• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Laax wird jetzt richtig kommerziell!

Es ist wohl in erster Linie dieses Gefühl des "Vorbeifahrens", das das Laaxer Konzept hier auf so viel Gegenwind stoßen lässt. Das Konzept an sich kann es nicht sein, denn mehr oder weniger subtile Bevorzugung und verschiedene Leistungsklassen erleben wir tagtäglich, wenn wir konsumieren. Insofern erscheint mir die Empörung auch etwas unreflektiert.
 
axisofjustice schrieb:
Es ist wohl in erster Linie dieses Gefühl des "Vorbeifahrens", das das Laaxer Konzept hier auf so viel Gegenwind stoßen lässt. Das Konzept an sich kann es nicht sein, denn mehr oder weniger subtile Bevorzugung und verschiedene Leistungsklassen erleben wir tagtäglich, wenn wir konsumieren. Insofern erscheint mir die Empörung auch etwas unreflektiert.
wie oben schon geschrieben: das, was das Skifahren so "demokratisch" macht, ist die Tatsache, dass die "Leistungsklassen" auf der Piste zählen und nicht, wie viel Geld man im Sportgeschäft für die Ausrüstung hingelegt hat.

Denn: Geld zu haben ist keine Leistung, auf diese Propaganda der Erbengeneration sollte man nicht hereinfallen.

Außerdem sollte dem höheren Preis auch eine adäquate Gegenleistung gegenüberstehen. Wenn ich für einen Aufpreis von 20 Euro z.B. die Aiguille Rouge in Les Arcs zwölf mal am Tag fahren kann statt acht Mal, wäre das mMn ein fairer Deal. Ob Laax Pisten zu bieten hat, die den Mehrpreis wert sind, entzieht sich meiner Kenntnis (was in dieser Hinsicht eher nicht dafür spricht).
 
Das, was du schreibst, gilt nicht nur für's Skifahren, sondern für die meisten Sportarten. Und auch die haben z.T. solche "Geld bestimmt"-Systeme. Beim Golf zum Beispiel holen sich die Reichen einen Caddie und stehen ausgeruhter vor dem nächsten Loch.
Und auch beim Skifahren kann Geld Vorteile im Sinne von mehr Pisten-km oder mehr Freiheit bedeuten. Nicht umsonst sind die Hotels in Pistennähe meist besonders teuer. Während Krehti und Plehti noch im Stau stehen und sich nachher durch's Parkhaus bezahlen müssen, drehen die VIP-Gäste schon die ersten Runden auf dem Berg.

Insofern bleibe ich dabei, dass es in erster Linie das quasi hautnahe Miterleben der Klassengesellschaft ist, was dieses Blueline-System hier so umstritten macht.

Ich persönlich find's übrigens auch blöd, aber gehe davon aus, dass es sich nicht durchsetzen wird bzw. nur von ein paar wenigen genutzt wird, die sich dann ganz toll vorkommen, während es den Rest der Leute zeitlich kaum stört.
 
Der Unterschied liebe Achse des Gerechten ist hier jedoch, dass im Falle der Vordrängelskipässe im Skigebiets nicht der Skigebietsbetreiber eine Leistung erbringt, sondern die in der Schlange wartenden Gäste durch ihr Wohlwollen! Diese müssen einen kleinen Augenblick länger warten, das ist die einzige Leistung die hier vollbracht wird. Die Parkplätze, der Champagne oder was weiss ich noch ist allenfalls nur Dekor. Es geht natürlich primär um das schnell in den Lift kommen, um das Geile am legalen Vordrängeln als sei es die einfachste Sache der Welt.

Es waere so, wie wenn am Golfplatz die "Unterschichten" für den VIP den Caddy schieben. Und zwar jeder einzelne nur sagen wir mal 7 Sekunden lang pro halbe Stunde. Das ist doch nicht viel und sollte niemanden etwas ausmachen. Es entspricht in etwa jener Sesselfolgezeit im Skigebiet, die mehr gewartet werden müsste, wenn sich eine Gruppe VIPs mit erkauftem Vordrängelrecht einen elegant vorbeizieht an der Schlange und sich so bequemst einen Sessel schnappt....

M.M.n. ist genau das die Krux am erkaufbaren Recht zum Vordrängeln ...

BTW: Stehen 100 Leute an, so ergeben 7Sekunden mehr Warten für alle insgesamt 700 Sekunden, also etwa 11 Minuten. Dazu bräuchte es eine Entschädigung. Wenn wir schon glauben heute jeden Schmarrn mit ökonomischen Grundsätzen festnageln zu müssen...
 
axisofjustice schrieb:
Beim Golf zum Beispiel holen sich die Reichen einen Caddie und stehen ausgeruhter vor dem nächsten Loch.
Um diesen Versuch des Vergleichs aufzunehmen: selbst wenn sie die Runde dadurch schneller fertig haben, können sie sich keinen Eagle anstatt eines Birdies kaufen ...
 
Kris schrieb:
Der Unterschied liebe Achse des Gerechten ist hier jedoch, dass im Falle der Vordrängelskipässe im Skigebiets nicht der Skigebietsbetreiber eine Leistung erbringt, sondern die in der Schlange wartenden Gäste durch ihr Wohlwollen!
Ansichtssache. Es ist eine Neudeutung: wer auf der schnellen Spur zum Lift möchte, zahlt den Aufpreis. Die Mehrleistung ist jetzt, garantiert immer an den wartenden Massen vorbeizuziehen. Das ist wie beim Billigflieger - wer zuerst reinmöchte, zahlt drauf. Nicht zwingend eine Mehrleistung im Vergleich zu früher, aber im Vergleich zu den Nicht-Bluelinern eben schon.

Es waere so, wie wenn am Golfplatz die "Unterschichten" für den VIP den Caddy schieben.
Nö, wieso? Auch beim Golf werden die anderen ja leicht benachteiligt, wenn der Caddiespieler schneller unterwegs ist und insgesamt vielleicht deshalb auch mehr Ausdauer hat. Die müssen dem Typen nicht direkt irgendwas tragen, sondern leiden quasi indirekt unter seiner Präsenz auf dem Platz. So auch bei der Blueline.

Um diesen Versuch des Vergleichs aufzunehmen: selbst wenn sie die Runde dadurch schneller fertig haben, können sie sich keinen Eagle anstatt eines Birdies kaufen ...
Na eben, der Blueline-Fahrer wird doch auch nicht besser. Insofern passt der Vergleich.

Es gibt ja bereits schon Angebote wie z.B. dieses Frühstarter-Programm in einigen Skigebieten, wo man für einen Aufschlag schon mit dem Personal frühmorgens gegen 7 Uhr auf den Berg kommt. Ich bin sicher, dass so etwas auf deutlich weniger Ärgernis stößt, da es sich nicht direkt vor den Augen der anderen, zahlenden Gäste abspielt. Aber wenn jemand am Lift schneller ist, sieht und spürt man das direkt. Zusammen mit der gruseligen, weil fehlenden Anstehkultur im Alpenraum kreiert das sicher unzufriedene Gäste.
 
Solange die Single-Line nicht für die Blueline geopfert wird in LAAX sehe ich euer problem nicht. Da ist es dann jedem freigestellt die Single-Line zu nehmen. Und wem das auch nicht reicht gibt es noch das effektive Lückenfüllen.
Zur Parkplatzsituation sag ich nur: Früh genug da sein am Morgen und man steht ganz vorne ohne extra Aufpreis, klar die Parkgebühren in lAAX sind ein anderes Kapitel.
 
Wieso muss ich eigentlich grad an ein Wartezimmer beim Arzt denken, wo man selbst als Kassenpatient 1-2h wartet, während man andere Patienten kommen und wieder gehen sieht und diese auch extra Wartezimmer haben?

Aber so ist es nun mal leider auf dieser Welt. Entweder ggf. dann selber mitspielen und zahlen, sich ein anderes Gebiet suchen oder eben die Freizeitbeschäftigung anders wählen, wenn einem das nicht passt. Solange man Alternativen hat und nicht gezwungen wird bei sowas mitzumachen, sollen es die Betreiber doch versuchen.
 
albe schrieb:
welch harte Sicht - man koennte genauso argumentieren, dass ein Paar Leute denen es das wert ist dem grossen Rest guenstigeres Ski fahren ermoeglichen :rolleyes:
Bei 140 CHF Zusatzeinnahmen pro Tag in der Hochsaison?

selten so gelacht ...
 
chianti schrieb:
Bei 140 CHF Zusatzeinnahmen pro Tag in der Hochsaison?

selten so gelacht ...
Dein Post wiederum bringt mich zum Lachen :D

chianti schrieb:
Vermutlich wurde die Angabe "max. 4 Tickets pro Bestellvorgang" falsch interpretiert ...
https://plus.laax.com/de/liftticket/

Ich denke auch, dass es wegen der Parkplätze nicht wesentlich mehr als 50 sein können/sollten - mehr würde doch sehr auffallen

Hier schreibst noch selber, dass es vermutlich falsch interpretiert wurde und jetzt gehste wieder von 5 Karten á 28 Franken aus..
Wie viele Tickets es tatsächlich gibt wissen wir nicht. Ob es nun eben so ist, dass eine Gruppe nur 5 Tickets bestellen können soll, um dass nicht immer eine Horde an der Blueline steht, oder oder oder,...
 
Ich geh mal davon aus, dass es (hoffentlich auch) nur 5 Tickets insgesamt gibt! Weil wenn es mehr gibt, wieso sollte dann eine Person nur 5 bestellen dürfen? Mit doppeltem Aufwand (also einfach zweimal Bestellformular ausfüllen) hat man ja auch mehr!?!

Und ja, fünf Tickets auf das gesamte Skigebiet an nur ein paar Tage dürften nicht groß ins Gewicht fallen, nur was ist, wenn die Anzahl (und der verfügbare Zeitraum) erhöht wird... z.B.:

Nach der erstes Saison wird der Zeitraum erhöht und 10 Ticktes mehr angeboten, in der zweiten Saison gibts es die Tickets schon die gesamte Saison über und 50 Stück und irgendwann sind wir mal soweit, dass das Ticket so viele Wintersportler sich kaufen, da man anderst garnicht mehr zum Skifahren kommt (vgl. Freizeitpark; hier läufts oft so: Eine große Masse besitzt das Ticket und fährt immer wieder hinter einander und von den normalen Gästen können kaum welche Fahren)
Wenn nun das BlueLine Ticket dem jetztige Normalpreisticket entspricht, haben wir auf eine sehr intelligente Art und Weise eine Preiserhöhung, welche insofern keine dastellt, da man ja noch das "Normalticket" sich kaufen kann.
 
Betrachtet man die Webseite zur Ticketbestellung, so fällt auf, dass:
1.) Lediglich 5 Vordrängeltickets pro Tag erhältlich sind
2.) Die Laaxer BB Wert darauf legen, dass man als Holzklassen- wie auch als Vordrängelgast zweifelsfrei erkennen kann, dass tatsächlich auch nur maximal 5 Tickets pro Tag abgegeben werden (Restanzahl wird angezeigt).
3.) Das Vordrängelticket wird nur an jenen Tagen angeboten, an denen das Skigebiet wohl auch durch Crowding überschwemmt wird, also ausschließlich zu Ferienzeiten und an ausgewählten Wochenenden. Womit es klar als Vordrängelticket zu klassifizieren wäre, unabhängig vom netten Namen "Blueline" ....


Daraus leite ich ab, dass die Verantwortlichen sehr vorsichtig vorgehen wollen, und ein gewisses Risiko wohl auch selbst spüren. Sie wollen offensichtlich das Werkzeug des Yield Managements erst mal im kleinen Massstab ausprobieren und sehen wie es durch Kunden als auch Medien rezepiert wird.

Denn ökonomisch (und nur das ist heute überhaupt relevant wie es aussieht) bringt die Übung in dieser ersten Saison wohl eher nichts. Im Gegenteil, ich kann vermuten dass alleine die Entwicklung oder Erweiterung des webbasierten Bestellsystems wesentlich mehr gekostet haben wird, als durch Zusatzeinnamhem der Vordrängeltickes lukriert werden kann.


Wie nineknights auch vermutet, denke ich dass falls der Versuch "erfolgreich" sein wird (also rein ökonomisch betrachtet, was anderes darf nicht zählen, sorry ich wiederhole mich), das Geschäftsmodell entsprechend ausgeweitet wird.

Langfristig ergibt sich jedoch ein Rat Race: Irgendwann machens dann alle, und eine eventuelle ökonomische Wirkung egalisiert sich somit wieder...

Insofern beobachte ich das Experiment mit großem Interesse. Yield Management unterstützt die auch ökonomische Perfektionierung industrieller Skigebiete in geeigneter weise.
Nun prügelt mich :mrgreen:
 
Zurück
Oben