snowflat
Teammitglied
Weiter Familienkrach bei Doppelmayr
Der 83-jährige Seniorchef des Vorarlberger Seilbahnherstellers Doppelmayr, Artur Doppelmayr, hat am Landesgericht Feldkirch eine Anfechtungsklage eingebracht.
Die Anfechtungsklage richtet sich gegen Beschlüsse der Hauptversammlung der Doppelmayr Holding AG vom 21. November 2005. Doppelmayr bekämpft unter anderem die Beschlüsse über die Entlastung seines Sohnes, des Vorstandsvorsitzenden Michael Doppelmayr. Der Familienzwist im Hause Doppelmayr ist demnach noch nicht beendet.
Das Unternehmen hat die Anfechtungsklage im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ von heute, Freitag, kund gemacht und gegenüber der APA noch einmal bestätigt. Angefochten werden von Artur Doppelmayr zudem die Beschlüsse über die Entlastung des Aufsichtsrats Günter Tik, die Gewinnverwendung, sowie die Ablehnung der von ihm begehrten Sonderprüfung.
Eine weitere Stellungnahme wollte das Unternehmen vorläufig nicht abgeben. „Es gibt nicht mehr dazu zu sagen“, hieß es heute auf APA-Anfrage.
Der Beginn der Zwistigkeiten im Hause Doppelmayr reicht schon einige Jahre zurück. Im August 2001 hat die Mehrheit der Aktionäre Artur Doppelmayr um den Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzenden ersucht, nachdem er mit verschiedenen unternehmerischen Entscheidungen in der Holding nicht einverstanden war. In einer Presseaussendung formulierte Artur Doppelmayr im August 2003, dass er 2001 „mit Billigung meines Sohnes aus dem Aufsichtsrat und damit aus dem Unternehmen entfernt“ worden sei.
Grund für den Streit sei die Fusion mit dem Schweizer Unternehmen Garaventa, zu der Sohn Michael stand. Die Abberufung von Artur Doppelmayr als Aufsichtsratsvorsitzender wurde vom Obersten Gerichtshof bestätigt.
Artur Doppelmayr war in den Jahren 1955 bis 1992 Alleininhaber und Geschäftsführer des Seilbahnbauers. 1992 übertrug er die Geschäftsführung an seinen Sohn Michael, er selbst übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat. 1997 gingen 80 Prozent der Anteile an der Doppelmayr Holding AG an die Artur-und-Michael-Doppelmayr-Stiftung, je zehn Prozent verblieben bei Vater Artur und Sohn Michael.
Quelle: VN