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Neue Seilbahn an der Hornisgrinde

Manu85

Massada (5m)
Ich habe von Plänen gehöhrt eine Kabienengondelbahn von der Hornisgrinde über den Mummelsee bis zum Seibelseckle zu bauen Hat jemand Infos?
 
Anscheinend stand das vor ner Woche in der BT (Badisches Tagblatt). Leider wurde es mir nur erzählt,ich versuche jetzt durch einen Anruf bei der Zeitung den Bericht zu bekommen.Im Bericht standen Details zum Thema Schwarzwald - Erschliesung - als Naturschutzgebiet.
 
Hay danke fürn Link den Bericht kannt ich gar nicht,was ich suche stand aber im Badischen Tageblatt,ich frag morgen mal dort nach
 
Eine Seilbahn Mummelsee-Hornisgrinde würde Sinn machen. Dann könnte man die Straße vom See zum Berg zurückbauen, die im Sommer sogar vom Linienbus befahren wird und dem Berg den Restcharme nimmt. Mit Planung und Bau sollte man sich zeitlich ranhalten, bevor so ein unsäglicher Nationalpark im Nordschwarzwald eingerichtet wird.

Eine Seilbahn Seibelseckle-Mummelsee würde keinen Sinn machen, weil sie parallel zur Schwarzwaldhochstraße verlaufen würde. Aber den Hang zwischen Seibelseckle und Hornisgrinde könnte man erschließen.

Höchstwahrscheinlich sind das aber sowieso nur Luftschloss-Pläne ...
 
"Luftschlösser" ist das richtige Stichwort. Ich hab zwar den BT-Artikel nicht griffbereit, erinnere mich aber daran, dass es sich um Vorschläge handelt, die sich eine Projektgruppe ausgedacht (oder vielleicht besser:zusammengeträumt) hat. Das hat absolut nichts zu sagen; vor ein paar Jahren gab es ja schon mal eine (mit EU-Geld) finanzierte Studie, die sich die tollsten Projekte zusammenfabuliert hat.

Vergessen wir mal die ganzen Phantastereien und schauen uns die reale Situation auf der Hornisgrinde an. Bevor man hier irgendwelche Erwartungen weckt, sollte man erstmal die Baustellen der Vergangenheit abarbeiten. Die Sanierung des Turms war sicherlich ein Meilenstein - aber nun? Die Ruinen der zuletzt von den Franzosen genutzten Gebäude gammeln weiter vor sich hin, ebenso das ehemalige Hornisgrindegasthaus - trotz bester Erreichbarkeit vom Mummelsee aus, einem der größten Tourismus-Hotspots im Nordschwarzwald. Sogar einen Busverkehr dort hinauf gibt es, d.h. die höchste Erhebung des Nordschwarzwaldes ist sogar barrierefrei erreichbar! Hat das an der traurigen Situation dort oben was zum Besseren geändert, macht man etwas aus der vorhandenen Infrastruktur? Leider nein.

Diese ganzen Träumereien gehen mir mittlerweile echt auf den Zeiger, zumal sie im krassen Gegensatz zur Realität stehen. Eine Fahrt auf der Schwarzwaldhochstraße von der Bühlerhöhe zum Mummelsee zeigt die Probleme, mit denen man sich mal beschäftigen sollte, bevor man sich irgendwelchen Illusionen hingibt.
Zum Thema Seilbahn: Glaubt ernsthaft jemand, dass man heutzutage noch die Genehmigung bekäme, für einen neuen Skihang eine große Waldfläche zu roden - und das auch noch im bzw. direkt am Naturschutzgebiet? Und selbst wenn es möglich wäre, wer würde so eine Bahn finanzieren und betreiben - vielleicht wieder ein reicher Russe, eine Prinzessin aus dem Morgenland oder gar der Steuerzahler?
Das ist doch alles nur heiße Luft und sonst nichts.
 
Jaja das passt ja super. Auf der einen Seite will man unbedingt einen Nationalpark einrichten und direkt daneben eine neue Seilbahn bauen :naja: :lach: :echtkrank:
 
Einen Skipistenneubau direkt neben einem FFH-Gebiet und in unmittelbarer Nähe eines Nationalparks gibt es aktuell, nämlich am Wurmberg im Harz. Das eine schließt also das andere nicht aus. Dafür gibt es Grenzziehungen. Allerdings gibt es in Niedersachsen gerade keine rot-grüne Landesregierung. -

Für die Sasbachwaldner Seilbahnträume gibt es sogar eine eigene Homepage: http://www.schlossbergbahn.de/
Unter http://www.schlossbergbahn.de/Expose/Schlossbergbahn.pdf steht die gesamte Studie/Konzeption zum Download zur Verfügung.

Aber auch hier sehe ich keine ernsthafte Chance, so etwas wirtschaftlich aufziehen zu können. Eine Seilbahn mit rund 500 Höhenmetern von Sasbachwalden zum 759 m hoch gelegenen Aussichtspunkt Fuchsschroffen auf der halben Höhe der Nordschwarzwald-Westrampe soll es werden. Oben sollen aus dem Nichts Gastronomie, Baumwipfelpfad, Gleitschirmflieger-Startplatz, Spieleburg, Rutschen usw. entstehen, alles für reine Sommernutzung, vorkonzipiert mit einem Budgetbedarf von 15 Millionen Euro, welcher sich in der Bauphase dann nicht selten wundersam verdoppelt. :)

Ein Blick über den Tellerrand: In Freiburg (Schauinslandbahn, ehem. Schlossbergbahn), Baden-Baden (Merkurbergbahn) und Wildbad (Sommerbergbahn) gibt es bereits ähnliche Schwarzwaldrand-Seilbahnen mit reinem Sommerbetriebskonzept, und sie alle haben/hatten eines gemeinsam: Unwirtschaftlichkeit. (Die Ertragslage der Merkurbergbahn ist im Haushaltsplan Baden-Baden nicht explizit gelistet, die Stadtwerke als Betreiber lassen jedoch klar auf Zuschussbetrieb schließen.) Dabei konnten diese älteren Seilbahnen seinerzeit noch zu einem Bruchteil der enormen Kosten gebaut werden, den ein Seilbahnneubau in der EU heute verschlingt.

Eine Seilbahn ab Sasbachwalden würde topographisch kaum etwas anderes erschließen als es die Schwarzwaldhochstraße heute bereits kostenlos tut. Und Naturpfade, Gastronomie usw. gibt's an der nahen Schwarzwaldhochstraße auch schon genug. Was also wäre der individuelle Zusatznutzen einer millionenschweren Sasbachwaldner Schlossbergbahn, der im großen Stil Touristen anziehen könnte? Ich persönlich finde - leider - keinen. Wenn die in Sasbachwalden benötigten Investoren das genau so sehen, erledigen sich die kühnen Pläne von ganz allein übers Portemonnaie.
 
Gerade entdeckt, dass die Seilbahnidee ein eigenes Topic hat...

Ich kann das selbst vielleicht nicht so gut einschätzen, was geht und was nicht geht (Naturschutzgebiet etc.), aber wenn ich mir das Interview in der badischen online durchlese (vom März 2017), dann klingt das für mich schon so, als ob eine Anlage zumindest vom Seibelseckle auf den Gipfel machbar ist. Alleine wenn ich daran denke, dass fast das ganze Plateau dort oben (bis auf das Hochmoor, auf dem so etwas wahrscheinlich auch nur technisch nicht möglich gewesen ist) mit Sendetürmen und Windparks zubetoniert worden ist, dann wüsste ich nicht warum es an einer EUB-Bergstation und der Fällung von ein paar (teilweise aufgeforsteten) Bäumen scheitern sollte.

Zur Wirtschaftlichkeit: Hier ist ja auch von einer Erweiterung des Wintersportangebots die Rede, sodass die Anlage ganzjährig in Gebrauch ist (Vgl. Seebuckbahn). Spinnen wir das ganze mal aus Skifahrersicht weiter. Man baut nicht bloß bis zum Dreifürstenstein, sondern bis zum Gipfel, an dem das Hochmoor schon zu Ende ist. Man denkt noch an einen Seillift bis zur kleinen Grinde nach und schafft somit eine Verbindung zum Ochsenstalllift und damit auch zu den Unterstmattliften. Dann hätte man die höchstgelegensten und schneesichersten Skihänge zu einem für den Schwarzwald relativ großen Skigebiet verbunden.
 
Wie schon weiter oben geschrieben: Als Sommerbahn könnte eine EUB auf die Hornisgrinde Sinn machen. Im Winter eher weniger, weil Südhang ... die beiden bestehenden Südhänge Bühlertal/Hundseck und Hochkopf haben deutlich mehr Schneeprobleme als ihr Nordhang-Mitbewerb. Und eine Lift- oder Pistenverbindung von der Bergstation einer potenziellen EUB Seibelseckle-Hornisgrinde bis zum Ochsenstall scheidet aus meiner Sicht aus, weil die Distanz über das ebene Grindenplateau viel zu groß ist (ich schätze 2 km). Man könnte sie per Raupentransport überbrücken, aber durchs Hochmoor auf dem Plateau sollte man mit einer Pistenraupe eigentlich auch nicht fahren.
 
Danke für die Einschätzung.
Wir reden hier, wenn ich das richtig interpretiere, über die abfallende Bergkuppe, die als Skihang zum Seibelseckle in Frage kommen soll. Die hat ihr Gefälle in Richtung Süden ist also wie von Dir beschrieben aus Wintersportsicht äußerst ungünstig (was die Höhenlage auch nicht wirklich kompensieren kann). Die Trasse wär aber auch seilbahntechnisch ungünstig, liegt sie doch sehr exponiert (viele Windsperrtage erwartet).
 
Ich hasse es ja, als Pessimist aufzutreten, aber selbst wenn man eine Genehmigung hinbekäme: wer soll das zahlen?

Jakob
 
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