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Jenner (DE) / 04.02.2006

Schitag in einem bayrischen Museumsschigebiet, das mit abwechslungsreichen Abfahrten aufwarten kann. Während die benachbarten Salzburger Schigebiete durch den Ferienbeginn in den östlichen Bundesländern überrollt wurden, war von alledem am Jenner nichts zu spüren. Auch gut so, denn ein paar wenige Busse würde die mehr als betagte Jennerbahn schon an den Rande des Kollaps bringen.

Anreise

Wallsee - Westautobahn - Salzburg - Abfahrt Anif - Berchtesgaden, knapp 2 Stunden Fahrzeit

Wetter

Sonne und nochmals Sonne, unterhalb der Mittelstation nur sich langsam auflösender Nebel, der sich hartnäckig bis am Nachmittag hielt. Am morgen in den Tallagen recht kalt, durch die intensive Sonneneinstrahlung wurde es vor allem in den oberen Regionen angenehm war

Schneehöhe und Pisten

reichlich vorhanden, lt. Jennerbahn Tal 60cm - Mittelstation 130cm - Berg 190cm. Könnte ungefähr hinkommen.
Sehr gepflegte Pisten, die durch die Sonneneinstrahlung tagsüber etwas weicher, aber nie sulzig wurden.

Schigebiet

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Alle Anlagen und Abfahrten geöffnet. Dank der EUB kaum Wartezeiten, die befürchtete Schlange am Morgen an der Talstation der Jennerbahn blieb aus.

Fazit

Den Jenner als Geheimtipp zu bezeichnen wäre vielleicht übertrieben, aber das Schigebiet bietet anspruchsvolle und gar nicht so kurze Abfahrten. Ein anderes Kapitel sind die veralteten Anlagen, seit zwanzig Jahren wurde hier nichts mehr gebaut. Vor allem bei der 53 Jahre alten Zubringerbahn variieren die Meinungen stark: Für die einen ein schützenwertes Kultobjekt (die Fahrt ist tatsächlich ein Erlebnis), für die anderen eine Bahn, die schon längst hätte ersetzt werden müssen.
In Summe jedoch ein cooles Schigebiet, das Potential für mehr hätte. Günstig die Tageskarte mit 24€, deren Preis jedoch durch die zusätzlichen 3€ Parkgebühr wieder relativiert wird.

:D :D :D :D

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Jenner Bergstation auf 1800m mit den letzten Abschnitten der DSB Mitterkaser und 2 EUB Jenner Sektion II

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Strecke DSB Mitterkaser (DM, Bj.80)

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DSB Mitterkaser nach dem steilsten Abschnitt mit Blickrichtung auf den mit einer Pendelbahn erschlossenen Untersberg bei Salzburg

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Ich hoffe das Bild kann halbwegs vermitteln, wie steil hier das Gelände abfällt bzw. welche Neigung die Sesselbahn aufweist.

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Ein ausgesprochen schlechter Hang mit absolut mieser Präparierung. :wink: Nicht der Einzige am Jenner, der diese Qualität bieten konnte.

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Der Kessel mit den Talstationen der DSB und des Schleppliftes Mitterkaser, der fast im rechten Winkel zur DSB das Stationsgebäude verlässt.

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Schl Mitterkaser, PHB, Bj.67, die Vmax wird mit 3,0 m/sec angegeben.

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PHB zum Ersten und ...

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... zum Zweiten!

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Selbiger aus der Distanz photographiert, die Verbindungspisten schlängeln sich entlang des gutmütigen Grates.

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Aufnahmepunkt Bergstation Schl Mitterkaser mit Jenner, Watzmann und nebelverdeckten Königssee

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Watzmannmassiv und Königsseenebeldecke im Zoom. Darunter tummelten sich Massen von Touristen auf der durchgehend zugefrorenen Eisdecke.

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In entgegengesetzter Richtung der Hohe Göll, den man u.a. über den spannenden Mannlgratklettersteig erklimmen kann.

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Hagengebirge und ausbaufähiges Schigelände. Das Hagengebirge kennen sicherlich so manche als den hohen Gebirgsstock entlang der Tauernautobahn im Abschnitt ~ zwischen Golling und Werfen.

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Berchtesgaden und Umgebung unter einer dichten Nebeldecke

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Eine Etage tiefer Mittelstation Jenner und Jennerwiesenbahn (1200m)

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Beide Bahnen bergwärts

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Talstation DSB Jennerwiese, die "neueste" Großanlage, immerhin schon Baujahr 1986

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Strecke mit den roten Jennerwiesenabfahrten

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Endstation der auch nicht gerade flachen Doppelmayr Anlage nach knapp 500 überwundenen Höhenmetern.

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Noch ein Doppelmayr, der fast parallel zu Sesselbahn geführte Jennerwiesenlift, der unterhalb des Felsstockes endet. Mit zwei sehr schönen Hängen links und rechts der Schlepptrasse.

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Ausfahrt Mittelstation Jennerbahn

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Sektion II der von von Roll 1953 erbauten 2 EUB.

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Stütze Nr.28 (insgesamt 43), kurz vor der Einfahrt in die Mittelstation

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Sektion I mit Niederhalterstütze

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Der erste Abschnitt mit Talstation und Parkplatz.
Apropos Parkplatz: Hier wäre eine Trennung zwischen Jennerbahn- und Königsseebesuchern vernünftig. Eine einfache Beschilderung (z.B. schon bei der Mautstelle) würde ausreichen, stattdessen weist man stur ohne Unterscheidung ein. Was bedeutet, dass man sich auf eine kleine Wanderung über das vereiste Parkareal mit Schischuhen einstellen muss. Zumindest, wenn man das erste Mal dort ist und sich nicht gleich ohne Rücksicht auf die Einweiser auf das andere Ende des Parkplatzes stellt.

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Erste Teilstrecke zuerst flach und in Folge zunehmend steiler

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Die technischen Daten zum Nachlesen

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Dreh- und Angelpunkt Mittelstation, beide Antriebe sind dort untergebracht

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Im Inneren der Bergstation

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Schaltkasten in der Talstation

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Seiltransport zur Bergstation anno 53, weitere sehenswerte Aufnahmen unter http://www.jennerbahn.de/willkommen.asp -> Info -> 50 Jahre Jennerbahn.


Zum Abschluss noch ein paar Sätze zur ungewissen Zukunft des Jenner. Die Bergbahnen wollen verkaufen, jedoch, wie es scheint, in Bayern kein leichtes Unterfangen. So durfte ich von Einheimischen erfahren, dass einem Kaufinteressenten, vor allem bekannt durch seinen Flügel verleihenden Energiedrink, die geballte Allianz des Naturschutzes und der Alpenvereine ("man wolle dort oben keinen Funpark") gegenüber steht. So wartet der Jenner weiter auf eine befriedigende Lösung, wobei auch die Variante einer Schließung nicht ausgeschlossen werden kann. Neben einem Neubau der Jennerbahn, fehlt ebenso eine Beschneiung der Talabfahrt. Lanzenbeschneiung findet man erst ab der Mittelstation ...
 
Super Bericht, mal wieder aus einem Skigebiet, was so gut wie keiner kennt :wink:

Merci beaucoup!

MFG Dachstein
 
Interessant :)

War nur mal im Sommer dort und auch nicht oben.
Sind mit dem Boot über den Königsee geschippert.
 
Schöne Bilder von einem typisch-veralteten Oberbayrischen Skigebiet.

Ich denke aber, dass das Gebiet geschlossen wird, da es in Bayern in dem Bereich keine Investoren gibt. Rings um das Skigebiet ist Naturschutzpark, somit kann das Gebiet nicht ausgebaut werden.
 
Wunderbar, wäre wohl ein Skigebiet nach meinem Geschmack. Schade daß es so weit abseits meiner üblichen Wege in die Alpen liegt.
 
Mal eine technische Frage: wie werden die Gondeln in der Station bewegt, ich sehe nämlich keine Förderer. Etwa noch mit der Hand?

MFG Dachstein
 
So wie es auf den Fotos aussieht wurden die beiden Sektionen getrennt betrieben. Ein Durchfahrbetrieb ist aber möglich, nicht?
 
Ich nehme an das die Schiene auf denen die Gondeln laufen eine leichte Neigung aufweist. Außerdem sieht man ja ein paar Reifen.
 
Ram-Brand schrieb:
Ich nehme an das die Schiene auf denen die Gondeln laufen eine leichte Neigung aufweist. Außerdem sieht man ja ein paar Reifen.

Danke, jetzt sehe ich es. Ist aber eine Schmalspurausführung von Reifenförderer :wink:

MFG Dachstein
 
Einzig in der Mittelstation wird manuell nachgeholfen, um die Gondel je nach Bedarf entweder wieder talwärts/bergwärts zu schicken oder ihr den Durchfahrbetrieb zu ermöglichen. Sonst alles automatisch. Aber die genaue Funktionsweise kann sicher jemand anderer besser erklären. :wink:

Ein Aufnahme vom Inneren der Mittelstation kann ich noch anbieten:

Jenner%2031.jpg
 
Einzig in der Mittelstation wird manuell nachgeholfen, um die Gondel je nach Bedarf entweder wieder talwärts/bergwärts zu schicken oder ihr den Durchfahrbetrieb zu ermöglichen.
Das habe ich auch noch nie gesehen, dass die Gondeln je nach Bedarf gewendet werden.
 
Rings um das Skigebiet ist Naturschutzpark, somit kann das Gebiet nicht ausgebaut werden.

Der "Naturschutzpark" (diese Großschutzgebietskategorie kenne ich nicht) ist übrigens der Nationalpark Berchtesgaden, der einzige deutsche Alpennationalpark.
Auch ohne Nationalpark dürften Ausbauten in dem nicht unkomplizierten Gelände nicht allzu leicht sein - wüsste keine geeigneten Geländekammern.
Deine Skepsis, was die Zukunft angeht, teile ich deshalb.
 
Super Bericht. :) Endlich kann man sich mal nen ordentlichen Eindruck von dem Skigebiet machen. Schaut nichtmal so schlecht aus dort. Zumindest anspruchsvolle Pisten scheinen sie dort zu haben.

Af schrieb:
Ich denke aber, dass das Gebiet geschlossen wird, da es in Bayern in dem Bereich keine Investoren gibt. Rings um das Skigebiet ist Naturschutzpark, somit kann das Gebiet nicht ausgebaut werden.

Seit wann werden Skigebiet in Deutschland vor der Schließung gerettet in dem man das Skigebiet weiter ausbaut? Wüsst ich zumindest kein Beispiel. Neue Lifte und Pisten sind doch schon seit Jahren nicht mehr erschlossen worden in den deutschen Alpen. Eine Modernisierung der EUB müsste aber doch zumindest irgendwie drinnen sein. Ich hoff mal, dass die das Packen dort unten. Will da ja irgendwann auch nochmal hin. ;)
 
Zumindest anspruchsvolle Pisten scheinen sie dort zu haben.

Kann ich nur bestätigen. War zwar auch nur einmal dort, aber der berüchtigte "Spinnergraben" hats schon in sich. Ist die direkte Route unterhalb der 2.Sektion der EUB! Bei vernünftigem Schnee - wie aktuell -ein echtes Schmanckerl. 8) [/quote]
 
Marius schrieb:
Rings um das Skigebiet ist Naturschutzpark, somit kann das Gebiet nicht ausgebaut werden.

Der "Naturschutzpark" (diese Großschutzgebietskategorie kenne ich nicht) ist übrigens der Nationalpark Berchtesgaden, der einzige deutsche Alpennationalpark.
Auch ohne Nationalpark dürften Ausbauten in dem nicht unkomplizierten Gelände nicht allzu leicht sein - wüsste keine geeigneten Geländekammern.
Deine Skepsis, was die Zukunft angeht, teile ich deshalb.

na ja richtung königsbergalm bzw. königsbacham schaut aber schon sehr brauchbar aus, zwar sonnseitig aber in der höhenlage sollt's kein problem sein. ansonsten: schade, daß das gebiet so weit entfernt ist, genau nach meinem geschmack, was kostet da eigentlich eine tageskarte?
 
gernot schrieb:
was kostet da eigentlich eine tageskarte?
24€ + 3€ Parkgebühr

Polz schrieb:
aber der berüchtigte "Spinnergraben" hats schon in sich. Ist die direkte Route unterhalb der 2.Sektion der EUB!

Jenner%2032.jpg


Aufnahme der Stützen 40-43 mit Spinnergraben. Nach der Stütze 40 wird es sehr schmal, ehe der steile Graben in das weite Gelände der Jennerwiesen mündet.

[URL=https://www.jennerbahn.de/chronik]www.jennerbahn.de/chronik[/URL] schrieb:
1973 Nassschneelawine beschädigt zwei Stützen im Spinnergraben
Durch eine Nassschneelawine wurden im Spinnergraben die Stützen 39 und 40 so stark beschädigt, dass der Fahrbetrieb eingestellt werden musste. 80 Fahrgäste verbrachten die Nacht in der Bergstation und wurden am nächsten Tag mit dem Hubschrauber zu Tal geflogen.
- Erweiterung der Lawinenverbauung für Stütze 39 und 40
- Bau der Sprengbahn Spinnergraben
 
Schöne Bilder von einem Skigebiet dessen Verantwortliche in den 70er Jahren stehen geblieben. Ich mag den Jenner, aber ich fahr da erst wieder hin, wenn die Jennerbahn in eine 6er, 8er oder 15er EUB oder ZUB umgebaut wurde! Ich verstehe das nicht, bis zur Inntalautobahn schafft man es in jedem "Deutschen Skigebiet" zeitgemäße Anlagen zu bauen, aber östlich der Inntalautobahn beginnt die die "SKIFAHRERISCHE ARMUT"( Außer der 3SB am Götschen und der VSB an der Winkelmoos)SCHADE, um das schöne Skigebiet am Jenner! :(
 
Ich glaube, jetzt hast Du ein paar VR-Fans verärgert.
Aber ich denke genau so. Der Jenner ist das Skigebiet in Oberbayern, das eine Modernisierung am notwendigsten hätte. Da gehört mind. eine 6erEUB hin.
 
Die Aktionäre der Jennerbahn AG möchten Gewinne herausholen, an etwas anderem sind die nicht interessiert.

Im Sommer klappt dies prima; das Wintergeschäft läuft scheinbar gerade so, dass nicht draufgezahlt wird; es wurde auch schon in Erwägung gezogen, nur den Sommerbetrieb aufrecht zu erhalten.
 
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