GMD schrieb:
Die Zangenbremse für Standseilbahnen hat Josef Bucher-Durrer erfunden, nicht Roman Abt! Von letzerem stammt die heute noch gebräuchliche Ausweiche, die eine eingleisige Linienführung ermöglicht.
Hier darf ich einige Korrekturen anbringen:
Die Geschäftspartner Bucher und Durrer waren wohl bekannt als Bergbahnpioniere, z.T. aber weniger aber als ideenbringende Ingenieure (v.a. Franz Josef Durrer). Nach dem Betrieb einer Sägerei und Parkettfabrik wandten sich die beiden (Bucher als Geschäftsmann und Durrer als Tüftler (gelernter Schreiner) dem Bergbahnbau (und damit verbunden auch Hotelbau zu). Mit im Boot war Roman Abt, der Ihnen immer mit Ideen zur Seite stand.
So verwendete man 1888 bei der Bürgenstockbahn eine Zahnstange (hier eine Abtsche) zum Bremsen der Wagen, nach dem sich deren Tauglichkeit (beim erstmaligen Versuch (Territet – Glion 188x) war es eine Riggenbach´sche Zahnstange) bei steilen Bahnen (über 400 %0) bewährt hatte. Lange davor gab es einige Systeme um Wagen auf Standseilbahnen zu bremsen (nur wie steil waren damals Standseilbahnen?)
Das selbe Team (Bucher als Geschäftsmann, Durrer als Tüftler und Abt als Bergbahnpionier – man denke an seine 1882 erfundene Zahnstange) ging an die Planung der Stanserhornbahn als Inbegriff moderner Standseilbahnen.
Das Patent wurde unter der ausführenden Firma Bucher – Durrer Kaegiswyl (einer Parkettfabrik) eingetragen. Die Idee wird immer wieder fälschlicherweise Franz Josef Bucher – Durrer zugeschrieben, weil viele nicht wissen wie sein Doppelname zustande kam.
Fact ist aber dass das Patent von Josef Durrer (seinem Kompagnion) in Zusammenarbeit mit Roman Abt entwickelt wurde und fortläufig die Summierung der neuen Erfindungen (Ausweiche, Schienenprofil für die Zangenbremse : Phoenix R und die Zangenbremse selbst als Abt´sche Standseilbahnen Eingang in die Weltgeschichte fanden. Für junge Seilbahnfans mangels historischer Literatur vielleicht nicht ganz so nachvollziehbar.
Für Standseilbahn – Fans noch die Nummer der Patentschrift, die im Bundesarchiv in Bern behoben werden kann: Patentnummer 1732 vom 27. Dezember 1889: „Bremsvorrichtung für Drahtseilbahnen“
Ich bitte daher nicht Äpfel mit Birnen zu vertauschen. Auch die älteren Bremssysteme haben trotz ähnlichem Namen wenig mit dem neuen System gemein, das nun (auch Dank der erfundenen Ausweiche und der Y förmigen Schienen (späterhin Stanserhorn – Keilkopfschiene genannt, eigentlich Format Phoenix R) erstmals auf die Fahrschiene wirken konnte. Dazu brauchte es übrigens auch die Erfindung von Doppelspurkranz und spurkranzlosen Rad, wieder hatte Abt zugeschlagen
LG von einem Seilbahner…
Peter