@3303
Die schönsten Berge direkt vor der Haustür, aber die Dörfer verarmen. Kaum jemand fährt hin. Lifte per Gesetzt stillgelegt, kein Geld für einen Neuen, die Hälfte der Häuser leerstehend und verfallen. Weitgehend menschenleere Landschaften.]/quote]
Diese Betrachtung ist so wahr wie bedauerlich.
Die Ursache sehe ich speziell in fragwürdiger "Förderung regionaler Besonderheiten" und deren Überreglementierung. Bezüglich Skigebiete übertreibt es Italien total.
Tja, das sind die Perversitäten der "modernen" Gesellschaft.
Aber eine Skihalle in der Hitze der Po-Ebene, die wird funktionieren, da ist Geld da, das spielt Geld ein.]/quote]
Das ist ein Aspekt, ein richtiger - es ist IMHO aber weitläufiger und differenzierter zu betrachten.
Krasse Info....schließ mich da der Meinung meines Vorredners an.
Bisher empfinde ich den Erfolg der Skihallen als recht überschaubar (mich hat noch keine als Gast gesehen).
Hm - schließt du hier nicht ein bisschen von deiner eigenen Einstellung auf die reale Situation der Hallen?
Zugegeben: Bottrop ist fragwürdig und wird es mit der neuen Halle in Oberhausen wohl auch kaum überleben - hier sind die Ursachen aber hausgemacht.
ABER:
Neuss und Landgraaf laufen gut und profitabel. Selbiges gilt für die Halle zwischen Hannover und Hamburg (bin grad zu faul den Namen nachzuschlagen) - ergo: Das Angebot und Konzept ist entscheident. An dieser Stelle hat Bottrop nun mal einfach keine Chance: Schlechtes alpines Angebot ohne sonstige Benefits.
Davon abgesehen:
Es wurde hier auch schon an anderer Stelle heftigst duskutiert über den Sinn und/oder Unsinn von Hallen im Allgemeinen wie im Speziellen. Ich empfand diese Diskussion durchaus als anregend - es lohnt sich IMHO das mal zu suchen und sich zu Gemüte zu führen.
Nur ein kurzer Anriss:
Unabhängig davon, wie wir gesellschaftliche und soziale Veränderungen bewerten (im Groß können wir sie nur schwerlich aufhalten) bieten Hallen im urbanen Raum ein riesen Potential für alpine Gebiete. Der Nachwuchs bleibt aktuell maßgeblich aus, weil Skifreizeiten und Co. zu teuer sind. Bietet man nun in bergnahen (wie auch in fernen) urbanen Aglomerationen günstige Trainingsmöglichkeiten, könnte wieder eine steigende Zahl von jungen Menschen für den Sport begeistert werden. Dies könnte gerade kleineren Gebieten zu Gute kommen, da diese im Winter atraktive Preise bieten. Zudem könnte durchaus der Anreiz für Anfänger gesteigert werden, auf billige Art und Weise den Wintersport zu erlernen.
Den Fortgeschrittenen wird sportlich sicherlich nicht viel geboten - keine Frage:
Ich wiederhohl aber sehr gern mein ganz persönliches Toschlagargument: Mir taugen Hallen, allein schon weils kalt ist und eine Unterform des Schnees anzutreffen ist. Überdies sind zwei Stunden Hallenrutschen genauso effektiv wie ne halbe Stunde Joggen. Da würde ich es bevorzugen, zumindest ab und an, in die Halle zu gehen - und das ganze zu Uhrzeiten, zu denen kaum ein Skigebiet auf hat; oder anders: ja, ich kann von München aus für 2h nach Brannenburg fahren. Aber dann bin ich zusätzlich noch zwei Stunden mit Hin- und Rückfahrt über insgesamt 170km beschäftigt.
Gerade alpin-nahe Hallen könnten auf diese Art und Weise einen ordentlichen Kundenkreis gewinnen.
Zuletzt darf man nicht die ganze Riege der Freestyler vergessen: Für diese werden tolle Trainingsmögichkeiten geschaffen. Und gerade in urbanen Zentren nahe der Alpen findet man viele von ihnen - zB ist München neben IBK die Hochburg der Ostalpen-Freestyler. Denen käme eine ganzjährige Option mit Öffnungszeiten von, sagen wir mal, 9 - 23 Uhr extrem entgegen.
Es gibt also durchaus schon einige Argumente, die für eine Halle sprechen (wirtschaftlich wie strukturell/taktisch).
Hallen werden aber nie den Berg und die Natur ersetzen können, stellen seitens der Investition durchaus ein Risiko dar und sind energetisch sehr genau wie kritisch zu planen und zu betrachten. Vordergründig sind die Dinger nämlich erstmal reine Energiefresser ....
Die Potentiale sind aber auch nicht zu verachten:
Hat man es lieber, dass ein typischer Stadtjugendlicher irgendwo abhängt oder bietet man ihm lieber ein schlüssiges Gesamtkonzept sportlicher Aktivitäten, dass ihn eventuell dann mal in die richtige Natur zieht? Stichwort: Kletterwand
Stichwort Energie:
Ich bin erst vor wenigen Tagen an der Halle in der Heide vorbei gefahren und mir kam mal wieder die alte Frage:
Bei allen (Kosten/Energie) Erstaufwendungen für die Herstellung von Solarzellen, so müsste eigentlich trotz allem das Dach der Halle gut zu nutzen sein, oder? Warum wird es nicht genutzt? Hier ließe sich sicherlich noch einiges optimieren - gerade beim Neubau einer Halle.