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Materialseilbahnen in Deutschland ???

Habe die Tage im Hauptbahnhof in einem Buch über den Braunkohleabbau in unserer Region gelesen.

Und so gab es im Bereich Hürth-Berrenrath eine Materialseilbahn.
Angeblich soll es noch irgendwo mal eine gegeben haben.
Übrig geblieben ist davon leider nix :(
Weiss jemand vielleicht mehr dazu ?

Anbei ein Foto, das ich auf einer Eisenbahn-Ausstellung der Rheinbraun abfotografiert hatte.
 
Anonymous schrieb:
hi
die dossenheimer bahn fährt definitiv nicht mehr da herr albert vatter seinen porphyrbruch zum 1.1.2003 mangels weiterer abbaugenehmigung schliessen musste. dort beginnt nun die regenerierung und der abbau der seilbahn!
Im Donautal bei Blaubeuren gabs keine Bahn. Hingegen gleich 2 im Blautal ;-) Die eine wurde schon vor ca. 10 Jahren abgebaut und gehörte der Firma Heidelberger Zement (wie auch die Bahn in Leimen => eine der größten Deutschlands). Die 2. Bahn gehörte zum Steinbruch der Firma Eduard Merkle und wurde durch ein Förderband ersetzt, da man einen anderen Vorbrecher hat, welcher geringere Korngrößen zulässt!

hmm... da stellen sich mir ziemlich viel fragen... welches Blaubeuren im Donautal meinst du? Ich jedenfalls wohne unter der Woche in Blaubeuren / Ulm im Blautal und dort gab es eine Materialseilbahn. Hab erst letzte Woche noch ne Gondel als Denkmal gefunden. Ob das jetzt die Seilbahn von Meckle (Blaubeuren) oder der Heidelberger Steinbrücke (auch Blaubeuren) weiß, weiß ich leider nicht. Jedenfalls hast du da einiges durcheinander gebracht. Sowohl Meckle als auch die Heidelberger Zementwerke sind in Blaubeuren bei Ulm (im Donautal gibts kein Blaubeuren).
 
Die Bahn in Dotternhausen hatte auch einen Vorgänger der wohl viel länger war:

Wikipedia:

....

Seit 1908 wird auf dem Plettenberg Kalkstein zur Zementproduktion gewonnen. Das aus dem Berg gewonnene Gestein wurde ab 1909 mit einer Drahtseilbahn nach Balingen zur dortigen Balinger Cementfabrik transportiert. Dieses Werk musste im Jahr 1926 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aufgegeben werden, infolgedessen wurden auch die Arbeiten im Kalksteinbruch vorläufig beendet. Die Drahtseilbahn nach Balingen wurde abgebaut. Von ihr zeugen noch ein Mastfundament am Nordhang Richtung Roßwangen.

Im Jahre 1939 wurde in Dotternhausen das Portlandzementwerk Rudolf Rohrbach KG erbaut, welche den Steinbruch übernahm und den Kalksteinabbau wieder aufnahm. Die heutige Holcim AG, bis 2002 Rohrbach-Zement GmbH & Co. KG, betreibt diesen Steinbruch bis heute für die Zementproduktion. Der Kalkstein Weißer Jura wird hier aus dem Berg gesprengt, zerkleinert und mit einer 2,3 Kilometer langen Materialseilbahn nach Dotternhausen transportiert. Täglich werden hier 3000 Tonnen Kalkstein gewonnen.

Die Materialseilbahn für den Transport des Kalksteins wurde im Jahr 1942 erbaut und 1971 modernisiert. Sie verläuft von der Westseite des Plettenbergs bis in das Zementwerk in Dotternhausen und überquert dabei unter anderem die Bundesstraße 27. Es handelt es sich um eine Waggonrundlaufseilbahn mit 65 Lorenwagen, welche jeweils ein Fassungsvermögen von 1,7 Tonnen haben.

Bilder vom Plettenberg und der Bergstation
http://www.kpkproject.de/walk/kpk45.htm

Wenn der Abbau mal eingestellt werden sollte, sollte man die Fa. Holcim verpflichten den Berg oben zu renaturieren (wie nach dem Braunkohleabbau im Osten) und ein Skigebietle a la Oberwiesenthal anzulegen....
 
Am Osser im bayr. Wald steht auch eine; allerdings nur ´ne kleine zur Hütte.
 
Naja, von den kleineren Versorgungsmaterialseilbahnen zu Berghütten o.ä. gibt es doch recht viele...
 
der Stütze nach steht am Hochfelln eine Neuere Anlage ...

v62qkw.jpg


links die Bergstation der 2. Sektion
 
Die Materialbahn auf den Felln wurde im letzten Winter komplett zerstört und wird im Moment wieder neu Aufgebaut.
 
Auf der Website von Eschenlohe (in Oberbayern, bei der Autobahn A95, letzte Ausfahrt vor Garmisch-Partenkirchen) finden sich Informationen über eine inzwischen nicht mehr existierende Materialseilbahn:

http://www.eschenlohe.de/gemeinde/sights.html

Anscheinend wurde sie um 1930 herum gebaut und dann Ende 2000 abgerissen. Sie gehörte zum Hartsteinwerk Werdenfels, welches wohl aus Naturschutzgründen dichtgemacht wurde: http://www.mineralienfreunde.de/archiv/10eschenlohe.html

Hier finden sich auch einige technische Eckdaten zu der Bahn: http://www.geoberg.de/text/mining/04091501.php
 
Hi, hab letzte Woche rein zufällig in einem Antiquariat ein Buch über frühe Industrie ergattert, da steht was von einem ehemaligen Kochler Bergwerk , die Fa. Pohlig aus Köln hatte eine Materialseilbahn dafür aufgestellt, die führte ca. 7 km nach Ohlstadt. Sowas 1925 stand diese Bahn dann still- und sie wurde später ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut ... ich bin mir ziemlich sicher - von der Lage war das mit Sicherheit diese ehemalige Eschenloher Bahn, die einzige Bahn dieser Art die unter eine Autobahnbrücke durchfuhr. Die Autobahn wurde aber erst ziemlich spät gebaut, früher mußte man die Landstrasse nach Garmisch fahren, da fuhr man direkt an der Talstation vorbei. Die war links von der Strasse ( landeinwärts gesehen), und die Bahn fuhr über die Strasse- unter der Bahn war ein Schutznetz.
Wenn mich nicht alles täuscht, so eine MSB dieser Art gabs im deutschen Alpenraum nur hier.

Dieses Buch ist in meinem Auto, da iss auch ein Uralt Bild drinnen, wie die Kochler Material Bahn früher verlief. Das werd ich mal holen und hier reinstellen.
 
Ah, wusste gar nicht dass die früher woanders stand? Ich meine allerdings dass der Hersteller der Eschenloher MSB aus Leipzig gewesen wäre... Aber mich interessiert mal das Foto von der Kocheler Bahn; das würde die Frage beantworten, ob das dieselbe ist.
 
Ja die Fotos hab ich jetz aus diesem Buch herausfotografiert.
Inbetriebnahme August 1918 ( nach Plänen von 1913)- von Kochel nach Großweil . Bahn vom Kölner Seilbahnunternehmen Pohlig. ca. 6 km lang.67 Stützen bis zu 10 m Höhe standen im Moorgebiet. Antrieb elektrisch, Strom kam von Dampfmaschinen.
Vor der Seilbahn fuhr man mit Pferde und Ochsenfuhrwerken 8 km zum Bahnhof Kochel.

Bahn war dann seit 1925 Außer Betrieb, und 1936 wurde sie als Sicherheitsrisiko sowie ``landschaftsstörendes Element ``eingestuft. 1939 - 1942 Demontage, und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Leider steht da nicht mehr über diese Bahn was danach geschah, aber ich denk mal daß das dann die Eschenloher Bahn war, die Entfernung Eschenlohe- Großweil sind ja nur wenige Kilometer. Und günstiger gehts ja eigentlich nicht.

Sollte es jetz zwischen den beiden Berichten zu Abweichungen gekommen sein, die letzten Worte sind jetz direkt aus diesem Buch rausgeschrieben, das andere war aus meinem Gedächtnis ...

5dtpwo.jpg


hier sieht man sehr schön die Strecke

2qasg3r.jpg


das einzigste Bild dieser Bahn, leider ohne Fahrbetriebsmittel ; vermutlich stand diese Bahn zu dieser Zeit bereits still.
 
Danke für die Bilder. Die Stützen sehen denen der Eschenloher MSB schon echt ähnlich. Aber das heißt eigentlich nix. Fachwerkstützen gibts viele, und sie sind nicht exakt gleich, wenn man sich auf http://www.mineralienfreunde.de/archiv/10eschenlohe.html einmal die Stützen vergleichsweise ansieht. Schade dass man keine Gondel auf dem Bild sieht; die wären uU etwas markanter. Trotzdem interessante Bilder, v.a. die Trassenansicht...
 
Hi, Bitteschön - wenn s Euch nur gefällt, dann passt `s ja. An dieses einseitige Stützenjoch kann ich mich auch noch erinnern, vermutlich hat ma das zu Anfangszeiten nicht gebraucht. Das war übrigens bei der Patscherkofelbahn als PB früher auch einseitig, und mittlerweile beidseitig. Warum man das früher anders machte -- ich weiß es auch nicht. Genauso Sesselbahnen, sowas wurde bei den meisten später überall draufgebaut. Bestes Beispiel, die Finstermünzbahn am Brauneck mit ihren Schwestern in der Christlum und Asitz ... die warn alle baugleich.
 
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