Erlenbach
Lichterlöschen am Stockhorn
Der Regierungsstatthalter des Amtes Niedersimmental hat am 7. August die Baubewilligung für die vorgesehene Aussenbeleuchtung (8 Neonröhren) an den Stockhornaugen nicht gewährt und den Rückbau der Aussenbeleuchtung verordnet (wir berichteten). Wie die Stockhornbahn AG mitteilt, verzichtet sie auf eine Beschwerde zum Entscheid: «Wir konzentrieren unsere Kräfte zum Wohle der Tausenden zufriedener Gäste am Stockhorn, statt uns mit einzelnen Interessengruppen in juristisch umstrittenem Gebiet anzulegen.»
Der Besuch der Gipfelgalerie und der Stockhornaugen ist weiterhin uneingeschränkt möglich, einzig die Aussenbeleuchtung wird entfernt. Die Sommer- und Herbstsaison mit täglichem Betrieb dauert noch bis zum 3. November 2002. Die Stockhornbahn AG wird am 23. Oktober ab 18 Uhr die Aussenbeleuchtung der Stockhornaugen löschen. Dazu läd sie alle Freunde des Stockhorns zu einem reichhaltigen Apéro in die Stockhornaugen ein. Eine Anmeldung, telefonisch oder über
www.stockhorn.ch ist unerlässlich. mtg
BO-Oberland-West, 11. September 2002
Lichterlöschen am Stockhorn
DasLicht geht aus - die Attraktion bleibt
Gestern Abend wurde das offizielle Lichterlöschen der Stockhorn-Augen mit einer Prise Humor zelebriert.
Peter Rothacher
Der im letzten Jahr gebaute Tunnel durch den Stockhorngipfel und das Grotto mit den zwei Aussichtsfenstern in Richtung Thun sind und bleiben die Attraktion des «Wächters» der Oberländer Alpen. Die Aussenbeleuchtung der Fenster, die so genannten Stockhorn-Augen, strahlten im letzten Herbst über viele Wochen in die Nacht hinaus. Von weit her sichtbar, waren sie als Symbol der neuen Zeit gedacht, ein Produkt innovativer Ideen im schweizerischen Tourismus. Auf Grund von Ein- sprachen aus der Bevölkerung, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Pro Natura Berner Oberland hatte der Statthalter Klaus Baur ein nachträglich eingereichtes Baugesuch für die Aussenlampen zu prüfen. Er entschied negativ und verlangte eine Demontage der Aussenbeleuchtung (wir berichteten). Gestattet bleibt eine Innenbeleuchtung während der Betriebszeiten.
Mit einem Augenzwinkern
Leicht frustriert zwar, aber doch mit Humor, wurde das erzwungene Lichterlöschen der Stockhorn-Augen vom Geschäftsführer der Stockhornbahn AG, Fritz Jost, am Mittwochabend zelebriert. Mit einem koketten Augenaufschlag, einem letzten Aufleuchten der Lampen, hätte das Licht erlöschen sollen. Ein bengalischer Wasserfall aus den Fenstern hätte den Berg augenzwinkernd weinen lassen, Kerzenlicht und Alphornklänge im Inneren und ein Feuerwerk über dem Gipfel sollten die gemischten Gefühle der Geschäftsleitung wiedergeben. Dem schlechten Wetter wegen blieb es dann allerdings bei Kerzen, Alphorn sowie einem Apéro in der Mittelstation Chrindi.Der Tourismus sei generell auf gutes Marketing angewiesen. Aber kleineren Unternehmen, und dazu gehörten auch die Stockhornbahnen, würden die Mittel fehlen, um mit der grossen Kelle anrichten zu können, erklärt Jost. «Umso mehr sind aussergewöhnliche Ideen gefragt, damit auch in Zukunft die nötigen Zahlen erwirtschaftet werden können. Schade, wenn die Attraktivität dann durch allzu enges Denken beschnitten wird, und wir die Aussenbeleuchtung nicht nutzen dürfen», bedauert er den Entscheid. Man wolle «die Sache» aber nun in Frieden ruhen lassen. «Deshalb haben wir nebst dem Statthalter sogar noch Vertreter der Einsprecher zum Apéro eingeladen», fügt er an.
Der Verwaltungsratspräsident Othmar Tschabold zeigte sich am Anlass gleicher Meinung: «Ein grosses Unternehmen hätte den Entscheid wohl bis vor Bundesgericht angefochten. Wir geben uns geschlagen und konzentrieren uns auf die Zukunft mit unseren Möglichkeiten. Das Felsengrotto mit den Aussichtsfenstern ist auch so einzigartig.»
Bis am 3. November
Die Saison dauert am Stockhorn noch bis zum 3. November. Für die Wintersaison wurde ein neues Ski-Abonnement mit vier weiteren Anbietern erarbeitet: der 5X5 Schneespass. Im nächsten Mai starten die Stockhorn-, Niesen- und Niederhornbahnen mit einer gemeinsamen günstigen Frühjahrsaktion in die Sommersaison 2003.
Auskünfte: Stockhornbahn AG, Tel. 033 681 21 81 oder www. stockhorn.ch