KnM schrieb:
Huch, da werden teilweise schon etwas komische Dinge verzapft

Die Collinasbahn würde eine Neuerschliessung und zumindest vom optischen Bauchgefühl her würden es sehr wohl interessante Abfahrten. Die Pisten der Bondobahn kann man dagegen schon weitgehend befahren, einfach muss man dann per Seillift Richtung Lagalb und kann keine Wiederholungsfahrten tätigen. Und wirklich speziell ist der Abschnitt auch nicht. Den Nutzen der Bondobahn sehe ich schon insbesondere als Verbindungszweck.
Ich weiß nicht, ob Du den bereits fertigen Pistenplan kennst, der damals sogar auf den Tischsets im Diavolezzarestaurant abgedruckt war?
Bondo hätte die Bergstation bei Pt. 2542 in der Landeskarte bekommen sollen. Dort war ja auch die Funitel Mittelstation geplant, äh ja. Das beinhaltete auch Pisten bzw. mindestens eine, die nach Osten Richtung Val d'Arlas geführt hätten. Also in Abgewandtes Gelände. Es war ja auch angedacht die Lagalbbahn (laut manchen Auskünften sogar eventuell els weitgehenden Freerideberg mit niedriger P/h Leistung) neu zu bauen, mit Talstation weiter östlich, wo die Abfahrten geendet und die Bondobahn begonnen hätte. Mit der jetzigen Verbindungspiste hatten die Pläne nicht viel zu tun.
Sofern Bondo auf der ursprünglichen Trasse gebaut würde, Lagalb aber so bliebe wie jetzt, müsste man zumindest die Lagalbabfahrt im unteren Bereich durch eine Piste nach Westen eränzen.
Das Problem dürfte wohl auch darin liegen, dass die Kreuzung von Berninabahn (RhB) und Straße problematisch und ohne einen Umbau des gesamten Gebietes nicht wirklich lohnend wäre.
Ich könnte mir vorstellen, dass man es so sieht, dass Bondo auch nur mit neuer Lagalbbahn wirklich eine zufriedenstellende und lohnende Lösung wäre. Und das will man eben nicht.
Collinas erschlösse die Hänge, die jetzt teilweise der Collinas Route, die fast nie offen ist, zuzuordnen sind. Klar sind die dann neu. aber es sind eben nur einige Hänge neben den bestehenden Pisten. Vermutlich wäre das ein effektiver Frequenzgenerator, denn die aus Liften sichtbaren Pisten sind ja ungleich beliebter als die, die man aus dem Lift nicht sieht. Werden die dann noch so planiert und präpariert, dass man zum schnellfahren neigt, erhöhte sich die Frequenz nochmals und volia, kann man die Bahn im Rechenschaftsbericht als rentabel beurteilen. Die Betriebswirte rechnen ja mehr nach der Masse, nicht nach der Klasse.
Gletscherflohs Beurteilung kann ich nur unterstützen.
Der Gast, der den ganzen Tag Diavolezza/Lagalb fährt, bringt dem Gebiet eine gewisse Einnahme.
Er macht 5 Fahrten am Tag, weil er noch Val Arlas fährt und eventuell La Rösa oder weil er einfach 2 Stunden im Liegestuhl relaxed.
Der Gast, der Corviglia fährt bringt dem Gebiet ungefähr gleich viel Geld ein.
Er fäht aber 15 Mal Lift und verursacht durch die vielen, modernen Anlagen tendenziell höhere Kosten.
Laut BWL-Rechnung heißt das also, dass die Anlagen auf Corviglia rentabler sind, als die auf Diavolezza/Lagalb?
Nehmen wir mal den Mehrtages- oder sogar Saisonabokunden.
Er fährt in einem bestimmten Zeitraum 10 Tage Ski. 5x corviglia und 5x Diavolezza/Lagelb.
Nehmen wir mal mich. Ich hätte auf Corviglia sicher die doppelte Anzahl von Liftfahrten, bei gefühlt ähnlichem Skipensum.
Wären Diavolezza und Corviglia Einzelgesellschaften und man kaufte Tageskarten, hätte Corviglia die höheren Kosten als Diavolezza, bei ähnlichen Einnahmen. Wieso soll Corviglia dann rentabler sein, nur weil ich da doppelt so oft Lift farhe?
Es kommt immer auf die Betrachtungsweise an. man kann viel so darstellen, dass es den eigenen Zielen förderlich ist. So ist das nunmal.