Seilbahnfreund
Nebelhorn (2224m)
Bericht von tirol.com:
Gruß Thomas
Mit 2,5 Mio. Euro Schulden drohte der Lechtaler Bergbahn im 27. Betriebsjahr die Insolvenz.
"Es war ein Fünf-vor-Zwölf-Ergebnis", atmet Geschäftsführer Michael Schretter sichtlich auf. "Die Verhandlungen mit den Banken und Lieferanten waren äußerst schwierig und zeitaufwändig, jetzt ist alles unter Dach und Fach." Der Schuldenberg von 2,5 Millionen Euro habe sich schleppend bereits seit der Gründung angehäuft und mittlerweile auch die Stammfirma Schretter in Reutte belastet.
Ein halbes Jahr währte der Kampf um den Erhalt der einzigen Großanlage im Lechtal. In einem außergerichtlichen Ausgleich konnte ein Großteil der Schulden bereinigt werden. Frisches Kapital und Engagement kommen von Radomir Gabric, Geschäftsführer der Flugschule Airsport 2000 in Bach und neuer Gesellschafter der Lechtaler Bergbahnen.
Er wurde neben Bachs Vizebürgermeister Franz Kammerlander auch als neuer Geschäftsführer bestellt. Vorerst hält die Paragleitflugschule nur die Mehrheit der Anteile, in der Folge wird eine komplette Übernahme angestrebt. Aus der derzeitigen Geschäftsführung scheidet Egon Brandhofer aus, Michael Schretter bleibt nach eigenen Worten vorerst im Team. Ob Gemeinde und Tourismus, die bisher mit 20 und zehn Prozent beteiligt waren, ganz austeigen bzw. jeweils ein Prozent halten werden, sei noch nicht entschieden.
"Im ganzen Lechtal ist ein Aufatmen zu spüren, dass die Bahn erhalten bleibt. Der Lift hat einen hohen Stellenwert - bei Einheimischen wie Touristen. Im Sommer wird die Aufstiegshilfe vor allem durch die Paragleiter, die 28 Prozent des Umsatzes ausmachen, gut angenommen, im Winter ist die Jöchelspitze ein beliebtes Familienskigebiet," freut sich Kammerlander. Ein Wegfall der Bahn hätte Nachteile für das ganze obere Lechtal gebracht. Und Fluglehrer Gabric fügt hinzu: "Eine Flugschule kommt ohne eine Aufstiegshilfe nicht aus. Wir haben im Lechtal keine Alternative zur Jöchelspitzbahn. Ein Aus hätte bedeutet, dass wir uns nach einem neuen Standort umsehen hätten müssen, Gedanken in diese Richtung gab es bereits. Zum Glück sieht die Zukunft jetzt wieder besser aus." An einen großen Ausbau des Liftes sei zwar nicht zu denken, in erster Linie ginge es um den Erhalt der Bahn. Trotzdem gäbe es gewisse Pläne, die aber noch nicht spruchreif seien.
Zunächst kommt am Montag eine neue Pistenraupe, die alte hatte im vergangenen Winter gestreikt. "Außerdem ist eine Beschneiungsanlage bis zur Bergstation ein Muss", sagt Kammerlander. Sechs Mitarbeiter beschäftigt die Bahn im Sommer, neun im Winter. "Zunächst bleibt alles beim Alten," so der einhellige Tenor der Geschäftsführung, und weiter: "Das Personal ist hochmotiviert, jetzt hoffen wir natürlich auf viele Skifahrer."
Und Radomir Gabric zuversichtlich: "Für uns ein Vorteil, dass es noch nicht geschneit hat. Aber jetzt kann es losgehen. Ich hoffe auf einen tollen ersten Winter."
Gruß Thomas