Anfahrt:
München-Siegsdorf-Lofer-Kaprun: 1h 55 min
Rückfahrt:
Kaprun-Pass Thurn-Kitzbühel-Kufstein Süd-München: 2h 30 min (Stau bei Holzkirchen wg Unfall)
Schneehöhe:
Gletscherplateau: 368 cm
Alpincenter: 241 cm
Langwiedboden: 205 cm
Gestern: 37 cm Neuschnee gemeldet
Wetter: durchweg sonnig, unterhalb von 2200 m etliche kleinere Wolken, gegen Nachmittag immer besseres Wetter, Temperaturen für die Jahreszeit kühl, Schnee firnt erst unterhalb von 2200 m auf, am Gletscher bester Pulver.
Skipass: Tageskarte (Hochsaison) für 36 €
Lifte in Betrieb: Alle
Gefahrene Lifte:
60-PB Gipfelbahn (3x)
24-DUB Gletscherjet 1 (1x)
15-EUB Gletscherjet 2 (1x)
8-EUB Panoramabahn (1x)
6-KSB Sonnkar (2x)
4-KSB Langwied (4x)
4-KSB Gratbahn (2x)
DSB Sonnkar (1x)
SL Krefelder Hütte (1x)
SL Keeslift (3x)
SLte Maurer (1x)
SLte Kitz (1x)
= 7270 Hm
Wartezeiten:
insgesamt gesehen, war ganz schön viel los. 5 min am Gletscherjet 1, 5 min bei der 4-KSB Gratbahn, 0-3 Kabinen bei der Gipfelbahn, an den Gletscher-SLten zwischen 0-5 min, mit fortschreitendem Tag immer weniger
Essen:
Krefelder Hütte (DAV), schöner Blick auf Horn und Gletscher, kaum Trubel im Vergleich zum Alpincenter, Spaghetti Bolognese, Schiwasser und Apfelschorle für 11,7 € (i.O.)
Gefallen:
- Schnee & Wetter
- Gebiet endlich bei Schönwetter entdeckt
- Für einen Tag ausreichendes Angebot => steht den anderen „großen“ Gletscherskigebieten Tux & Stubai in egtl nichts nach
- 1050 Hm Abfahrt Gipfel-Langwied
- Variante Magnetköpfl, schwarzer Steilhang 1, viel freier Skiraum
Nicht Gefallen:
- nur Lapalien:
- vom Parkplatz läuft man teilweise ganz ordentlich bis zur „gewünschten“ Zubringerseilbahn
- ziemlich viele ziemlich rücksichtslose Piloten unterwegs
- Gletscherschwund v.a. am Maurer (das ist keine Lappalie!)
Persönlicher Kommentar:
Ich war jetzt nach 1989 und 1998 das dritte Mal auf dem Kitzsteinhorn – beim dritten Mal endlich das ersehnte fast perfekte Wetter und exzellente Schneeverhältnisse, im oberen Bereich fast wie im Hochwinter, frischer Pulver, leider fast überall schon ziemlich zerfahren aber locker zum Durchcarven. Auf der – verbreiterten? - Langwiedabfahrt unten teilweise Idealfirn, teilweise schöne Buckel mit harter Unterlage. Hier könnens meiner Meinung nach sicherlich noch bis Mitte Mai hinunter fahren, erst ei-ne einzige bräunliche Stelle kam unten zum Vorschein. Überrascht haben mich die egtl sehr schönen easy-going-Abfahrten vom Gletscher zum Alpincenter, so flach sind sie gar nicht, und wenn man die breitere Variante wählt (nördlich an der 4-KSB Grat vorbei), dann ist auch gar nicht mehr viel los. Insgesamt hat mich die Pistenvielfalt begeistert, die Skigebietsfläche ist wirklich sehr groß und trotzdem immer noch etliche Hektar freier Skiraum (z.B. zwischen der ganz südlich unterhalb des Nordgrats des Horn gewalzten Trainungspiste (frei befahrbar aber leider holprig) und der normalen 2er Abfahrt vom Schmiedinger-SL zum Gletschersee. Gerade was Gefälle angeht, brauchen sich diese roten Partien (Gipfelhänge Maurer auch natürlich) keineswegs gegenüber anderen Gletschern verstecken und die Langwiedabfahrt ist deutlich schöner und genussreicher als bspw. die 3er vom Gamsgarten am Stubai oder gar die 4 (Zufahrt Fernau). Zwei Highlights hat das Kitzsteinhorn dann noch zu bieten: den saftigen Pulverbuckel-Traumsteilhang der Abfahrt 1 direkt von der 3029 m hohen Gipfelstation (v.a. wenn man das als erste Abfahrt macht ist es anspruchsvoll!) und die Magnetköpfl-Variante, also direkt an der Gipfelstation unter den Schie-nen des Gletscher-Shuttles durch (Achtung auf zurückschießendes Gegengewicht!) und den vor allem oben extrem steilen Hang direkt in Richtung Gletschersee hinunter: oben ruppig und verblasen, dann staubender Mai-Pulver, ein Genuss! Gerade die direkte Einfahrt (Achtung auf Felsen!) ist brutal steil, das ist Eggersgrin-Niveau, als 1A! Definitiv steiler als Einfahrt „Tunnel“-Steilhang in Alpe d´Huez, das will etwas heißen.
Was mich heute auch überzeugt hat ist die Gipfelbahn-PB! Anstatt ständig an den teilweise doch recht kurven Schleppliften rauf und runter zu gondeln einfach Nägel mit Köpfen machen und ständig Langwied-Gipfel fahren. Da kommen schöne lange Abfahrten dabei heraus, zudem ist die Anlage für 1966 einfach eine Meisterleistung, nicht nur wegen der berühmten rot-weiß-roten Monsterstütze. Zudem bedient die Bahn wie beschrieben die beiden spannendsten Hänge am Kitz.
Zu den Projekten ein kurzes Wort: die 6-KSB Rettenwand (aber auch als Kristall-Bahn bezeichnet!) wird das Gebiet sicherlich weiter aufwerten. Wo genau aber die komplett neue Abfahrt verlaufen soll ist mir vom Gelände her leider unklar geblieben. Die 10er kann es ja nicht sein, die gibt es schon und die hat leider eine unschöne Gegensteigung im Relief. Aus dem heutigen Augenschein müsste man zur Anlage einer erquicklichen Abfahrt ganz ordentlich bulldozern. Wir werden es sehen.
Der Tristkogel erscheint einem vom Langwiedboden sinnlos als Skiberg, wenn man mit den Zubringerbahnen auf Höhe Salzburgerhütte schwebt, sieht das anders aus. Schön steil, ziemlich direkt: wieder massive Landschaftseingriffe zur Anlage von Ab-fahrten erforderlich, sieht auf den ersten Blick nicht nach Gelände für die breite Masse aus, braucht sicher Beschneiung zum rechtzeitigen Saisonstart.
Am egtl genialen Maurerhang fände ich es sinnvoll, wenn man versuchen würde die ärgsten Felsausaperungen zu beseitigen. Bei der heutigen Schneelage geht es ganz gut, aber am Saisonstart oder bei wenig Schnee erscheint es schnell unerquicklich.
Falls doch eines Tages eine Fortsetzung des Gletscherjets 2 gebaut werden sollte – ich halte das durchaus für möglich, eine zweite UNI-G-Station hat da IMHO in jedem Fall Platz.
Was uns auch beeindruckt hat ist die Schlichtheit der Gedenkstätte – die unheilvollen Begebenheiten dieses 11.11. 2000 fassen einen als Menschen wieder übermächtig an.
Es wirkt schon wie eine Ironie der Geschichte: die wegen der Katastrophe neu gebauten Gletscherjets ergeben mit der 1990/1991er-Achse die perfekte Mischung. Vor allem die Funitel ist mal wieder ein Erlebnis – wie egtl jede Fahrt mit diesem Seilbahntyp. Was ich mich aber frage, warum die 8-EUB für den unteren Teil der Trasse keine Bergebahn benötigt. Wenn dort abgeseilt werden müsste, landen die Passa-giere dort doch in übelst steilem Verhau. Oder ist dort eine Heli-Evakuierung vorgesehen?
Gesamt-Fazit: rundum gelungenes, entspanntes Saisonfinale. Werde sicherlich nicht wieder 8 Jahre bis zum nächsten Besuch verstreichen lassen.
München-Siegsdorf-Lofer-Kaprun: 1h 55 min
Rückfahrt:
Kaprun-Pass Thurn-Kitzbühel-Kufstein Süd-München: 2h 30 min (Stau bei Holzkirchen wg Unfall)
Schneehöhe:
Gletscherplateau: 368 cm
Alpincenter: 241 cm
Langwiedboden: 205 cm
Gestern: 37 cm Neuschnee gemeldet
Wetter: durchweg sonnig, unterhalb von 2200 m etliche kleinere Wolken, gegen Nachmittag immer besseres Wetter, Temperaturen für die Jahreszeit kühl, Schnee firnt erst unterhalb von 2200 m auf, am Gletscher bester Pulver.
Skipass: Tageskarte (Hochsaison) für 36 €
Lifte in Betrieb: Alle
Gefahrene Lifte:
60-PB Gipfelbahn (3x)
24-DUB Gletscherjet 1 (1x)
15-EUB Gletscherjet 2 (1x)
8-EUB Panoramabahn (1x)
6-KSB Sonnkar (2x)
4-KSB Langwied (4x)
4-KSB Gratbahn (2x)
DSB Sonnkar (1x)
SL Krefelder Hütte (1x)
SL Keeslift (3x)
SLte Maurer (1x)
SLte Kitz (1x)
= 7270 Hm
Wartezeiten:
insgesamt gesehen, war ganz schön viel los. 5 min am Gletscherjet 1, 5 min bei der 4-KSB Gratbahn, 0-3 Kabinen bei der Gipfelbahn, an den Gletscher-SLten zwischen 0-5 min, mit fortschreitendem Tag immer weniger
Essen:
Krefelder Hütte (DAV), schöner Blick auf Horn und Gletscher, kaum Trubel im Vergleich zum Alpincenter, Spaghetti Bolognese, Schiwasser und Apfelschorle für 11,7 € (i.O.)
Gefallen:
- Schnee & Wetter
- Gebiet endlich bei Schönwetter entdeckt
- Für einen Tag ausreichendes Angebot => steht den anderen „großen“ Gletscherskigebieten Tux & Stubai in egtl nichts nach
- 1050 Hm Abfahrt Gipfel-Langwied
- Variante Magnetköpfl, schwarzer Steilhang 1, viel freier Skiraum
Nicht Gefallen:
- nur Lapalien:
- vom Parkplatz läuft man teilweise ganz ordentlich bis zur „gewünschten“ Zubringerseilbahn
- ziemlich viele ziemlich rücksichtslose Piloten unterwegs
- Gletscherschwund v.a. am Maurer (das ist keine Lappalie!)
Persönlicher Kommentar:
Ich war jetzt nach 1989 und 1998 das dritte Mal auf dem Kitzsteinhorn – beim dritten Mal endlich das ersehnte fast perfekte Wetter und exzellente Schneeverhältnisse, im oberen Bereich fast wie im Hochwinter, frischer Pulver, leider fast überall schon ziemlich zerfahren aber locker zum Durchcarven. Auf der – verbreiterten? - Langwiedabfahrt unten teilweise Idealfirn, teilweise schöne Buckel mit harter Unterlage. Hier könnens meiner Meinung nach sicherlich noch bis Mitte Mai hinunter fahren, erst ei-ne einzige bräunliche Stelle kam unten zum Vorschein. Überrascht haben mich die egtl sehr schönen easy-going-Abfahrten vom Gletscher zum Alpincenter, so flach sind sie gar nicht, und wenn man die breitere Variante wählt (nördlich an der 4-KSB Grat vorbei), dann ist auch gar nicht mehr viel los. Insgesamt hat mich die Pistenvielfalt begeistert, die Skigebietsfläche ist wirklich sehr groß und trotzdem immer noch etliche Hektar freier Skiraum (z.B. zwischen der ganz südlich unterhalb des Nordgrats des Horn gewalzten Trainungspiste (frei befahrbar aber leider holprig) und der normalen 2er Abfahrt vom Schmiedinger-SL zum Gletschersee. Gerade was Gefälle angeht, brauchen sich diese roten Partien (Gipfelhänge Maurer auch natürlich) keineswegs gegenüber anderen Gletschern verstecken und die Langwiedabfahrt ist deutlich schöner und genussreicher als bspw. die 3er vom Gamsgarten am Stubai oder gar die 4 (Zufahrt Fernau). Zwei Highlights hat das Kitzsteinhorn dann noch zu bieten: den saftigen Pulverbuckel-Traumsteilhang der Abfahrt 1 direkt von der 3029 m hohen Gipfelstation (v.a. wenn man das als erste Abfahrt macht ist es anspruchsvoll!) und die Magnetköpfl-Variante, also direkt an der Gipfelstation unter den Schie-nen des Gletscher-Shuttles durch (Achtung auf zurückschießendes Gegengewicht!) und den vor allem oben extrem steilen Hang direkt in Richtung Gletschersee hinunter: oben ruppig und verblasen, dann staubender Mai-Pulver, ein Genuss! Gerade die direkte Einfahrt (Achtung auf Felsen!) ist brutal steil, das ist Eggersgrin-Niveau, als 1A! Definitiv steiler als Einfahrt „Tunnel“-Steilhang in Alpe d´Huez, das will etwas heißen.
Was mich heute auch überzeugt hat ist die Gipfelbahn-PB! Anstatt ständig an den teilweise doch recht kurven Schleppliften rauf und runter zu gondeln einfach Nägel mit Köpfen machen und ständig Langwied-Gipfel fahren. Da kommen schöne lange Abfahrten dabei heraus, zudem ist die Anlage für 1966 einfach eine Meisterleistung, nicht nur wegen der berühmten rot-weiß-roten Monsterstütze. Zudem bedient die Bahn wie beschrieben die beiden spannendsten Hänge am Kitz.
Zu den Projekten ein kurzes Wort: die 6-KSB Rettenwand (aber auch als Kristall-Bahn bezeichnet!) wird das Gebiet sicherlich weiter aufwerten. Wo genau aber die komplett neue Abfahrt verlaufen soll ist mir vom Gelände her leider unklar geblieben. Die 10er kann es ja nicht sein, die gibt es schon und die hat leider eine unschöne Gegensteigung im Relief. Aus dem heutigen Augenschein müsste man zur Anlage einer erquicklichen Abfahrt ganz ordentlich bulldozern. Wir werden es sehen.
Der Tristkogel erscheint einem vom Langwiedboden sinnlos als Skiberg, wenn man mit den Zubringerbahnen auf Höhe Salzburgerhütte schwebt, sieht das anders aus. Schön steil, ziemlich direkt: wieder massive Landschaftseingriffe zur Anlage von Ab-fahrten erforderlich, sieht auf den ersten Blick nicht nach Gelände für die breite Masse aus, braucht sicher Beschneiung zum rechtzeitigen Saisonstart.
Am egtl genialen Maurerhang fände ich es sinnvoll, wenn man versuchen würde die ärgsten Felsausaperungen zu beseitigen. Bei der heutigen Schneelage geht es ganz gut, aber am Saisonstart oder bei wenig Schnee erscheint es schnell unerquicklich.
Falls doch eines Tages eine Fortsetzung des Gletscherjets 2 gebaut werden sollte – ich halte das durchaus für möglich, eine zweite UNI-G-Station hat da IMHO in jedem Fall Platz.
Was uns auch beeindruckt hat ist die Schlichtheit der Gedenkstätte – die unheilvollen Begebenheiten dieses 11.11. 2000 fassen einen als Menschen wieder übermächtig an.
Es wirkt schon wie eine Ironie der Geschichte: die wegen der Katastrophe neu gebauten Gletscherjets ergeben mit der 1990/1991er-Achse die perfekte Mischung. Vor allem die Funitel ist mal wieder ein Erlebnis – wie egtl jede Fahrt mit diesem Seilbahntyp. Was ich mich aber frage, warum die 8-EUB für den unteren Teil der Trasse keine Bergebahn benötigt. Wenn dort abgeseilt werden müsste, landen die Passa-giere dort doch in übelst steilem Verhau. Oder ist dort eine Heli-Evakuierung vorgesehen?
Gesamt-Fazit: rundum gelungenes, entspanntes Saisonfinale. Werde sicherlich nicht wieder 8 Jahre bis zum nächsten Besuch verstreichen lassen.