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Meinung über Einheimischen Tarife

wer das jetzt falsch versteht soll sich einfach noch mal die piefke-sage (am besten 1 bis 4 *gg*) anschaun - in der ja nicht nur die deutschen, sondern auch die österreicher vera***** werden.

Das kann ich allerdings auch nur empfehlen, v.a. Teil 1 ist jawohl so unglaublich treffend. Allein diese verbreitete Ansicht, man könne, wenn man geschickt genug ist, heimlich Vesperbrote vom Buffet stehlen und was da für ein Sport draus geworden ist. Zum Totlachen, wenn man es mal ehrlich betrachtet.

Ich kann bestimmte Ressentiments, die Einheimische gegenüber Gästen aus Deutschland haben, in vielen Punkten sehr gut verstehen - auch wenn ich diesen Zustand bedaure.
 
Ich nicht.
Ressentiments sind ein Zeichen von Intoleranz, Selbstgefälligkeit, Pauschalisierung und Unaufgeklärtheit.
Und wer Ressentiments auch noch bewusst hegt und pflegt, ist ein Chauvinist.

Und jetzt zurück zum Thema Einheimischentarif.
 
Nö, nimm doch ma n Extrembeispiel da wirds deutlich: Ressentiments gegen NeoNazis (habe ich z.B. ziemlich große!). Zeichen von Intoleranz und Unaufgeklärtheit? Will ich mal sehen, wer das ernsthaft vertritt!

Das Ressentiments das was du gesagt hast sein können bestreite ich ja nicht. Aber sie können auch auf negativen Erfahrungen beruhen, und das scheint mir hier doch wohl naheliegender zu sein.
 
1. Bei Neonazis pflege ich keine Ressentiments, sondern totale Ablehnung. Ist etwas unglücklich gewählt, dein Extrembeispiel, denn die Gruppe der Neonazis ist per Definition ablehnungswert.

2. Negative Erfahrungen sind Einzelerfahrungen. Daraus Ressentiments gegen eine ganze Gruppe abzuleiten bedeutet Pauschalisierung und resultiert aus Unaufgeklärtheit.
 
zu 1.: Gut, ist dann aber eine semiotische Frage, da in unserem Fall die Signifikaten des Signifikanten "Ressentiment" inkongruent sind (deiner ist der ursprünglichen Wortbedeutung näher, meiner der umgangssprachlich verbreiteten). Insofern nicht weiter zu erörtern.

zu 2.: Relevant ist nicht die Einzelerfahrung, sondern die Summe der Einzelerfahrungen. Eine solche ist Grundlage statistischer Erhebungen und gerade auch in Form der Verallgemeinerung, des intelligenten Denkens (Schließen aus Erfahrung auf neue Sachverhalte: z.B. Menschen in der U-Bahn mögen Drängeln nicht -> an der Supermarktkasse würd es wohl ähnlich sein - dazu muss ich es aber nicht dort auch ausprobieren oder jeden einzlenen fragen). Die Gefahr von Verallgemeinerungen liegt in falsch interpretierten Erfahrungen, nicht ausreichenden Erfahrungen und unzulässigen Schlüssen. Deshalb wär sowas wie "alle Polen klauen gern" Schwachsinn, weil in Prämisse und Schluss unzulässig. Jemandem der hingegen fünf Jahre lang in einem 5-Sterne Hotel in St. Anton gearbeitet hat, traue ich durchaus zu, sich eine eigene Meinung über allgemein übliche Verhaltensweisen der deutschen Oberklasse zu bilden.

Ich will das aber hier jetzt nicht vertiefen, auch wenn das an für sich eine sehr interessante Diskussion ist. Veralllgemeinerungen werden oft als etwas Negatives betrachtet, dabei ist es erst ihr Missbrauch, der gefährlich ist.
 
Langsam wird das Ganze hier wirklich extrem :offtopic:
Jemandem der hingegen fünf Jahre lang in einem 5-Sterne Hotel in St. Anton gearbeitet hat, traue ich durchaus zu, sich eine eigene Meinung über allgemein übliche Verhaltensweisen der deutschen Oberklasse zu bilden.
Fakt ist nun einmal, dass es die deutsche Oberklasse genau so wenig gibt wie die Polen oder die Russen.
Wenn mir in einer Reportage zur ärztlichen Betreuung in österreichischen Urlaubsorten alle drei interviewten Ärzte (also 100%) erklären, das es für sie selbstverständlich ist, dass deutsche Touristen alle Rechnungsbeträge bar bezahlen und dass sie Behandlungen auf Auslandskrankenschein bzw. -karte generell ablehnen, so sind das für mich auch nicht die österreichischen Ärzte, sondern ein Klüngel, welcher jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.
Was ich damit sagen will - es gibt überall "Solche und Solche" - unter Touristen genauso wie unter der angeblichen medizinischen Intelligenz, nur um dieses Beispiel anzuführen.
Zurück zum Thema: Ich finde Einheimischentarife i.O., wenn die Normaltarife nicht gerade in Wucher ausarten. Auch der Tourist hat ja Möglichkeiten, über Regionalkarten sowohl beim Skifahren als auch bei der Bahnbenutzung kräftig zu sparen. Das beste Beispiel ist für mich die Kärnten-Card in Österreich oder in Südtirol Schenna- und Meran-Card. Da bekommt man auch als Tourist sehr viel Gegenleistung für sein Geld - zumindest in den Sommermonaten.
Pendolino
 
Obwohl ich natürlich in Tirol auch von den Einheimischentarifen profitiere, find ich sie dennoch ungerecht.

Warum? Man hat keine weite Anreise und muß nicht in teuren Hotels übernachten. Somit spart man sich sowieso schon "viel Geld" und bekommt dann auch noch oft die Tageskarten entsprechend günstiger... die hier angeführten Argumente kann ich größtenteils nicht nachvollziehen ...


.. ist aber ja eh nicht überall und in einigen Gebieten ist die Ermäßigung wirklich nur marginal.. in einigen aber durchaus sehr hoch ..
 
Wobei man auch sehen muss, dass Einheimische aus dem 100-km-Umkreis eher 6mal im Jahr einen Tag fahren gehen, während die "Urlauber" eher 6 Tage am Stück kommen (wo's dann ja auch keine Einheimischen-Ermässigung mehr gibt).
Problematisch ist eben immer die Grenze. Macht man's für Vorarlberger und Tiroler (wie am Arlberg), ist der Lindauer und der St. Galler der Angeschmierte. Macht man nen 150-km-Umkreis, ist der wo 151 km weg wohnt der angeschmierte.
Vielleicht wäre ein Punktesystem für Stamm-Tagesgäste eine Idee, sodass man jede 10. Tageskarte um die Hälfte bekommt oder so, wobei die Punkte nach zwei oder drei Jahren verfallen. So würde man auch das Grenzproblem umgehen... Wie gesagt, nur so eine Gedankenspielerei.
Was allerdings wieder für Einheimischen-Tarife spricht ist, dass die Schigebiete ja auch den Steuerzahler kosten (Infrastruktur für Wasserversorgung, Abwasseraufbereitung, Verkehr, etc.). Somit könnte man argumentieren, dass einen diese Skidörfer auch schon über die Steuern was gekostet haben. Wobei natürlich die Liftgesellschaften die Tarife festsetzen und das wohl eher einen Kundenbindungs-Zweck erfüllt als den von mir genannten Steuerzweck :).
 
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