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Lawinensaison 2008/09

albe schrieb:
schneesucher schrieb:
Mir hat ein Verkäufer erzählt, ihm sei kein Fall bekannt, bei dem jemand mit Lawinenrucksack bei einem Lawinenunfall gestorben sei.

Dann ist der Verkaeufer schlecht informiert:
http://www.abs-lawinenairbag.de/abs...=ea6babb0dc2466d5755187b595e604cc&m=3&print=1

nicht erfasst sind in dieser Grafik (sie ist ja auch eine Auswertung des Herstellers) die Faelle in denen Lawinenopfer den ABS-Rucksack nicht ausgeloest haben, dann kommen iirc noch 10 Tote (in der Schweiz, die ganzen Statistiken basieren auf SLF Zahlen) hinzu.

cu albe.

Vielen Dank für die sehr erhellenden Infos. Da steht aber auch, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit mit ausgelöstem Lawinenrucksack 98% beträgt. Das ist schon verdammt gut und spricht sehr dafür einen solchen zu verwenden. Obwohl natürlich die Gefahr besteht, dass man mit Rucksack grössere Risiken eingeht, was ich auch schon beobachten konnte.
 
albe schrieb:
schneesucher schrieb:
Vielen Dank für die sehr erhellenden Infos. Da steht aber auch, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit mit ausgelöstem Lawinenrucksack 98% beträgt.

man beachte das "ausgeloestem" - und, dass die Gesamtletalitaet "nur" 0.13 betraegt und generell (statistisch) mit dem Ausruestungsstand sinkt.

Statistisch vermutlich auch relevant ist, dass man fuer das Ausfuellen eines "Fragebogen für Lawinenunfälle mit ABS-Lawinenairbag für die Statistik des Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos" die Fuellung vom Hersteller bezahlt bekommt.

cu albe.

Oh ich seh schon, hier kennt sich jemand wirklich aus :D
 
echt schon 10? als ich mich vor ein paar Jahren informierte, war es nur 1 Toter, der halt den Airbag nicht ausgelöst hatte.

Aber anscheinend gab es definitiv noch keinen Toten, der den Airbag auch ausgelöst hatte.

Hab mal ein Werbevideo zu dem Lawinenball gesehen. Dort schossen die richtig krass gegen den Airbag, dass bei Testauslösungen mit Dummys die Airbags abrissen etc.
 
Ist natürlich die Frage, wie oft die Rückmeldung kommt:
"Hallo, ich bin bei Lawinenunfall umgekommen, möchte aber jetzt trotzdem den Fragebogen ausfüllen, um eine neue Füllung bezahlt zu bekommen, für alle Fälle, vielleicht kann ich den Lawinenrucksack ja auch im Jenseits noch brauchen" :?
 
Ausserdem: Man sollte das ganze mal logisch betrachten.

Selbst wenn der Rucksack seine Aufgabe 100% erfüllt und einem davor bewahrt, verschüttet zu werden - man kann ja immer noch von der Lawine gegen einen Baum/Fels geschleudert werden, einen Abhang runter gedrückt werden - oder beim Schleudern in der Lawine tödliche Verletzungen davontragen (Genickbruch...).

Also: Eine totale Sicherheit kann auch ein Lawienrucksack nicht bieten - genauso wenig wie Helm oder Airbag.
Aber er erhöht natürlich die Überlebenswahrscheinlichkeit..

Gruß, Jens
 
Rüganer schrieb:
Da muss man auch in Melchsee-Frutt aufpassen und besser auf den Pisten bleiben. Melchsee Frutt ist ein Karstgebiet. Vor ein paar Jahren ist dort oben ein Skifahrer neben der Piste in einen 20m tiefen Schacht gefallen. Der hat verdammt Glück, das er sich nur an der Schulter verletzt hat und ziemlich schnell gefunden wurde.
 
Wenn es hart auf hart kommt, würde ich in einer Lawine lieber einen Genickbruch mit schnellem Tod vorziehen, als eng begraben zu sein und zu erfrieren. Die klaustrophobische Vorstellung, lebendig begraben zu sein, hat bei mir eher Gewichtung als der Tod. Ergo ABS vorziehen, da man oben bleibt/bleiben sollte.
 
sowas als Schwimmreifen :D
 
@ albe
An besagten Tage im April 2005war die 0 ° Grenze knapp über 3000 Meter, also war der Hang nicht sicher. Wenn in der Nacht dasvor noch bewölkt war und wenig bis keine Abstrahlung...

Außerdem vergessen viele dass die höchsten Temperaturen um 17 oder 18 Uhr gemessen werden und nicht um 13 oder 14 Uhr :idea:
 
schlitz3r schrieb:
ABS Alternative: http://www.snowpulse.com
Macht meiner Meinung nach durchaus Sinn.
Hab mir die Seiten von dort und von dem ABS-Rucksack mal angeschaut, v.a. mir mal die Bedienungsanleitungen. Alles andere als "Plug & Play", was man da alles beachten muss, überprüfen muss usw. - also ohne Einschulung sollte man da besser nicht vertrauen, dass man das so hinkriegt, dass man auch wirklich im Ernstfall was von hat. Denke, da ist noch Platz für Verbesserungen.

Lt. der Snowpulse-Seite muss man bei denen beim Kauf sogar einen Zettel unterschreiben, dass man die nicht verklagen kann, wenn was schief läuft, und alles gelesen hat usw. Besonders krass find ich diese Zeile:
Trotz des hohen Schutzes gegen Erschütterungen beim Tragen eines Snowpulse Airbags sind schwerwiegende Verletzungen bis hin zum Tod des Opfers jederzeit möglich.
Quelle: http://www.snowpulse.ch/v5/wp-content/uploads/customer-prior-to-use-certificate-ger-20081015.pdf

Heißt: Schon allein durch das Tragen des Rucksacks kann man tödlich verletzt werden!

Liegt vermutlich an der Druckluftpatrone?

Schaut für mich alles noch etwas nach Beta-Stadium aus.
 
Heißt: Schon allein durch das Tragen des Rucksacks kann man tödlich verletzt werden!

Das würde ich jetzt anders interpretieren, ich denke die wollen nur ausdrücken, dass es trotz Rucksack im Falle einer Lawine keine Überlebensgarantie gibt.
 
schlitz3r schrieb:
Heißt: Schon allein durch das Tragen des Rucksacks kann man tödlich verletzt werden!

Das würde ich jetzt anders interpretieren, ich denke die wollen nur ausdrücken, dass es trotz Rucksack im Falle einer Lawine keine Überlebensgarantie gibt.
So würde ich das auch sehen, Die Drucklufpatrone taugt wohl echt nicht zu Sprengzwecken ;)
 
Also für mich ist das eigentlich eindeutig: "Beim Tragen" und "jederzeit" ..

Wobei ich das mit den Erschütterungen nicht verstehe. Also bei einem Erdbeben fliegt einem der Rucksack um die Ohren? :-)

Was mich bei beiden System außerdem erstaunt ist die Langsamkeit des Aufblasens. Dauert ja mehrere Sekunden, soweit ich die Filme in Erinnerung hab - vergleichen mit einem Airbag von einem Auto vergeht da ja viel wertvolle Zeit...
 
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