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Kollision auf der Piste Glacier 3000

sheridan

Rigi-Kulm (1797m)
Registriert
06. Jan. 2020
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Eine Snowboarderin crasht in ein Kind auf dem Glacier 3000. Mit der Helmkamera sieht man ganz gut den Unfallhergang. Meiner Meinung nach ist das ein typischer Fall, das Kind fährt erst relativ gerade die Piste runter und dann auf einmal quer nach links. Die Snowboarderin kann dann nicht mehr bremsen.

https://amp.lematin.ch/story/une-snowboardeuse-fauche-un-enfant-de-6-ans-a-glacier-3000-365680946143

Ehrlich gesagt ist mir vor Jahren auch mal etwas ähnliches passiert. Ich wollte eine Anfängerin links überholen, die die Piste quer nach links gefahren ist und die ich links überholen wollte. Meine Erwartung war, dass sie ja irgendwann mal wie alle Skifahrer einen Schwung nach rechts machen muss, hat sie aber nicht und dann kam es zum Crash. Die Unfallursache war auch dort ein unerwartetes Verhalten. Es geht mir jetzt nicht um die Schuldfrage sondern eher darum, wie man solche Situationen vermeiden kann.
 
Da gibt es andere Fälle, wo man dem Schuldigen noch etwas zugestehen kann, dass das ganze dumm gelaufen ist.
In dem Video gibt es für mich nichts, was mich an der alleinigen Schuld der Boarderin zweifeln lässt.
Viel zu schnell, der letzte Rechtsschwung ging viel zu nah an das Kind heran.

Generell versuche ich beim Überholen, immer mit einem unerwarteten Schwung der langsameren Person zur Seite zu rechnen.
 
Wursti schrieb:
Da gibt es andere Fälle, wo man dem Schuldigen noch etwas zugestehen kann, dass das ganze dumm gelaufen ist.
In dem Video gibt es für mich nichts, was mich an der alleinigen Schuld der Boarderin zweifeln lässt.
Viel zu schnell, der letzte Rechtsschwung ging viel zu nah an das Kind heran.

Generell versuche ich beim Überholen, immer mit einem unerwarteten Schwung der langsameren Person zur Seite zu rechnen.
Also das sehe ich selbst als Familienvater, der mit seinem Kind auf "großen Pisten" unterwegs ist, komplett anders. Ich würde hier kaum Schuld beim Snowboarder suchen, evtl hätte sie eine Vollbremsung einplanen müssen. Die Piste ist leer, wie langsam soll man denn fahren? Abstand war auch genug da. Man kann doch nicht ständig mit angezogener Handbremse fahren, nur weil 1-2 Leute auf der Piste sind.

Ich sehe auch immer wieder das Problem der unberechenbaren Verhalten, was bei Kindern natürlich einkalkuliert werden muss. Aber irgendwann endet mal die Piste am Rand ;) daher - mehr Abstand zu Kindern, mehr einplanen - aber deswegen das Tempo zu drossen auf leerer Piste - nein.
 
Die Piste an der KSB Oldenegg-Cabane ist zwar nicht die breiteste, dennoch wäre da am Pistenrand noch ausreichend Platz gewesen.
Außerdem zieht sie ihren Schwung von der Pistenmitte nach rechts in Richtung des Kindes.
Das hätte man schon aus der Entfernung verhindern können mit einer anderen Schwungwahl, insbesondere wenn man ein kleines Kind sieht.

Wie auch immer:
Gut, dass dem Kleinen offenbar nichts passiert ist.
Und Schande über die Frau, die sich einfach entfernt hat - auch wenn sie sich wohl wenigtens noch versichert hat, dass nichts Schlimmes passiert ist.
 
sheridan schrieb:
Eine Snowboarderin crasht in ein Kind auf dem Glacier 3000. Mit der Helmkamera sieht man ganz gut den Unfallhergang. Meiner Meinung nach ist das ein typischer Fall, das Kind fährt erst relativ gerade die Piste runter und dann auf einmal quer nach links. Die Snowboarderin kann dann nicht mehr bremsen.
Also für mich sieht es eher so aus, als würde das Mädchen in Kehren unter Nutzung der gesamten Pistenbreite abfahren. Ob das nun legitim ist, die ganze Pistenbreite zu nutzen, darüber kann man vielleicht streiten.
Die Boarderin hätte vielleicht ihre Linkskurve abbrechen können und das Mädchen rechts überholen können/sollen.

Ich hatte kürzlich eine ähnliche Situation, als ich am rechten Pistenrand eine Anfängerin überholen wollte und sie dann wider Erwarten doch bis zum Rand gefahren ist. Ich habe dann gebremst und bin links vorbei gefahren.
 
GIFWilli59 schrieb:
Also für mich sieht es eher so aus, als würde das Mädchen in Kehren unter Nutzung der gesamten Pistenbreite abfahren
..
Ich habe dann gebremst und bin links vorbei gefahren.
Am Anfang ist die Amplitude nach rechts vs dem Weg auf der Piste nach unten noch normal. Vor dem Crash ändert sich der Weg schon deutlich in eine reine Querfahrt nach links.

Die Boarderin war ja schon in einem Links-Schwung und hat dann das Board zum Bremsen quer gestellt. Aus der Position heraus ist es extrem schwierig, noch rechts vorbeizufahren. Für einen Rechts-Schwung müsste man das Board erstmal um mehr als 90° drehen.
 
Ich meine: Viel zu schnell auf viel zu enger Piste.

Und vor allem: wer von hinten kommt, hat es einfach in der Hand. Ob das Kind sich jetzt richtig verhält oder falsch, ob es die Regeln kennt (und überhaupt schon verstehen kann) oder nicht, ob es aufgrund eines Fahrfehlers vielleicht versehentlich "falsch" gefahren ist, alles egal. Wenn ich von hinten komme, muss ich einfach vor mir immer mit allem rechnen:

- Dreijährige, die im Pflug über die ganze Pistenbreite kurven
- Kinder, welche die Piste zu Papi auf der anderen Seite queren, ohne zu gucken
- Snowboarder, die hinter der Kuppe ein Sit-In veranstalten
- Papis, die vom Wedeln urplötzlich ins Carven wechseln
- Mamis, die die Kontrolle verlieren und plötzlich im Weg liegen
- Betrunkene

Ich denke, man sollte immer "auf Sicht" und so kontrolliert fahren, dass man auf alles reagieren kann, was sich vor einem ereignet. Regelwidriges, fahrlässiges Fehlverhalten anderer eingeschlossen.
 
Egal wie „dumm“ und unerwartet :mrgreen: sich jemand verhält, wer von oben kommt muss mit allem rechnen. Sind Kinder im Spiel eben noch mehr. Und ja im Zweifel bedeutet das eben Fahrt rausnehmen bis man gefahrlos vorbeikommt. Hat mich persönlich in ~30 Jahren sportlicher Fahrweise (Anfängerzeit davor mal ausgeklammert) niemals so gestört als das es mir den ganzen Skitag ruiniert hätte. Man „scannt“ doch eh permanent den Hang auf Buckel, Skisportler oder Ähnliches. Aufgeregt über völlig wahnsinnige Aktionen anderer habe ich Mich allerdings mehrfach (natürlich auch erheblich :mrgreen: ) aber dennoch nie ohne in crashfähige Situationen zu kommen die aus meiner Fahrweise resultierten.
 
Ich finde die Kameraperspektive zu unvorteilhaft als dass ich daraus die Schuld einer der Beteiligten klar ableiten könnte. Es sieht aber zumindest so aus als hätte die Snowboardfahrerin schon etwas zuviel Speed drauf um angemessen bremsen zu können. Es ist und bleibt halt ein gefährliches Hobby.
 
Die erste Frage die ich mir stelle ist, was hat jemand mit solchen Fahrkünsten auf einer schmalen, dunkelroten Piste zu suchen? Generell fällt auf, dass immer mehr Ungeübte sich auf rote bis dunkelrote Pisten trauen, dort mit ihrem geringen Können aber völlig überfordert sind und somit sich selbst und auch andere gefährden. Ich baller ja auch nicht voll im Schuss durchs Übungskinderland, genauso wenig sollten aber auch "blutige Anfänger" auf roten Pisten umhereiern.
Deswegen mag ich Schleppergebiete so gerne, wer hochkommt kommt auch sicher wieder runter und wen es schon nach der 1. Stütze wirft hat an dem Hang sowieso nichts verloren...

Viele Grüße
 
Stäntn schrieb:
Wursti schrieb:
Da gibt es andere Fälle, wo man dem Schuldigen noch etwas zugestehen kann, dass das ganze dumm gelaufen ist.
In dem Video gibt es für mich nichts, was mich an der alleinigen Schuld der Boarderin zweifeln lässt.
Viel zu schnell, der letzte Rechtsschwung ging viel zu nah an das Kind heran.

Generell versuche ich beim Überholen, immer mit einem unerwarteten Schwung der langsameren Person zur Seite zu rechnen.
Also das sehe ich selbst als Familienvater, der mit seinem Kind auf "großen Pisten" unterwegs ist, komplett anders. Ich würde hier kaum Schuld beim Snowboarder suchen, evtl hätte sie eine Vollbremsung einplanen müssen. Die Piste ist leer, wie langsam soll man denn fahren? Abstand war auch genug da. Man kann doch nicht ständig mit angezogener Handbremse fahren, nur weil 1-2 Leute auf der Piste sind.

Ich sehe auch immer wieder das Problem der unberechenbaren Verhalten, was bei Kindern natürlich einkalkuliert werden muss. Aber irgendwann endet mal die Piste am Rand ;) daher - mehr Abstand zu Kindern, mehr einplanen - aber deswegen das Tempo zu drossen auf leerer Piste - nein.

Was ein egoistischer Kommentar. Freie Fahrt mit Fullspeed geht nunmal nur auf leeren Pisten, überall sonst muss man kontrolliert und situationsangepasst fahren. Daher ja, man fährt mit der “Bremse in der Hand” wenn vor einem Leute sind, ansonsten gefaehrdet man diese.
 
talent schrieb:
Stäntn schrieb:
Wursti schrieb:
Da gibt es andere Fälle, wo man dem Schuldigen noch etwas zugestehen kann, dass das ganze dumm gelaufen ist.
In dem Video gibt es für mich nichts, was mich an der alleinigen Schuld der Boarderin zweifeln lässt.
Viel zu schnell, der letzte Rechtsschwung ging viel zu nah an das Kind heran.

Generell versuche ich beim Überholen, immer mit einem unerwarteten Schwung der langsameren Person zur Seite zu rechnen.
Also das sehe ich selbst als Familienvater, der mit seinem Kind auf "großen Pisten" unterwegs ist, komplett anders. Ich würde hier kaum Schuld beim Snowboarder suchen, evtl hätte sie eine Vollbremsung einplanen müssen. Die Piste ist leer, wie langsam soll man denn fahren? Abstand war auch genug da. Man kann doch nicht ständig mit angezogener Handbremse fahren, nur weil 1-2 Leute auf der Piste sind.

Ich sehe auch immer wieder das Problem der unberechenbaren Verhalten, was bei Kindern natürlich einkalkuliert werden muss. Aber irgendwann endet mal die Piste am Rand ;) daher - mehr Abstand zu Kindern, mehr einplanen - aber deswegen das Tempo zu drossen auf leerer Piste - nein.
Was ein egoistischer Kommentar. Freie Fahrt mit Fullspeed geht nunmal nur auf leeren Pisten, überall sonst muss man kontrolliert und situationsangepasst fahren. Daher ja, man fährt mit der “Bremse in der Hand” wenn vor einem Leute sind, ansonsten gefaehrdet man diese.
Interessanter finde ich die Defintion von "leere Piste"...natürlich ist die in dem Video nicht unbedingt voll, aber auf einer Piste, auf der ein Anfänger und/oder Kinder unterwegs sind, sollte man das Tempo schon nach unten hin anpassen, insbesondere im Zeitraum des Überholens.
 
Stäntn schrieb:
Also das sehe ich selbst als Familienvater, der mit seinem Kind auf "großen Pisten" unterwegs ist, komplett anders. Ich würde hier kaum Schuld beim Snowboarder suchen, evtl hätte sie eine Vollbremsung einplanen müssen. Die Piste ist leer, wie langsam soll man denn fahren? Abstand war auch genug da. Man kann doch nicht ständig mit angezogener Handbremse fahren, nur weil 1-2 Leute auf der Piste sind.

Doch, man könnte einfach Rücksicht nehmen. Und nicht einfach nur egoistisch auf seine Linie schauen. hier nochmal zum nachlesen für egoistische, auf nicht leeren schnell fahrende Familienväter:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/FIS-Regeln
 
Sehe ich auch so. FIS Regeln sagen doch alles. Eindeutige Sache.
 
Also das war das Erste und letztlich auch Einzige, was ich meinen meinen Kindern beim Skifahren beigebracht habe (alles andere haben sie in der Skischule gelernt):

  1. Fahre niemals, auch nicht auf schmalen Pisten, mit Deinen Kurven bis ganz an den Rand der Piste, sondern lasse immer genug Platz, damit ein schnellerer Skifahrer noch dran vorbei kommt.
  2. Wenn Du plötzlich quer über die Piste rüberziehst, oder plötzlich losfährst, vergewissere Dich vorher, dass von oben kein schnellerer Skifahrer auf Deiner Linie kommt.

Wenn das alle beherzigen würden, würde viel weniger passieren. Und man kann wirklich nicht alles vorhersehen. Gerade letztens wollte ich hinter auf der Piste stehenden Skifahrern vorbeifahren, um eine mögliche Kollision zu vermeiden, wenn die plötzlich losfahren. Und was tun die? Schieben plötzlich ohne zu schauen rückwärts, und machen die Piste zu an der Stelle. Zum Glück nichts passiert ...
 
Das kann man nicht ohne Verweis auf die FIS-Regeln diskutieren. Wer von hinten kommt muss so fahren, das jede Gefährdung des voraus fahrenden ausgeschlossen ist. Notfalls muss man abschwingen, erst Recht bei Kindern. Wenn man das nicht schafft, fährt man über die eigenen Verhältnisse. Auf der Autobahn würde so jemand wie die snowboarderin niemals einen Führerschein bekommen.

Wie kann man, wie einige hier den fun und den Rausch der Geschwindigkeit über die Gesundheit oder gar das Leben von Kindern stellen?

Heißt ja nicht, dass man nach einer Notbremsung den anderen mal über dessen Verhalten aufklären kann. Neulich erst wieder Snowboarder angesprochen, die an einer Engstelle hinter der Kuppe saßen und gechillt haben. Aber Kinder dürfen auf der Piste alles und darauf hat man sich als guter Skifahrer und erst Recht als Erwachsener einzustellen.
 
Als Familienvater sieht das für mich eindeutig nach alleiniger Schuld der Snowboardfahrerin aus.
Kinder, vor allem mit erst 6 Jahren können oft die weiteren Konsequenzen nicht einschätzen.
Das ist der Snowboarderin jedoch nicht bewusst, oder sie ignoriert es, denn diese Einschätzung kann nur allein bei dem Erwachsenen liegen.
Wer hat nicht schon mal versucht wenn er ein Kind weit voraus am Zebrastreifen sieht und seine Geschwindigkeit reduziert, so dass das Kind problemlos über die Straße gehen könnte aber es einfach nicht geht weil es die Geschwindigkeit und Situation nicht vorausschauend einschätzen kann?
Mit Kind weiß ich nun, das man besser normal bis zum Zebrastreifen fährt und dann anhält.
Hier liegt die gesetzliche und wie ich finde auch moralisch Verantwortung bei den Erwachsenen.
 
Kreon100 schrieb:
Das kann man nicht ohne Verweis auf die FIS-Regeln diskutieren.

Die Regel 1 kann man aber auch so interpretieren, dass man nicht durch ungewöhnliches / erratisches Verhalten andere in eine Lage bringt, die die Kollisionsgefahr erhöht.

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet, schädigt oder ihn in der Ausübung seiner Tätigkeit einschränkt
 
sheridan schrieb:
Die Regel 1 kann man aber auch so interpretieren, dass man nicht durch ungewöhnliches / erratisches Verhalten andere in eine Lage bringt, die die Kollisionsgefahr erhöht.

Mann ja, Kinder nein. Hat schon seinen Grund, dass Kinder beispielsweise im Verkehr nicht auf der Straße radeln, sondern auf dem Trottoir.
Ich verstehe ehrlich gesagt gar nicht, was es da zu diskutieren gibt. Auf Kinder ist Rücksicht zu nehmen. Fertig. Das entbindet Eltern keineswegs von ihrer Erziehungsaufgabe, aber minimiert Unfallrisiken.
 
Das geht wieder in Richtung Schuldfrage und das da Kinder eine Sonderstellung haben, bestreitet ja niemand. Aber hinterher nach einem Unfall die Schuld zu verteilen ist doch immer schlechter, als Risiken im vornherein zu minimieren, und dazu gehören auch beide Parteien. Es gibt ja auch nur ein Set von FIS-Regeln, die für alle gelten und keine spezielle Kinder-Version. Von daher finde ich die Einstellung von barmuc73 gut:

barmuc73 schrieb:
Also das war das Erste und letztlich auch Einzige, was ich meinen meinen Kindern beim Skifahren beigebracht habe (alles andere haben sie in der Skischule gelernt):

  1. Fahre niemals, auch nicht auf schmalen Pisten, mit Deinen Kurven bis ganz an den Rand der Piste, sondern lasse immer genug Platz, damit ein schnellerer Skifahrer noch dran vorbei kommt.
  2. Wenn Du plötzlich quer über die Piste rüberziehst, oder plötzlich losfährst, vergewissere Dich vorher, dass von oben kein schnellerer Skifahrer auf Deiner Linie kommt.

Der 2.Punkt entspricht in etwa der FIS-Regel 5.
 
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