Grosse Pläne für das kleine Skigebiet Minschuns
Überschaubares Wintersportangebot mit bezahlbaren Preisen: Im Skigebiet Minschuns sind Investitionen in die Zukunft bitter nötig.
Mit dem Slogan «Skilaufen statt Schlange stehen» wirbt das Skigebiet Minschuns im Münstertal. Damit Einheimische und Gäste auch in Zukunft Wintersport vor Ort betreiben können, sind jedoch dringend Erneuerungen nötig.
Von Fadrina Hofmann
Minschuns.- 25 Kilometer Skipisten mit drei Schleppliften in allen Schwierigkeitsgraden, das Restaurant «Alp da Munt», die Bar «Aunta» und ein fantastisches Panorama bietet das Skigebiet Minschuns oberhalb von Tschierv. Dieses Wintersportangebot im Münstertal wird nicht nur von den Einheimischen rege genutzt, sondern vor allem von auswärtigen Familien. Das Gebiet ist nämlich klein, überschaubar und mit 39 Franken für eine Tageskarte auch bezahlbar.
Minschuns ist der Motor des Wintertourismus im Münstertal. «Ohne Minschuns hätten wir im Winter kaum Gäste, denn Schneeschuhlaufen oder Langlaufen sind nur zusätzliche Angebote, die keine Massen locken», sagt Annelise Albertin von Turissem Val Müstair. Gerade massenweise Gäste zieht Minschuns zwar auch nicht an, aber immerhin parkieren rund 30 000 Fahrzeuge während der Wintersaison auf dem Parkplatz beim Skigebiet. Dies, obwohl ein Gratis-Skibus die Wintersportler des ganzen Tals ins Skigebiet bringt.
«Den Karren weiterziehen»
Vito Stupan engagiert sich seit Jahren für Minschuns. Als Präsident der Sportanlagen AG Val Müstair war er massgeblich an der stetigen Weiterentwicklung des Skigebiets beteiligt -ehrenamtlich. Und mit freiwilligen Helfern und mit Hilfe von Sponsoren soll «der Karren» auch in Zukunft «weitergezogen werden», wie er es ausdrückt. Denn damit ein Skigebiet attraktiv bleiben kann, sind Investitionen notwendig.
Zukunftspläne für das Skigebiet bestehen bereits: Für rund zehn Millionen Franken sollen eine Beschneiungsanlage sowie eine neue Zubringerbahn – entweder eine Sessel- oder eine Windenbahn – realisiert werden. Allerdings ist die Finanzierung bislang alles andere als gesichert. «Für andere Skigebiete sind zehn Millionen ein Klacks, für uns aber ist es viel Geld», sagt Stupan. Besonders die Beschneiungsanlage liegt Stupan am Herzen. Denn: «Schnee bringt Gäste.»
Auf der Suche nach Geldquellen
Um die dringend nötigen Investitionen tätigen zu können, peilt die Sportanlagen AG jetzt die Gemeinde Val Müstair, den Kanton und den Bund an: 2,5 Millionen Franken soll die Gemeinde übernehmen, entsprechende Beträge werden auch von Kanton und Bund erwartet. Den Rest sollen die Sportanlagen AG selbst, Sponsoren und Gönner aufbringen.
Mit Hilfe von Freiwilligen hat die Sportanlagen AG in den letzten zweieinhalb Jahren Eigenleistungen in Höhe von rund 500 000 Franken erbracht. Die finanzielle Unterstützung durch den Kanton wurde von der Fusion der Münstertaler Gemeinden zu einer Talgemeinde abhängig gemacht: Aus dem Fusionsbeitrag von rund 8,5 Millionen Franken sollte ein Teil für das Skigebiet Minschuns verwendet werden. Helfen Gemeinde und Kanton bei der Finanzierung mit, können auch Bundesmittel ausgelöst werden.
Projektgemeinschaft opimistisch
Die Gesellschaft Pro Minschuns unterstützt die Sportanlagen AG und ist optimistisch, dass die Versprechen der Behördern, welche vor der Fusion gemacht wurden, nun eingehalten werden. Die Projektgemeinschaft wurde von der Regionalen Kooperation Val Müstair, dem Tourismusverband und der Sportanlagen AG gegründet. Dies mit dem Ziel, die Finanzierung der Zubringerbahn und des Ausbaus der Piste Minschuns-Valplauna-Tschierv sicherzustellen.
In einem ersten Schritt soll im Januar die Bevölkerung über die Situation von des Skigebiets Minschuns informiert werden. Danach wird in einer konsultativen Abstimmung die Meinung der Bürgerinnen und Bürger eingeholt. Gleichzeitig laufen die Anfragen auf Kantons- und Bund-Ebene. Erst wenn auch von konkreten Geldbeträgen die Rede ist, kommt es zur definitiven Abstimmung im Tal.