Zusammenfassung: Standseilbahn auf Corviglia wird umfassend modernisiert
Die Standseilbahn von St. Moritz Dorf über Chantarella nach Corviglia erhält eine umfassende technische und optische Auffrischung. Die Engadin St. Moritz Mountains AG investiert gemeinsam mit Garaventa sowie den Kabinenbauern Calag Gangloff und CWA in die Modernisierung der beiden Streckenabschnitte. Ab der Wintersaison 2026/27 soll die Anlage wieder zur Verfügung stehen.
Im Mittelpunkt stehen die vier ursprünglich 1985 von Gangloff gebauten Wagen der zweiten Sektion zwischen Chantarella und Corviglia. Calag Gangloff hat diese bis auf das Grundgerüst zerlegt und vollständig neu aufgebaut. Das äußere Erscheinungsbild bleibt weitgehend erhalten, während Technik, Innenausstattung und Sicherheitsfunktionen auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Doppelwagen bieten jeweils Platz für bis zu 200 Personen. Die Wagen der ersten Sektion wurden parallel dazu von CWA überarbeitet, damit beide Streckenabschnitte ein einheitliches Erscheinungsbild und dieselben Standards bei der Barrierefreiheit erhalten.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Anpassung an das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG). Dazu gehören ein barrierefreier Ein- und Ausstieg, zusätzliche Haltestangen, eine Notruftaste mit Gegensprechanlage sowie optische und akustische Signale. Spezielle, abklappbare Sitze ermöglichen es zudem, bei Bedarf Platz für Rollstühle zu schaffen.
Auch die Betriebstechnik wird umfassend erneuert. Neue elektromechanische Türantriebe ersetzen die bisherigen pneumatischen Systeme. Hinzu kommen überarbeitete Fahrwerke, revidierte Getriebe, neue Seilscheibenlagerungen und eine neue Steuerung von Sisag.
Künftig soll die Standseilbahn weitgehend automatisiert und ohne Wagenbegleiter betrieben werden. Die Überwachung erfolgt über die Leitstelle auf Corviglia. Kameras zur Streckenbeobachtung, eine Hinderniserkennung und eine Überwachung des Fahrgastraums unterstützen den sicheren Betrieb. Ein Führerstand für einen möglichen manuellen Betrieb bleibt dennoch vorhanden.
Das Projekt verbindet somit den Erhalt der charakteristischen Wagen mit moderner Technik, höherer Automatisierung und verbesserter Barrierefreiheit. Die historische Standseilbahn bleibt optisch ihrer Tradition treu, wird technisch aber für die zukünftigen Anforderungen des Bahnbetriebs gerüstet.
Der originale Artikel dazu:
Modernisierung der Standseilbahnwagen für die Engadin St. Moritz Mountains AG