Mieders: Serleslifte hängen weiter in der Schwebe
Nach einem Jahr Verhandlungen kommen die Lifte nicht zur Ruhe. Die nächsten Tage entscheiden. Wer steigt bei den Serlesbahnen ein, wer aus? Diese Fragen sind noch immer nicht geklärt.
Was passiert mit den Serlesbahnen in Mieders? Die Anwort auf diese entscheidende Frage steht seit einem Jahr aus. Nach der für die Gesellschaft schlimmen Wintersaison 2006/07 ging es in unzähligen Verhandlungen um eine neue Struktur für die Bergbahnen.
Konkursgefahr gebannt
Allgemeiner Wunsch: Die Agrargemeinschaft Mieders als größter Grundeigentümer und Betreiber der Sommerrodelbahn sollte schon vor Beginn dieser Saison einsteigen. Doch das ist bisher noch nicht der Fall.
Stattdessen musste der Tourismusverband als Gesellschafter einspringen. Eine 2006 abgegebene Haftungserklärung für einen 250.000-Euro-Kredit wurde schlagend.
"Wir haben der Gesellschaft empfohlen, die Haftung einzulösen, um die Zahlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten", erklärt Aufsichtsratschef Franz Wegscheider. Der TVB habe dafür eine Rücklage gebildet.
Auch TVB-Obmann Sepp Rettenbacher bestätigt, dass das notwendig gewesen sei, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Der TVB-Vorstand habe dem Aufsichtsrat auch einen Antrag für einen weiteren Kredit über 265.000 Euro vorgelegt.
"Das sollte eine letztmalige Zahlung sein, dann wäre die Sache für uns erledigt gewesen", spricht Rettenbacher davon, dass sich der TVB aus der Gesellschaft zurückziehen wolle.
Doch der Aufsichtsrat sah das anders. "Es geht um eine Beteiligung und die ist Sache der Vollversammlung", sieht Wegscheider das Kontrollorgan als falsche Adresse. Einig sind sich der Aufsichtsratschef und der Obmann, dass sich der Verband keine Dauerbelastung leisten könne.
Die Verantwortung für die stockenden Verhandlungen mit der Agrargemeinschaft sehen sie beim Gegenüber. Wegscheider: "Die Agrargemeinschaft versucht zu taktieren, wir wollen jetzt aber schwarz auf weiß sehen, was sie bereit ist zu tun."
Auch Rettenbacher vermutet, dass die Agrarier die Entscheidung im Streit mit der Gemeinde abwarten wollen. "Wir sind immer in der Mitte drinnen", fordert auch Rettenbacher endlich verbindliche Zusagen. Einen ersten Schritt sieht er in einem Brief des Agrar-Obmanns Gotthard Jenewein. "Aber der Vertrag fehlt immer noch."
Dafür will die Agrargemeinschaft nicht verantwortlich sein. "Ich weise jede Schuld von uns", betont Obmann Gotthard Jenewein. Ein fertiger Pachtvertrag sei "zerredet" worden.
"Die Agrar wird sicher helfen, wenn es gewünscht wird, aber gewisse Leute haben vielleicht geglaubt, sie machen es besser", mutmaßt Jenewein. Bedingung sei jedoch immer gewesen, dass zuerst die Altlasten bereinigt werden.
Gemeinde wartet ab
Abwartend gibt sich der Miederer Ortschef Ernst Leitgeb. Auch von ihm kam Kritik am Zögern der Agrargemeinschaft. Inzwischen sieht er aber Fortschritte. "Die Verhandlungen laufen."
In der kommenden Woche finden sowohl eine Vollversammlung der Agrargemeinschaft als auch eine Gemeinderatssitzung statt. Im Ortsparlament will sich Leitgeb die Zustimmung für weitere finanzielle Zuschüsse der Gemeinde holen, "wenn auch der Tourismusverband sein Paket erfüllt".
Danach sollen möglichst alle Beteiligten an einen Tisch, wünscht sich nicht nur Bürgermeister Leitgeb.