Danke für die Rückmeldungen von kaldini und hegauner. Diese, und einige Whatsapps von AF-Mitglidern, die hier mitlesen ohne sich zu äussern, haben mich dazu bewogen, auch die heutige, dritte Tour zu dokumentieren. Nach dem gestrigen "Spaziergang" war das heute ein saumässiger Krampf. Ob es daran lag, dass es die dritte Tour innert vier Tagen war, oder die höheren Temperaturen oder schlicht und einfach, weil die 1120 Höhenmeter von Laax-Murschetg auf den Crap Sogn Gion fast durchwegs auf roten bis dunkelroten Pisten mit entsprechender Steilheit erfolgten, weiss ich nicht. Jedenfalls war ich schon bei meiner ½-stündigen Pause auf Curnius nach 1 ¼ Stunden Aufstieg ziemlich kaputt. Als ich wieder aufstand, kamen drei weitere Tourengeher und fragten mich, was ich im Sinne hätte. Als ich meinte, ich wüsste nicht, ob ich es bis zum Crap schaffen würde, spornten sie mich an. Sie blieben dann noch für eine Weile zurück. Als ich nach einer weiteren Stunde Aufstieg fast am Ende der Kräfte war und eine kurze Pause auf einem Stein einlegte (als ich starlis Post las), kam die Gruppe wieder vorbei und motivierte mich erneut. Sowas kann mein Ego dann natürlich nicht ignorieren und ich schleppte mich die restliche Viertelstunde auf den Gipfel. Die Abfahrt entschädigte dann für alle Mühen. Die 64 war bis Gustis Jagdhütte ein Traum. Sie wurde vor dem Lockdown offenbar noch präpariert und hatte eine dünne Sulzschneeauflage. Danach ging es etwas hügeliger weiter, aber dank dem schönen Sulz ebenfalls ein Genuss.
Los ging es heute um 10.45 Uhr:
In Larnags. Nein, bis zum Crap laufe ich heute wohl nicht. Das ist viiiiiel zu weit (die weisse Spitze ganz oben).
Der erste Aufstieg auf der Spinas.
Blick zurück. Es ist warm, der Schweiss läuft mir literweise runter.
Nach dem Steilhang geht es etwas angenehmer voran.
Wieso surren die Dinger eigentlich immer? Das braucht doch sicher Strom?
Curnius erreicht. Pause.
Soll ich wirklich weiter?
Das ist noch sooooo weit:
Die Abstandsregeln werden gut eingehalten, aber die Stimmung ist wunderbar. Ich begegnete heute 7 anderen Tourengängern. Mit allen hält man einen Schwatz und alle sind freundlich, motivierend und gesprächsfreudig. So sollte es hier immer sein.
Der Blick nach Obersaxen öffnet sich. Meine Kräfte sind langsam am Ende, aber die Szenerie motiviert.
Aber der hässliche Rundbau will und will nicht näher kommen.
Zweite Pause. Allerdings nur kurz.
Nun öffnet sich der Blick Richtung Crap Masegn. So schade, dass die Saison vorbei ist. Im Dezember hätten wir uns so viel Schnee gewünscht.
Na also, jetzt ist es nicht mehr weit.
Nach 2 ½ Stunden ist es geschafft. 1120 Höhenmeter. Ich bin ziemlich stolz. Starlis Frage zur Kondition kann ich immer noch nicht beantworten.
Nach 50min Pause entscheide ich mich für die 64 als Abfahrt. Zuerst einige Meter auf der 66er (nach Plaun), wunderbar!
Und dann geht's auch so weiter auf der 64. Grosszügige Carvingbögen aber in sachtem Tempo. Ich will nichts riskieren. Jubelschreie. Und die anderen Tourengeher am Pistenrand winken mir zu.
Auf der Spinas. Meine Schlechtwetterpiste. Heute mal bei schönem.
Und leider ist der Spass nach 15min schon wieder vorbei.
Aber es hat sich gelohnt! Und meine Eltern freuen sich, dass ich nochmal einige Besorgungen für sie machen kann.