Im französischen Rm-Forum wird die Zukunftsentwicklung (Masterplan) auf der Schweizer Seite intensiv diskutiert. Ich fasse den Stand der Diskussionen mal grob zusammen.
Grundlage des Masterplans: Der Masterplan sei Ergebnis einer Übereinkunft zwischen den Bergbahngesellschaften, den Gemeinden und der Umweltorganisationen.
Diskussionsstandpunkte: Die Welschschweizer und Hoch-Savoyer sind bei der Gesamtbeurteilung durchaus unterschiedlicher Meinung. Einige loben den Umstand, dass jetzt endlich einmal bekannt ist was passieren wird und sind zuversichtlich, dass dies in Anbetracht des erzielten gemeinsamen Konzeptes auch so kommen wird. Dabei freuen sie sich auch auf die grundlegende Erneuerung des überalterten Anlagenparks. Sie haben darauf hingewiesen, dass es seither nur leere Versprechungen gab und dass die einzigen Neubauten der vergangenen Jahre (Grand-Paradis / Planachaux) jahrelang verschoben wurden. Jetzt gebe es endlich einen Plan, auf den man sich anscheinend verlassen könne.
Die Kritiker des Plans führen vor allem an, dass
- der TSD4 Mossette-TGV noch mehr überlastet sein wird,
- Pauvre Conche ersatzlos verschwinden wird,
- die Pisten Pointe de l'Au - Champoussin komplett verschwinden werden,
- zahlreiche andere Pisten ohne ersichtlichen Grund gestrichen werden,
- die verbleibenden Pisten dann überfüllt sind.
Die Kritiker bedauern insbesondere die Ungleichgewichtigkeit des "Kompromisses". Die Umweltorganisationen hätten auf breiter Front gesiegt und die Bergbahnbetreiber hätten lediglich ihre Minimalforderungen durchbekommen.
Im letzten Punkt habe ich persönlich allerdings so meine Zweifel. Möglicherweise stimmt diese Einschätzung, ich halte es aber auch für Möglich, dass die vorgestellte Lösung gerade den Bergbahngesellschaften sehr gelegen kommt. Immerhin sieht die abschliessende Lösung insgesamt 7 Anlagen weniger vor als seither. Die absehbaren Einsparungen in den Betriebskosten müssen den Controllern der Unternehmen erst mal die Augen glänzen lassen. Wenn dann noch die optimistische Einschätzung hinzukommt, dass die Veränderungen von der Mehrzahl der Gäste nicht als Attraktivitätsminderungen wahrgenommen werden, dann winkt eine deutliche Verbesserung der Geschäftsergebnisse. Immerhin wird ja die Transportkapazität wohl gleich bleiben und die Bewertung der Anlagen für die Erlösverteilung wird im Vergleich mit den französischen Konkurrenzanlagen besser. Ich selbst schaue halt etwas genauer hin und empfinde eine deutliche Attraktivitätseinbusse. Aber der Durchschnittsgast wird dies vermutlich nicht so sehr wahrnehmen. Es wird ja auch alles recht langsam vonstatten gehen.
Ich selbst schliesse mich fast uneingeschränkt den Kritikern an und kann allen Interessierten empfehlen: "Nehmt" kommenden Winter nochmal die Schweizer Seite zwischen Champery und Morgins. Wenn das so kommt wie geplant, wird es später nie mehr so wie jetzt. Die Anlagen sind zwar alt und klapprig, aber hier wird eine Variantenvielfalt geboten, die dann für immer vorbei sein wird.
@Michael Meier (kleiner Nachtrag): Der neue TSD Bonavau befindet sich nicht auf französischem Boden. Selbst die Mossette-Bahn auf der französischen Seite befindet sich noc einige 100 Meter auf Schweizer Gebiet.
Hier die Original-Diskussion:
http://www.remontees-mecaniques.net/forums/index.php?showtopic=1572