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Maximale Neigung bei Sesselliften

flauschiges Murmele

Großer Müggelberg (115m)
Registriert
02. Okt. 2009
Beiträge
262
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0
Mal ne Frage an die Seilbahntechniker hier, wie steil kann man prinzipiell einen Sessellift bauen? Generell, wovon hängt es ab, wie groß die maximale Neigung der Trasse sein darf? Schätze mal, die Anzahl der FBM's, die Länge der geneigten Strecke und die damit verbundene Seilspannung spielen hier eine wesentliche Rolle...

Hat jemand Beispiele für besonders steile Sessellifte?
 
Meinst Du hiermit die Durchschnittliche Neigung über die gesamte Länge oder die maximale Neigung auf einem Teilstück?

Mir fallen hier spontan ein:
St. Anton - Schindlergratbahn:
http://www.lift-world.info/de/lifts/3029/datas.htm
Mittlere Neigung 46,20 %
Größte Neigung 89,40 %

Ischgl - Bodenalpbahn
Mittlere Neigung 49,10 %
Größte Neigung 87,0 %

St. Anton - Albonabahn 2:
Mittlere Neigung 36,8 %
Größte Neigung 103,2 %

Silveratte Montafon - Garfrescha 2
Mittlere Neigung 51,40 %
Größte Neigung 81,60 %

Gruß, Jens
 
Ich hätte noch:

Mayrhofen - 6 cld/b Knorren
Mittlere Neigung 39,4 %
Größte Neigung 90,52 %

(Quelle: Lift- World)
 
Die Frage ist nicht nur, wieviel technisch möglich ist, sondern wieviel erlaubt. In Italien z.B. ist bei 100% Schluß (für Sessellifte), in Österreich scheint das nicht zu gelten wenn das mit der Albonabahn stimmt...
Technisch kann man sich ausrechnen daß man bei sehr großen Steigungen zumindest auch immer längere Gehängearme brauchen würde, was bei Steigungen knapp unter 90° dann natürlich irgendwann gegen unendlich gehen würde :D
 
Portes du soleil
4SB Pas de Chavanette, max. 88.5%
3SB Brocheaux, max. 87%
6KSB Chaux des Rosées, max. 95%
DSB Rochassons, max. 89%
4SB Plaine Dranse, max. 93%
6KSB Pré de la Joux, max. 91%
 
3-CLF Kammerkörbahn (Steinplatte): max. Neigung 98%
2-CLF Gamsleitenbahn II (Obertauern): max. Neigung 96%
 
Auszug aus 743.121.1, der Schweizerischen

Verordnung über die Sicherheitsanforderungen an Umlaufbahnen mit kuppelbaren Klemmen
(Umlaufbahnverordnung) vom 11. April 1986 (Stand am 7. Mai 2004)


316 Grösste Seilneigung

Die grösste Trag- oder Förderseilneigung darf 0,785 rad (45°) nicht übersteigen.



GMD schrieb:
Portes du soleil
4SB Pas de Chavanette, max. 88.5%
3SB Brocheaux, max. 87%
6KSB Chaux des Rosées, max. 95%
DSB Rochassons, max. 89%
4SB Plaine Dranse, max. 93%
6KSB Pré de la Joux, max. 91%
Die kenn ich alle, deren Steilheit ist mir jedoch noch nie besonders aufgefallen.

N.B.: 45 ° entspricht 100 % Steigung.
 
Danke erstamal für die zahlreichen Antworten.
@ Jens: mir ging es hier um die maximale Neigung eines Teilstücks - interessant übrigens dass Albona II tatsächlich über 100% hat! Schade auch dass sie diesen Sommer wohl weg kommt.

Dass es tatsächlich eine gesetzliche Begrenzung gibt hätte ich fast vermutet, nicht aber dass sie bereits bei 100% Steigung ist. Spasseshalber hab ich mal eben ausgerechnet, was so ein 08/15 Gehänge theoretisch packt, wenn:
# der Bügel noch frei unterm Tragseil schwingen können soll, ohne es zu berühren
# der Abstand Bügeldrehachse-Klemme genau doppelt so groß ist wie der Abstand Bügeldrehachse-Fußraste
# die Drehachse des Bügels (der Einfachheit halber) genau senkrecht unter der Klemme hängt.
Das Ergebniss sind zunächst sensationelle 173,2%, wobei davon noch einiges abgezogen werden muss, da zum einen die Rollenbatterien den Spielraum nochmal um ca. den Rollendurchmesser verkürzen, und zum anderen bei Wind noch ein gewisser Sicherheitsabstand bleiben muss.
Vermutlich wird dann nicht viel mehr als 120% (=~50°) übrigbleiben. Vielleicht auch etwas mehr, da die Bügelachse zumeist doch eher hinter der Senkrechten liegt.

Interssant wär auch mal zu wissen, was eine Klemme so an Zugbelastung in Seilrichtung packt...
 
Bei einem 8er Sessel ca. 2500 [daN] wenn ich mich richtig erinnere, irgendwo wurde ein Wert in diesem Bereich bei Remontées Mécaniques erwähnt. Ist in den obig zitierten Vorschriften irgendwo aufgeführt.

Für sämtliche Bahnen ist eine minimale Längs- und Querpendelfreiheit zwingend vorgeschrieben.
 
flauschiges Murmele schrieb:
Danke erstamal für die zahlreichen Antworten.
@ Jens: mir ging es hier um die maximale Neigung eines Teilstücks - interessant übrigens dass Albona II tatsächlich über 100% hat! Schade auch dass sie diesen Sommer wohl weg kommt.

Wobei ich mich schon frage, ob der Wert stimmt - er stammt ja "nur" aus lift-world.
Ich bin den Sessel gerade von 2 Wochen noch gefahren - ich kann mich hier nicht an ein besonderes Steilstück erinnern...

Ist halt die Frage, wo diese 103% herkommen - sind das offizielle angaben, oder hat das jemand gemessen?

Gruß, Jens
 
Das Steilstück ist zwischen Stütze 8 und 10. Da geht es zunächst auf Höhe des Lüftungsschachtes relativ eben dahin, dann kommt eine Klippe, wo der Lift kurze Zeit seine maximale Neigung erreicht.
 
Also mit fällt auf die schnelle noch die 4KSB/B Roßkar in Obergurgl ein:
Größte Neigung 101,9 %
Die Bahn hat glaub ich einen verlängerten Gehängearm, also ich empfinde die Bahn schon als ziemlich Steil!
 
Sorry wenn meine Frage hier nicht ganz reinpasst, da ich kein Topic über besondere Sessellifte gefunden habe, aber wofür ist dieses Fundament so konstruiert?
IMG_1716.JPG
 
Mr. X schrieb:
Sorry wenn meine Frage hier nicht ganz reinpasst, da ich kein Topic über besondere Sessellifte gefunden habe, aber wofür ist dieses Fundament so konstruiert? IMG_1716.JPG

Meist wegen Lawinen, die von rechts Oben kommen könnten. Einen anderen Grund müsste ich selber Raten, müsste es aber sein.
 
Back to topic, nachdem die Frage schon geklärt wurde.

Das Problem an der maximalen Steigung sind nicht nur das FBM bzw. die Klemme, sondern auch die Lastverhältnisse an den Robas. Je mehr die Seillinie in die Senkrechte geht, desto weniger Vertikaldruck lastet auf den Rollen. Das wird dann bei Seitenwind problematisch.
 
stephezapo schrieb:
Das Problem an der maximalen Steigung sind nicht nur das FBM bzw. die Klemme, sondern auch die Lastverhältnisse an den Robas. Je mehr die Seillinie in die Senkrechte geht, desto weniger Vertikaldruck lastet auf den Rollen. Das wird dann bei Seitenwind problematisch.

Kann man das nicht mit Wechsellastrobas lösen, also wo das Seil von oben und unten zwischen den Rollen eingeschlossen wird?
 
Wechsellastbatterien sind aber auch nicht dafür gedacht, das Seil gegen zur Seite wirkende Kräfte auf Spur zu halten.
 
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