Gondelbahn neben Gondelbahn
Die Liftbetreiber in Zell am Ziller wollen neben der bestehenden 8er Gondelbahn eine weitere Bahn bauen. Anrainer und Landesumweltanwalt befürchten neue Parkplätze und mehr Verkehr im verkehrsgeplagten Zillertal.
Mehr Komfort für die Gäste
Mit einer zusätzlichen 8er Gondelbahn, direkt neben der bestehenden Gondelbahn, könnten die Liftbetreiber an die 5.000 Personen pro Stunde auf den Berg oder ins Tal bringen. Damit würden die Wartezeiten für die Gäste drastisch verringert, denn besonders bei der Talfahrt am Nachmittag staut es sich, so Dieter Grepl, Geschäftsführer der Zeller Bergbahnen.
Wartezeiten bei der Talfahrt
Grepl: "Wir sind das sonnigste Skigebiet im Zillertal. Meist bleiben die Gäste bis 16.00 Uhr im Skigebiet, dann wollen alle das Skigebiet möglicht schnell verlassen. Wir haben das Problem, dass die Kapazität in der Rückbringung nicht ausreicht. Fallweise haben wir auch Wartezeiten bei der Bergfahrt, hier geht es um eine Komfortverbesserung Richtung Berg ins Skigebiet."
Riccabona: Mehr Verkehr insgesamt
Anrainer befürchten dagegen neue Parkplätze. Derzeit haben um die Talstation ca.1.500 Autos Platz. Die neue Gondelbahn bringe mehr Verkehr, das sieht auch auch Landesumweltanwalt Sigbert Riccabona so.
"Politik des Scheiterns"
Riccabona: "Wenn man die Entwicklung der letzten Jahre anschaut ist es ganz klar, dass das mehr Verkehr bringen wird. Die Bahn wird immer attraktiver, sie kann mehr transportieren und es werden auch mehr Leute kommen. Man sieht dass es im Talboden langsam üble Luftverhältnisse gibt. Man muss auch daran denken, dass auch Autos für die hinteren Skigebiete durchs Tal fahren. Das was bisher betrieben wird ist langfristig eine Politik des Scheiterns."
Wichtig sei die Frage, wie soll es im Zillertal weitergehen, aus dem Blickwinkel einer nachhaltigen Entwicklung.
Frequenzerhöhung nicht das Ziel
Mehr Verkehr, meinen die Liftbetreiber, gebe es nicht. Und schon jetzt zahle man 400.000 Euro jährlich für den Skibus. Es seien auch keine weiteren Parkplätze vorgesehen, entgegnet auch der Rohrberger Bürgermeister Johann Schreyer.
Schreyer: "Wir glauben nicht, dass recht viel mehr Verkehr entsteht. Uns geht es um eine Qualitätsverbesserung und nicht um eine Frequenzerhöhung."
Fix ist: Die Gondelbahn neben der Gondelbahn, die die Zeller wollen, hat das Schigebiet in Kaltenbach sieben Kilometer talauswärts schon. So drehe sich die Wettbewerbsspirale ewig weiter, kritisiert Umweltanwalt Riccabona: Was der eine habe, wolle der andere auch, möglichst noch besser. Die Folge: Immer noch mehr Verkehr und schlechtere Luft.