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Nauders - Mataunkopf (2893m), 1. 8. 2011

Die vergangene Woche haben Mausi und ich in der südwestlichsten Ecke Tirols verbracht, ganz genau in Nauders am Reschenpass. Geplant hatten wir zwar was anderes, abe wie so oft kam wieder mal was dazwischen und so sassen wir am Samstagvormittag zu Hause, beide haben wir eine Woche Urlaub genommen, hatten aber nichts reserviert und auch keine Idee. Oder 100 Ideen, was noch schlimmer sein kann :x . Kärnten oder Osttirol ist uns inzwischen schon gut bekannt, die Region um Schladming auch - also etwas weiter soll es schon gehen. Dolomiten im August - nein danke, zu teuer und zu voll. Die Idee kam diesmal von Mausi: 'du, wie heisst schon dieser Ort ganz nahe an der Grenze zur Schweiz und Südtirol, da sind wir mal durchgefahren'. Eine Stunde später war die FeWo in Nauders bereits telefonisch reserviert, um günstige 36 Euro/ Tag, und am Sonntag sind wir losgefahren.

Die erste Tour am Montag haben wir am Hausberg von Nauders gemacht, und zwar mit der 6EUB Bergkastel zum gleichnamigen Restaurant und dann an den Goldseen vorbei zum Mataunkogel an der Grenze zu Südtirol und von dort durch das Saletztal und an der Talstation der Tcheyeckbahn vorbei zu Fuss ins Tal: 700 HM Aufstieg, 1500 HM Abstieg. Zuerst haben wir dieSummercard Gold gekauft, für 41 Euro kann man an 6 von 7 Tagen alle Lifte in Nauders, SFL, Fendels und am Venet benutzen.

Also los, schon viel zu lange sind wir mit keiner Seilbahn gefahren :oops: :
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Talstation 8KSB Zirmbahn:
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Beim Aufstieg geht man nur ganz kurz über die Piste, danach erreicht man nettes Gelände mit vereinzelten Zirben und Lärchen. Immer wieder muss ich mich wundern, wie hoch doch die Baumgrenze hier liegt, in den Südalpen sind Bäume oberhalb 1800m kaum anzutreffen:
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Einfach nur schön ... :
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Bergstation 8KSB, sieht auch interessant aus:
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Weiter geht es über ideal geneigte Almwiesen, kein Wunder dass da schon vor vielen Jahren die Erweiterung des Skigebietes angedacht war ;D :
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Bergkastel Spitze, fixes Ziel für unseren nächsten Urlaub in Nauders:
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Oberhalb etwa 2500m wird die Landschaft dann zusehends hochalpiner:
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Der Grenzkamm ist auf knapp 2800m erreicht ... :
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Ohne Gipfelpanos gehts nicht (ausser es gibt oben Nebel wie vor 2 Wochen auf der Zermula), Richtung NW nach Nauders:
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Nach Osten in die Ötztaler Alpen:
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Weisssespitze?
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Wer kennt diesen vergletscherten Berg?
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Richtung SW zum Reschenpass:
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Der Abstiegsweg durchs Saletztal, ebenfalls ideales Skigelände :wink: :
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Auf etwa 2100m erreicht man wieder den Wald; der Schatten war an diesem recht warmen Tag doch eine Erleichterung:
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Trasse und Piste Tscheyeck: sieht nach tollem Skigelände aus, das müssen wir mal im Winter ausprobieren :P :
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Hier sind wir wieder im lifttechnisch erschlossenen Gebiet, unter uns die Talstation der 6KSB Gaislochbahn:
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Nach einer Pause (mit leckerem Kaiserschmarrn) in der Goldseehütte ging es dann eher langweilig auf einem Fahrweg Richtung Talstation:
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Nauders - Zoom:
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Geschafft!
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Fazit: nette, unspektakuläre, aber aussichtsreiche Tagestour. Mit besserer Kondition kann man sie noch über den Wölfeles - Kogel zum Gr. Schafkopf (2998 oder 3002m, je nachdem welcher Karte man glaubt :wink: ) verlängern. Die letzten 600 HM bis ins Tal fanden wir etwas mühsam, den positiven Tageseindruck konnte uns der Abschluss aber nicht nehmen. Immerhin hatten wir noch genug Energie für die Fahrt in ein nahegelegenes Tal, wo es neben zwei paralellen PBs (eine davon doppelstöckig) ... :
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... auch günstiges Benzin und Spirituosen zu kaufen gibt :wink: . Und diesen wundervollen Blick zum 3294 m hohen Mutteler mit frischem Schnee gab es als Extrabonus, ganz zollfrei :biggrin: :
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Eine schöne Tour hast du unternommen. Ich bin die Tour einschließlich Großer Schafkopf 2007 gegangen. Dankenswerter Weise hat jemand von der Goldseehütte mir angeboten, mich mit dem Geländewagen mit ins Tal zu nehmen. Dieses Angebot nahm ich natürlich gerne an.

miki schrieb:
Weisssespitze?
dsc00848bm.jpg


Wer kennt diesen vergletscherten Berg?
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Die Weißseespitze hast du richtig identifiziert.
Der Gipfel über dem Gepatschferner ist wohl die Hintere Hintereisspitze.
 
Ein sehr schöner Bericht, ich kenne den Reschenpass nur vom Winter.

Immer wieder muss ich mich wundern, wie hoch doch die Baumgrenze hier liegt, in den Südalpen sind Bäume oberhalb 1800m kaum anzutreffen

Damit meinst Du sicher die Südostalpen, wenn ja warum?

Allg. bzw. durchschnittlich sind die Baumgrenzen in den Südalpen soweit mir bekannt höher gelegen als in den Nordalpen. Ich kenne Lärchenwälder aus französischen Skigebieten bis zu 2300 hm. Nauders müsste ja quasi genau am Alpenhauptkamm liegen.

Grüße

terestric
 
Danke @Martin_D für die Bestätigung bzw. Erklärung zu den Gipfelfotos, in dieser Region kenne ich mich leider nicht so sehr aus :oops: .

@terestric: du hast recht, ich habe mich ungenau ausgedrückt. Inzwischen habe ich mich ein wenig schlau gemacht: bei der Waldgrenze in den Alpen geht es nicht so sehr um die Nord- vs. Südlage, sondern eher um ein markantes West - Ost Gefälle der Waldgrenze, erklärt wird es mit dem generell kälterem Klima der Ostalpen. In den Südostalpen (Karawanken, Julische Alpen) kommt dann noch die für Bäume ungünstige Geologie dazu (brüchiges Kalkgestein). Als Beispiel zwei meiner eigenen Bilder:

Beispiel 1: Stol / Hochstuhl, Karawanken. Die Hütte die da fast in Bildmitte zu sehen ist, liegt auf 1660m, die Waldgrenze ist da maximal auf 1750m.
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Beispiel 2: Triglavgebirge, der Weg auf dem Bild liegt auf etwa 1800m und wie man sieht ist das Gelände schon baumfrei:
triglav2006005sb5.jpg


Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war nur die Tatsache, dass ich es nicht gewöhnt bin z. B. auf 2100m noch einen geschlossenen Waldbestand zu finden; in Slowenien, Kärnten oder im Nordwesten der Steiermark befindet man sich ja auf 1800 oder 1900m schon meistens im baumfreien Gebiet. Und ja, es war auch eine schöne Tour :wink: !
 
Könnte die niedrigere Waldgrenze in Slowenien auch an den insgesamt recht hohen Niederschlägen im Vergleich zu den recht trockenen Zentralalpen liegen?
 
Emilius3557 schrieb:
Könnte die niedrigere Waldgrenze in Slowenien auch an den insgesamt recht hohen Niederschlägen im Vergleich zu den recht trockenen Zentralalpen liegen?
Ich habe bisher zwar nicht in diese Richtung nachgedacht, aber es könnte durchaus auch einer der Gründe sein. Wenn ich als Beispiel Kanin nehme, das ist mit etwa 3000mm die niederschlagsreichste Region Sloweniens: die Waldgrenze liegt dort auf etwa 1600m, also selbst für unsere Verhältnisse tief. Man müsste sich mit der Materie etwas tiefer befassen, würde mich auch interesseiren, wenn nur der Tag mindestens 28 Stunden hätte :? ...
 
hab mein geografiestudium zwar abgebrochen, aber so viel ist doch hängen geblieben: hohe niederschlagsmengen führen unter anderem zu niedrigen waldgrenzen
 
Die natürliche Waldgrenze hängt neben den Temperaturen auch wesentlich von den Schneemengen bzw. genauer der Zeit mit geschlossener Schneedecke ab. Große Schneemengen verkürzen (bei gleicher Höhenlage) die Vegetationsperiode. Die beobachtbare Waldgrenze hängt jedoch auch erheblich von der Almwirtschaft ab, denn vielfach wäre die Waldgrenze höher als zur Zeit, doch wurden die Almen in den letzten Jahrhunderten zulasten des Waldes ausgedehnt. Nahrungsmittel waren früher eben stets knapp und wertvoll.

Insgesamt kann man, wenn man von der natürlichen Waldgrenze (wo beobachtbar) gut auf die Niederschlagsmengen und Temperaturen schließen. Nordweststeiermark/ Salzkammergut sehr niederschlagsreich, entsprechend Waldgrenze bei ca. 1500/1600 m. Arlberg ebenfalls winterfeucht und kühl, ca. 1600/1800m, Nauders (teils auch Engadin) sehr trocken, WG bei ca. 2200 m. Kitzbüheler Alpen ca. 1800 m. Auf kleinem Raum schön beobachtbar im Monterosagebiet (Südseite). Ayas, sehr trocken, ca. 2300 m, Gressoney (West/Nordost) 2200/2000m, Valsesia 1700-1900.
Wer gerne per Schi im Gelände unterwegs ist, lernt mit der Zeit auf diese Anzeichen zu achten, geben sie doch wertvolle Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit, hinreichende Schneemengen anzutreffen.
 
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