Salzburger Nachrichten berichten:
Lifte wollen ein Verbot
06. April 2006
Gemeinden werden in die Pflicht genommen
bad hofgastein (SN-heba). Die Diskussion um eine nächtliche Sperre von Skipisten läuft weiter. Die Problemzonen sind jene steilen Bereiche, in denen Pistenraupen mittels Seilwinden gesichert werden müssen. Erst vor wenigen Tagen kam es auf der Tauernkarpiste in Zauchensee zu einem Aufsehen erregenden Zwischenfall.
Ein Lehrer fuhr mit einer zwanzig Köpfe zählenden Schülergruppe aus Deutschland gegen 18 Uhr in einen gesperrten Hang ein. Die Gruppe geriet zwischen die schwingenden Seile der Seilwinde. Vroni Scheffer von den Zauchenseer Bergbahnen: "Um ein Haar wäre es zu einem bösen Unfall gekommen. Wir Seilbahnunternehmen wollen endlich Rechtssicherheit."
Die soll durch eine Änderung des Landespolizei-Strafgesetzes erreicht werden. Die Änderung muss der Landtag beschließen. Der Ball würde damit an die Gemeinde weitergespielt. Sucht ein Liftunternehmen unter Hinweis auf die besondere Gefahr durch die Pistenpräparierung per Seilwinden um eine Pistensperre an, muss die Gemeinde dem Ansuchen stattgeben. Ferdinand Eder, Sprecher der Salzburger Seilbahner: "Es geht um die Sicherheit unserer Gäste und die der Mitarbeiter. Die Brisanz der Situation lässt keine weitere Improvisation mehr zu. Mit dem Aussperren von Tourengehern hat das nichts zu tun." Kommt es zur Gesetzesänderung, droht Skifahrern, die in eine gesperrte Piste einfahren, eine Strafe bis zu 500 Euro.
Peter Nindl, Bürgermeister von Neukirchen am Großvenediger und Chef der Wildkogelbahnen, hält die Lösung für "praktikabel". Sie wurde mit der Sparte Tourismus abgestimmt.
Eine Sperre bestimmter Pisten von 17.30 Uhr bis 8 Uhr setzt auch die Zustimmung der Wirte von Skihütten voraus.
Saison brachte ein Plus von etwa drei Prozent Mit der zu Ende gehenden Wintersaison sind Salzburgs Seilbahner (Jahresumsatz: 220 Mill. Euro) sehr zufrieden. Es dürfte ein Plus von drei bis fünf Prozent erreicht werden. Der Umsatzzuwachs liegt bei geschätzten fünf bis zehn Mill. Euro. Vor allem die Salzburg Super Ski Card (SSSC) entwickelte sich zum Renner. Mit der SSSC wurden 12 Mill. Euro umgesetzt. 50.000 Karten wurden verkauft. Davon 20.000 Saisonkarten an Einheimische.
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