Hallo, Kapitän
>Meine Ueberlegung war, wer freiwillig einen Benzinmotor in eine
>Arbeitsmaschine einbaut, kommt von 'weiter her'.
Das ist nur eine Frage der Zeit. Heute ist der Dieselmotor Standard - in den 70ern (und um diese Zeit geht es hier) sah das aber noch ganz anders aus. Die Kässbohrerraupe, die Du als Vergleich gezeigt hast, dürfte nach meiner Meinung eher eine PB120 sein (vom Kühlergrill her - vielleicht liege ich aber auch falsch). Alternativ könnte es sich auch um eine PB100 oder PB125 handeln. Bei den Bezeichnungen fehlt das sonst übliche "D"; in neueren Kässbohrer-Schriften werden sie mit einem "B" (PB120B) gekennzeichnet. Diese Kässbohrerraupen der ersten Generation waren mit Benzinmotoren ausgerüstet. Der PB120B hatte einen Mercedes-Motor aus einem Unimog, die anderen waren (wie zu der Zeit auch bei anderen üblich) mit einem Fordmotor ausgerüstet.
Der entscheidende Unterschied zwischen der Bombardier- und der Kässbohrerraupe war der Antrieb / die Kraftübertragung. Kässbohrer hat mit dem hydrostatischen Antrieb von Anfang an auf's richtige Pferd gesetzt. Dadurch war sie zwar schwerer, teurer und brauchte einen stärkeren Motor für vergleichbare Fahrleistungen. Dafür war das Konzept auch für sehr starke Motoren zu gebrauchen - und die wurden verlangt (Skifahren wurde zum Breitensport, es wurden immer größere Flächen bearbeitet). Die Raupen wurden wendiger. Einer der großen Vorteile war wohl, dass die Anbaugeräte, die eine immer wichtigere Rolle spielten, bequem mit der Hydraulikanlage bedient werden konnten. Hydraulisch bediente Anbaugeräte fanden sich zwar auch an den mechanischen Raupen - sie wurden aber oft mit einer Handpumpe (Bero H2) oder einer kleinen elektrischen Hydraulikpumpe (Hämmerle Schneemaus) angesteuert. Daher kamen die Pistenraupen der alten Bauweise kaum über das Stadium der Zweiwegeschilde hinaus (ja, Stefan). Wer schon mal eine Prinoth P4 mit Vibroglättbrett und Stromerzeuger auf der Ladefläche gesehen hat, wird verstehen, was ich meine. Irgendwann stößt man auf Grenzen.
Die BS03 war eine klassisch gebaute Raupe - ein typischer Vertreter der mechanischen Zunft. Sie war gut zu ihrer Zeit. Rückständig ist sie erst aus heutiger Sicht.
Spätere mechanische Raupen wahren eher kleiner und wurden gerne für Transportaufgaben angeboten.
Der Benzinmotor und das mechanische Antriebskonzept konnte sich in Amerika länger halten als in Europa. Von daher verstehe ich Deine Anmerkung.
Beste Grüße
Jürgen Pellengahr
PS: Alles was ich hier schreibe ist nur meine persönliche Meinung ohne Anspruch auf endgültige Wahrheit.