Heute habe ich mir die Bahnkette in Châtelard hoch zum Lac d'Emosson vorgenommen. Bisher bin ich dort immer vorbeigefahren auf dem Weg nach Chamonix. Die Anreise nach Chatelard habe ich auch mit dem Zug von Vernayaz MC gemacht. MC steht nicht für Motorradclub, sondern für Martigny-Châtelard. Die Strecke ist für Bahn-Fans ebenfalls interessant, es geht bis Salvan mit Zahnrad ziemlich steil den Berg hoch. Teilweise sind auch noch Stromabnehmer unten am Gleis, weil nicht überall Platz für Oberleitungen ist. Von Les Marécottes nach Finhaut ist die Zuglinie auch die einzige Verbindungsmöglichkeit, von der Bahntrasse kann man dort den sehr steilen Abhang herunterschauen. Hier möchte man definitiv keine Entgleisung erleben. Man sieht auch schon den Glacier du Trient und Tour von der Bahnstrecke aus. Am Bahnhof Châtelard befindet sich ein Pumpspeicherkraftwerk der SBB, dahinter ist die Talstation der Standseilbahn. Die ist mit 87% schon sehr steil. Hier habe ich auch zum ersten mal Niederhalter-Stützen auf einer Standseilbahnstrecke gesehen. Die sind deshalb nötig, weil das Seil punktuell in der Luft hängt je nach Inklination des Geländes. Danach geht es mit einem Bergbau-ähnlichen Mini-Bähnli weiter Richtung Talsperre, auf der Strecke sieht man den Argentière-Gletscher und den Mt Blanc. Auch hier geht es fast immer an einem Abgrund entlang. Das letzte Stück wird mit einem Schrägaufzug überwunden, der 200 P/h schafft und über eine Nivellierungsfunktion verfügt. Zur Talsperre führt noch eine weitere Seilbahn von Frankreich hoch, die ist aber nicht öffentlich zugänglich. Der Lac d'Emosson mit seiner Staumauer ist schon sehr imposant. Schon in den 1920er Jahren hatten die SBB hier einen Stausee angelegt, den Lac de Barberine. Der ist dann mit dem Bau der Emosson-Staumauer im Wasser versunken, bei niedrigem Pegelstand soll man die alte Mauer noch sehen können. Ich bin dann den Wanderweg zur Cabane du Vieux Emosson aufgestiegen, der punktuell recht steil ist. Die ausgesetzten Stellen sind mit Ketten gesichert. In der Cabane habe ich dann Mittagspause gemacht, als Spezialität wurden dort Kastanien frisch geröstet. Von der Cabane bin ich dann noch hoch zur Staumauer vom Lac du Vieux Emosson, das dazugehörige Pumpspeicherkraftwerk ist seit 2022 in Betrieb. Danach ging es wieder zurück über die befestigte Strasse, die auch recht spektakulär aus dem Felsen gehauen wurde. Und dann wieder die ganze Kette zurück. Da sich nachmittags die Wolken komplett verzogen hatten, gab es nochmal eine schöne Aussicht über alle Gletscher vom Chamonix- und Trient-Tal. Die Kombination von den drei Bahnen ist schon sehr speziell, muss man auf jeden Fall mal gesehen haben. Der Zug in Châtelard fährt noch mindestens bis Vallorcine weiter, ob man danach auf die SNCF umsteigen muss oder der gleiche Zug nach Chamonix weiterfährt, weiss ich nicht. Für das Skigebiet in Vallorcine wäre die Anreise mit der Bahn auch gar nicht so schlecht. Mit dem Auto ist man über den Forclaz kaum schneller und die Zubringerbahn ins Skigebiet ist direkt am Bahnhof. Probiere ich vielleicht mal im Winter aus.
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