Das erste ist irgendein Ref wohl noch aus der alten Schule und somit fast vor meiner Zeit. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, von wem es ist - aber ich mag das Zitat. Damals gab es einen ziemlichen Streit, was nun genau Rap und was HipHop ist und sowieso und überhaupt. Darauf spielt das ein bisschen an, ansonsten gehts halt um den Gedanken, was HipHop als Kultur ausmacht (in Abgrenzung zu all dem was HipHop nun mal nicht ausmacht). Mal wieder eine Abrechnung mit der überflüssigen Diskussion, was nun genau cool ist und was nun genau ein Song nicht haben darf, um noch HipHop zu sein oder eben nicht.
Das zweite ist eine viel zitierte Zeile aus Torchs Klassiker - ich weis gerade gar nicht wie der genaue Titel ist (eventuell "Gestatten Sie mein Name ist Frederik K."?). Wohl der Song, der am meisten gecuttet wurde. Auch aus den frühen 90ern - ein Song der im damaligen Konflikt alte Schule / neue Schule Stellung bezogen hat und mal auf die Frage verweist, wo denn eigentlich die Wurzeln von dem liegen, was man als seine eigene Musik ansieht und wer vielleicht den Weg dafür bereitet hat.
Die nächsten beiden (langen) Zitate stammen beide aus der Feder von Holunder vom T.O.P.F. - derjenige, der in meinen Augen die bemerkenswertesten deutchen HipHop Texte schreibt und nicht nur über eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe gerade in Bezug auf Menschen verfügt, sondern auch über eine kaum erreichte Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit und mit dessen Texten ich mich oft sehr gut identifizieren kann. Darum auch die beiden Zitate. "Thank you" (das erste), weil es in vielem genau meiner Mentalität entspricht und "Die Jungs aus dem Reihenhaus", weil ich mich als Musiker sehr gut damit identifizieren kann, auch wenn ich nie als MC auf der Bühne gestanden hab.
Dann folgt ein Zitat von der ersten HipHop Platte, dich ich gehört hab: der Multichill EP der absoluten Beginner, die als Mini Auflage nur in Hamburg erhältlich war. Anfang der 90er ein Meilenstein, bis heute unerreicht, was die Energie angeht, die da drin steckt. Die zitierte Strophe stammt von Martin, der (zum großen Nachteil der Beginner) während der Produktion der "Bambule" ausgestiegen ist. Die Strophe ist aus dem Doppeltrack "Multichill/U-Boot" - zwei Songs, die sich mit der Albernheit von Statusgehabe und Aggressionen zwischen den verschiedenen Szenen der Subkulturen auseinandersetzt und dabei sehr treffend hinterfragt, was das ganze gegeneinander denn bitte soll - ist doch gerade der Pluralismus eigentlich der größte Reiz aller blühenden Subkulturen. Dieser Song enthält eigentlich bis heute mein Credo bezüglich derartiger Dinge (gerade auch in Bezug auf Musik). Der Song sagt in 6 min mehr sinnvolle Dinge als mancher Politiker in seiner ganzen Laufbahn (o.k., das ist auch nicht so schwer...

).
Das letzte Zitat ist so ein Standard: das ist mal wieder von Holunder und stammt aus dem Song "nur dass ihr wisst" - ein Song der sich mit dem Kiffergehabe, das leider all zu vielen HipHoppern eigen ist, in kritischer Weise auseinandersetzt. Gerade diese Zeile liebe ich! Ansonsten spricht mir die generelle Aussage mal wieder aus der Seele, geht es doch mal wieder um Statusgehabe; in diesem Fall: man muss eben doch nicht kiffen, um gute und glaubwürdige Texte zu schreiben (im Gegenteil...!).
Wen's interessiert: per pn kann ich die kompletten Texte oder Links dahin rüberschicken!
Gruß
cM