Gestern war ich - genauso wie letzte Woche - wieder auf dem Hochfelln (1674 m).
Ich erwähne das nur deshalb, weil gestern auf dem Gipfel der Bayerische Rundfunk Drehaufnahmen gemacht hat und ich auch ein paar Sätze in die Kamera des Fernsehteams gesprochen habe.
Zwar ist es unwahrscheinlich, dass das Kurzinterview mit mir gesendet wird, da erfahrungsgemäß mehr als 90 % aller Interviews nicht gesendet werden, aber ich will euch sagen, worum es geht.
Als ich letzte Woche auf dem Hochfelln war, ging ich so spät los, sodass ich erst gegen 17.15 Uhr auf dem Gipfel war. Die letzte Seilbahntalfahrt fährt um 16.45 Uhr und dann hat auch das Bergrestaurant zu. Als ich am Eingang versuchte einzutreten war die Tür bereits zu, sodass ich um das Gipfelhaus herumging.
Am Hintereingang saß eine 80-Jährige Frau, die Evi heißt. Sie betreibt das Gipfelhaus auf dem Hochfelln schon mehr als 60 Jahre und ist de facto mit dem Hochfelln verheiratet. Heute führen das Gasthaus ihr Sohn und ihre Schwiegertochter. Ihr Mann ist vor einigen Jahren gestorben.
Ich fragte also letzte Woche die 80-Jährige Evi, ob ich noch etwas zu trinken kaufen könnte. Sie sagte mir, dass alles bereits geschlossen sei, sie mir aber trotzdem etwas holen könnte. Sie fragte mich, was ich will, worauf sie mir eine Limonade brachte.
Ich wollte sie natürlich bezahlen, aber Evi sagte mir, dass die Kasse bereits geschlossen habe und sie mir die Limonade schenken würde.
Ich unterhielt mich dann noch mit ihr bis 17.45 Uhr. Sie erzählte mir einiges, was sie in den letzten 60 Jahren auf dem Hochfelln alles so erlebt hat und wie mühsam es war ohne Seilbahn das Berghaus zu bewirtschaften. Die Seilbahn, die 1971 den Betrieb aufnahm, änderte schlagartig alles.
Um 17.45 Uhr begann ich dann den Abstieg. Um 19.45 Uhr war ich wieder an der Talstation. Von der Talstation aus zum Bahnhof braucht man etwa 35 Minuten. Um 20.50 Uhr ging es dann mit dem Zug zurück nach München.
Gestern war nun das Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks auf dem Hochfelln und erstellte Aufnahmen für einen Beitrag zur 80-Jährigen Evi. In dem Beitrag wird die 80-Jährige Evi im Mittelpunkt stehen. Ich erzählte gestern dann dem Fernsehteam wie Evi mir letzte Woche die Limonade geschenkt hat.
Der Beitrag wird vsl. am 07. Oktober in der Fernsehsendung zwischen Spessart und Karwendel gesendet. Es ist geplant den Beitrag nicht nur in die ARD-Mediathek einzustellen, sondern auch auf Youtube hochzuladen, sodass dann auch die Schweizer und Österreicher den Beitrag sehen können.
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Der Hochfelln ist das totale Kontrastprogramm zum Gornergrat. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist am Hochfelln fast alles genau andersherum im Vergleich zum Gornergrat.
Der Gegensatz beginnt zunächst einmal bei der Landschaft.
Der Gornergrat ist der Logenplatz; er liegt mit 3089 m bei weitem höher als der Hochfelln (1674 m). Der der Gornergrat aber eingezwängt ist von ungefähr 34 Viertausendern, kann man nicht weit sehen. Immer ist der Blick an den Viertausendern zu Ende. Der Gornergrat ist so eingezwängt, dass man noch nicht einmal Zermatt sehen kann; gleichwohl kann man den Gornergrat als Logenplatz inmitten der Viertausender bezeichnen.
Rund um den Gornergrat kann man zahlreiche Gletscher mit ewigem Eis und Schnee sehen.
Beim Hochfelln ist es exakt anders herum.
Von Viertausendern ist weit und breit nichts zu sehen - ganz im Gegenteil: Der Hochfelln liegt inmitten der nördlichsten Bergkette der Alpen. Unmittelbar nördlich des Hochfelln, ja direkt bei der Talstation der Hochfellnseilbahn beginnt das Flachland, woraus folgt, dass man auf dem Hochfelln eine prachtvolle Sicht hat, die, wenn es nicht gerade diesig ist, sogar bis nach München reicht. Auf den Gornergrat übertragen heißt das, dass - wenn nicht die ganzen Berge im Wege stünden - man ohne Probleme auch den Genfer See sehen könnte.
Auf den Gornergrat führt eine Zahnradbahn - auf den Hochfelln eine Pendelbahn, die in zwei Sektionen unterteilt ist.
Auf den Gornergrat steht ein Luxushotel mit Restaurant und eine Sternwarte. Die Bergstation ist gigantisch ausgebaut. Auf dem Hochfelln steht ein einfaches Berghaus, das nicht über eine topmoderne Zahnradbahn beliefert wird, sondern über eine einfache Materialseilbahn.
Der See, der sich zwischen Kelle und Gifthittli unterhalb des Gornergrats befindet, ist winzig. Die Umrundung dauert keine 5 Minuten. Der Chiemsee, der sich unterhalb des Hochfellns befindet, ist riesig. Die Umrundung nimmt 58 km in Anspruch, wofür man durchaus eine Gehzeit von 12 Stunden einkalkulieren muss, d.h. die Umrundung des Chiemsee ist durchaus eine ausgewachsene Tagestour. Gleichwohl lohnt sich die Umrundung auf dem bestens ausgebauten Rad- und Fußweg sehr wohl.
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Gornergrat und Hochfelln sind also zwei Gegenpole, die das totale Kontrastprogramm bilden. Ich bin an beiden Orten sehr gerne und muss sagen: Der Hochfelln kann den Gornergrat nicht ersetzen und der Gornergrat kann den Hochfelln nicht ersetzen. Beides muss man erlebt haben.
Am eindrucksvollsten war mein Besuch auf dem Hochfelln am 11. August 1999. Da gab es die totale Sonnenfinsternis zu sehen. Durch die weite Sicht konnte man sehen wie eine riesige Schattenwand mit 2800 km/h auf einen zurast. Am Gornergrat wäre das so nicht möglich gewesen, da man nicht weit sehen kann. Selbst der damalige englische Premierminister ist eigens auf den Hochfelln gekommen, um die Sonnenfinsternis zu sehen. Die Pendelbahn war völlig überlastet. Die Seilbahner machten damals Überstunden. Viele - so wie ich - gingen auch zu Fuß (1100 Höhenmeter). Von München bis zum Hochfelln brauchte der Mondschatten, der mit 2800 km/h über die Erde raste, ungefähr zwei Minuten. Man hatte das Gefühl in einen riesigen Eisenbahntunnel zu fahren. Gleichwohl war das Gefühl völlig surreal, weil man die Tunnelwände nicht sehen konnte. Nach dem 11. August 1999 wird auf dem Hochfelln die nächste totale Sonnenfinsternis am 03. September 2081 zu sehen sein. Ungefähr 5000 Besucher guckten sich damals auf dem Hochfelln die totale Sonnenfinsternis an. Die 5000 Besucher verteilten sich damals vom Vorgipfel über die Bergstation der Pendelbahn bis zum Gipfelhaus und dann weiter über die Kirche am Hochfellngipfel bis zur Aussichtsplattform. Ich hätte nie gedacht, dass da locker 5000 Personen Platz haben, aber alles klappte damals sehr gut. In Zermatt war damals die Sonnenfinsternis nicht zu sehen, denn die Schattengrenze lag damals im Bereich von Murnau, also weit weg von Zermatt.
Gäbe es auf dem Gornergrat eine totale Sonnenfinsternis, dann würde die riesige Schattenwand, die von Westen aus kommt, ca. 11 Sekunden benötigen, um die Strecke vom Matterhorn zum Gornergrat zurückzulegen. Die letzte totale Sonnenfinsternis in Zermatt war am 12. Mai 1706 und die nächste totale Sonnenfinsternis in Zermatt wird am 20. April 2433 stattfinden.
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Eine Gemeinsamkeit haben der Hochfelln und der Gornergrat aber doch: Man kann auf beide mit Halbschuhen gesehen. Sowohl der Weg Bergen - Hochfelln als auch der Weg Zermatt - Gornergrat ist angenehm und leicht. Ich kann beide Wanderungen nur empfehlen.
Ich erwähne das nur deshalb, weil gestern auf dem Gipfel der Bayerische Rundfunk Drehaufnahmen gemacht hat und ich auch ein paar Sätze in die Kamera des Fernsehteams gesprochen habe.
Zwar ist es unwahrscheinlich, dass das Kurzinterview mit mir gesendet wird, da erfahrungsgemäß mehr als 90 % aller Interviews nicht gesendet werden, aber ich will euch sagen, worum es geht.
Als ich letzte Woche auf dem Hochfelln war, ging ich so spät los, sodass ich erst gegen 17.15 Uhr auf dem Gipfel war. Die letzte Seilbahntalfahrt fährt um 16.45 Uhr und dann hat auch das Bergrestaurant zu. Als ich am Eingang versuchte einzutreten war die Tür bereits zu, sodass ich um das Gipfelhaus herumging.
Am Hintereingang saß eine 80-Jährige Frau, die Evi heißt. Sie betreibt das Gipfelhaus auf dem Hochfelln schon mehr als 60 Jahre und ist de facto mit dem Hochfelln verheiratet. Heute führen das Gasthaus ihr Sohn und ihre Schwiegertochter. Ihr Mann ist vor einigen Jahren gestorben.
Ich fragte also letzte Woche die 80-Jährige Evi, ob ich noch etwas zu trinken kaufen könnte. Sie sagte mir, dass alles bereits geschlossen sei, sie mir aber trotzdem etwas holen könnte. Sie fragte mich, was ich will, worauf sie mir eine Limonade brachte.
Ich wollte sie natürlich bezahlen, aber Evi sagte mir, dass die Kasse bereits geschlossen habe und sie mir die Limonade schenken würde.
Ich unterhielt mich dann noch mit ihr bis 17.45 Uhr. Sie erzählte mir einiges, was sie in den letzten 60 Jahren auf dem Hochfelln alles so erlebt hat und wie mühsam es war ohne Seilbahn das Berghaus zu bewirtschaften. Die Seilbahn, die 1971 den Betrieb aufnahm, änderte schlagartig alles.
Um 17.45 Uhr begann ich dann den Abstieg. Um 19.45 Uhr war ich wieder an der Talstation. Von der Talstation aus zum Bahnhof braucht man etwa 35 Minuten. Um 20.50 Uhr ging es dann mit dem Zug zurück nach München.
Gestern war nun das Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks auf dem Hochfelln und erstellte Aufnahmen für einen Beitrag zur 80-Jährigen Evi. In dem Beitrag wird die 80-Jährige Evi im Mittelpunkt stehen. Ich erzählte gestern dann dem Fernsehteam wie Evi mir letzte Woche die Limonade geschenkt hat.
Der Beitrag wird vsl. am 07. Oktober in der Fernsehsendung zwischen Spessart und Karwendel gesendet. Es ist geplant den Beitrag nicht nur in die ARD-Mediathek einzustellen, sondern auch auf Youtube hochzuladen, sodass dann auch die Schweizer und Österreicher den Beitrag sehen können.
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Der Hochfelln ist das totale Kontrastprogramm zum Gornergrat. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist am Hochfelln fast alles genau andersherum im Vergleich zum Gornergrat.
Der Gegensatz beginnt zunächst einmal bei der Landschaft.
Der Gornergrat ist der Logenplatz; er liegt mit 3089 m bei weitem höher als der Hochfelln (1674 m). Der der Gornergrat aber eingezwängt ist von ungefähr 34 Viertausendern, kann man nicht weit sehen. Immer ist der Blick an den Viertausendern zu Ende. Der Gornergrat ist so eingezwängt, dass man noch nicht einmal Zermatt sehen kann; gleichwohl kann man den Gornergrat als Logenplatz inmitten der Viertausender bezeichnen.
Rund um den Gornergrat kann man zahlreiche Gletscher mit ewigem Eis und Schnee sehen.
Beim Hochfelln ist es exakt anders herum.
Von Viertausendern ist weit und breit nichts zu sehen - ganz im Gegenteil: Der Hochfelln liegt inmitten der nördlichsten Bergkette der Alpen. Unmittelbar nördlich des Hochfelln, ja direkt bei der Talstation der Hochfellnseilbahn beginnt das Flachland, woraus folgt, dass man auf dem Hochfelln eine prachtvolle Sicht hat, die, wenn es nicht gerade diesig ist, sogar bis nach München reicht. Auf den Gornergrat übertragen heißt das, dass - wenn nicht die ganzen Berge im Wege stünden - man ohne Probleme auch den Genfer See sehen könnte.
Auf den Gornergrat führt eine Zahnradbahn - auf den Hochfelln eine Pendelbahn, die in zwei Sektionen unterteilt ist.
Auf den Gornergrat steht ein Luxushotel mit Restaurant und eine Sternwarte. Die Bergstation ist gigantisch ausgebaut. Auf dem Hochfelln steht ein einfaches Berghaus, das nicht über eine topmoderne Zahnradbahn beliefert wird, sondern über eine einfache Materialseilbahn.
Der See, der sich zwischen Kelle und Gifthittli unterhalb des Gornergrats befindet, ist winzig. Die Umrundung dauert keine 5 Minuten. Der Chiemsee, der sich unterhalb des Hochfellns befindet, ist riesig. Die Umrundung nimmt 58 km in Anspruch, wofür man durchaus eine Gehzeit von 12 Stunden einkalkulieren muss, d.h. die Umrundung des Chiemsee ist durchaus eine ausgewachsene Tagestour. Gleichwohl lohnt sich die Umrundung auf dem bestens ausgebauten Rad- und Fußweg sehr wohl.
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Gornergrat und Hochfelln sind also zwei Gegenpole, die das totale Kontrastprogramm bilden. Ich bin an beiden Orten sehr gerne und muss sagen: Der Hochfelln kann den Gornergrat nicht ersetzen und der Gornergrat kann den Hochfelln nicht ersetzen. Beides muss man erlebt haben.
Am eindrucksvollsten war mein Besuch auf dem Hochfelln am 11. August 1999. Da gab es die totale Sonnenfinsternis zu sehen. Durch die weite Sicht konnte man sehen wie eine riesige Schattenwand mit 2800 km/h auf einen zurast. Am Gornergrat wäre das so nicht möglich gewesen, da man nicht weit sehen kann. Selbst der damalige englische Premierminister ist eigens auf den Hochfelln gekommen, um die Sonnenfinsternis zu sehen. Die Pendelbahn war völlig überlastet. Die Seilbahner machten damals Überstunden. Viele - so wie ich - gingen auch zu Fuß (1100 Höhenmeter). Von München bis zum Hochfelln brauchte der Mondschatten, der mit 2800 km/h über die Erde raste, ungefähr zwei Minuten. Man hatte das Gefühl in einen riesigen Eisenbahntunnel zu fahren. Gleichwohl war das Gefühl völlig surreal, weil man die Tunnelwände nicht sehen konnte. Nach dem 11. August 1999 wird auf dem Hochfelln die nächste totale Sonnenfinsternis am 03. September 2081 zu sehen sein. Ungefähr 5000 Besucher guckten sich damals auf dem Hochfelln die totale Sonnenfinsternis an. Die 5000 Besucher verteilten sich damals vom Vorgipfel über die Bergstation der Pendelbahn bis zum Gipfelhaus und dann weiter über die Kirche am Hochfellngipfel bis zur Aussichtsplattform. Ich hätte nie gedacht, dass da locker 5000 Personen Platz haben, aber alles klappte damals sehr gut. In Zermatt war damals die Sonnenfinsternis nicht zu sehen, denn die Schattengrenze lag damals im Bereich von Murnau, also weit weg von Zermatt.
Gäbe es auf dem Gornergrat eine totale Sonnenfinsternis, dann würde die riesige Schattenwand, die von Westen aus kommt, ca. 11 Sekunden benötigen, um die Strecke vom Matterhorn zum Gornergrat zurückzulegen. Die letzte totale Sonnenfinsternis in Zermatt war am 12. Mai 1706 und die nächste totale Sonnenfinsternis in Zermatt wird am 20. April 2433 stattfinden.
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Eine Gemeinsamkeit haben der Hochfelln und der Gornergrat aber doch: Man kann auf beide mit Halbschuhen gesehen. Sowohl der Weg Bergen - Hochfelln als auch der Weg Zermatt - Gornergrat ist angenehm und leicht. Ich kann beide Wanderungen nur empfehlen.