NeusserGletscher
Jungfrau (4161m)
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TVT schrieb:Verstehe mittlerweile nicht mehr was die Bewegung mit ihren Aktionen erreichen will.
Sie möchte den Planeten generalüberholt, ohne Altlasten und besenrein übergeben bekommen. Selbstverständlich unter weiterer Nutzung all der Annehmlichkeiten, welche erst durch die fossile industrielle Revolution möglich wurden. Also ein Leben abseits der Plackerei unter erbärmlichen Bedingungen auf dem Acker oder in stickigen Fabriken für die täglichen Grundbedürfnisse, wie sie vor der Nutzung fossiler Energie noch üblich war.
Ich verstehe nicht, wieso die USA uns immer als großes Vorbild präsentiert werden. Pro Kopf setzen die USA fast doppelt so viel CO2 frei wie wie 27 Staaten der EU. Die USA holen nun lediglich nach, was Europa längst geleistet hat. Während die EU seit dem Peak von 1977 die CO2 Emissionen um ca. 1/3 reduziert hat, sind sie in den USA im gleichen Zeitraum zwischenzeitlich weiter angestiegen. In den USA gab es erst ab 2007 einen Rückgang, aber absolut liegen dort die Emissionen noch immer auf dem Niveau von 1977 und pro Kopf fast doppelt so hoch wie in der EU. Ein Teil dieses Rückgangs sowohl in der EU als auch den USA dürfte auf das Offshoring besonders Personal- und Energieintensiver Betriebe wie z.B. die Stahlerzeugung sein. Wohl nicht nur rein zufällig korreliert in den USA der Rückgang der CO2 Emissionen rechnerisch aber auch mit dem Reduzierung des Anteils von Kohlekraftwerken bei der Stromerzeugung, wobei diese größtenteils durch Gaskraftwerke ersetzt wurden, während Wind und Solar den Mehrverbrauch an elektrischer Energie abgedeckt haben. Wobei ich mir vorstellen kann, dass bei dem Rückgang der Treibhausgase die weitaus klimaschädlichere Freisetzung von Methan beim Einsatz von Fracking noch nicht berücksichtigt wurde, weil die Erkenntnisse dazu noch nicht so lange existieren.
Und es ist einleuchtend, dass wenn man praktisch bei Null anfängt, man mit wenig Aufwand große Fortschritte erzielen kann. Je mehr man aber Energie sparen oder durch Sonne und Wind ersetzen möchte, desto teurer und unwirtschaftlicher wird es. Und leider waren alle bisherigen Anstrengungen vergebens, weil jede Einsparung durch fossil getriebenes Wachstum an anderer Stelle wieder mehr als konterkariert wurde, wie man auch hier an der Entwicklung der Energieträger bei der weltweilen Stromerzeugung sehen kann. Allen Jubelmeldungen und Nebelkerzen zum Trotz decken Sonne und Wind global nicht einmal den Zuwachs bei der Nutzung elektrischer Energie ab.
TPD schrieb:Anscheinend haben gerade die Klimaaktivisten und Grüne Politiker den Anspruch, dass sie die einzigen sind, die die Welt vor der Klimaveränderung retten können.
Wenn sie auch die technischen Lösungen dazu hätten, dann würde mich das nicht einmal stören. Aber außer Luftschlössern und Luftbuchungen habe ich aus diesen Kreisen wenig vernommen, was wirklich für die breite Masse funktioniert, von der Klimabilanz sauber zu Ende gedacht und durchgerechnet ist und dann auch noch bezahlbar ist.
Vor allem nervt der Absolutheitsanspruch und der religiös anmutende Fanatismus, welcher die Suche nach praktikablen Kompromissen erschwert. Anstatt Gasheizungen zu verbieten hätte man besser weiter deren Austausch fördern sollen. Eine moderne und gut eingestellte Gasheizung spart gegenüber einem atmosphärischen Kessel 1/3 an Energie, ohne dass man dafür weitere energetische Maßnahmen vornehmen muss, welche die Kosten außerhalb regulärer Instandsetzungfristen etwa bei Fassade, Fenstern und Dach unnötig in die Höhe treiben.
Und offenbar hat die Umweltbewegung dabei nichts aus ihren eigenen Fehlern in der Vergangenheit gelernt. Deutschland hat bei der Erzeugung von Strom bislang schätzungsweise eine Billion Euro in die Hand genommen und was damit erreicht? Die spezifischen CO2 Emissionen pro kWh Strom sind zwar zurück gegangen, liegen aber immer noch bei einem Vielfachen über denen unseres Nachbarlands Frankreich. Hätte Deutschland konsequent auf den Ausbau der Kernenegerie gesetzt, dann würden wir heute, gemessen an den spezifischen Emissionen Frankreichs, 150 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr weniger ausstoßen. Zum Vergleich: Habeck möchte mit seinem Gebäudeenergiegesetz bis 2030 akkumuliert um die 40 Mio Tonnen CO2 einsparen und das auch von der letzten Generation geforderte Tempolimit ist gerade einmal für 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr gut. Mit einer konsequenten Nutzung der Kernenergie würde Deutschland seit Jahren seine Ziele für 2030 erfüllen.
Und die selben Kreise, die uns diesen hohen CO2-Footprint pro kWh Strom eingebrockt haben, spielen sich nun als Experten für die Energiewende auf und die letzte Generation kapiert nicht, dass sie den falschen Vorbildern nachläuft. Sie sollten sich vor den Büros der Grünen festkleben und dort gegen eine Energiewende protestieren, die elementare technische Grundlagen und wirtschaftliche Aspekte weitgehend ignoriert.
, habe ich inzwischen auch festgestellt, dass man durchaus auch gewisse Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigen kann. Und mit einem Bollerwagen funktioniert dann sogar einkaufen sehr gut. Dass die Bewegung zusätzlich der Gesundheit gut tut, ist auch mal sicher). Und den Rest muss dann die Politik regeln. Mit Anreizen, mit Subventionen, mit Strafen und manchmal leider auch mit Verboten. 