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Klassiker gestrichen: Bormio will nicht mehr.

Bormio kann ich gut verstehen, in der Hauptsaison eine oder gar mehrere Pisten zu verlieren ist nicht sonderlich gut für den normalen Tourismusbetrieb. Da haben es die "Klassiker" geschickter gewählt, entweder vorher (Gröden) oder dann im Januarloch (auch wenn z.b. am Lauberhorn dann schon was gesperrt ist). Und ein Großteil des Wintergeschäfts wird einfach in den 2 Wochen Weihnachten gemacht, wenn dann die Hotels mit nicht-Touristen belegt und das Skigebiet teilweise gesperrt ist, dann sind das einfach Umsatzeinbussen...
 
Ich kenne einige Orte auch nur, weil dort der Skiweltcup gastiert und zwar ohne das ich mir jemals ein Skirennen ö.ä. angesehen hätte (vor Ort oder im TV). Von daher zieht die Sache in gewisser Form schon. Allerdings halte ich den Marketingeffekt, zumindest für meine Heimat (Deutschland) massiv überbewertet. Die meisten Rennen werden nichtmals mehr im TV übertragen. Berichterstattung gibt es höchstens noch am Rande.

Das Beispiel Bormio kann ich aber gut verstehen. Um diese Zeit würde ich als Ort auch keinen Weltcup veranstalten wollen.
 
schmidti schrieb:
stavro_ schrieb:
falls das nicht ironisch gemeint ist, ist das aber sehr kurzsichtig.
denn ohne diesem doofen skirennen, wäre bormio heute nicht das was es ist
und hätte vermutlich auch nicht mit belegten zimmern zu kämpfen.
Volle Zustimmung! Eine jede große Sportveranstaltung ist für den jeweiligen Ort die größtmögliche Werbung überhaupt. Welchen unmessbaren Werbeeffekt solche Sportevents haben müssen, zeigt sich ja alleine daran, dass für eine Olympiade ein komplett neues Skigebiet mitten in ein wenig besiedeltes Gebirge gebaut wird, auch wenn man bezüglich der Spiele in Sochi sicherlich geteilter Meinung sein kann.

Letztlich ist es halt die Frage, wie viel ein Weltcup einem Ort wirklich bringt, und ich unterstelle Bormio jetzt mal, dass es diese Entscheidung nicht von heute auf morgen getroffen hat, sondern die Situation schon seit längerer Zeit betrachtet wurde und man schließlich zu diesem Ergebnis gekommen ist.

Man kann nur hoffen, dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzt, denn die Klassiker-Strecken lassen sich alleine aufgrund der natürlichen Voraussetzungen nicht gleichwertig ersetzen. An dieser Stelle bin ich jedoch recht zuversichtlich, denn wenn man sieht welche Massen Kitzbühel, Wengen, Adelboden und Co anziehen, kann ich mir nicht vorstellen, dass für die Orte negative Folgen überwiegen.

Quatsch. Alles ist ersetzbar. Der Weltcup auch.
In der heutigen Zeit kann man nicht mehr sagen, das ein Weltcup das Beste aller Dinge ist. Die Zeiten sind 20 Jahre vorbei! Wenn Samstags die Familie vorm Fernseher sass und die aktuelle Abfahrtssaison verfolgt wurde. Gibt es so nicht mehr, sondern ist zum Special Interest Thema geworden.

Folgendes ist zu beachten:
Passung Ort - Sport. Hier sind die Analagen, Abfahrten das Eine. Die Störung der Normalgäste das Andere.
Wie sieht das Image es Ortes aus? Verfolgt der Weltcup ein Image, welches ich auf meinen Ort übertragen möchte? Bormio hat in der Weltcup Zielgruppe eine hohe Bekanntheit - die verliert sich nicht so schnell - da kann man ruhig mal etwas Pause machen. Aber die Weltcupzielgruppe ist überkontaktet. Dagegen ist Bormio sicher bei anderen Gruppen unterrepräsentiert und eher unbekannt.

Kosten Veranstaltung: Oft wird hier von der Sozialisierung der Kosten und der Privatisierung der Gewinne gesprochen. Zudem ist alles genau geregelt, weswegen sich die Orte gar nicht mehr gut präsentieren können. OK, kenne die Forderungen der FIS nicht, aber das wird sicher auch nicht immer lustig sein ....

Dementsprechend sollte hier eine regelmäßige Überprüfung stattfinden ob es sich noch lohnt. Für Städte wie Schladming, Kitzbühel oder so ist das sicher anders zu bewerten, wie Orte, welche jetzt nicht so einen Hype darum haben.
 
fettiz schrieb:
Quatsch. Alles ist ersetzbar. Der Weltcup auch.
Sprichst du jetzt vom Weltcup generell oder von einzelnen Weltcups? Falls du den gesamten Weltcup meinen solltest - davon habe ich gar nicht gesprochen, wobei es mich trotzdem interessieren würde, wie du das umsetzen wollen würdest.
Gesprochen habe ich von den Klassiker-Strecken mit all ihren Besonderheiten; wie willst du diese bitte gleichwertig ersetzen? Klar, mit schwerem Gerät und Sprengstoff geht viel, aber alleine eine Stelle wie den Hundschopf oder das Kernen-S mit anschließender Bahn-Unterführung an ein und demselben Berghang hinzubekommen halte ich, neben den natürlichen Voraussetzungen, auch aufgrund der naturräumlichen Gesetze und den entstehen Kosten für unmöglich.
Eine ganz andere Sache ist das Publikum: Sochi hat auch eine wirklich interessante Strecke, trotzdem kommen da nicht automatisch 50.000 Zuschauer hin. Das Image eines Ortes mit Klassiker-Strecke muss man sich über Jahre hinweg erarbeiten, um in der Folge dann von einem hohen Zuschauerzuspruch profitieren zu können, der aber sicherlich auch noch von einigen Nebenfaktoren abhängig ist, z.B. davon wie gut die Sportler deines Heimatlandes momentan sind.


fettiz schrieb:
In der heutigen Zeit kann man nicht mehr sagen, das ein Weltcup das Beste aller Dinge ist. Die Zeiten sind 20 Jahre vorbei! Wenn Samstags die Familie vorm Fernseher sass und die aktuelle Abfahrtssaison verfolgt wurde. Gibt es so nicht mehr, sondern ist zum Special Interest Thema geworden.
Die Quelle, augrund derer du diese Aussage triffst, fände ich interessant zu sehen.
Selbst wenn es so sein sollte wäre der Alpin-Wettbewerb aber keinesfalls die einzige Sportart, die von diesem Phänomen betroffen ist, dafür ist die Vielfalt an Fernsehsendern und -sendungen einfach viel zu groß geworden.
 
schmidti schrieb:
Soll ich dir mal sagen, wie diese beiden Orte bei mir erstmals Aufsehen erregt haben? Gstaad durch ein jährlich stattfindes Tennisturnier (also auch einem Sportevent) und Verbier durch einen sehr wohl stattfinden Weltcup - nämlich dem der Freeride-Szene!
Wie fettiz angesprochen hat, ist es auch eine Sache der Klientel die man ansprechen will. Ich glaube nicht das den Normalen Skifahrer das Verbier Extrem interessiert, das ist doch was für Freaks. Ob das Tennisturnier in Gstaad mit Wintersport in Verbindung gebracht wird? Da ist der Werbe Effekt vom Weltcup Skispringen in Engelberg oder der Langlauf Weltcup in Davos sicher grosser. Da es um Wintersport geht. (Bei Tennis denke ich nicht an Schnee, höchsten an Sand :wink: )
 
Wombat schrieb:
schmidti schrieb:
Soll ich dir mal sagen, wie diese beiden Orte bei mir erstmals Aufsehen erregt haben? Gstaad durch ein jährlich stattfindes Tennisturnier (also auch einem Sportevent) und Verbier durch einen sehr wohl stattfinden Weltcup - nämlich dem der Freeride-Szene!
Wie fettiz angesprochen hat, ist es auch eine Sache der Klientel die man ansprechen will. Ich glaube nicht das den Normalen Skifahrer das Verbier Extrem interessiert, das ist doch was für Freaks. Ob das Tennisturnier in Gstaad mit Wintersport in Verbindung gebracht wird? Da ist der Werbe Effekt vom Weltcup Skispringen in Engelberg oder der Langlauf Weltcup in Davos sicher grosser. Da es um Wintersport geht. (Bei Tennis denke ich nicht an Schnee, höchsten an Sand :wink: )
Du hattest halt gefragt ob Gstaad und Verbier generell bekannt sind, und die Tatsache, dass ich die beiden Orte durch besagte Sportevents kenne, zeigt ja dass diese Veranstaltungen den Orten einen höheren Bekanntheitsgrad verliehen haben. Wenn ich jetzt noch einen Urlaub dort machen würden, wäre auch der Werbezweck erfüllt :wink:
Dass diese Events nun keinen direkten Werbezweck für das jeweilige (Pisten)Skigebiet erfüllen versteht sich natürlich von selbst.
 
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