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Lawinen 2014/15

Wenn ich die ganzen Geschichte lese, frage ich mich, ob es denn gar keine abschreckende Wirkung hat?? Die Lawinenkurse sollten doch überrannt werden und die Leute sollten sich endlich mehr mit dem Thema Sicherheit beschäftigen, statt immer mehr Risiko einzugehen. Sie riskieren ja nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer. Z.B. der Retter. Sorry, da bekomm ich einen Hals... (Ich nehme jetzt erfahrene Leute aus, die sich mit dem hang, der Neigung, den Schneeverhältnissen etc beschäftigen, passieren kann ja immer was.)
 
waikiki83 schrieb:
Wenn ich die ganzen Geschichte lese, frage ich mich, ob es denn gar keine abschreckende Wirkung hat?? Die Lawinenkurse sollten doch überrannt werden und die Leute sollten sich endlich mehr mit dem Thema Sicherheit beschäftigen, statt immer mehr Risiko einzugehen. Sie riskieren ja nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer. Z.B. der Retter. Sorry, da bekomm ich einen Hals... (Ich nehme jetzt erfahrene Leute aus, die sich mit dem hang, der Neigung, den Schneeverhältnissen etc beschäftigen, passieren kann ja immer was.)
Erfahrene Leute gehen aber momentan zum Großteil das Risiko gar nicht ein, in Kammlagen ist es nunmal nen Vierer. Mal von den Dreien da im Zillertal abgesehen (45 Grad steiler Hang hallo??) hatten die meisten ja keine Ausrüstung dabei. Ich wage mal zu behaupten wäre keine Urlaubszeit gerade würde nur die Hälfte passieren. Stubaier Gletscher hat z.B. allen Skilehrern (egal welchen Ausbildungsgrad) verboten nur einen Ski nach Abseits zu setzen. Dort gab es ja eh auch schon eine Lawine neben der Schwaren vom Daunferner zum Eisjoch und mehrere in der Grubn. Nach Neigung kann man ja momentan auch nicht gehen, sie die Lawine in Gurgl bei 20 Grad Hang. Hochfügen hatte heute auch auf der FB Page stehen das doch Bitte keiner Abseits fahren solle.
 
Ja, das meine ich. Risiko eingehen ohne es richtig einzuschätzen, keine Ausrüstung... Und es gibt garantiert Leute, die empfinden solche Warnungen noch als weiteren Ansporn. Letztes Jahr hab ich es in Sölden miterlebt, war, glaub ich Stufe 4, eine Lawine wurde ausgelöst. Da zwei Spuren reinführten, aber nur eine raus, wurde natürlich eine grosse Suche gestartet. 2 oder 3 Helis im Wechsel, 20 Leute und Hunde und am Ende Kosten zwischen 15000 und 20000€. Risiko für die Helfer, kosten, die keiner übernimmt etc und das alles nur, weil manche Leute ihr hirn nicht einschalten.
 
Ich kann nur heute aus Sportgastein berichten: Massive Verfrachtungen, vielfach komplett abgeweht, in den Mulden immer wieder eingeweht. Wir waren heute äußerst defensiv unterwegs in durchwegs flachem Gelände, dort ließ sich der weiche Triebschnee gut und relativ sicher fahren. Die Schneedecke sah in Sportgastein trotz der Verfrachtungen aber insgesamt stabil aus, selbst in steileren Bereichen waren heute (zumindest dort, wo wir vorbeigekommen sind bzw. das beobachten konnten) keine Selbstauslösungen oder Skifahrerauslösungen zu beobachten.

Aufgrund der Lawinensituation, nicht zuletzt aber auch aufgrund der schlechten Schneelage, sind wir aber z.B. die Nordabfahrt nicht gefahren. Weißenbachtal ebenfalls größtenteils massiv abgeblasen und nur mit guter Gebietskenntnis eingeschränkt in flachem Gelände befahrbar.

Mussten dennoch mehrfach heute den Kopf schütteln - so etwa bei einer etwas heikleren Querung, die wir einzeln gemacht haben. Als ich mich umgedreht habe, stand plötzlich 2 m hinter mir ein Snowboarder - auf Entlastungsabstände angesprochen folgendes Zitat: "Ist ja eh nur eine Traverse". Hab nur den Kopf geschüttelt und geschaut, dass ich möglichst schnell wegkomme. Selbe Querfahrt, etwas später, aus der Gondel beobachtet: 6-8 Personen, wieder ohne Entlastungsabstände. Noch einmal etwas später: 2 jüngere Skifahrer, in der Gondel getroffen, haben laut eigenen Aussagen die Nordabfahrt gemacht: Offenkundig ohne jeglicher Notfallausrüstung...
 
Ich war am 05.01 in Sölden und habe die Gruppe öfters gesehen.
Wir waren gerade im 6er Langegg und haben die Gruppe suchen sehen. Das muss nur ganz kurz nach der Auslösung gewesen sein. Als wir 45min später wieder im Lift waren, waren 8-9 Pistenraupen, ÖAMTC Heli Polizei Heli usw vor Ort. Wir konnten auch die Helfer beim suchen sehen. Was der Hammer war, dass ca. 20meter weiter links von der Unfallstelle welche im Gelände fuhren.
Ich habe selber einen ABS, Pieps usw dabei, aber wer bei dieser Schneelage ins Gelände fährt, dem ist nicht zu helfen. Wenn man sich alleine mal die Hänge überall ansieht, da geht an jedem Hang was ab. Der Wind war die ganze Zeit sehr stark und das es dann Verfrachtungen gibt sollte eigentlich auch jeden klar sein.
Die US Gruppe ist auch komplett ohne Lawinenausrüstung unterwegs gewesen. Ich kann es einfach nicht verstehen wie man dann da reinfährt.
Gestern war die 30 vom Rettenbachferner wieder offen und wir sind an der Lawine vorbeigekommen. Die war wirklich breit und hoch. Ich schätze mal von der Piste bis zum höchsten Punkt ca. 4-5 meter.

Von Einheimischen habe ich auch erfahren das in letzter Zeit es sehr viele Verschüttete gab. Am Sonntag sind 2 Einheimische verschüttet worden, zuvor waren 1 Tourengeher begraben usw.
 
s.oliver78 schrieb:
Ich war am 05.01 in Sölden und habe die Gruppe öfters gesehen.
Wir waren gerade im 6er Langegg und haben die Gruppe suchen sehen. Das muss nur ganz kurz nach der Auslösung gewesen sein. Als wir 45min später wieder im Lift waren, waren 8-9 Pistenraupen, ÖAMTC Heli Polizei Heli usw vor Ort. Wir konnten auch die Helfer beim suchen sehen. Was der Hammer war, dass ca. 20meter weiter links von der Unfallstelle welche im Gelände fuhren.
Ich habe selber einen ABS, Pieps usw dabei, aber wer bei dieser Schneelage ins Gelände fährt, dem ist nicht zu helfen. Wenn man sich alleine mal die Hänge überall ansieht, da geht an jedem Hang was ab. Der Wind war die ganze Zeit sehr stark und das es dann Verfrachtungen gibt sollte eigentlich auch jeden klar sein.
Die US Gruppe ist auch komplett ohne Lawinenausrüstung unterwegs gewesen. Ich kann es einfach nicht verstehen wie man dann da reinfährt.
Gestern war die 30 vom Rettenbachferner wieder offen und wir sind an der Lawine vorbeigekommen. Die war wirklich breit und hoch. Ich schätze mal von der Piste bis zum höchsten Punkt ca. 4-5 meter.

Von Einheimischen habe ich auch erfahren das in letzter Zeit es sehr viele Verschüttete gab. Am Sonntag sind 2 Einheimische verschüttet worden, zuvor waren 1 Tourengeher begraben usw.
Hast du vielleicht gesehen, ob die wirklich alle 6 gleichzeitig gefahren sind? Ich kann das nicht glauben, die sollten doch etwas Erfahrung haben bzw zumindest einen Funken Hausverstand?!
 
Gestern live gesehen wie das Teil im Skigebiet tauplitz abging: http://www.lawine-steiermark.at/aktuelles/lawinenunfaelle-lawis/
Wir sind genau Gegenüber gestanden und wollten noch einen letzten Run durch die Bäume runter zur Schönihütte machen.
Im sehr steilen Gelände unter dem Ausstieg der Sesselbahn haben dann 2 Skifahrer das Brett ausgelöst, der Obere konnte gleich rausfahren, der zweite wurde ein Stück mitgerissen konnte dann aber zum Glück auch rausfahren.
Das größte Glück allerdings hatten die Holländer oder Engländer ka die unten am suchen von einem Ski beschäftigt waren denn einer im Gelände vorher verloren hatte. Die lawine ist nur paar Meter neben ihnen vorbei, die haben dass nicht mal mitbekommen.
Natürlich keiner eine Ausrüstung dabei!!

Wir sind dann gleich runter um abzuchecken ob da nicht doch einer mitgerissen worden ist, haben uns auch mit anderen Freeridern unterhalten ob sie was gesehen haben. Wir sind dann aber so schnell wie möglich aus dem Bereich raus da oben schon die nächsten in den Hang daneben rein sind der noch geladen war obwohl sie gerade die lawine gesehen haben.
Ich bin dann gleich an die Talstation und hab den Abgang gemeldet und bescheid gesagt das nach unserem Wissen niemand verschüttet wurde. Da es aber so nahe am Skigebiet passiert ist haben sie dennoch Alarm ausgelöst und sicherheitshalber alles nochmal sondiert.
Wir konnten dann der Polizei auch noch unser Videomaterial von der gopro zu Verfügung stellen aber dort drauf hat man leider nicht in den Auslauf der lawine gesehen, hätte ja sein können das davor dort schon jemand war als die lawine kam...

Zum Glück alles gut ausgegangen aber muss ich nicht öfter haben. Auch war das für uns eine Bestätigung warum wir auf die steilen Sachen verzichtet haben, im Wald konnte man echt Megaspass haben. Auch war der Schnee dort um einiges besser als auf den freien Hängen.
 
Werna76 schrieb:
s.oliver78 schrieb:
Ich war am 05.01 in Sölden und habe die Gruppe öfters gesehen.
Wir waren gerade im 6er Langegg und haben die Gruppe suchen sehen. Das muss nur ganz kurz nach der Auslösung gewesen sein. Als wir 45min später wieder im Lift waren, waren 8-9 Pistenraupen, ÖAMTC Heli Polizei Heli usw vor Ort. Wir konnten auch die Helfer beim suchen sehen. Was der Hammer war, dass ca. 20meter weiter links von der Unfallstelle welche im Gelände fuhren.
Ich habe selber einen ABS, Pieps usw dabei, aber wer bei dieser Schneelage ins Gelände fährt, dem ist nicht zu helfen. Wenn man sich alleine mal die Hänge überall ansieht, da geht an jedem Hang was ab. Der Wind war die ganze Zeit sehr stark und das es dann Verfrachtungen gibt sollte eigentlich auch jeden klar sein.
Die US Gruppe ist auch komplett ohne Lawinenausrüstung unterwegs gewesen. Ich kann es einfach nicht verstehen wie man dann da reinfährt.
Gestern war die 30 vom Rettenbachferner wieder offen und wir sind an der Lawine vorbeigekommen. Die war wirklich breit und hoch. Ich schätze mal von der Piste bis zum höchsten Punkt ca. 4-5 meter.

Von Einheimischen habe ich auch erfahren das in letzter Zeit es sehr viele Verschüttete gab. Am Sonntag sind 2 Einheimische verschüttet worden, zuvor waren 1 Tourengeher begraben usw.
Hast du vielleicht gesehen, ob die wirklich alle 6 gleichzeitig gefahren sind? Ich kann das nicht glauben, die sollten doch etwas Erfahrung haben bzw zumindest einen Funken Hausverstand?!

Speziell beim Abgang habe ich die Gruppe nicht gesehen. Aber die Tage zuvor sind immer alle gleichzeitig gefahren.
Die hatten nichts dabei. Weder einen Rucksack noch sonst was. Ich kapier es auch nicht mehr.

Es wird meiner Meinung nach in der Zukunft auch schlimmer statt besser. Es fahrt jeder in alles rein, egal was kommt. Ein Problem ist meiner Meinung nach auch das Du bei Facebook und ähnlichen Medien immer wieder schöne Videos von Pro Freieren zu sehen bekommst. Dann meint jeder, dass kann ich auch.Am Dienstag hat ein bekannter Deutscher Freerider auch ein Offpist Video aus Ischgl gepostet. !?

Am Ausstieg des 6er Langegg haben die Bergbahnen einen großen Lawinenwarnstufen Tower hingestellt an dem auch das LVS geprüft werden kann. Am Dienstag hat das Teil bei angezeigter Warnstufe 4 geblinkt. Einen Meter weiter links ist eine Gruppe Snowboarder in den Hang eingefahren. Was soll da bitte noch helfen???? Die Leute kapieren es einfach nicht.
Auch unterhalb vom Langegg sind wieder massig Leute abgefahren, teilweise auch alleine. :surprised: :surprised:
 
Tja... Ist so... Natürliche Selektion... Der klügere Überlebt... Klingt hart, ist aber halt der Lauf der Natur...
 
Af schrieb:
Tja... Ist so... Natürliche Selektion... Der klügere Überlebt... Klingt hart, ist aber halt der Lauf der Natur...

Kann sein, macht die Sache aber auch nicht wirklich besser.
Wenn solche Deppen eine Lawine auslösen die dann auf die Piste geht dann gute Nacht.

Ich habe auch gesehen das welche ins Rettenbachtal vom Rotkogl aus gefahren sind, als der Hubschrauber noch mit Sprengungen unterwegs war.
 
Servus!

Tja, in den heutigen Medien mit Facebook und Co. wird halt seitens der Bergbahnen Freeriden -und die entsprechenden Hänge- beworben wie Disneyland. Und dann wundern sie sich und keiner ist Schuld wenn ein Engländer, Holländer oder sonstiger Touri reinfährt nach dem Motto "mir wurde Disneyland angepriesen, jetzt bin ich hier, jetzt will ich das auch haben!" Und das selbstverständlich ohne jegliches alpines Wissen, geschweige denn Ausrüstung. Da fehlt einfach völlig das Bewusstsein für das Gefahrenpotential.
Seitens der Werbung heissts dann nur "ach, das war ja freier Skiraum, da ist man selber Schuld, auch wenns vorher auf dem Foto beworben war!" Daß der Skifahrer sich gerade wegen der Werbung vermeintlich sicher wähnt wird nicht bedacht.
Nun, ich bin weiß Gott kein Verfechter dieses "Wir packen alle in Watte"- Skibetriebs wo alles gesichert und gelenkt werden soll. Im Gegenteil.
Aber manch Werbestrategen, Tourismusverbände und Bergbahnen sollten doch mal überlegen, ob das zügellose Bewerben von Freerideoptionen tatsächlich sonderlich verantwortungsvoll ist oder ob das nicht langsam an die Grenzen stößt was hier gemacht wird.

Schöne Grüße,
Jan
 
So sehr ich die Sichtweisen hier auch verstehen kann - aber hier wird mir dann doch etwas zu pauschal geurteilt. Sicher wären die meisten Lawinenunfälle der letzten Tage vermeidbar gewesen, aber das, was aktuell in den Medien (und tlw. auch hier) abgeht, geht dann doch zu weit. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass man - richtig ausgerüstet und die Gefahrenzeichen beachtend - auch bei LWS 3 mit beherrschbarem (Rest-)Risiko ins Gelände gehen kann.

Im Blog des LWD Tirol gibt es übrigens eine interessante Diskussion zum Thema "heikler 3er oder doch 4er?", und auch die schon wiederholt angeschnittene Diskussion zwecks Erweiterung der Skala auf 6 Stufen.

Ich weiß auch nicht, wo man ansetzen soll - gefühlt waren noch nie so viele Leute so gut ausgerüstet, allerdings habe ich auch das Gefühl, dass die Anzahl derer, die eben unzureichend ausgerüstet sind, konstant bleibt (und somit insgesamt die Zahl der Leute im Gelände steigt).
 
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