Stefan
Alpspitze (2628m)
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CHRONIK
Schneechaos: Eisenerz ist isoliert
Die steirische SPÖ fordert, dass die Mehrkosten stark betroffener Gemeinden vom Katastrophenfonds abgegolten werden.
Rund 5.800 Einwohner der obersteirischen Stadt Eisenerz im Bezirk Leoben waren am Donnerstag nach Lawinenabgängen völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrt über das Präbichl nach Eisenerz musste sogar schon am Vorabend gesperrt werden. Donnerstag früh war dann auch die Eisenbundesstraße (B115) von Hieflau kommend dicht. "Wir harren aus", hieß es von Seiten des Bürgermeisters Gerhard Freiinger. Erst wenn sich das Wetter bessere, könnten Erkundungsflüge durchgeführt werden.
Einwohner können sich frei bewegen
"Es ist ähnlich wie beim letzten Mal Anfang Februar", schilderte Freiinger. "Wir sind mit der Situation also schon vertraut". Es gebe zwar kein Rein- oder Rauskommen, aber innerhalb des Ortes könnten sich die Bewohner nach enormen Räumungsarbeiten ("Eigentlich wissen wir nicht mehr, wohin damit") einigermaßen frei bewegen. "Wir haben zum Glück im Vorhinein, ohne zu wissen, was auf uns zukommt, viel in dem Bereich Schneeräumung sowie Vorsorge an technischem Gerät investiert. Das war ein Vorteil", so der Bürgermeister.
Ausnahmezustand
Auswärtige Berufstätige und Schüler seien von den Straßensperren rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden. Wer also nicht in die Arbeit oder Schule gehen konnte, galt automatisch als entschuldigt. Wie lange der "Ausnahmezustand" anhalten würde, konnte Donnerstagmittag noch niemand seriös sagen. Ein Hubschrauber für Erkundungsflüge war angefordert worden, damit entsprechende Lawinensprengungen durchgeführt werden können. "Wir hoffen, dass wir am Freitag wieder frei sind", so Freiinger.
Schnee wird zum Politikum
Der heuer in der Obersteiermark besonders extreme Winter und die damit verbundenen finanziellen Belastungen für den Winterdienst haben - auch im Lichte der Gemeinderatswahl am kommenden Sonntag - auch eine politische Dimension: Der steirische SPÖ-Vorsitzender Franz Voves forderte am Donnerstag, dass die durch das Schneechaos verursachten Mehrkosten für stark betroffene Gemeinden mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds abgegolten werden sollen.
Entspannung der Situation im Ländle
Die Sperre der Arlberg-Passstraße (B197) zwischen Alpe Rauz und St. Christoph konnte am späten Donnerstagvormittag wieder aufgehoben werden. Damit waren in Vorarlberg bis auf die im Winter generell nicht befahrbaren Straßen alle Verbindungen wieder für den Verkehr frei gegeben.
Niederösterreich
Von einem neuerlichen Wintereinbruch war in der Nacht auf Donnerstag in Niederösterreich vor allem der Süden des Landes betroffen. So wurden nach Angaben des Landespressedienstes aus dem Bezirk Neunkirchen bis zu 50 Zentimetzer Neuschnee gemeldet. Im Alpenvorland waren es bis zu 25, im Waldviertel zehn Zentimeter.
Im Bezirk Amstetten musste die L98 im Abschnitt Kripp - St. Georgen am Reith wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Vor allem im Wald- und Weinviertel sowie im Voralpengebiet waren nach wie vor leichte Schneeverwehungen möglich.