Auch ich versuchte am letzten Mittwoch, etwas von der Mondfinsternis zu sehen und begab mich hierzu in den Olympiapark in München. Wie ich schon befürchtet hatte, verdeckten einerseits die besonders im Osten hängenden Wolkenfelder den Blick und andererseits hatten MASSENWEISE andere Leute sich hier ebenfalls versammelt. Auf dem „Gipfel“ des Olympiabergs war um 21:15 Uhr kein freier Platz mehr zu haben, so dass ich mich mit meinem Stativ auf einem Ausläufer weiter nördlich postierte, wo man einen sehr guten Blick gen Osten hatte.
Da im Osten vom Mond absolut GAR NICHTS zu sehen war, schenkte ich meine Aufmerksamkeit anderen Motiven.
Mittlerweile hatte es sich auch an meinem Standort gefüllt und es war wieder interessant, wie sich manche Leute verhielten. (Zu Hause merkte ich, dass ich den Deppenmagneten nicht ausgeschalten hatte

)
Einige duckten sich unter die postierten Kameras weg oder liefen unterhalb des Hügelkamms, um die fotografierenden Leute nicht zu stören. Einzelnen aber war dies scheißegal und gerade, wenn man mal ein Bild länger belichtete, kam meist Sekunden vor dem Abschluss irgendein Trottel angelaufen und hängte seine Visage ins Blickfeld. Aber das sind wahrscheinlich diejenigen, die für ihre Nachtfotografien einfach mal schnell das Blitzlicht aufzucken lassen und so natürlich viel schneller zu guten Aufnahmen kommen...
Der Mond lies leider auf sich warten. Wenigstens war über uns der Himmel wolkenfrei, so dass es nicht regnete.
Wo bleibt er denn nur, dieser verdammte Erdtrabant?
Hier lief mir mal endlich wieder keiner vors Bild.
Es war bereits dunkel geworden. Hinter mir hatte es sich eine portugiesische Familie auf Decken gemütlich gemacht. Sie behielten ihre gute Laune, tranken Wein und Bier, machten Brotzeit, während wir Fotografen immer wieder verzweifelt den dunklen Osthimmel absuchten und die Hoffnung nicht aufgeben wollten. Aber wenigstens herrschten angenehme Temperaturen und hier oben an der frischen Luft konnte man einen neunstündigen Bürotag ganz gut ausklingen lassen.
Jetzt begann bereits die Phase, als die ersten wieder ihre Stative abbauten und die Flucht antraten. Ich lief in Gedanken auch schon zur Wohnung zurück, doch so einfach aufgeben wollte ich noch nicht. Neben mir rückten drei eifrige Jungs immer näher und einer baute sein Stativ fast direkt vor mir auf – ich hätte es am liebsten umgestoßen. Manche Leute könnt man manchmal an Ort und Stelle standrechtlich....
(Aber es sollte sich noch lohnen, in dieser Hölle der Rücksichtslosigkeit auszuharren!)
Auf der anderen Seite „der Front“ - also zu meiner Rechten (zu meiner Linken wie gesagt die immer näherrückenden Jungs) baute eine Frau ihr Stativ auf und stellte sich dann einfach direkt vor meine Kamera hin. Es ist echt ein Phänomen mit manchen Mitmenschen!
Aber irgendwie schaffte ich es, trotzdem noch freie Bahn zu haben.
Aber nach wie vor kein Mond in Sicht
Blick gen Norden
Irgendwann gab es einen Aufschrei und tatsächlich war der Mond am Himmel über München zu erahnen!
Es war zumindest nicht völlig umsonst gewesen, hier oben auszuharren.
Kurze Zeit später schoben sich aber wieder Wolken vor und es war wieder längere Zeit nichts zu sehen. Erst als der Mond schon halb aus dem Erdschatten getreten war, gab er wieder sekundenweise Blicke auf sich frei. So packte ich ein und trat den Heimweg an.
Der Olympiapark leerte sich nun endgültig und wie zum Hohn war der Mond immer besser zu sehen, je weiter es aus dem Erdschatten herausgetreten war. Aber ich hatte irgendwie keine Lust mehr, mein Stativ wieder auszupacken und noch ein paar Bilder zu machen...
Aber es gab ja auch noch andere Sachen zu fotografieren.
E N D E.