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Herstellung einer Industrieskipiste

Vorsicht - Ähnliches habe ich mal an anderer Stelle gechrieben - was dann administrativ gelöscht wurde :twisted:
Warum, welche Regeln wurden denn verletzt?

Insgesamt für mich ein ambivalentes Video, da wird die Natur heftig designt um viele Menschen "kostengünstige" Naturerlebnisse zu ermöglichen. Das Video bedient sicher unbewußt aber absolut eindrucksvoll bei Lager gleichermaßen, Naturschützer wie Industrieskiliebhaber. Die perfekt in Scene gesetzte martialische Technik und auch die bedeutungsschwangere Vertonung erinnern mich an das hier, nur das hier die Musik zum Vorgang passt, ab ca. 1.10 min entfaltet sich der Sound ganz nett.





Und nein, ich will es damit nicht verteufeln. Und ja, "früher" war es auch nicht anders, auch in Frankreich nicht. Aber bisher habe zumindest ich noch kein Skigebiet gesehen, dass damit bei seinen Kunden "werben" und/oder "prahlen" geht. Die sakral anmutenden Klänge des Konplatzvideos bei 1.50 min im Zusammenhang mit dem Überflug der "Baumaßnahme" haben in meinen Ohren einen "anklagenden" Charakter.

Grüße
 
Kris schrieb:
Heute wird der Pistenbau auch aufgrund der Notwendigkeiten der künstlichen Beschneiung wesentlich strikter parametrisiert, und diese konsequent im gesamten Skigebiet angewendet.

Gegen früher ist das allemal besser - ich will nicht wissen, welche Umweltsünden früher in Skigebieten verbrochen wurden, nur um eine befahrbare Piste hinzubekommen. Da wurde unter Umständen auch schon mal der halbe Berg umgegraben, abgesprengt oder eingeebnet. Und man glaubt es kaum, auch auf der Nordkette in Innsbruck gibt es einige solche Passagen - ob man das heute nochmals so genehmigen würde? Ich denke nicht. Oder man schaue sich die ehemalige Talabfahrt auf der Katrin an - viel Bagger und Sprengstoff... Jeder Skiberg, auch der naturbelassenste, ist mit mehr als einem Bagger bearbeitet worden. Sonst könnte man maximal auf den flachen Almwiesen herumrutschen...


Kris schrieb:
Pistenbau in den 1970ern war bzgl. Begrünung noch eher Tolerant. Heute möchte der Fremdenverkehr im Sommer keine ausgewaschenen Wasserrinnen im Pistenplenum sehen. Es muss vorzeigbares sattes Grün sein.

Ebnso schlimm sah das Ganze dann auch aus - ausgewaschene Pisten, der Humus im Nirvana, eine Wüste ist entstanden. Und hier geht es nicht um den Fremdenverkehr an sich, sondern ich bitte eines nicht zu vergessen - eine Piste kann genauso gut Nutzland sein für Bergbauern. Durch die nackte Erde dringt auch mehr Wasser in den Boden ein, der an und für sich bindige Boden wird immer aufgeweichter - es ist dann nur mehr eine Frage der Zeit, bis der ganze Gatsch als Mure dann bei entsprechender Hangneigung runterkommt. Das waren alles Natursünden der damaligen Zeit.
Heute hingegen ist bereits die Behörde dahinter, dass wieder begrünt wird - jedes Grün hilft der Erde, sich dort zu halten wo sie hingehört. Es halt also weniger mit dem Fremdenverkehr an sich zu tun, sondern damit, dass die zuständigen Behörden etwas weiter sind als noch vor 20 Jahren.

MFG Dachstein
 
Das Video über den bau der Piste ist sehr interessant.
Die Piste scheint ja nicht gearde kurz zu sein. Das alles in einem Sommer so zu machen, nicht schlecht.

Naja die großen Maschinen kommen auch bei viel kleineren Projekten zum Einsatz. Ob jetzt der Harvester (Holzfällmaschine) oder die Wurzelstockfräse. Wenn man heute effizient und schnell Wirtschaften möchte gehören soclhe Maschinen in Waldgebieten einfach dazu. Egal ob ein Neubaugebiet, Skipiste oder die Erstdurchforstung eines vor 30 Jahren angepflanzten Waldes angegangen wird.

Ob das alles aber nötig ist NUR für eine Skipiste? Heute anscheinend schon.

Auf so einer Piste kommt halt dann der Spaß am fahren durch die hohe Geschwindigkeit und nicht durch die verschiedenen Geländekonturen.
 
Whistlercarver schrieb:
Auf so einer Piste kommt halt dann der Spaß am fahren durch die hohe Geschwindigkeit und nicht durch die verschiedenen Geländekonturen.
Ich bin mir sicher, es wird Schnellfahrer geben, die trotzdem die "verschiedenen Geländekonturen" bevorzugen anstatt die eingeebnete Piste.
(Ich bevorzuge lieber langsameres Skifahren auf interessanterem Untergrund. Wobei langsam und schnell ja immer relativ sind :) Aber im vgl. zu den meisten, die ich bisher vom Forum getroffen hab, bin ich normalerweise eher langsamer unterwegs.)
 
starli schrieb:
Ich bin mir sicher, es wird Schnellfahrer geben, die trotzdem die "verschiedenen Geländekonturen" bevorzugen anstatt die eingeebnete Piste.
Ich fahre zwar auch nicht wirklich schnell, aber durchaus auch mal zügig.
Und gerade da kommt der Spaß mit interessanten Pisten, die nicht totplaniert sind.
Auf den stark planierten Abfahrten muss man tendenziell immer schneller und schneller fahren, damit es Spaß macht. Um den gleichen Spaß zu haben, muss man dann irgendwann den 194er RS Ski nehmen und richtig gas geben. Dann wird allers viel gefährlicher, was wiederrum dafür sorgt, dass ich nur noch bei fast komplett leerer Piste Spaß habe.
Zudem bringen die stark planierten Abfahrten eben diese langweilige Monotonie (auch im Bewegungsablauf) mit sich. Die Vielfalt der Schwungarten, Fliehkräfte etc. wird enorm reduziert. Erlebnisse wie leichtes Abhaben, um sich danach zB in eine Steilkurve zu legen, werden ebenfalls wegplaniert bzw. entstehen wenn, erst bei viel höherem Tempo. Das mag ich weniger, da tendeniell mehr Gefahrenpotential entsteht, was dann durch Zäume etc. vermindert werden soll. Dies stört ästhetisch dann noch mehr etc. etc.
Meine Idealvorstellung von Pistenbau (dort, wo es ohne nicht oder nur kaum geht) wäre, das Gelände formal so zu belassen, wie es ist und nur die Oberschicht quasi zu "schälen, also von Felsen etc. zu befreien. Auf solchen Pisten macht mir das fahren am meisten Spaß, und ich habe kaum den Drang, ins Gelände zu gehen.
 
starli schrieb:
Whistlercarver schrieb:
Auf so einer Piste kommt halt dann der Spaß am fahren durch die hohe Geschwindigkeit und nicht durch die verschiedenen Geländekonturen.
Ich bin mir sicher, es wird Schnellfahrer geben, die trotzdem die "verschiedenen Geländekonturen" bevorzugen anstatt die eingeebnete Piste.
(Ich bevorzuge lieber langsameres Skifahren auf interessanterem Untergrund. Wobei langsam und schnell ja immer relativ sind :)

3303 schrieb:
Ich fahre zwar auch nicht wirklich schnell, aber durchaus auch mal zügig.
Und gerade da kommt der Spaß mit interessanten Pisten, die nicht totplaniert sind.
Auf den stark planierten Abfahrten muss man tendenziell immer schneller und schneller fahren, damit es Spaß macht. Um den gleichen Spaß zu haben, muss man dann irgendwann den 194er RS Ski nehmen und richtig gas geben. Dann wird allers viel gefährlicher, was wiederrum dafür sorgt, dass ich nur noch bei fast komplett leerer Piste Spaß habe.
Zudem bringen die stark planierten Abfahrten eben diese langweilige Monotonie (auch im Bewegungsablauf) mit sich. Die Vielfalt der Schwungarten, Fliehkräfte etc. wird enorm reduziert. Erlebnisse wie leichtes Abhaben, um sich danach zB in eine Steilkurve zu legen, werden ebenfalls wegplaniert bzw. entstehen wenn, erst bei viel höherem Tempo.

@ starli: Ich meinte es so wie 3303 es beschrieben hat.
Man kann Spaß auch durch Herausforderung ersetzten. Bei einer tot planierten Piste muss ich rasen, dass mich die Piste fordert. Bei einer naturbelassenen Piste reicht eine mittlere Geschwindigkeit dass mich die Piste fordert.
 
Whistlercarver schrieb:
Man kann Spaß auch durch Herausforderung ersetzten. Bei einer tot planierten Piste muss ich rasen, dass mich die Piste fordert. Bei einer naturbelassenen Piste reicht eine mittlere Geschwindigkeit dass mich die Piste fordert.
Hm. Macht dir die Herausforderung dann Spaß oder nicht? (Weil du sagst, du ersetzt Spaß mit Herausforderung. "Ich hab keinen Spaß mit der totplanierten Piste, also rase ich wie eine Wildsau, nicht um Spaß zu haben, sondern um mich zu fordern"?)

Auf den stark planierten Abfahrten muss man tendenziell immer schneller und schneller fahren, damit es Spaß macht.
Von meiner Seite aus kann ich nicht behaupten, dass mir eine totplanierte Piste bei mehr Speed mehr Spaß macht. Oder generell dass sich bei mir der Spaßfaktor in irgendeiner Weise mit Speed zu tun hat. Ob man die Herausforderung als Spaßfaktor ansieht, weiß ich auch nicht, denn die für mich schlimmsten, herausfordernsten Pisten, sind schwarze Kunstschneeabfahrten (Harakiri z.B.) und da hab ich so 'was von überhaupt keinen Spaß, sondern bin froh, wenn ich heil unten ankomm :)
(Und auch anspruchslose Abfahrten können viel Spaß bereiten, wenn das "drumherum" passt.)
 
starli schrieb:
Auf den stark planierten Abfahrten muss man tendenziell immer schneller und schneller fahren, damit es Spaß macht.
Von meiner Seite aus kann ich nicht behaupten, dass mir eine totplanierte Piste bei mehr Speed mehr Spaß macht. Oder generell dass sich bei mir der Spaßfaktor in irgendeiner Weise mit Speed zu tun hat. Ob man die Herausforderung als Spaßfaktor ansieht, weiß ich auch nicht, denn die für mich schlimmsten, herausfordernsten Pisten, sind schwarze Kunstschneeabfahrten (Harakiri z.B.) und da hab ich so 'was von überhaupt keinen Spaß, sondern bin froh, wenn ich heil unten ankomm :)
(Und auch anspruchslose Abfahrten können viel Spaß bereiten, wenn das "drumherum" passt.)
Volle Kunstschneeabfahrten sind für mich einfach nur Stress. Eine Herausforderung im negativen Sinn - nämlich die, ohne "near miss" oÄ heile unten anzukommen, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ein Sturz viel fatalere Folgen haben kann, als auf echtem Schnee.

Ansonsten kann eine Herausforderung in Form zB eines Tiefschneehanges für mich schon ein Spaßfaktor sein. Generell würde ich aber zustimmen wollen, dass es für Spaß nicht unbedingt die Herausforderung braucht.
Pisten wie in Vals sind keine Herausforderung (außer der vereisten Kunstschneetalabfahrt vielleicht), machen mir aber enorm Spaß. Man muss nicht so schenll fahren, die Pisten sind subjektiv dank Abwechslung und so vieler interessanter Details viel länger, die Skis sind viel einfacher zu kontrollieren, man kann entspannter fahren, da nicht so viele Leute "im Weg" sind. Dieses Empfinden ist aber nun mal eher die Ausnahme. Oft wird es offenbar gegenteilig empfunden.
 
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