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Zurück in alte Bahnen
Braunwalder wollen die aktuellen Bahnprojekte kippen
Zuerst die Gumenbahn auf ihrem alten Trassee und dann den Rest bauen – dies fordert eine Unterschriftensammlung.
so.- Das Baugesuch stand schon längst im Amtsblatt. Die Baumaschinen sind auf Abruf. Nun soll aber die Gruppenumlaufbahn Grotzenbühl in Braunwald doch nicht umgebaut werden. Zumindest noch nicht: Dies fordern nämlich mindestens 40 Braunwalderinnen und Braunwalder, die eine entsprechende Petition an die Gemeinde unterschrieben haben. Zuallererst solle die Gumenbahn umgebaut werden, und zwar von der jetzigen Talstation aus.
Anders als geplant
Gemeindepräsident Heinrich Schiesser zeigte sich auf Anfrage erfreut über die Stossrichtung der Aktion.
Das im Moment von den Verantwortlichen der Sportbahnen verfolgte Projekt sieht hingegen vor, zuerst das Nadelöhr bei der Gruppenumlaufbahn Hüttenberg-Grotzenbühl zu beseitigen und danach eine neue Bahn auf den Gumen zu erstellen. Die Talstation dazu ist jedoch in der Nähe der Grotzenbühl-Bergstation geplant und würde auf einem neuen Trassee auf den Gumen führen.
Noch ein Abgang
Gestern ist zudem ein weiterer Abgang eines Kadermitgliedes bekannt geworden: Nach Direktor Xander Seiler hat auch Daniel Zurbrügg, der Betriebsleiter der Sportbahnen, seine Stelle gekündigt.
Die Südostschweiz – Ausgabe Glarus
Datum: Samstag, 25. März 2006
Sportbahnen forcieren Gumen
Die Sportbahnen Braunwald AG will die Sesselbahn Grotzenbühl-Gumen realisieren. Und zwar noch im Sommer.
Von Fridolin Rast
Per Ende März werde das Konzessions- und Baugesuch für die neue Sesselbahn auf den Gumen eingereicht, schreiben die Sportbahnen in einer Pressemitteilung von gestern. Wenn das Projekt nicht durch unvorhergesehene Einflüsse verzögert werde, sei die Eröffnung im Dezember noch möglich. «Es ist das Projekt ab Grotzenbühl, und der Verwaltungsrat steht da voll dahinter», sagt Martin Zweifel, Verwaltungsratspräsident.
Unbedingt Gumenbahn
Das Sesselbahn-Projekt werde rund 4 Milllionen Franken kosten, inklusive Lawinensicherungssystem und Stromversorgung, so Zweifel weiter. Die rund 4 Millionen für das Vorhaben seien gesichert, hält Martin Zweifel fest.
Die Sesselbahn soll nun als Erstes realisiert werden. «Die Erschliessung des Gumen hat für den Verwaltungsrat erste Priorität», schreibt der VR. Vertreter der Alpkorporation, des Grundeigentümers, hätten an einer Begehung mit dem Verwaltungsrat signalisiert, der nötige Landerwerb werde möglich sein, sagt Martin Zweifel. Die neue Talstation werde etwa 80-100 Meter Abstand von der Grotzenbühl-Bergstation haben, wesentlich weniger als in der ursprünglichen Variante.
Finanziell sinnvoll
Für die gesamten Vorhaben inklusive Umbau der Gruppenumlaufbahn GUB II Hüttenberg-Grotzenbühl werde die Finanzierbarkeit aber nochmals untersucht, so die Pressemitteilung. Den Umbau der GUB II zurückzustellen, sieht Zweifel als mögliche Variante.
Für den Antrag der Braunwalder Stimmbürgerinnen und -bürger, eine Gumenbahn auf dem Trassee der alten zu bauen, hat Zweifel ein gewisses Verständnis. «Doch wir können der kommenden Gemeindeversammlung darlegen, aus welchen Gründen es finanziell Sinn macht, unser Projekt für die neue Bahn weiterzuverfolgen», so Zweifel.
Für ein Ende des Gumen-Durenands
Fast drei Stunden diskutierten die Braunwalder, wie es mit den Sportbahnen weiter gehen soll. Dann stimmten sie ab, die Gumenerschliessung sei auf dem alten Trassee weiterzuverfolgen.
von Claudia Kock Marti
Der grosse Aufmarsch von Stimmbürgerschaft und Gästen widerspiegelte das rege Interesse an der Erneuerung der Bahnen in Braunwald.
Eine umfassende, wahrheitsgetreue Orientierung versprachen Gemeindepräsident Heinrich Schiesser sowie die Vertreter des Verwaltungsrates der Sportbahnen. Beide Seiten hielten ihre Versprechen.
Hinter Rücken des VR
Auch etliche Stimmbürgerinnen und Stimmbürger argumentierten engagiert. Jemand wollte dabei mehr über die ominöse Investorengruppe wissen (die «Südostschweiz» berichtete). Hierzu erklärte Markus Braun, Verwaltungsrat der Sportbahnen, dass Gespäche mit zwei welschen Herren über ein Angebot, die Sportbahnen-Aktien «zu einem Franken zu übernehmen», hinter ihrem Rücken geführt worden seien. Der Verwaltungsrat sehe ein derartiges Konkursangebot nicht als seine Aufgabe an und suche deshalb von sich aus keinen Kontakt zu diesen Herren.
Nach gewalteter Diskussion folgten die Stimmbürger dem von Theresa Zeitner und Andreas Leuzinger gestellten Antrag, der Gemeinderat solle sich bei den Sportbahnen mit Nachdruck für eine Gumenbahn auf dem alten Trassee einsetzen.
Südostschweiz 24.5.06Informationssperre bei Sportbahnen
Braunwald. – Die kritische finanzielle Situation der Sportbahnen Braunwald AG ist ein offenes Geheimnis. Das Gerücht, das Kontokorrent sei gesperrt, wird zwar von Verwaltungsratspräsident Martin Zweifel dementiert. Allerdings bestätigt er, dass das Thema an einer Sitzung vom Freitag traktandiert gewesen sei. In Aussicht gestellte Informationen darüber sind derzeit jedoch von ihm keine zu erhalten. «Wir haben beschlossen, im Moment keinerlei Informationen abzugeben.»
Seite 3Braunwald bleibt fest in Glarner Hand
Die Sportbahnen Braunwald AG haben bald einen neuen Hauptaktionär. Unternehmer Fritz Trümpi und dessen Söhne wollen die Sportbahnen mit einem 10-Jahres-Plan auf ein solideres Fundament hieven.
Von Rolf Hösli
Braunwald. – Also doch: Es ist ein Glarner Investor mit Verbindungen zu
Braunwald, der die Kontrolle über die maroden Sportbahnen hoch über dem Alltag übernehmen soll (Ausgabe von gestern). Die Mitlödner Firma Altra Management AG hat gemäss einer gestrigen Pressemitteilung den Zuschlag erhalten, die beiden Aktienpakete der Gemeinde Braunwald und
des Kantons (und damit die Mehrheit des Aktienkapitals) zu übernehmen.
Den Preis wollten die Beteiligten nicht bekannt geben, es sei aber sicher kein symbolischer Aktienkauf, versichern alle Beteiligten. Die Altra Management AG besteht im Wesentlichen aus Bauunternehmer Fritz Trümpi, Ennenda, und dessen Söhnen Stefan und Simon.
Der Deal geht erst über die Bühne, wenn die Gläubiger auf einen Teil
ihrer Forderungen verzichten. Laut dem Verwaltungsrat ist mit den Hauptgläubigern (Bank und Gemeinde) bereits eine Einigung erzielt worden. Zu erwarten ist, dass auch die Nebengläubiger zustimmen werden.
Das Sanierungskonzept sieht gemäss Medienmitteilung eine Erneuerung
der Sportbahnen innert zehn Jahren vor. Das im letzten Jahr angekündigte
Projekt für die Erschliessung des Gumen muss allerdings vorerst sistiert
werden.
«Den Gumen so schnell wie möglich erschliessen»
Die Braunwalder Sportbahnen sollen durch eine Finanzspritze
aus dem Tal neu belebt werden. Doch wie wollen die Investoren
dies erreichen? Und wie ist es dazu gekommen?
Von Rolf Hösli
Braunwald. – Neue Besitzer wollen frischen Wind nach Braunwald bringen.
Die Altra Management AG hat auch schon Vorstellungen, wie sie die
Zukunft der Sportbahnen sichern will: «Erste Priorität hat die Erschliessung
des Gumen», erklärt Stefan Trümpi-Althaus der «Südostschweiz
». Der 2005 in den Verwaltungsrat (VR) der Sportbahnen gewählte
Ennendaner bildet zusammen mit seinem Vater Fritz und seinem
Bruder Simon Trümpi die massgebenden Köpfe der Altra Management AG.
«Gumen-Ausfall ist Schuld»
In ihrem Zehn-Jahres-Programm planen sie zuallererst eine Liquiditätsspritze, um das Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten. Dann soll der Gumen so schnell wie möglich wieder erschlossen werden, wobei dies sicher nicht auf die kommende Saison geschehen wird. «Auch im kommenden Winter wird in diesem Gebiet improvisiert werden müssen, womit nochmals eine schwierige Wintersaison
für das Unternehmen bevorsteht », heisst es in der Medienmitteilung
dazu.
Bereits im vergangenen Winter konnte der Gumen – und damit das
gleichnamige Restaurant – nur mit einem kostenintensiven Shuttle erreicht
werden. «Die Auswirkungen der aus Sicherheitsgründen geschlossenen
Gumenbahn wurde im vergangenen Jahr unterschätzt», sagt Noch-
Verwaltungsrat Albert Roux, der darin einer der Hauptgründe der
Liquiditätsprobleme der Unternehmung sieht.
«Alle an einem Strick»
Doch zurück zur Zukunft: Wie der Gumen künftig erschlossen werden
soll, kann Stefan Trümpi noch nicht sagen. Er verrät lediglich, dass auch
neue Varianten geprüft würden.
Als weiteren Schritt nennt Stefan Trümpi den «Erhalt und die Erneuerung
der bestehenden Bahnstrukturen auf wirtschaftlicher Basis» –
Stichwort Seblen- und Bächi-Bahnen. Die langfristigen Ideen müssten sich
erst noch entwickeln. Ziel sei, dass Braunwald wieder stärker auf den
Aufenthaltstourismus setze, was die Zusammenarbeit mit den Hotels
voraussetzt. «Wichtig ist aber vor allem, dass alle an einem Strick ziehen
», lautet Trümpis Devise.
Weniger Verflechtungen Einsparungsmöglichkeiten sieht er in einer weiteren Rationalisierung der Administration und in einer Vereinfachung
der Strukturen. So werde der künftige Geschäftsführer direkt bei
den Sportbahnen und nicht wie bisher bei der Braunwald-Klausenpass
Tourismus (BKT) AG angestellt sein.
Die Zusammenarbeit mit der BKT wollen die Trümpis vor allem im Marketing anstreben.
Der in intensiven Verhandlungen erarbeitete Lösungsvorschlag soll den
jetzigen Aktionären möglichst rasch an einer ausserordentlichen Generalversammlung vorgestellt werden.
Bauunternehmer Fritz Trümpi ist bereits seit einigen Jahren Eigentümer
des Gumenrestaurants in Braunwald.
Fritz Trümpi, 57 Jahre alt, ist Bauunternehmer. Ihm gehört die Firma Altra Management AG. Sie besteht aus den Bauunternehmen Trümpi in Mitlödi GL sowie den Unternehmen Oberer in Glarus und Eleganti in Uznach SG. «Wenn wir nicht die Mehrheit der Aktien hätten übernehmen können, wären wir nicht eingestiegen», sagt Fritz Trümpi.
Um die Sportbahnen von Braunwald steht es schlecht. Kein Geld, keine klaren Perspektiven, vor allem Querelen und Hintertreibereien. Und das seit Monaten. Die Bahn auf den Gumen steht bereits still, der ohnehin angeschlagene Ruf des Ferienorts leidet. In den vergangenen Jahren hatten sich die Bahnen mehrfach dem Konkurs genähert. Der Kanton Glarus sprang immer wieder ein und wurde so - unfreiwillig - zum bedeutenden Aktionär.
Jetzt hofft die wirtschaftlich gebeutelte Region auf den einheimischen Unternehmer. Er soll bewerkstelligen, was bislang nicht gelungen ist: Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und alle anderen Akteure in und um Braunwald zu einen. Neben fünf Bahnen und Skiliften gehören auch zwei Restaurants zum Paket, das Trümpi übernommen hat.
Kritische Stimmen sagen, es wäre besser gewesen, wenn ein Auswärtiger radikal neu angefangen hätte. Das Angebot eines Interessenten aus dem Kanton Freiburg jedoch blieb undurchsichtig und überzeugte offenbar nicht.
Fritz Trümpi und sein Sohn Stefan,32-jährig und bereits zuvor im Verwaltungsrat der Sportbahnen, haben in den nächsten zehn Jahren viel vor. Zuerst soll die Gumenbahn ersetzt, dann die anderen Anlagen saniert werden. Und dann möchten die Trümpis den Ort Braunwald vom Glarner Haupttal aus mit einer neuen Seilbahn erschliessen - von Luchsingen aus. «Das wäre ein Quantensprung für das Ski- und Wandergebiet», sagt Stefan Trümpi.
Es gehe jetzt darum, neben Eigenkapital auch günstiges Fremdkapital zu finden, sagt Fritz Trümpi: Darlehen, Sponsoren, Unterstützungsbeiträge von Bund und Kanton. Er hat neben dem Herz für die Region auch ganz handfestes Interesse daran, dass es Braunwald gut geht: Trümpi hat vor Jahren das Restaurant auf dem Gumen gekauft, er besitzt Immobilien und Land in Braunwald, und zwei seiner Firmen leben vor allem von Aufträgen im Glarnerland.
Das machen die eh.Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis sich noch Umweltverbände einschalten.
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