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Hintertux anno dazumal

Ich hab da mal zwei Fragen!
Wie lange fuhr man mit dem einersessellift von der Sommerbergalm zum Fernerhaus? Und wie lange brauchte man überhaupt von ganz unten bis nach ganz oben? Also von hintertux Talstation bis zur gefrorenen Wand? Muß ja voll lang gedauert haben!

Und noch was: war der jetzt nicht mehr stehende zweierlift zur Sommerbergalm aus dem Tal der erste oder war da auch mal ein einer?
 
@Pistensau, Gesamtfahrzeit von Hintertux bis Bst. Gefrorene Wand damals sicher über eine Stunde, der SpannaglhausEsl davon geschätzt etwa 25 min allein.

Wenn Du mit "Zweierlift" eine Doppelsesselbahn meinst (ich war seit der Eröffnung nicht mehr in Hintertux), dann war das schon der Nachfolgelift.
"Erstausrüstung" war ein Wopfner - Einsessellift, die Bergstation desselben siehst Du auf dem Titelfoto im Vordergrund rechts.

Grüße von Markus
 
Kann man sich ja berechnen:
1. Sektion: ESL, Länge ca. 1350 m.
2. Sektion: ESL, Länge, ca. 2500 m.
3. Sektion: ESL, Länge, 1050 m.
4. Sektion: SL, Länge 750 m.

Wenn man für eine ESL eine Fahrgeschwindigkeit von 2,3 m/s annimmt und für den SL von 3 m/s.
Das wichtigste aber: in diesen Zeiten sind noch keine Wartezeiten einberechnet....
 
Wobei der SpannaglhausEsl nach Erinnerung von Gesprächen mit meinem Vater und meinem Gefühl beim Einsteigen sicher mit etwa 2,7 m/sec entgegen den Vorschriften gefahren wurde - auch die Maschinenanlage dürfte recht "großzügig" ausgelegt worden sein, denn das Beschleunigungsverhalten nach Liftstillstand kann man für damalige Verhältnisse nur als "Kavalierstart" bezeichnen mit phänomenaler Geräuschkulisse.
Ich vergesse nie die Enttäuschung, zuerst bei der Talstation keinen Antrieb vorzufinden; die verflog sofort, als ich etliche Stützen vor der Bergstation das Grummeln und Singen der Antriebseinheit das erste Mal vernahm.
Die Bezeichnung "Gefrorene Wand" war auch für die Schifahrer nach der ersten Bergfahrt anzuwenden......

Grüße von Markus
 
Walter Pause in Ski Heil (Ausgabe 1975) über Hintertux:

Pause%20Text%20klein.jpg


Ich finde es cool, dass er - anders als die Lobhudler anderer Skibücher - nie an Kritik gespart hat.

Pause%20Photo%20klein.jpg


Dieses Bild würde auch zur "Gletscherabschmelzung" passen: an der Bergstation Sektion III ist so gut wie kein Fels zu sehen, ebensowenig am Kaserer I. Man sieht auch im Bereich unterhalb TFH, dass es damals schon um einiges mehr Schnee gehabt haben muss als heute.
Das Bild muss übrigens aus der Zeitspanne 1972 bis 1975 stammen, da ich meine die 4 EUB Sommerberg zu erkennen, die EUB Sektion II aber noch nicht steht. Auch die Sektion IV-DSB fehlt noch (1976). Man kann auch schön die Länge der ESL Sektion II erahnen *bibber*
 
Hochinteressant, danke Marius für den Artikel und das tolle Bild :dankeschoen:
Also die Kritik vom Walter Pause ist schon scharf - aber ich bezweifle nicht dass sich die Tuxer damals solche Worte verdient haben. Soll ich jetzt zynisch sein? Wenn man sich Starlis Bilder von der offiziell offenen Talabfahrt ansieht lebt in Hintertux immer noch etwas vom Pioniergist der 70er :evil: ... was würde Walter Pause zu diesem Thema schreiben :wink: ?

ESL Sektion II erahnen *bibber*
Soll ich da 'ne kleine Geschichte erzählen? Ende November 1989, Miki mit 3 Freunden am Tuxer Gletscher, Temperaturen um -20 Grad. Auf der Sommerbergalm Warteschlange an der 4EUB, am ESL null Leute. Und Mr. Superklug (= Miki) entscheidet sich sofort: ich stehe nicht an! Und nimmt den ESL. Die anderen 3 stehen lieber an und nehmen die Gondel. Bei der letzten Stützte vor der Bergstation werde ich von ihnen übeholt (die Gondel fuhr bestimmt 2x schneller als der ESL). Was für Kommentare es oben gab, als die auf mich warten mussten (obwohl nur 'ne halbe Minute) und ich halb erfroren oben ankam könnt ihr euch vorstellen :lol: :lol: :lol: . Seitdem nahm ich auch lieber die EUB ... :(
 
marius: krass, absolut. (das Bild) .. da kann man gar nicht sooo ganz den Übergang Sektion III/IV sehen ... man kann nicht mal die Bergstation der Sektion III wirklich erkennen ?!

Die linke Skiroute vom Gletscher bis ins Tal hab ich auch noch auf keinem Plan gesehen ..
 
@Marius,
danke für die Infos, ich denke mit der EUB Sommerberg hast Du recht, denn auf diesem, schon mal von einem User geposteten Bild steht der "Kasten" der EUB - Bergstation noch nicht - der müßte nämlich aus diesem Blickwinkel die Sommerbergalm verdecken. Auf Deinem Bild sieht man den Olpererschlepplift nicht mehr jedoch "Stützenspuren" des NachfolgerESL.

Hintertux1968.jpg


Grüße von Markus
 
Kann irgendwer das Titelbild nochmal posten - das würd ich ja schon gern sehen!

Warum gibt es eigentlich so weinig Sessel auf Eis?? Bis jetzt DM angeangen hat, die KSB zu bauen, gabs es zwar 25 Jahre lang keine neuen Sesselmit Gletschermasten mehr... Dass der Bau möglich war, zeigen uns ja die Konstruktionen aus den 60er und 70ern.
 
Hintertux%201970%20klein.jpg



Voilà, das war von mir!
Datiert habe ich das Photo auf ca. 1970, weil es in der einzigen Saison entstanden sein muss, in der der SL Olperer (alt) vom TFH hinauf zum Gletscherboden gestanden hat. Ab 1971 wurde dieser Lift von der 2000 abgebauten ESL ersetzt und selbst als ESL Tuxer Joch wieder aufgebaut und 1993 durch die heutige KSB ersetzt.
 
trincerone schrieb:
Bis jetzt DM angeangen hat, die KSB zu bauen, gabs es zwar 25 Jahre lang keine neuen Sesselmit Gletschermasten mehr... Dass der Bau möglich war, zeigen uns ja die Konstruktionen aus den 60er und 70ern.

Ääääääähm... also ich glaub kaum, daß die 3SB Schlegeis am Hintertuxer schon in den 70ern gebaut wurde?

DSB Neue Welt dürfte ebenfalls noch nicht in den 70ern gebaut worden sein, oder?

Definitiv Anfang der 90er gebaut wurde die 4SB am Schnalstaler Gletscher. Und die hat 2 oder 3 Gletscherstützen à la Rettenbachferner-(K)SB ...

Aber stimmt schon, viel gab's nicht :)
 
starli schrieb:
DSB Neue Welt dürfte ebenfalls noch nicht in den 70ern gebaut worden sein, oder?

Dazu möchte ich aus dem Buch "Die Bayerische Zugspitzbahn" von Erich Preuß zitieren:
Der Bau des 1985 begonnen Sessellifts "Neue Welt" zum 2875m hohen Schneefernerkopf bereitete unerwartete Schwierigkeiten, weshalb er zur Wintersaison 1985/1986 nicht fertig und erst am 17.April 1987 eröffnet wurde.
Damit wäre die Zeitfrage geklärt. Weiter heißt es:
Er sollte insbesondere den östlichen Steilhang für den Herbst-Skilauf erschließen. Bevor er gebaut wurde, hatte sich die BZB (Anm.: Bayerische Zugspitzbahn) das Gutachten des mit den Problemen des Perma-Frostes befassten Hochschulinstitutes in Bochum geholt, denn die "Neue Welt" musste den Gletscherbewegungen angepasst werden. Sie wurde die erste Sesselliftanlage mit einer Talstation, die schwimmend im Gletschereis steht. Sämtliche Horizontal- und Vertikalkräfte wurden hier in das an dieser Stelle 30m dicke Eis eingeleitet. Der Lift besitzt eine dreidimensional einstellbare Umlenkscheibe, die obendrein höhenverstellbar ist.
 
Miki: Exakt dieselbe Geschichte (und auch zeitlich kommt's in etwa hin) kenne ich auch, nur war ich der Schlaue und mein Vater der Dumme. :wink:
 
O.k., jetzt hasz Du mich natürlich mit zwei Bahnen erwischt, von denen ich nicht wusste, dass sie im Gletschereis stehen (Neue Welt und Schlegeis - die Tuxer scheinen ja Pioniere zu sein, was Sb auf Eisangeht!) . Aber am Schnalstaler? Sach ma grad welche Bahn das ist. Dito für den Rettenbachferner.

@Marius: Hammer-Bild! Danke!
 
Ich weiß, dass meine Anti-Funitel-Haltung, sagen wir sehr "prägnant" ausgeprägt ist und dass die ESB saukalt war, aber das Bild hat schon was ür sich, wenn ich's mit heut vergleich.... na ja, bin ich wahrscheinlich eher allein mitder Meinung... ;)
 
@Christian: ich weiß genau was du meinst (meinen könntest): durch die lange ESL mit dem geringen Bodenabstand und den vielen Stützen sieht das Ganze viel länger aus, als wenn man heute die gleiche Perspektive mit dem Funitel hat (großer Bodenabstand, wenig Stützen). Außerdem der dicke Schnee (unverspurtes Gelände), nicht verblasen und viele blanke Felsen wie man es die letzten Jahre von diesem Bereich zumeist gewohnt war.
 
Das ist genau das Ding: wenn ich mir das Bild angucke, krieg ich gleich richtig Lust, da hin zu fahren: das sieht alles so weit aus, so viel Platz und auch sehr beschaulich (und genau das ist es ja wohl auch gewesen). Wenn ich mir die Bilder mit Gletscherbus etc anschaue, schrumpft alles zusammen und durch die tausen Spure / Abfahrten wirkt alles viel gedrängter und enger. Obwohl im Zweiel die Fahrt mit dem Gletscherbus komfortabler und definitv das Skigebiet heute größer ist. Aber irgendwie macht mir das gepostete Bild viel mehr Lust hinzufahren, als die Hochglanzbroschüre, die hier rumliegt und sich mit Lob für die moderne Liftstruktur überschlägt (mit der ich dann auch noch ne Rechnung offen hab, weil, als ich im Herbst 2002 hingefahren bin, obwohl das von Ravensburg deutlich weiter ist als Stubai oder Kaunertal - die beide offen hatten - war natürlich der Gletscherbus wegen Windes außer Betrieb. Danke!) .
 
war natürlich der Gletscherbus wegen Windes außer Betrieb.

Da hast du definitiv Pech gehabt oder die Wettervorhersage falsch eingeschätzt oder der Wetterbericht hat Schmarrn erzählt. Nach einigen Sturmtagen auf dem Gletscher samt langer Anfahrt haben wir uns angewöhnt bei unsicherer Witterung nicht mehr auf Gletscher hinauf zu fahren.

Bei einer Schneelage wie auf dem Photo würde ich wohl den ganzen Tag die Varianten an der "Moräne" (die übrigens wg der selben glazialmorphologischen Formation exakt der jenigen ähnelt auf der unsere liebe 4 KSB Moraine in Val Tho steht) oder an der "Lärmstange" fahren.
 
Zur ESL habe ich auch noch eine Frage: War das eine durchgehende Bahn von der Sommerbergalm bis zum Tuxfernerhaus mit einem Zwischeneinstieg im Tälchen für die Rückkehr zur Sommerbergalm oder waren das zwei getrennte Lifte?
 
@uyD, genauso

Sektion 1 Hintertux - Sommerbergalm
Sektion 2 Sommerbergalm - Spannaglhaus (Tuxerfernerhaus) mit Zustiegsmöglichkeit in der "Grube" unterhalb des Gletschers.

Grüße von Markus
 
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