veterano96:
Die von dir zitierten Kritikpunkte an Livigno würde ich so teilen, obwohl ich allerdings bisher nur in der schneefreien Zeit dort war.
Also zunächst mal: ich wage mal zu behaupten, einige rudimentäre Grundkenntnisse zumindest der wesentlichen Schigebiete in Italien zu haben.

Ich bin also gerne bereit dir zu helfen, muss aber noch etwas genauer wissen, worauf du wert legst. Was speziell hat dir an Gröden gefallen? Die Art der Pisten, die modernen Lifte, die Landschaft, das südtiroler Ambiente, die Unterkünfte, die Größe des Gebietes? (etc. pp).
Danach gebend gibt es natürlich sehr große Unterschiede. Beispielsweise lassen sich die meisten italienischen Schigebiete in Punkto Unterkünfte / Ambiente nicht mit dem Grödnertal vergleichen. Auch was die Lifte angeht und den Ausbauzustand der Pisten und der Beschneiung sind die Dolomiten ganz anders versorgt als die meisten anderen der von dir genannten Skiorte. Für mich persönlich zwar durchaus ein Grund, sogar teilweise eher die anderen zu bevorzugen, aber da kommt es eben ganz wesentlich auf die Prioritäten an.
Zu den genannten Orten:
Madesimo: So ziemlich der hässlichste mir bekannte Schiort! Wirklich, ich kenne ja so einige (so etwa 150?

), aber wenige die
so hässlich sind. Ausweichmöglichkeiten: mit Schigebietsverbindung nur Alpe Motta (das ist sehr nett gelegen und wesentlich ansehnlicher, aber natürlich wirklich italienisch! Mit südtiroler Flair nicht zu vergleichen und die Hotels zeichnen sich mit großer Wahrscheinlichkeit wenn überhaupt auch durch andere Qualitäten aus, als die, die man aus Südtirol und Österreich kennt). Ansonsten: ebenfalls angebunden ist Campodolcino, den Ort kannst du aber vergessen. Durchgangsort im Tal, nicht zu empfehlen. Was sich eventuell anbietet, wenn man fahren mag: am Stausse oben kurz vor dem Splügenpass gibt es nette, sehr einfache Alberghi in toller Lage und grandioser Umgebung. ÜF könnte man wohl sogar ab 20,- bis 30,- € bekommen. Hat dann aber natürlich auch nichts mit Südtirolerkomfort zu tun, sondern ist mehr Roots-Rustico-Style!
Zum Schigebiet: interessantes Schigebiet mit tollen Pisten, von der perfekten Autobahn hin bis zum Freeridesektor, interessante Mischung aus leistungsstarken Anlagen auf den Hauptachsen und der alten Freeride PB bis auf 3000m. Rückwärtiges wunderschönes Val di Lei mit interessanten Pisten, alles in allem ein meines Erachtens sehr empfehlenswertes Schigebiet mit viel Italostylte, wenn man auf sowas steht. Großartige Landschaft! Sehr wild und einsam teilweise, fast westalpin. Das Schigebiet lässt sich aber in ein bis zwei Tagen mühelos komplett abfahren! Nicht mit der Sella Ronda vergleichbar.
Berichte zu Madesimo:
http://trincerone.com/phpBB2/viewtopic.php?t=38
http://trincerone.com/phpBB2/viewtopic.php?t=206
San Martino di Castrozza:
Hübscher Ort, italienischer Klassiker (also auch nicht mit Südtirol vergleichbar, eher mit Cortina!). Grandiose Kulisse, interessant angelegtes Schigebiet, das allerdings an einem Vormittag abgefahren ist. Ergänzend Passo Rolle (ca. 20 min): kann man getrost vergessen. Ebenfalls ergänzend: Passo Valles / Falcade / Passo Pellegrino. Dies ist mit San Martino zusammen eines meiner Lieblingsschigebiete in Dolomiti Superski. KSBs auf den wichtigen Achsen, von der weiten blauen Autobahn bis zur steilen Talabfahrt viel Abwechslung, viele Pisten völlig abseits des Rests durchs Gelände. Einfachere Freeridesachen sind wohl möglich, das Gebiet ist aber wohl ähnlich wie das von San Martino auch nicht gerade prädestiniert. (Es gibt allerdings eine krass ausgesetzte Direttissima unter der Col Magherita PB, noch viel krasser ist die Rosetta (Palagruppe) Route unter der PB. Beides übersteigt meine Freeridemöglichkeiten aber um einiges).
Beide Gebiete sind nicht gerade riesig, wobei man sicher drei Tage dort gut fahren kann und sich dann auch noch Ausflüge nach Bellamonte und Predazzo (und eventuell Cavalese oder die Fassas) anbieten - alles im Skipass inklusive.
Val di Sole:
Meines Erachtens grandiose Gegend: Adamello bis 3500m mit gigantischen Gletschern, Brenta im besten Dolomiten Style! Passo Tonale mit teils westalpinem Charakter und Gletscherschigebiet, teils breiten Autobahnen, oft auch in versteckten Geländekammern.
Madonna bietet endlos viele tolle "moderne" Pisten, also gut ausgebaute Abfahrten auf Dolomitenstandard mit klasssichem Ambiete und einzigartiger Kulisse. Marilleva / Folgardia ergänzend und verbunden viele Waldhügelpisten, teilweise mit beachtlichem HU und in ihren abgelegenern Bereichen stets ohne Wartezeiten mit herrlichen leeren Pisten. Dazu - wenn mans mag - stylische Italotrashlifte. Ergänzend ist auch Pejo zu nennen, dass allerdings erst mit dem Bau des Funifors seine alte touristische Größe erreichen wird.
Alle Gebiete zusammen genommen ergeben ein Riesengebiet, dass sicher locker für eine Woche reicht, SEHR abwechslungsreich ist und viel Charme besitzt. Auch hier gilt wieder: italienischer Charme ist nicht der, den man aus Südtirol kennt, aber v.a. im Val di Sole selbst findet man durchaus auch Unterkünfte, die gehobeneren Standards entsprechen - allerdings nicht mit Liftanbindung.
Madonna bietet sicher die besten Unterkünfte, ob es wirklich teuerer als Cortina oder Wolkenstein ist, kann ich nicht beurteilen, aber günstig sind die Hotels sicher nicht. Alternativ bietet sich der Passo Tonale an, aber auch in Ponte di Legno findet man rustikale aber sehr gute Unterkpnfte zu hervorragenden Preisen. Insgesamt besticht das ganze Gebiet durch excellente Preise: das fängt beim Schipass an und endet auf der Hütte, wo man super leckere Pasta bekommt zu Preisen, die ich hier in Hannover nicht bekommen kann.
Einzige Manko: nur Hinfahren, wenn wirklich viel Schnee liegt, sonst machts keinen Spaß finde ich. Freeride geht jedenfalls am Passo Tonale sicher einiges, v.a. im Bereich Presenagletscher.
Berichte:
Tonale:
http://trincerone.com/phpBB2/viewtopic.php?t=208
Marilleva / Madonna di Campgilio:
http://trincerone.com/phpBB2/viewtopic.php?t=40
MonteRosaSKI
Könnte eine interessante Alternative für Dich sein. Sehr fire Preise, so eine der großartigsten Landschaften, die man in den Alpen findet; auch heute noch trotz Umbauten ein extremst renommiertes Freeridegebiet; aber auch im Pistenbereich sehr weitläufig; urige authentische Unterkünfte von solider Qualität zu fairen Preisen.
Bericht:
Wenn du Fragen hast: stets gern!