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Marketing - Kosten und Sinn

Mt. Cervino

Aconcagua (6960m)
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gerrit schrieb:
Übrigens: der Geschäftszweck der Firma Red Bull ist ausdrücklich die VERMARKTUNG des Getränks Red Bull, nicht dessen Herstellung oder Abfüllung.
Richtig. Was man auch daran sieht, dass Red Bull mehr als 1/3 seines Umatzes für Marketing ausgibt. Das sind bei 4,253 Mrd Jahresumsatz in 2011 mehr als 1 Mrd Euro für Marketing. Ein wirklich außergewöhnlich hoher Wert für ein etabliertes Unternehmen...
 
Damit hier nicht mit falschen Tatsachen diskutiert werden muss:

1. "Vermarktung" heißt nicht "Marketing", sondern Verkauf. "Vermarktung" ist somit Zweck jedes (produzierenden) Unternehmens, wie will es denn sonst Umsätze machen? :roll:
2. 1/3 des Umsatzes für Marketing auszugeben ist für einen Konsumgüterhersteller alles andere als ungewöhnlich.
 
Übrigens: der Geschäftszweck der Firma Red Bull ist ausdrücklich die VERMARKTUNG des Getränks Red Bull, nicht dessen Herstellung oder Abfüllung.
Das ist genau richtig. Produziert wird Red Bull in der Fruchtsaftfabrik Rauch in Rankweil / Vorarlberg, darum hat der Vettel auch einen Rauch Sticker am Rennoverall.
Ob die Idee geklaut war: Keine Ahnung, aber eine Idee haben und sie auch dann mal mindestens zu probieren sind dann zwei paar Schuh.
 
thun schrieb:
1/3 des Umsatzes für Marketing auszugeben ist für einen Konsumgüterhersteller alles andere als ungewöhnlich.
In dem Falle aber vermutlich nötig damit das Finanzamt nicht zuviel von den Überschüssen wegfrißt; leider gibt´s im Finanzrecht keine Obergrenze für Marketing - oder Sponsoringaufwendungen um solch "steuerschonendes" Verhalten zu verhindern.
 
Leider ist gut - im Fall von Red Bull werden dadurch ein Haufen Randsportarten gefördert :!:
 
Das ist doch absoluter Quatsch und hat mit der Thematik rein gar nichts zu tun, Petz. :roll:

Vergleicht doch mal, was andere große Konsumgüterunternehmen prozentual für Werbung aufwenden, ich gehe jede Wette ein, dass viele in einem ähnlichem Bereich wie Red Bull liegen. Der Unterschied ist, dass Red Bull keine (oder sehr wenig) "klassische" Werbung (TV-Spots, Anzeigen, etc.) macht, sondern vor allem Sportsponsoring betreibt. Das Ziel ist aber das selbe.
Im Konsumgüterbereich ist halt umfangreiches Marketing und die konstante Erinnerung der Käufer an die Marke absolut notwendig - und zwar nicht nur bei Energydrinks, sondern auch Babynahrung, Taschentüchern und allem anderen.
 
Zum Vergleich Coca-Cola:

Umsatzerlöse 46,5 Mrd. USD
Wareneinsatz 18,2 Mrd
Bruttoertrag _ 28,3 Mrd
Kosten für __ 17,4 Mrd ___ Verkauf/Marketing und Geschäftsbetrieb
sonst. Kosten 0,7 Mrd
Ergebnis der _ 10,2 Mrd ___ gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
 
thun schrieb:
Vergleicht doch mal, was andere große Konsumgüterunternehmen prozentual für Werbung aufwenden, ich gehe jede Wette ein, dass viele in einem ähnlichem Bereich wie Red Bull liegen.

:nein:
Nope, da is Red Bull meines Wissens alleine auf weiter Flur. Lass mich aber gerne eines besseren belehren. Glaub aber man kann sich die Sucharbeit sparen. :wink:
 
^^Nö, das stimmt schon.
Schaust du dir bspw. mal die Zahlen von Beiersdorf (Nivea, Tesa,...) an, liegt die Range sogar noch höher.

Generell macht bei einzelnen Produktgruppen im Konsumerbereich der Anteil der Marketingkosten bis zu 80 % der Produktkosten aus.
 
Marketingaufwand 1/3 vom Umsatz und
Marketingkosten bis zu 80 % der Produktkosten sind aber zwei verschiedene paar Schuhe. :wink:

Beiersdorf:
Umsatz 2011: 5,633 Mrd; Werbung/Marketing 1,422 Mrd
Kannst gerne weitersuchen, ist aber verlorene Zeit, vertrau mir einfach. :wink: (wenn die 1/3 Relation bei Red Bull wirklich stimmt; stand ja vor kurzem mal in der Presse, also sollte es schon grob stimmen.)
 
Rechne den Vertrieb noch mit dazu und du kommst auf das Drittel. :ja:
Klick

Marketingkosten bis zu 80 % der Produktkosten sind aber zwei verschiedene paar Schuhe.

Schon klar, sollte nur verdeutlichen das Marketing jetzt nicht mit Portokasse gleichzusetzen ist. :wink:
 
Beispiel Babynahrung - Hipp GmbH & Co. Vertrieb KG, München (auf http://www.bundesanzeiger.de einsehbar)

343,8 Mio Umsatzerlöse
232,0 Mio Materialaufwand und bezogene Waren
111,8 Mio Rohertrag
_12,5 Mio Löhne und Gehälter
_ 2,6 Mio Sozialaufwendungen
_ 1,6 Mio Abschreibungen
_88,5 Mio sonstige betriebliche Aufwendungen = Marketing, Werbung, Vertrieb
_ 6,6 Mio EBIT

Marketing, Werbung, Vertrieb = über 25% des Gesamtumsatzes
Marketing, Werbung, Vertrieb = 38% des Wareneinkaufwertes
Marketing, Werbung, Vertrieb = 79% des Rohertrages, Personalkosten nur ca. 15%
 
Pistencruiser schrieb:
Rechne den Vertrieb noch mit dazu und du kommst auf das Drittel. :ja:

Jaaaaa gut, dann wirds schon hinkommen.
Aber bei RB sollens ja 1/3 reine Marketingkosten sein.
 
chianti schrieb:
_88,5 Mio sonstige betriebliche Aufwendungen = Marketing, Werbung, Vertrieb
:nein:
In den sonst. betrieblichen Aufwendungen, sind dann schon noch 1 oder 2 andere Dinge dabei als Marketing, Werbung, Vertrieb.

Irgendwie simma jetzt ziemlich off topic hier. :biggrin:
 
mightyjust schrieb:
Leider ist gut - im Fall von Red Bull werden dadurch ein Haufen Randsportarten gefördert :!:
Für die Marke Red Bull selbst bräuchte Matteschitz mittlerweile kaum noch Werbung machen denn die verkauft sich praktisch von selbst - auch mangels vom Verbraucher akzeptierter Konkurrenz. Deshalb kann bzw. muß er sich praktisch leisten umfangreiches Sponsoring zu betreiben; ich finde aber gut das Matteschitz sein Engagement gerade auf Bereiche zielt die sonst im Dornröschenschlaf dahindämmern würden.
 
Petz schrieb:
[...] ich finde aber gut das Matteschitz sein Engagement gerade auf Bereiche zielt die sonst im Dornröschenschlaf dahindämmern würden.
Zum Beispiel solche unbeachteten Sportarten wie Fußball oder die Formel 1?
 
Ich glaube, deine Ansicht greift viel zu kurz, Petz.
Gundsätzlich müssen auch etablierte Konsumgütermarken ständig Werbung machen - Red Bull genauso wie Coca-Cola und Tempo. Nur differenziert sich Red Bull durch das umfangreiche Sponsoring, statt Geld in Weihnachtstrucks oder ähnliches zu pumpen. Der einzige Zweck ist es, die Marke und ihre Werte in Erinnerung zu halten (wozu im Fall von Red Bull das Sponsoring von Extremsport tatsächlich wesentlich geeigneter ist als klassische Werbung) und so die Absatzzahlen zu fördern - also genau das zu leisten, das andere Unternehmen mit "klassischer" Werbung machen. Red Bull hat das genauso nötig wie andere, geht aber einen anderen, für das Produktimage wesentlich besseren Weg.
 
Stimme ich Dir volkommen zu. Vor allem ist Red Bull ja erst durch die üppigen Marketingbudgets so erfolgreich geworden. Würde man das nun stoppen und redizieren würde sicherlich mittlefristig auch der Absatz wieder zurückgehen.
Coca Cola ist ja auch ein ähnliches Beispiel: Die Produkte kennt jeder auf der ganzen Welt. Das Unternehmen hat ein großes Marketingbudget und bertreibt seit Jahrzehnten viel Werbung und ist damit extrem erfolgreich. Würde man die Werbung runterfahren würde sich das auch recht schnell auf den Absatz auswirken.
 
thun schrieb:
Grundsätzlich müssen auch etablierte Konsumgütermarken ständig Werbung machen - Red Bull genauso wie Coca-Cola und Tempo.
Klar und vor allem in den ersten Jahren setzte Red Bull ja auch auf ne direkte Form von Werbung u. a. mit häufigen Fernsehspots; meine Anmerkung bez. "Selbstverkauf" sollte sich eigentlich darauf beziehen das mittlerweile eben die direkte Werbung nicht mehr erforderlich scheint und man sich deshalb auf´s Sponsoring konzentrieren kann.
 
In den ersten Jahren hat Red Bull überhaupt keine Fernsehwerbung gemacht - viel zu teuer und viel zu große Streuverluste.

Der Ruf von Red Bull hatte sich bereits dadurch etabliert, dass es zu Beginn - wir schreiben Anfang der 90er Jahre, als Österreich noch kein EU-Mitglied war! - nur in A und danach in H erhältlich war (wegen dem "gefährlichen" Taurin) und man als nachts durchlernender (oder so ähnlich) Student gut dran war, wenn man Kontakte zu Kommilitonen in Passau hatte, die es nicht weit zum Einkaufen hatten und für Nachschub sorgen konnten ... Red Bull war in D bei Markteintritt bereits so bekannt, dass die Regale leergekauft wurden.

Die erste größere Werbeaktion waren die Flugtage: wenig Budget, Spaß und Medienberichterstattung. Viel später erst kamen die TV-Spots (ich glaube mich zu erinnern, dass die sogar erst nur im Kino liefen - da saß ja schließlich die Primärzielgruppe).

Mit der Internationalisierung kamen dann Extrem- und Spektakelsport dazu - und für den Weltmarkt logischerweise Formel 1.

Hier ein Überblick: http://www.wolfganghirn.com/wp-content/uploads/2009/03/red-bull-analyse.pdf
 
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