Karneralm, Schönfeld: Skilifte sperren zu!
Die Lungauer Skigebiete Karneralm (Ramingstein) und Schönfeld (Thomatal) werden heuer nicht mehr geöffnet. Das haben die Innerkremser Seilbahnen als Besitzer der Anlagen den beiden Gemeinden mitgeteilt. Sollten geplante Projekte realisiert werden, könnte es in einigen Jahren eine "Auferstehung" geben. FRANZ TAFERNER
THOMATAL/RAMINGSTEIN. Die Seilbahnen Innerkrems sind nicht mehr bereit, die Abgänge ihrer Schlepplifte in den Lungauer Regionen Karneralm und Schönfeld zu tragen. Das hat Geschäftsführer Franz Kohlmaier, der sich vergangene Woche auf Auslandsreise befand, den beiden Gemeinden Thomatal und Ramingstein mitgeteilt. Zusatz: Sollte sich die bereits angedachten Projekte realisieren lassen, dann könnten die Anlagen in einigen Jahren wieder geöffnet werden. Im Klartext heißt das: Nur wenn eine erkleckliche Anzahl an Gästebetten dazu kommen, können die Skilifte wieder aufgesperrt werden. Die Region hat nämlich ein großes Problem: Tagesskifahrer sind angesichts der vorgelagerten Skigebiete im Lungau und Pongau direkt an der Autobahn rar.
Die Lage ist niederschmetternd: Nach vielen Jahren des wirtschaftlichen Desasters droht dem Lungauer Skigebiet an der Kärntner Grenze das endgültige "Aus". Besonders betroffen sind die bestehenden Betriebe, denen die existenzielle Basis unter den Füßen genommen wird. Etwa dem Sporthotel in Schönfeld, dem Alpengasthof Bogensperger in der Karneralm, oder anderen kleineren Betrieben.
"Burgenland Resort"in Karneralm? Ganz aufgeben aber wollen die beiden Bürgermeister Franz Winkler (Ramingstein) und Valentin König (Thomatal) noch nicht. Beide haben Investoren an der Hand, die Projekte verwirklichen wollen. Allerdings nicht ohne öffentliche Förderungen.
+ Ramingsteins Bürgermeister Franz Winkler trifft sich noch diese Woche mit Franz Kohlmaier (Seilbahnen Innerkrems) und Vertretern von "Burgenland Ressort".
Es geht dabei um ein Hotelprojekt in der Größenordnung von 250 bis 300 Betten, das "Burgenland Ressort" errichten könnte. Die Firma, die zur Steigenbergergruppe gehört, betreibt zwei Golfhotels im Burgenland in der 4-Sterne-Kategorie und ist an einem Investment in der Karneralm interessiert. Dabei soll auch der Gesundheitsaspekt in den Vordergrund rücken: Asthmaerkrankungen können in der Höhenlage der Karneralm (1900 m) gut behandelt werden.
Ob sich das Projekt verwirklichen lässt, hängt nicht zuletzt auch von Förderungen ab. Bürgermeister Franz Winkler: "Wenn, dann geht es nur, wenn viele zusammenhelfen!" Einen Fixzuwachs an Betten kann er bereits verbuchen: Fünf Zweitwohnsitzhäuser im Skigebiet werden noch heuer fertig gestellt werden.
+ In Schönfeld ist die Lage ziemlich ähnlich. Thomatals Bürgermeister Valentin König spekuliert mit dem Bau eines "Familien- und Jugendgästehauses" in der Größenordnung von 120 Betten. Der gleichnamige Verein mit Sitz in Graz betreibt etliche Häuser in ganz Österreich, unter anderen auch un Sankt Michael im Lungau. Voraussetzung für ein Investment aber ist auch hier eine Förderung der öffentlichen Hand. Der Thomataler Bürgermeister hat beim Land Salzburg bereits angeklopft. Die Sache wird weiter verfolgt. Allzu viel Hoffnung hat Valentin König aus der Landeshauptstadt aber nicht mit nach Hause gebracht.
Hoffnung auf eine"Minimalvariante" Insidern in beiden Gemeinden dämmert inzwischen auch, dass es schwierig werden dürfte, die Lifte jemals wieder zu öffnen, wenn sie einmal eine ganze Saison gesperrt waren. Deshalb werden nun auch Pläne geschmiedet, die auf eine eigene Gesellschaft hinaus laufen, die wenigstens eine Minimalvariante sicherstellen sollen: Ein Schlepplift plus Babylift sollen in Eigenregie in Absprache mit den Innerkremsern auch heuer geöffnet werden.