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Krieg der Welten - oder: Spielberg knallt durch

Stefan

Alpspitze (2628m)
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aus der esslinger zeitung:

Hollywood fordert Filmkritiker heraus
"Krieg der Welten" von Spielberg ohne Vorabbesprechungen - Branche reagiert befremdet
Von Wolfgang Hübner



Frankfurt - Weltweit startet am 29. Juni 2005 Steven Spielbergs neuer Film "Krieg der Welten". Auch in Deutschland findet an diesem Tag die Invasion feindlich gesinnter Außerirdischer statt. Ob das Spektakel gelungen oder missraten ist, sollen die Filmkritiker dem Publikum allerdings gezielt erst am Tag des Kinostarts oder gar später anvertrauen dürfen. Denn kein Teilnehmer der ohnehin äußerst kurzfristig vorm Starttermin angesetzten Pressevorführungen darf den Film vorab einer Kritik unterziehen, ohne juristische Folgen zu riskieren.

Wer sein Einverständnis zu dieser ungewöhnlichen Beschränkung kritischer Berichterstattung verweigert, soll vom Besuch der zahlreichen Pressevorführungen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München ausgeschlossen bleiben - so will es ausdrücklich die in der Mainmetropole ansässige Verleihfirma UIP. Doch stößt dieses Vorgehen auf erhebliches Unverständnis nicht nur unter den unmittelbar betroffenen Filmjournalisten der verschiedenen Medien.

Auch eine Vertreterin von UIP selbst zeigte sich nicht glücklich über das Vorgehen ihres Unternehmens. Sie verwies aber darauf, dass sowohl die den Spielberg-Streifen produzierenden Paramount-Studios in Hollywood wie auch die Filmemacher selbst zur Bedingung gemacht hätten, "Krieg der Welten" nicht vor dem offiziellen Weltstart am 29. Juni bewertet zu wissen.

Andreas Kramer, Geschäftsführer der Kinobesitzervereinigung HDF in Berlin, findet die Geheimniskrämerei um das neue Spielberg-Werk "nicht klug". Beim Verband der deutschen Filmkritik wird derzeit noch heftig diskutiert, wie auf die berufliche Einschränkung reagiert werden soll.

Die Filmkritiker fürchten einen Präzedenzfall, wenn es UIP auf Druck Hollywoods gelingen sollte, Journalisten zur Abgabe einer Unterschrift zu nötigen, nicht vor dem 29. Juni über die Qualität von "Krieg der Welten" zu berichten. Wer die Unterschrift leistet, gleichwohl aber vorab kritisiert, riskiert hohe Schadensersatzforderungen der US-Filmemacher um Spielberg. Deren umstrittene Intervention könnte jedoch zum Selbsttor werden: Denn es gibt schon jetzt Kritiker und Medien, die eine Beschränkung ihrer Arbeit nicht hinnehmen wollen. Vor dem "Krieg der Welten" auf den Leinwänden droht deshalb nun eine Schlacht um die Freiheit der Berichterstattung.
 
Spielberg ist anscheinend auch anderweitig durchgeknallt. Sein interview im Spiegel gemeinsam mit Tom Cruise, in dem er Tom Cruises Arbeit für Scientology mit seiner für die Shoa Foundation verglich, hat bei mir auch die letzten Zweifel beseitigt...

Jakob
 
die Spielberg-Filme werden zunehmend skurriler, ich hoffe nur, dass er Indy IV nicht versaut ... bei Filmkritiken vertraue ich seit 8 Jahren immer nur Roger Ebert, der schreibt die besten Kritiken.
 
Zu Spielbergs Person kann ich wenig sagen, er hat zweifelsfrei eine Menge gute Filme gemacht, wobei unterhaltsam und nicht hohl für mich auch schon gut heißen kann.

Was die Sache mit den Kritiken angeht: also ich find das gar nicht so schlecht. Wie oft hab ich mich schon geärgert wegen der schlechten Filmkritiken einen Film nicht im Kino, sondern auf DVD gesehen zu haben.... :?
 
Motz & Mecker... seit wann besteht ein Grundrecht, einen Film vor dem Start unbedingt sehen zu dürfen? Kapier ich wirklich nicht.
Und wenn man als Kinogänger unentschlossen ist, kann man doch einfach eine Woche warten...
 
Downhill schrieb:
Motz & Mecker... seit wann besteht ein Grundrecht, einen Film vor dem Start unbedingt sehen zu dürfen? Kapier ich wirklich nicht.
Und wenn man als Kinogänger unentschlossen ist, kann man doch einfach eine Woche warten...

Ich würde behaupten, dass die Presse zumindest ein Anrecht darauf hat, schließlich soll sie ja auch indirekt den Film promoten. Auch bei Theater oder Opernaufführungen ist auch vor der eigentlichen Premiere die Presse mit im Boot.

Und was soll denn der Maulkorb..? Ich verstehe das ja bei Screenings beim Rohschnitt, oder kurz danach nur ein paar Tage vorher nicht mehr. Man muss auch an die Redaktionen denken, die dann nicht pünktlich zum Filmstart eine Kritik herausbringen können, weil man ja vor der Premiere nicht publizieren durfte.

Immerhin dürfen wir uns freuen, dass dank der Videopiraterie endlich die Filme weltweit fast gleichzeitig herauskommen und nicht um 3-6 Monate versetzt.
 
Theoretisch kann Spielberg mit seinem Film machen was er will. Er kann ihn auch drehen und überhaupt nicht ins Kino bringen - sein Bier. Wenn das ganze dann negative Berichterstattung über ihn bringt - auch sein Problem.

Immerhin dürfen wir uns freuen, dass dank der Videopiraterie endlich die Filme weltweit fast gleichzeitig herauskommen und nicht um 3-6 Monate versetzt.
Dafür wird man im Kino seit neuestem als potentieller Schwerverbrecher beschimpft. Bei DVDs das gleiche - anscheinend will man auf Teufel komm raus die letzten ehrlichen Konsumenten verjagen?
 
1. Ganz Downhills Meinung: es sein Film, also kann er ihn promoten wie er will. Und mal ganz erhlich: auf 95% der Filmkritiken könnt man eh verzichten, aber das ist ein anderes Thema.

2. "Raubkopierer sind Verbrecher" ist sachlich falsch. Raupkopie ist mit bis 3 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, im Fall der gewerblichen Ausübung mit bis zu 5 Jahrenfreiheitsstrafe.

Ein Verbrechen ist eine Straftat, die mindestens mit einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht ist. Die vorsätzliche Verltzung von Urheberrechten ist somit kein Verbrechen, sondern ein Vergehen.

Raubkopierer sind Vergeher! ;)
 
Es geht doch nix über ein Jura Studium.... ;-)
 
Also den Begriff "Vergeher" hätt ich jetzt spontan eher einem verirrten Wanderer im Hochgebirge zugeordnet, oder so :lol:
 
Dann ist ja fast jeder ein Vergeher 8O
 
Eher OT, aber da ich es oben schon angesprochen habe: es gibt einen grossartigen Artikel zu der Tom Cruise Scientology Geschichte jetzt auf bildblog.de

Jakob
 
jwahl schrieb:
Eher OT, aber da ich es oben schon angesprochen habe: es gibt einen grossartigen Artikel zu der Tom Cruise Scientology Geschichte jetzt auf bildblog.de

Jakob

je mehr man diese Organisation mit Aufmerksamkeit würdigt, umso bekannter wird sie ..


Was anderes .. das ZDF hat ne nicht allzutolle Kritik über den Film abgegeben und vor allem über die "lieblose deutsche Syncronfassung" gelästert. Gibt es denn keine guten deutschen Stimmen mehr..? Oder ist jetzt in Hollywood die Sparwut ausgebrochen. Mal davon abgesehen, dass ich sowiso Filme gerne in Originalsprache ansehe (auch auf franz. obwohl ich da teilweise große Schwierigkeiten habe) wird die Qualität der deutschen Versionen zunehmend schlechter (vgl. auch Star Wars Ep III).
Wie geht Euch das? Schaut ihr auch in orig. Sprache oder auf Deutsch und wie empfindet ihr die Qualität der Syncronversionen?
 
Turm schrieb:
Wie geht Euch das? Schaut ihr auch in orig. Sprache oder auf Deutsch und wie empfindet ihr die Qualität der Syncronversionen?

Bei Kinofilmen hab ich den Eindruck, daß zumindest meistens die Synchro noch ganz in Ordnung ist. War allerdings die letzten 1-2 Jahre nicht mehr so in dem Umfang im Kino, kann nicht sagen ob sich das besonders verschlechtert hat in letzter Zeit.
Bei Serien schwankt die Qualität IMHO von "ganz brauchbar" bis "unmöglich". Futurama z.B. kannst du nur auf Englisch ansehen, die deutschen Stimmen und z.T. auch die Übersetzungen sind dermaßen grauenhaft, daß die komplette Atmosphäre zerstört wird. Wenn man's schon nicht ordentlich hinkriegt, soll man lieber die Originalfassung zeigen... aber das überfordert wohl den durchschnittlichen deutschen RTL-Gucker :twisted:
 
da lob ich mir das holländische und z.t. auch schweizer fernsehen - die zeigen filme in OV mit UT. ui, da muss ich doch glatt mal den orf loben (auch wenns schwerfällt) - der zeigt die desperate housewives in zweikanalton
 
Jop, hier in Finnland kommt sowieso *alles* im Original... wenn's ne deutsche Produktion ist auch mal in Deutsch, ansonsten natürlich meist Englisch. Mit ein Grund, wieso die Leute hier was Englisch betrifft recht fit sind...
 
Downhill schrieb:
Jop, hier in Finnland kommt sowieso *alles* im Original... wenn's ne deutsche Produktion ist auch mal in Deutsch, ansonsten natürlich meist Englisch. Mit ein Grund, wieso die Leute hier was Englisch betrifft recht fit sind...

Ich glaube das ist in Skandinavien allgemein der Fall. Als ehemals Kieler haben wir immer gerne dänisches Fernsehen wegen der VO geschaut und die Schweden waren ebenfalls immer völlig verwundert dass wir die ganzen Sachen synchronisieren.
Interssanter Ansatz ob auch dadurch die Skandinavier besser bei Pisa abschneiden...

Jakob
 
Stefan schrieb:
da lob ich mir das holländische und z.t. auch schweizer fernsehen - die zeigen filme in OV mit UT. ui, da muss ich doch glatt mal den orf loben (auch wenns schwerfällt) - der zeigt die desperate housewives in zweikanalton

Guckst Du Desperate housewives, Stefan? oder weisst Du das nur? :wink:
 
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