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Laufwerke von Leitner-Raupen

GMD

Ski to the Max
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Ist es eigentlich normal, dass die Leitner-Laufwerke Vollgummiräder statt Luftreifen in den Raupen haben?
 
GuyD schrieb:
Ist es eigentlich normal, dass die Leitner-Laufwerke Vollgummiräder statt Luftreifen in den Raupen haben?

Ja die werden schon so gebaut!
Die Kässbohrer hatten das auch mal (bitte korregiert mich wenn nicht stimmt).
Is gar nicht so schlecht, weil man sich das blöde Luftaufpumpen spart und man keinen Platten haben kann.
 
wieso sind das eigentlich überhaupt reifen, hab ich auch erst letztes WE so wirklich gecheckt.. das scheinen ja "stinknormale" reifen zu sein?! Wie kriegt man da eine vernünftige Verbindung zur Kette rüber?

Ich hätt gedacht, das müßten Zahnräder sein .. oder sind die Zusätzlich drin?
 
Zahnräder sind doch nur vorn und hinten!

So wie bei einem Panzer? Oder hab ich da falsch geschaut?
 
starli schrieb:
wieso sind das eigentlich überhaupt reifen, hab ich auch erst letztes WE so wirklich gecheckt.. das scheinen ja "stinknormale" reifen zu sein?!

Ja im Grund schon.
Beim Leitner sind es einfach gesagt große Hartplastikscheiben und bei Kässbohrer und Prinoth Luftreifen mit wenig Längsprofil. Diese "Laufräder" dienen dazu die Kette beim Fahren und lenken zu stabilisieren.

starli schrieb:
Ich hätt gedacht, das müßten Zahnräder sein .. oder sind die Zusätzlich drin?

Für den Antrieb sorgt hinten ein Sternrad das in die Zwischenräume der Stege greift und so die Raupe vorwärts treibt. Bei Kässbohrer und Prinoth sitzt das Sternrad in einer Linie mit den Laufrädern und bei Leitner ist sind die Laufräder nach außen versetzt angeordnet!
 
Hallo

Also es gibt auch noch aufpumpbare Zahnräder

2P426.jpg

Diese Variante findet man bei Prinoth P4 und bei Iller.

Am weitesten verbreitet sind luftgefüllte Laufräder. Die Spannräder (sind üblicherweise vorne, können nach vorne verschoben werden um die Kette zu spannen) sind oftmals etwas robuster. Man schäumt sie aus oder benutzt Vollgummireifen.

Luftreifen rollen in der Regel ruhiger ab. Vollgummireifen sind robuster und brauchen weniger Wartung. Hägglunds hat bei seinem BV206 alle Räder aus Vollgummi gebaut, ebenso beim Prinoth TR (kein Wunder - die Fahrzeuge sind verwandt, damals gehörte Prinoth zu Hägglunds).

TR03.jpg

Da beim TR die Antriebszahnräder vorne sind, sind die Spannräder natürlich hinten.

Kässbohrer hat beim Flexmobil ebenfalls ein Laufwerk mit Vollgummirädern benutzt.
Flexalt05g.gif

Flexneu08g.gif



Ansonsten kenne ich nur wenige Kässbohrer PB100, die vollständig mit den Spannrädern ausgerüstet sind. Sie sind für den Sommereinsatz vorgesehen. Der neue, kleine Yukon (vormals Canyon) ist auch vollgummibereift.
Sommer022G.gif


Bei Leitner wird erst seit 1990 diese Variante im LH500, und jetzt beim Nachfolger Leitwolf (Prinoth) benutzt.

LH500B.jpg



Formatik baut auch solche Laufwerke.
HCC010g.gif


Es gibt aber auch kleinere Fahrzeuge (Agro, Poncin, Scottruck...), die ohne Zahnräder auskommen. Sie haben 6 oder 8 Räder, die alle angetrieben werden. Sie fahren also mit - und ohne Kette.

Agro02g.gif


Die wohl älteste Variante sieht noch anders aus. Tucker Snow Track hat seine Raupen mit Blechkästen versehen, um die die Gliederkette auf kleinen Rollen geführt wird, so wie ein Förderband.

GTucker05.gif



Ich hoffe, das war nicht zu ausführlich.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
 
nein, war's nicht :) Extrem find ich das Bild, wo die Raupe über die Treppe fährt :) Da wundert mich, daß die Platten, die herausschauen, vorne nicht abbrechen ..

Gibts eigentlich irgendwelche "know-how"-transfer zwischen Pistenraupen und Panzer-Herstellern? Das Laufwerk und so dürfte doch ziemlich ähnlich sein, und so würde es sich doch anbieten, wenn eine Firma sowohl Panzer als auch Pistenraupen bauen würde ..
 
Hallo


Starli:
> Extrem find ich das Bild, wo die Raupe über die Treppe fährt :) Da wundert
>mich, daß die Platten, die herausschauen, vorne nicht abbrechen ..

Ein großer Vorteil von Kettenfahrzeugen ist der geringe Bodendruck. 40-60g/cm² sollten eine Treppe nicht zerstören.
Übrigens liegen die mittleren und größeren Pistenraupen eher bei 40g/cm². Spitzenwerte von 60g/cm² werden eher von den Topmodellen mit Winde, aber auch von kleinen Raupen mit schmalen Ketten (Sommereinsatz) erreicht. In Amerika liegt der Durchschnittswert wohl etwas höher als bei uns, weil dort viel öfters Stahlstege auf den Ketten montiert werden.

Übrigens waren vor 30 Jahren noch 20g/cm² üblich.
HDS: Die Schneekatze mit den Samtpfoten.


>Gibts eigentlich irgendwelche "know-how"-transfer zwischen Pistenraupen und Panzer-Herstellern?


BV206D01j.jpg

Hägglunds ist ein schwedischer Rüstungskonzern - die bauen neben diesem geländegängigen Truppentransporter noch einen leicht gepanzerten Truppentransporter und Panzer.
Kässbohrer hat auch schon mal für's Militär gearbeitet, ich denke dabei aber an ein sechsrädriges Geländefahrzeug, dass von Ernst Meili konstruiert wurde. Man konnte damit 1,20m hohe Hindernisse überfahren, da das Fahrzeug in der Mitte knicken konnte. War in den 60ern. Bei Meili hieß es Flextruck. Bei Kässbohrer hieß es Flexmobil. Die Kettenfahrzeuge wurden erst viel später gebaut.
Bei anderen Herstellern bin ich mir nicht sicher. Thiokol war wohl Ausrüster der US-Armee. Deren alte Raupen sind wohl auch als geländegängige Truppentransporter gebaut worden. Ich glaube, Bombardier baut auch Kampfflugzeuge. Mit Panzerherstellern kenne ich mich nicht aus.


Michael:
>Das Flexmobil hat ein Panzer Laufwerk. Allerdings im Miniformat!

Ja, das kommt einem Panzerfahrgestell schon recht nahe. BV206, Flexmobil und TR sind für andere Aufgaben konstruiert als Pistenraupen. Sie haben eher schmale Ketten und werden mit höherer Geschwindigkeit (bis 70km/h) auf hartem (teilweise felsigem) Untergrund bewegt.

Bei den Kettenfahrwerken gibt es natürlich noch weitere Varianten, meist mit Gliederketten oder einteilige Gummiketten (z.B. bei Kleingeräten wie Friedhofbaggern).

KL12g.gif

KL04g.gif

KL05g.gif

KL06g.gif

Der Kettenbär von Kaiser Lichtenstein hatte (wird nicht mehr produziert) drehbar gelagerte (und mit Ketten gesicherte) Gleitschinen. Er wurde auch beim Bau von Seilbahnanlagen benutzt.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
 
40 g / cm² ? Puh...

*nachrechne* .. wenn ich mich auf die Zehenspitzen stelle, verteilt sich mein gewicht auf ca. 2x54 cm² = 110 cm² ... bei 70kg ergibt das 0,64 kg/cm², also 640g / cm²

Kann jetzt aber nicht sein, oder? Daß ich auf meinen Zehenspitzen 10x soviel Gewicht auf den Boden bring als eine Pistenraupe, oder? Rechne ich da jetzt was falsch? Weil mit so einem Federgewichtchen könnte doch der Schnee nie glattgebügelt werden :)
 
^^ Das müsste schon stimmen. Das ist ja grad der Trick bei der Sache, dass man das Gewicht auf eine grössere Oberfläche verteilt. Sonst würd die Raupe ja im Neuschnee einsinken.
Das ist ja interessanterweise auch der Gedanke, den die Ski-Erfinder angeblich hatten, und Schneeschuhe funktionieren auch nicht anders.
 
ok, das mit dem Einsinken ist ein problem, und wenn ich einen frischpräparierten hang mit den schuhen betrete, sinke ich auch ein, so daß mein gewicht durchaus schwerer sein müßte ... nur irgendwie komisch, daß man mit dem fliegengewicht den schnee überhaupt genügend stark zusammenpressen kann ...
 
Hallo


Doch, das mit dem niedrigen Bodendruck passt schon. Frag mal bei Pistenraupenfahrern nach - bei Neuschnee kann es passieren, dass der Fahrer aus der Raupe steigt und bis zur Hüfte einsinkt.

Tucker hat (soweit mir bekannt) die erste Pistenraupe gebaut, damit er sein Haus auch im Winter erreichen kann. Alles andere ist im Schnee steckengeblieben. Ski und Schneeschuhe gab es da schon lange. Es gibt sogar alte Höhlenmalereien mit Ski. Von Deneken deutet diese Bildnisse allerdings als Zeichnungen von Ausserirdischen, wohl auch wegen den Hasenohren... Ist alles sehr mystisch...

Das mit dem Verdichten ist so eine Sache. Also früher hat man den Schnee plattgetreten - bei Wettkämpfen werden auch heute teilweise noch Trampelkomandos eingesetzt. Die ersten Pistenraupen haben den Schnee wirklich nur mit den Ketten verdichtet. Das Ergebnis war nicht so toll, aber besser als garnichts. Dann wurden schwere Walzen hinter die Maschinen gehängt, manchmal einfach mit zwei Ketten. Seit Einzug der hydraulischen Raupen werden die Glättbretter hydraulisch angepreßt. Z.B. beim PB170D hat man noch eine kleine Walze benutzt, um die Fläche zwischen den Raupen zu verdichten. Prinoth hat noch eine andere Lösung gefunden - das viebrierende Glättbrett. Auf dem Brett (anfangs war es aus Holz) wurde ein E-Motor mit Unwucht montiert. Beim P4 mußte man dazu noch einen Stromerzeuger auf der Ladefläche unterbringen.
Danach erst kamen die Schneefräsen auf - erst einteilig, heute auch dreiteilig.
Louis Tränker beschrieb das Skifahren noch als Abendteuer - dass man mit geschulterten Ski stundenlang einen Berg erklimmen mußte um eine Abfahrt zu genießen. Ihr Skifahrer mit Euren total verbauten Bergen könnt heute überhaupt nicht mehr einschätzen, wie gut Ihr es habt. Ihr schimpft über die Infrastruktur, nur weil die 100-Personen-Gondel vom falschen Hersteller ist...
Tschuldigung, meine ja nur.
Man verdichtet die Skipiste immer stärker, damit sie länger hält. Die benutzten Sportgeräte benötigen oftmals diese harte Oberfläche. Die Skier sind kleiner - erzeugen dadurch einen größeren Bodendruck. Scharfe Kanten scharben den Schnee ab... Eine harte Piste ist schneller. Glaube ich.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr
 
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