Finanzloch: Vize springt ein
07. September 2006
Abtenauer Bergbahnen fehlen 500.000 Euro
DANIELE PABINGERABTENAU (SN). Die Finanzierung der neuen Freizeitanlagen am Karkogel führt jetzt auch zu politischen Turbulenzen in Abtenau. Die Kosten sind auf 5,8 Millionen Euro gestiegen, obwohl einzelne Vorhaben wie ein zweiter Beschneiungsteich noch nicht realisiert wurden. Eine Finanzlücke von 500.000 Euro müssen die Abtenauer füllen.
Einen neuerlichen Zuschuss von 200.000 Euro hat die SPÖ mit ihrer Stimmenmehrheit abgelehnt. "Die Gemeinde hat für den Lift schon ungeheure Summen geleistet. Wir haben die Entschuldung und den Hauptanteil der Investition finanziert. Die Liftgesellschaft soll jetzt einmal beweisen, dass sie aus dem Geld etwas machen kann", sagt Bürgermeister Johann Quehenberger (SPÖ). Die Kostenüberschreitungen seien auf Fehler der Geschäftsleitung zurückzuführen.
Die Bergbahnen haben sich von Kurzzeit-Geschäftsführer Marcus Tulach nach einem halben Jahr wieder getrennt, seither führt Noch-Vizebürgermeister Josef Aichinger (ÖVP) die Geschäfte. Ein neuer Bergbahnen-Chef wird gesucht. Möglicherweise bleibt aber auch Aichinger an der Firmenspitze. Als Vizebürgermeister tritt der 48-Jährige nach vier Jahren aus persönlichen Gründen zurück.
Steuerberater Ferdinand Bernhard, designierter neuer Vizebürgermeister der ÖVP, springt für den von der Gemeinde nicht geleisteten Bergbahnen-Zuschuss ein. "Ich zahle die 200.000 Euro als Privatmann aus eigener Tasche, um den Neuanfang der Bergbahnen nicht zu belasten", sagt Bernhard. Dieser Betrag könne dem Unternehmen nicht "umgehängt" werden.
Bürgermeister Quehenberger sieht das Engagement des künftigen Vizebürgermeisters weniger privat als politisch. "Der Herr Bernhard will sich gleich die ersten Stimmen erkaufen", so kommentiert der Ortschef. Er hat mit dem neuen Vize wenig Freude. Mit ihm werde ein anderer Ton in der Gemeindestube einziehen, befürchtet Quehenberger.
Wochenlang ist in der ÖVP Abtenau um die Nachfolge Aichingers gerungen worden. Eine starke Opposition solle der Neue machen und dem mächtigen SPÖ-Bürgermeister mehr entgegensetzen, heißt es seitens der ÖVP. "Wichtig ist, dass in der Ortspartei Geschlossenheit einzieht", sagt Bezirksparteiobmann Christian Struber.
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