So, nun „traue“ ich mich, diese Berichte von den vier kurzen Touren letzte Woche zu posten. Ich wollte keine Werbung dafür machen, dass es in den Alpen doch noch eine EUB gibt, die trotz Corona ganz offiziell fährt und Skifahrer / Tourengeher mitnimmt. Heute ist nun aber geplanter Saisonschluss und wer das noch nutzen wollte, müsste sich beeilen.
Als ich vor knapp zwei Wochen auf der Homepage der Melchsee-Frutt las, dass die Bahn ab 13.März täglich um 8 Uhr und 17 Uhr eine Fahrt macht, ging ich davon aus, dass dies nur für die Bewohner dort oben sei (es gibt anscheinend nur einen ganzjährigen Bewohner, alle anderen seien Zweitwohnungsbesitzer), weil die Strasse erst im Mai aufgeht. Umso überraschter war ich, als ich anrief, dass sie auch Touristen befördern würden. Dies will genutzt werden, zumal die Bergfahrt mit dem Halbtaxabo gerade mal CHF 10.50 kostet. So machte ich immerhin noch vier sehr schöne Touren, ärgerte mich aber dennoch etwas, dass ich es so spät realisierte, erreiche ich die Talstation doch in lediglich einer halben Stunde.
Die 15EUB (max. 4 Personen pro Gondel) bringt einem ohne Anstrengung von 1080m.ü.M auf 1933m.ü.M. Danach geht es per Fell in rund 35min auf der gemütlich blauen Piste auf den 2168m hohen Bonistock.
Zu den Betriebszeiten fanden sich jeweils einige Leute ein.
Hier die Berichte der einzelnen Tage:
SA 4.4.20
Nachdem mein Lebenspartner auf
Brambrüesch vor zwei Tagen seine erste Tour absolvierte, ist er sofort dabei, dies zu machen. Zudem gesellt sich auch noch Graubündenfan dazu und wir treffen uns um 7.45 Uhr auf dem Parkplatz. Nebst uns sind rund 35 Skitourengeher, Schlittler, Schneeschuhläufer etc. da, die sich alle ganz vorbildlich mit grossen Abständen aufstellen und man ganz relaxt wartet, bis man an der Reihe ist. Auch der Betriebsleiter ist zugegen und bittet die Leute eindringlich, sich so zu verhalten, damit der Betrieb wie geplant bis Ostermontag aufrecht erhalten werden kann. Ist aber nicht nötig. Jeder ist sich dieser Sache bewusst und einfach nur froh, dass die Bahn fährt. So entspannt sollte das immer zu und her gehen.
Der erste Blick auf die Pisten ist verheissungsvoll: Es hat mehr Schnee als erwartet. Unten raus würden wir wohl ein paar mal über apere Stellen tappen müssen:
Kurz vor halb neun beginnen wir mit dem Aufstieg. Der Schnee ist erwartungsgemäss gefroren:
Das Gelände ist einfach, angenehm steil:
Schon bald kommt die Bergstation in Sicht:
...die wir nach nur 35min erreichen.
Mir war gar nicht mehr bewusst, wie schön die Aussicht auf Sust- und Triftgletscher und die Berner Alpen hier ist.
Und natürlich auch Richtung Pilatus und Flachland:
Netterweise sind die Bänke nur mit einem Spannset gesichert, sodass wir es uns gemütlich machen können und eine ausgedehnte Pause bis 12 Uhr geniessen, in der Hoffnung, dass die unteren Pistenteile, die nicht mehr pulvrig sind, aufweichen. Dann aber ist unsere Geduld am Ende. Los geht’s:
Wuuuuuuunderbaaaaaar. Pulverschnee!
Doch weiter unten ist es noch zu früh, der Schnee pickelhart und unangenehm holprig:
Ab Cheselen treten dann die ersten aperen Stellen auf und über die Strassen muss man vorsichtig drüber tappen.
Aber es geht ohne abzuschnallen: