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Lawinen 2015/2016

rower2000 schrieb:
Wenn jemand bei Stufe 3 (das heisst schliesslich "ERHEBLICHE" Lawinengefahr) ...

Kann es sein, dass manche sich die Stufen in Schulnoten übersetzen? Und 3 dann eben nicht als kritisch betrachten sondern als "geht besser, ist aber noch in Ordnung"
Kann ich mir ernsthaft vorstellen.
 
Gibt's den französischen Lawinen Lage Bericht eigentlich auch auf englisch? Sonst bleiben einem halt nur die Zahlen.
 
Glaube nicht, Franzosen können kein Englisch :D

Könnt ihr von dem Foto in der TT zuordnen wo die Lawine in Hintertux war? Ich nicht so richtig.
 
Interessante Schneeschichttestmethode:

 
Schusseligkite schrieb:
rower2000 schrieb:
Wenn jemand bei Stufe 3 (das heisst schliesslich "ERHEBLICHE" Lawinengefahr) ...

Kann es sein, dass manche sich die Stufen in Schulnoten übersetzen? Und 3 dann eben nicht als kritisch betrachten sondern als "geht besser, ist aber noch in Ordnung"
Kann ich mir ernsthaft vorstellen.

Ein Dreier kann wie von Dir beschrieben sein, also geht noch aber aufpassen. Ein Dreier kann aber auch durchaus tückisch und hinterhältig sein.
Hattest Du nicht was von breiten Latten für Dich geschrieben? Dann empfehle ich Dir mal etwas einschlägigie Lektüre.
http://www.powderguide.com
 
Schusseligkite schrieb:
Kann es sein, dass manche sich die Stufen in Schulnoten übersetzen?
Das geschieht sicher und darauf wird auch immer wieder von den Lawinenwarndiensten hingewiesen; es wär sicher besser gewesen man hätte die Zahleneinstufung nie eingeführt sondern ausschließlich mit kurzer Beschreibung gearbeitet.
 
Ich oute mich jetzt mal als Depp, der auch schon zu sorglos war. Beim ersten Mal war es Euphorie + Unwissen, bei zweiten Mal + Verstand ausschalten.
Ich glaube, mein Fehler dürfte recht häufig vorkommen. Das war nämlich :das ist doch fast noch Piste, da passiert nichts" :oops:
Und ich bin eigentlich von Natur aus ein Angsthase.

Situation 1 (schon länger her): Ich bin zwar noch weit davon entfernt, mit Ski ins Gelände zu gehen. Aber oft lese ich den LLB, einfach aus Neugier und um zu lernen. Heute nicht, denn ich fahre direkt morgens Richtung Brenner. Am Sattelberg gibt es ein ehemaliges Skiegebiet, wo die ehemalige Piste präpariert wird. Das soll meine erste "richtige" Skitour werden. Abseits der Piste aber mit Piste.
Ich steige aus dem Auto und springe begeistert in die schon vorhanden Spur. Alles wunderschön verschneit, strahlender Sonnenschein. Irgendwann merke ich, dass das sicher nicht die ehemalige Piste ist, wo ich gerade bin. Aber der vor mir wird ja sicher zur Hütte oder zum Gipfelkreuz gelaufen sein. Umdrehen geht nicht, ich fahre schlicht noch nicht gut genug Ski. Ich kann hier nicht abfahren. Aber es ist ja voll schön hier...also weiter rauf. Kurz vorm Gifel verliert sich die Spur, ist alles weg geweht.
Als ich oben bin merke ich übrigens, dass das mit dem Präapieren so nicht stimmt. Sieht aus, als sei da mal ein Panzer durchgefahren. Alles voller Eiskugeln und Rillen...Den größten Teil bergab trage ich meine Ski :lol:

Am Abend lese ich verschiedene Berichte. Ich wollte rausfinden, wo ich nun eigentlich genau hoch bin. Dabei finde ich auch den Bericht zu einem Tourengeher, der 2 Jahre vorher kurz vorm Gifel verschüttet wurde.
Und mir wird bewusst, dass ich etwas unglaublich Dummes gemacht habe. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass man so viele Fehler auf einmal machen kann. Allein in ein absolut fremdes Gebiet. Keine Ahnung von den Gegebenheiten dort. (Das, was ich danach gelesen habe, hätte ich ja auch vorher lesen können!), LLB nicht gekesen. Und es wusste nichtmal jemand, wo ich an dem Tag unterwegs bin. Ich weiß natürlich nicht, ob es an dem Tag nun wirklich gefährlich war. Aber ich hatte da dann zumindest rückwirkend Angst. Und hatte mir geschworen, so etwas Dummes nie nie nieeee wieder zu tun. War auch echt Anfängerfehler.


Naja, ich wollte dann also nichts Dummes mehr tun...Hab ich auch nicht - bis letztes Jahr in Gurgl. Wie die Jungs in dem Bericht neulich so schön sagten "wir wollten Spaß". So ging es mir an dem Tag auch. Der Verstand war einfach ausgeschaltet. Nichtmal bewusst, also kein "ach was, so gefährlich ist das alles nicht..." Neee. Ich war mit dem Snowboard unterwegs. Ich sah die Tiefschneehänge mit wenig Spuren drin und da war der Verstand einfach weg. Ich habe das auch nicht als gefährlich empfunden. Ist ja zwischen den Pisten, das ost ja quasi Skigebiet..und da oben sind ja auch Lawinenzäune. Naja, ich hatte tatsächlich viel Spaß. Fand es aber doch irgendwann komisch, dass ich da allein war. Und irgendwann sagte mein Bauchgefühl, ich sollte das jetzt lassen.
Am Abend lese ich, dass es an in diesem Tag einen Lawinenunfall in Sölden gab und einen in Fiss. Es gelingt noch halbwegs, mir das schön zu reden. "Naja, aber...ich war ja nicht WIRKLICH außerhalb des Skiegebietes...".
Am nächsten Tag fahre ich in Fiss. Da sieht man noch die Reste vom Lawinenkegel. Und das ist sehr nah an der Piste. Verdammt nah!
Bis dahin hatte ich wirklich geglaubt, so richtig außerhalb sei halt fernab von allem. Nur bin ich sonst gar nicht so, dass ich trotz Unwissen irgendwas mache. Eigentlich würde ich etwas im Zweifel eher sein lassen. (Dass ich keine Ahnung habe wusste ich ja durchaus.)

Der Lawinenabgang in Hintertux vorbein paar Tagen hat mich auch erschreckt. Das ist nämlich auch so eine Stelle, von der ich dachte, 'da könnte man ja mal.'

Naja, aus Erfahrung wird man schlau. Darum schreibe ich das hier ja auch, um diese Erfahrung zu teilen.
Ich bin mir nämlich sicher, dass ich nicht die einzige bin, die so doof ist. (Äh...nee, war.) Selbst in diesem Forum nicht.

Auf meiner to do Liste steht jetzt Lawinenkurs machen. Und auf meiner Wunschliste ein Lawinenrucksack. Und auf einem Notizzettel im Gehirn steht 'nicht allein machen!'
 
http://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Ridnaun-Mann-von-Lawine-verschuettet
Suedtirol,
Artikel vom Samstag, 13. Februar 2016 :
Ridnaun: Mann von Lawine verschüttet
Eine Schneelawine ist am Samstagmittag unterhalb des Ratschiner Kreuzes bei Ridnaun ausgelöst worden. Ein Mann aus dem Wipptal ist dabei verschüttet worden.
Die Lawine war gegen 11.40 Uhr unterhalb des Ratschiner Kreuzes ausgelöst worden. Sofort wurde bei der Landesnotrufzentrale Alarm geschlagen.

Die Lawine wurde von einer 7-köpfigen Gruppe erfahrener Skitourengeher ausgelöst. Einer von ihnen wurde von der Lawine mitgerissen und verschüttet. Es handelt sich dabei um einen etwa 50-jährigen Mann aus dem Wipptal.

Der Einsatz wurde erschwert, da die Einsatzkräfte zunächst falsche Angaben zum Standort erhielten. "Erst 20 Minuten später sind wir am Unfallort eingetroffen. Die Gruppe hatte den verschütteten Mann bereits befreien können und mit der Reanimation begonnen", erklärt der Rettungsleiter der Bergrettung Ridnaun Philipp Braunhofer im Gespräch mit STOL.

Der Mann wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus Brixen gebracht. Im Einsatz waren der Landesrettungshubschrauber Pelikan 2, der Rettungshubschrauber des Aiut Alpin Dolomites, die Bergrettung Ridnaun und die Carabinieri.

Am Samstag herrschte im ganzen Land erhebliche Lawinengefahr.
 
Schusseligkite schrieb:
Und auf meiner Wunschliste ein Lawinenrucksack. Und auf einem Notizzettel im Gehirn steht 'nicht allein machen!'

Ein lawinenrucksack ist mmn das letzte was man braucht.
Zuerst auf jedenfall pieps, Sonde, Schaufel und dann ein Lawinenkurs!
Vielleicht sich auch mal einer Gruppe mit Guide anschließen ;)
 
@ schusseligkite: Dein selbstkritisches Posting ist absolut zu loben, weil leider nicht selbstverständlich. Auch hier im Forum gibt es ganz häufig Bilder oder sogar Filmchen von Offpiste/Freeriding mit Leuten, die keinen Rucksack haben. Vielleicht haben sie zwar einen Pieps dabei, aber sonst nichts. Schau nur mal auf den vorletzten Post von JulianaM und den verlinkten Artikel. Ohne Kameradenrettung hätte der Verschüttete evtl. nicht überlebt. Wie soll man aber retten ohne Schaufel, Sonde, die richtige Suchtechnik und jährliches Üben???
Daher ist die Grundaussattung Pieps, Schaufel und Sonde Pflicht. Dazu ein Kurs. Dann immer den ausführlichen und aktuellen (=taggleichen) Lawinenlagebericht lesen und "übersetzen" können - lernt man i.d.R. auch bei einem Kurs. Und zumindest zu zweit unterwegs mit der richtigen Absprache und Technik, sich gegenseitig zu sichern. Auch wenn der Hang geil aussieht und man so schnell wie möglich seine Spur setzen will. Und bei dem kleinsten Zweifel es sein lassen. Mir bricht es auch manchmal fast das Herz, aber ich möchte noch ein paar Jahre leben.
Du hast es richtig erfasst...und ich hoffe, einige andere lesen mit und überlegen sich es auch, wenn sie auch nur 20m abseits der Piste gehen wollen. Und wer hier Fotos oder Videos postet, sollte sich der Vorbildfunktion bewusst sein!
Übrigens: ich fahre inzwischen mit ABS-Rucksack. Zu meiner eigenen Sicherheit, aber das ist das ad-on auf die oben genannten Punkte und kann diese nie ersetzen.
 
Glaub die Diskussion gab es schon mal in diesem oder einen anderen Thread. Schade dass kein Kostenbereich im Artikel genannt wird. Mit welcher Summe müssen die beiden etwa rechnen?
Greift eigentlich bei so einen laut Artikel grob fahrlässigen Verhalten überhaupt irgendeine Versicherung?
 
miki schrieb:
Heute leider kein Glück am Ankogel (btw, die richtige Höhe des Berges ist nicht - wie im Artikel geschrieben - 3.532m, m.W. sollte es 3252m sein):
http://kaernten.orf.at/news/stories/2758893/

Skitourengeher die oft am Schneeberg waren und dort die "Riesen" fahren kennen ihn - ist öfters spätnachmittags mit viel Tempo (schneller als 99% der Skitourengeher dort) noch rauf für eine Feierabendrunde als Training. Wundert mich etwas dass die Gruppe (der Rest war auch ziemlich erfahren - gut möglich dass da noch mehr Bergführer dabei waren) sicher war dass sie dort lang können. M. war mir nicht als unvorsichtig oder als Draufgänger bekannt. Mein bester MTB Freund ist in den letzten Jahren viele viele Touren mit ihm gegangen.

Irgendwie ein krankes Jahr - somit innherhalb 1 Jahres der dritte Lawinentote aus meinem weiteren Bekanntenkreis (Seilbahngraben, Kappl, Ankogel). M. RIP - und hoffentlich kommt deine Frau/Kinder drüber weg.
 
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