Lift eigentlich heraufgegangen sein – da hat die ZUB Josefsthal (1963 abgebaut) eine bessere Schneise hinterlassen...dto der alte Hausberglift in Garmisch, der bis 1969 gestanden hat.
Es blieb ruhig in Wörgl – ich kehrte zum Auto zurück, wo mein Sohn gewartet hatte und wir fuhren eine steile Straße durch den Wald hinauf – SOFORT hatte ich wieder den obligatorischen Raser hinter mir – aber der bog dann wenigstens links Richtung Wörgl ab. Rechts dafür dann eine Baustellenampel...
Endlich am Hotel Hennersberg angekommen – der Parkplatz war abgesperrt, aber ich konnte meinen Passat unter kritischen Anwohnerblicken noch am Straßenrand platzieren. Ein Pärchen saß an einem Aussichtspunkt und unterhielt sich, während ich mit meinem Sohn weiter bergauf lief...2009 war ich zuletzt dort oben gewesen...
Rechts der Bildmitte, wie die Fichten sich etwas lichten (

) müsste der Wopfner raufgekommen sein – über die Wiese hinüber und hinter mir weiter zur Bergstation.
Links über die Wiese kam der kurze Schlepper herauf und endete neben dem ESL.
Dank dem
Tiroler Luftbildarchiv kann man alles nachvollziehen – die Lifte sind dort gut zu sehen.
Hier stehe ich auf der Sessellifttrasse – Blick nach unten.
Hier ging es über die schmale Bergstraße hinüber – etwas weiter oben im Wald kam dann schon die Bergstation.
Ein kleines Stück weiter rechts... der Lift müsste in etwa über die Fichte gegangen sein, die es 1986 vermutlich noch nicht gegeben hat.
Dort ging es noch ein Stück weiter hinauf – lt. den Liftbildern war da seinerzeit kein Wald.
Blick zurück – hier kam der Lift über die Bergstraße rüber, die hier eine Kurve macht und zu einer Ansiedlung von Ferienhäusern weiterführt. Dort standen auch Leute in einer Einfahrt draußen – sie grüßten freundlich, als wir einen Waldweg zu einer Lichtung einschlugen...
Mein Sohn fand die Pirsch durch den Wald spannend, auch wenn wir leider keine Liftruine mehr auffanden... ich erkannte unterdessen die Lichtung wieder, die ich 2009 schon zufällig entdeckt hatte. Dank des Luftbildarchivs wusste ich nun sicher, dass hier einst die Bergstation des Hennersberglifts gestanden hat. Die Bank, die 2009 hier noch herumstand, war 2024 bereits weggeräumt worden.
Hier kam der Wopfner rauf...
Überwuchertes Fundament – mehr gab es nicht zu sehen...
Hier der Blick nochmals auf die Lichtung – da hat vermutlich die typische Beton-Umlenkung a la Wopfner gestanden.
Am Wanderweg unterhalb der Straßenkurve ist alles zugewachsen, wen man auf der Lifttrasse stehend nach oben blickt.
Da schwebte man einst von Wörgl herauf...„Da ist kein Niederhalter mehr“, stellte mein Begleiter fest.
Blick nach rechts zum Hotel...ein warmer Novembertag dämmerte seinem Ende entgegen...
Der obere Abschnitt, wo früher etwa in der Bildmitte der Schlepper hinaufgegangen ist. Dessen Bergstation befand sich einige Meter neben der des ESL – der Bereich scheint aber total zugewachsen zu sein.
Unten am Waldrand – etwa in der Bildmitte – stand die Talstation des Schleppers, der dem Luftbild nach nur zwei Stützen hatte.
Hier noch einmal eine Übersicht (Quelle: GoogleEarth) mit den eingezeichneten Liftverläufen, wie sich sich aus den alten Luftbildaufnahmen ergeben.
Dank derer habe ich nun nach 15 Jahren endlich herausfinden können, wo genau die Lifte am Hennersberg gestanden haben. So fuhren wir wieder ins Inntal hinab, um uns am Kufstein-Süd in den Stau einzureihen...