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Industrieskigebiet

3303 schrieb:
Af schrieb:
Aha.. also Massenabfertigungs Hochaus-Bunker sind für euch kein Anzeichen für ein Industrieskigebiet? Was ist bitte der Unterschied zu Massen-SB-Fresstempeln?
Das Argument muss man gelten lassen. Ich würde allerdings sagen, dass es auf das Maß ankommt. Ein Hochhaus allein bedingt keinen Industriecharakter. Viele können das vielleicht, sind aber auch nicht "industrieller" als verkitscht historisierende "Hüttenbunker".
Generell würde ich sagen, dass 1000 Gästebetten in 5 Hochhäusern fast weniger industriell sind, als 1000 Gästebetten in 200 Chalets.
20 Wohnblocks mit insgesamt 1000 Betten sind authentischer, als wenn diese Blocks mit Satteldächlein bestückt und der Beton mit Bruchstein und Holz beklebt wird.
Die Bauform der Gebäude im Ort hat aber nach meinem Empfinden kaum einen Einfluss darauf, ob ich ein Gebiet als Industrieskigebiet betrachten würde. Das Gefühl im Gebiet selbst spielt da eine größere Rolle.
Das trifft es ziemlich exakt. Natürlich sind nackte Hochhaus-Bunker genauso industriell wie verkleidete Hochhaus-Bunker. Aber ich empfinde erstere als ehrlicher, weil hier nicht versucht wird, den Zweck der Gebäude zu kaschieren und den Gästen irgend etwas vorzugaukeln. Die Hochhäuser à la Brutalisme würde ich nicht als "besser" bezeichnen, auch wenn ich zugeben muss, dass sie auf mich eine gewisse Faszination ausüben.
 
3303 schrieb:
Industrieskigebiete sind für mich Gebiete, in denen die Infrastruktur so dominant ist, dass ich als Skifahrer das Gefühl für Landschaft, Natur etc. zu verlieren beginne. Das Landschafts- und Bergerlebnis wird durch das Erlebnis der künstlich geschaffenen Strukturen so weit verdrängt, dass es in den Hintergrund gerät.
Zustimmung - gehe aber noch einen Schritt weiter.

Für mich sind nahezu alle Skigebiete "industriell", die nicht in beachtlicher Zahl von Ortsansässigen genutzt werden. Ein Bergort mit 1000 Einwohnern und 1500 Gästebetten ist m. E. nicht industriell, selbst wenn der Sessellift noch so modern ist.

Einige Gebiete können ihren "Industriestatus" kaschieren, weil sie über eine eindrucksvolle Bergszenerie und evtl. alte Bausubstanz im Ort verfügen
(Z, Saas-Fee, St. Ulrich etc.).
Aber was soll ein Ort samt Skigebiet, mit z. B. 5000 Einwohnern, davon 3000 Servicepersonal von was weiß ich woher, der 25000 Fremdenbetten aufweist, was anderes sein als ein Industriestandort.
 
lol die Frankreichfahrer reden sich die Bettenburgen mal wieder schön! Paßt scho!
Und nicht vergessen im Tal einkaufen da es "oben" so teuer ist. Für mich ist das übrigens die Urform der Industiegebiete.
 
mic schrieb:
lol die Frankreichfahrer reden sich die Bettenburgen mal wieder schön! Paßt scho!
Und nicht vergessen im Tal einkaufen da es "oben" so teuer ist. Für mich ist das übrigens die Urform der Industiegebiete.

Das sind sicher die Urfomen der Industrieskigebiete, das zeigen ja die Erschließungsgeschichten. Soweit ich den Thread gelesen und verstanden habe, hat doch auch keiner was anderes behauptet. Es ging nur darum, dass die franz. Bettenburgen im Vergleich zu bspw. kitschigen Holzbunkern " die Industrie architektonisch nicht verschleiern bzw. versuchen die Industrie zu kaschieren und eben, dass auch Bettenburgen etwas gefällig sein können.


TVT schrieb:
Dass müsste doch Avioraz sein oder?

So ist es.

Grüße
 
Es treten in den Beiträgen die Lift und Pistenanlagen immer mehr in den Hintergrund und die Bebauung mit Hotels und die Art der Versorgung wird zum Hauptthema. Finde ich interessant.

Ich denke ob ein Skigebiet industrialisiert wurde, erkannt man im Sommer sehr schön. Wenn ich zum Wandern wo hinkomme und ich mir wie in einer Geisterstadt vorkomme und diesen Eindruck auch nach längerem Marsch nicht verliere, weil ich permanent nur modelierte Landschaften wahrnehme die mit Liftanlagen gespickt sind, dann ist das zuviel. Ein im Einklang mit der Umgebung ausgebautes Skigebiet sollte auch im Sommer seinen Reiz behalten.

Die Beiträge zu den "Fresstempeln" erinnern mich an früher, bei Mc Donnald, keiner mag Sie, jeder findet das Essen Mist, aber die DInger sind immer voll. Hier wird sich erst dann etwas ändern, wenn die Umsätze einbrechen. Aber auch hier ist mir ein architektonisch gegliederter Almhüttenstil lieber als ein Betonbunker. Egal ob verlogen oder nicht. Es sieht im Sommer nicht ganz so deplaziert aus. Besser sind für mich übers Gebiet verstreut mehrere kleinere Hütten. Dort kann ich mir wenigstens selbst vormachen, dass das Schnitzel mit Liebe nur für mich paniert wurde :D
 
terestric schrieb:
Das sind sicher die Urfomen der Industrieskigebiete, das zeigen ja die Erschließungsgeschichten. Soweit ich den Thread gelesen und verstanden habe, hat doch auch keiner was anderes behauptet. Es ging nur darum, dass die franz. Bettenburgen im Vergleich zu bspw. kitschigen Holzbunkern " die Industrie architektonisch nicht verschleiern bzw. versuchen die Industrie zu kaschieren und eben, dass auch Bettenburgen etwas gefällig sein können.
Wenigstens einer der's verstanden hat ;-)
 
huhu, ich bin der Neue hier.

Sehr interessante Ansichten zum Thema "Industrieskigebiet".
Ich kann vieles nachvollziehen, da ich auch nicht der Typ Massentourist bin.

Wie ich dann aber gerade merke war ich wohl im Skiurlaub noch nie in einem Nicht-Industrieskigebiet. :?
Ich frage mich aber ob jedes Industrieskigebiet gleich "schlimm" ist. Nee, ich denke nicht.

Ich kenne zum Beispiel den Kronplatz ganz gut und war da um die Jahrtausendwende als kleiner Bengel 3 mal hintereinander und dann letztes Jahr wieder einmal.
Hat sich schon eine Ecke verändert, vieles wird "moderner" gemacht, aber die von mir geliebten Ecken (Richtung San Vigil wo es leer wird, sowie die Talabfahrten nach Reischach) haben sich nicht verändert und machen für mich den Reiz aus.
Meine Freundin war absolute Anfängerin und konnte sich auf den Autobahnen rund um den Gipfel austoben.
Hat gepasst und würde ich nochmal hin, wenn ich nicht den Drang hätte mal was Neues kennenzulernen.

Ein noch krasseres Beispiel wäre wohl Ischgl, das ich auch kenne.
War mir viel zu rummelig und zu voll (schon noch ne Ecke mehr als der Kronplatz), aber die Pisten mit der Vielfalt waren für das was ich kenne schon der Knaller.

Als letztes kenne ich noch Kaltenbach, da dort damals unsere Jugenfreizeit immer hinging. Daher große, tolle Truppe, aber keine Wahl. :?
Wäre dann ja auch ein "ISG" ( :D ), aberauch hier gibt es Richtung Hochfügen tolle Ecken mMn.

Meine Frage an die Anti-Industrieskigebiet-Fraktion (sofern es die überhaupt gibt ;-) ) wäre dann mal, welches (größere, auch anspruchsvolle) Skigebiet nicht ein solches ist?
Gibt es die noch?

Von einem User habe ich in einem anderem Thread zum Beispiel auch mächtig Argumente gegen "Industrieskigebiete" gesehen, aber im "Eure 5 Topskigebiete" Thread fanden sich unter seinen Top5 dann unter anderem Ischgl (hachja...) und Saalbach...

Kann ich mir meine Fragen von daher selbst beantworten, wenn ich in die Richtung denke, dass sich eben jedes Skigebiet dem "perfekten Service" zuwendendet und daher etwas an Charme verliert?
Und ihr/wir alten Skiromantiker denken über den Charme alter Tage nach??? :mrgreen:
 
Meine Frage an die Anti-Industrieskigebiet-Fraktion (sofern es die überhaupt gibt ;-) ) wäre dann mal, welches (größere, auch anspruchsvolle) Skigebiet nicht ein solches ist?
Gibt es die noch?

Mal der Versuch einer Antwort:
Jungfrau-Region.
Relativ groß aber wenig "Verdrahtung" durch uniforme Hochkapazitäts-Kuppel-Sessel und planierte Autobahnen.
Wenig Remmi-Demmi-Schirmbars im Mallorca-Design.
 
Jungfrauregion ist für mich aber schon ein Grenzfall. Auf den meisten Hauptachsen stehen leistungsfähige kuppelbare Umlaufbahnen bzw. sind in Planung. Doch eines der grandiosesten Szenarios der Alpen mit dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau ist so dominant, dass man es eigentlich gar nicht in den Hintergrund drängen kann!

Als Beispiel für ein nicht so stark industrialisiertes Skigebiet fällt mir spontan das Toggenburg ein.
 
Goleo schrieb:
huhu, ich bin der Neue hier.
Meine Frage an die Anti-Industrieskigebiet-Fraktion (sofern es die überhaupt gibt ;-) ) wäre dann mal, welches (größere, auch anspruchsvolle) Skigebiet nicht ein solches ist?
Gibt es die noch?

Alpiner Skisport als Massensport fängt laut Erzählungen meiner Elterngeneration ab Ende der 1950er/ Anfang 1960er an. Wenn man sich also populäre Skigebiete mit einer Entstehungsgeschichte vor 1950 anschaut, hat man gute Chance gewachsene Strukturen vorzufinden.
 
Goleo schrieb:
Meine Frage an die Anti-Industrieskigebiet-Fraktion (sofern es die überhaupt gibt ;-) ) wäre dann mal, welches (größere, auch anspruchsvolle) Skigebiet nicht ein solches ist?
Gibt es die noch?

Es muss ja unterschieden werden: einerseits gibt es heutzutage vermutlich kaum noch größere Skigebiete, die nicht industralisiert worden sind. Andererseits gibt es unter diesen Gebieten viele, denen man es nicht unbedingt ansieht. Das Beispiel vom Sommer war gut: wenn man mit dem Mountainbike durch die Landschaft radelt und sich nicht vorkommt wie in einer Geisterstadt voller Masten, Gebäuden und begradigter Hänge, dann fällt es mir persönlich schwer, das auf eine Stufe zu setzen mit unstreitbaren Industrieskigebieten wie Kaltenbach oder Ischgl, wo man zu jeder Jahreszeit denkt: Pfui daibel, wie hässlich! ;D

Ein Beispiel dafür wäre Laax. Nicht nur aufgrund der Ausdehnung des Gebietes und der damit verbundenen Unauffälligkeit von Bahnen, Bauten und sonstigem. Da wurde z.B. in den letzten Jahren das Rocksresort gebaut, was zwar sicher für die Massen gedacht ist, trotzdem aufgrund von Ökobilanz und Optik m.E. ein gelungener Kompromiss aus Massentourismus und Nachhaltigkeit ist.
 
Jungfrauregion ist für mich aber schon ein Grenzfall. .....

Als Beispiel für ein nicht so stark industrialisiertes Skigebiet fällt mir spontan das Toggenburg ein.


Ich glaube Toggenburg erfüllt aber nicht die oben genannten Kriterien in der Frage nach einem "größerem und anspruchsvollem" Nicht-Industrie-Skigebiet. Bei meinem Vorschlag Jungfrauregion dachte ich v.a. an Muerren.
 
axisofjustice schrieb:
Goleo schrieb:
Meine Frage an die Anti-Industrieskigebiet-Fraktion (sofern es die überhaupt gibt ;-) ) wäre dann mal, welches (größere, auch anspruchsvolle) Skigebiet nicht ein solches ist?
Gibt es die noch?

Es muss ja unterschieden werden: einerseits gibt es heutzutage vermutlich kaum noch größere Skigebiete, die nicht industralisiert worden sind. Andererseits gibt es unter diesen Gebieten viele, denen man es nicht unbedingt ansieht. Das Beispiel vom Sommer war gut: wenn man mit dem Mountainbike durch die Landschaft radelt und sich nicht vorkommt wie in einer Geisterstadt voller Masten, Gebäuden und begradigter Hänge, dann fällt es mir persönlich schwer, das auf eine Stufe zu setzen mit unstreitbaren Industrieskigebieten wie Kaltenbach oder Ischgl, wo man zu jeder Jahreszeit denkt: Pfui daibel, wie hässlich! ;D

Ein Beispiel dafür wäre Laax. Nicht nur aufgrund der Ausdehnung des Gebietes und der damit verbundenen Unauffälligkeit von Bahnen, Bauten und sonstigem. Da wurde z.B. in den letzten Jahren das Rocksresort gebaut, was zwar sicher für die Massen gedacht ist, trotzdem aufgrund von Ökobilanz und Optik m.E. ein gelungener Kompromiss aus Massentourismus und Nachhaltigkeit ist.

Das Sommerargument kann ich gut nachvollziehen!

Nur Ischgl würde ich da etwas verteildigen wollen. Die bieten für Biker inzwischen recht viel, ich war diesen Sommer da. Ich bin selbst eher der Tourer, aber für die bergaborientiere Fraktion tun die schon viel.


Was mir als Laie noch auffällt ist das glaube ich noch kein österreichisches Gebiet genannt wurde...
Die Stellen wo viele Lifte zusammenkommen, die dann aus sind wirken natürlich wie ein Fremdkörper, aber die Trails verlaufen dann ja sehr oft abseits davon.
 
Hmm... Nicht Industrieskigebiet in Österreich... das fällt schwer, zumal sogar der Krippenstein eine in den Fels gesprengte und somit sauber geshapte Talabfahrt hat.

Also Planneralm fiele mir noch ein. Da ist alles ziemlich natürlich... sonst... Evtl. die Rofanlifte am Achensee halt noch.
 
In Innsbruck gibts die Seegrube mit seinem Hafelkar ... aufgrund seiner steilen Lage (und der relativen Unwichtigkeit des Skigeschäfts im Vgl. zu Fussgängern insbes. im Sommer) entzieht es sich wie von selbst jeglichen industriellen begehrlichkeiten ... ganz im Ggs. zum Patscherkofel, der vom ÖSV Präsidenten vollends banalisiert wurde...
 
Goleo schrieb:
Nur Ischgl würde ich da etwas verteildigen wollen. Die bieten für Biker inzwischen recht viel, ich war diesen Sommer da. Ich bin selbst eher der Tourer, aber für die bergaborientiere Fraktion tun die schon viel.
Inwiefern ist das denn ein Gegenargument? :?: Steh jetzt grad auf dem Schlauch.
 
Kein Gegenargument gegen die Definition Ischgls als Industrieskigebiet sondern gegen die Aussage Ischgl sei so häßlich.
Das ist natürlich sowieso immer subjektiv und daher eh keine Diskussionsgrundlage, aber ich wollte damit sagen, dass in Ischgl im Sommer nicht alles tot ist und nach Skipiste aussieht (so wie ja auch oben beschrieben), sondern durchaus seinen Zweck für andere Sportler erfüllt und sich nicht weit abseits der Liftanlagen wunderschöne Stellen finden. :-)
Und ja, ich war auch schon in alpinen Gebieten wo es keine Liftanlagen gibt und kann daher vergleichen. :wink:

Trotzdem finde ich das "Sommerargument" wie oben genannt schlüßig und finde Ischgl nach meinem persönlichem Empfinden da auch wieder.
Aber dennoch erstaunlich was dort inzwischen dort im Sommer für die Biker gemacht wird.
Bin da echt mit ganz kleinen Erwartungen hingefahren aber war echt mal eine "nette" Alternative.
 
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