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Neues in Davos Klosters

Ja jetzt tut es.

Als ob die Strategie der Pischa nicht schon genug schlimm wäre, blasen Touristiker jetzt noch in das gleiche Horn. Kackendreist so etwas.
Ich weiss auch überhaupt nicht, wieso die von einer Neuausrichtung sprechen. Winterwandern und Freeriden ist ja jetzt schon möglich. Das Angebot wird einfach verkrüppelt. Das Kinderland profitierte z.B. sehr vom Pistenangebot. Während die Eltern Ski fahren gingen, konnten sie ihre Kleinen bei der Betreuung abgeben. Nun geht wahrscheinlich kaum mehr jemand nur dort nach oben um seine Kinder im Kinderland abzugeben.

Was mich auch stutzig macht: die jetztige Saison ist überhaupt noch nicht zu Ende, das Ostergeschäft steht ja noch an. Man hätte sicher mal diese Saison abwarten können, um dann die Ergebnisse sus diesem Geschäftsjahr zu analysieren. Vielleicht zeigte sich aber schon jetzt, dass das jetzige System zu erfolgreich war und man darum so plötzlich wieder einen neuen Furz hatte, damit man Pischa möglichst bald killen kann.
 
Neuausrichtung begründen sie, dass
a) der Berg als Nicht-Skigebiet dann täglich läuft
b) keine lästigen Skifahrer mehr dort sind

Dass sie nicht mal die Bilanz der ganzen Saison abwarten, bevor sie am Konzept was ändern, zeigt für mich, dass sie Pischa schlicht nicht mehr WOLLEN. Ob der jetzige Betrieb rentabel ist oder nicht, scheint ja somit völlig untergeordnet zu sein oder aber es war im Voraus schon klar. Wie gesagt, ich würde drauf wetten, dass es Pischa 2016/17 nicht mehr gibt. Die Schatzalp wollten und wollen sie ja auch nicht... Ohne App würde da schon lange nichts mehr laufen.
 
Warum macht man dann nicht einen Handel mit den Grünen daraus. Wir legen Skigebiet xy still, dafür bauen wir im Skigebiet ab dies und das und verbinden es mit cd und erweitern es um 5 Anlagen.
Auf Parsenn wäre es sicherlich angebracht zu investieren und das Gelände gibt dort noch genug Pisten mit neuen Anlagen her, um mal ein Beispiel zu nennen.
 
Whistlercarver schrieb:
Warum macht man dann nicht einen Handel mit den Grünen daraus. Wir legen Skigebiet xy still, dafür bauen wir im Skigebiet ab dies und das und verbinden es mit cd und erweitern es um 5 Anlagen.
Auf Parsenn wäre es sicherlich angebracht zu investieren und das Gelände gibt dort noch genug Pisten mit neuen Anlagen her, um mal ein Beispiel zu nennen.
Überall kämpft man für Skigebietserweiterungen nur in Davos macht man freiwillig Lifte zu :roll:
 
Ich find den Vorschlag nicht schlecht. Wir bauen Pischa zurück und dafür dürfen wir x Neuerschließumgen auf anderen Bergen machen. Es wäre zwar schade um die Pischa aber wirtschaftlich bestimmt nicht schädlich
 
Will schrieb:
Wir bauen Pischa zurück und dafür dürfen wir x Neuerschließumgen auf anderen Bergen machen.
Ist davon irgendwo die Rede?
Nein das war nur eine Idee hier im AF. Ich halte davos wenig. Es haben ja mal Ausbaupläne bestanden auf der Parsenn (Projekt Parsenn 2000). Es hätten Richtung Fondei 3 Sessellifte gebaut werden sollen. Nach einem grossen Hick-hack ist man dann von diesen Plänen abgewichen, da die Landschaft als seltenes Hochmoor deklariert wurde.
Was ich damit sagen will: Es wäre deutlich einfacher, die Anlagen auf Pischa (oder auch Rinerhorn und Schatzalp) zu modernisieren, anstatt solche fragwürdigen Opfergabe-Merhoden zu praktizieren.
Aber bei den Bergbahnen besteht im Moment kein Wille, überhaupt in etwas zu Investieren. Auch die geplante Verbindung Jakobshorn-Rinerhorn wurde wieder schubladisiert. Da ich mit der Politik der Bergbahnen nicht mehr zufrieden bin, habe ich auch einen Leserbrief in der Davoser Zeitung veröffentlicht. Ich kann den auf Wunsch auch hier reinstellen.
 
Schöditaz schrieb:
Auch die geplante Verbindung Jakobshorn-Rinerhorn wurde wieder schubladisiert.
Echt? Die Planungen hierfür wirkten doch recht fortgeschritten vor ein paar Jahren.
 
Auch die geplante Verbindung Jakobshorn-Rinerhorn wurde wieder schubladisiert.
Wie schon in meinem Bericht (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=53&t=52833) erwähnt, fände ich eine solche auch sehr sinnvoll. Es gäbe dann zwei ähnlich grosse Gebiete auf beiden Talseiten, das Rinerhorn wäre viel besser eingebunden und das Gelände gäbe ja zumindest auf Jaki-Seite auch sehr schöne Abfahrten her. Ein Jammer, dass offenbar Stillstand herrscht im Landwassertal.
 
Schöditaz schrieb:
Da ich mit der Politik der Bergbahnen nicht mehr zufrieden bin, habe ich auch einen Leserbrief in der Davoser Zeitung veröffentlicht. Ich kann den auf Wunsch auch hier reinstellen.
Würde ich gerne lesen, danke fürs reinstellen.
 
Leserbrief schrieb:
Bergbahntourismus in Davos: Quo vadis?
Wieder einmal vermelden die Bergbahnen schlechte Neuigkeiten. Der Betrieb aller Skilifte auf Pischa soll ab Saison 2015/16 eingestellt werden. Verblüffend dabei: Gleichzeitig wurde von der Destinationsorganisation Davos Klosters (DDO) eine Medienmitteilung herausgegeben, in der folgendes zu lesen ist: «Einheimische Anbieter sollen angesichts des Euro-Wechselkurses Mehrleistungen erbringen anstatt auf Rabattaktionen zu setzen. Zu diesem Schluss kam ein runder Tisch der DDO zur Währungssituation».
Aha. Skilifte und Pisten zu schliessen ist also eine sogenannte Mehrleistung. Es mag gut sein, dass ich die Welt nicht immer verstehe, aber dieses Prinzip geht mir beim besten Willen nicht in den Kopf hinein.
Auch wenn es begrüssenswert ist, dass sich die DDO bemüht, gegen den Euro-Wechselkurs anzukämpfen, erachte ich die gewählte Taktik eher als "Pflästerlipolitik". Im Davoser Tourismus, vor allem bei den Bergbahnen, muss meines Erachtens ein grundlegendes Umdenken stattfinden. Ein Ort, an dem sich mehrere Bergbahnunternehmen gegenseitig konkurrenzieren, ist einfach nicht mehr zeitgemäss. In der schwierigen Lage, in der wir uns befinden, muss man zusammen an einem Strang ziehen! Eine dermassen beschämende Situation wie hier trifft man selten an. Die meisten Pisten werden zwar sensationell präpariert und die Anlagen sind stets in einem sicheren Zustand, aber die Davos Klosters Mountains (DKM) bringen es nicht einmal fertig, die Schatzalp in den Tarifverbund einzubinden. Auch sonst zeigen die DKM immer mehr nur noch Defensivstrategien. Hier wird eine Piste weniger präparieren, da wird ein Lift gestrichen. Begründet werden solche Schritte meist mit den Worten: «Wir sind überzeugt, dass ein genügend grosses Angebot bereitsteht». Während andere Orte sich bemühen, den Gästen immer ein noch besseres und noch grösseres Angebot bereitzustellen, gehen die DKM stur nach ihrem Gusto vor.
Dass es auch anders geht, zeigen unsere Nachbargebiete. Laax vollzieht eine «Revolution am Berg», Arosa und Lenzerheide feierten Hochzeit und Scuol-Motta Naluns sagte eine geplante Tariferhöhung ab und baut gleichzeitig noch eine neue Sesselbahn. Sogar die Madrisabahnen planen neue Investitionen.
Es ist also an der Zeit, dass sich alle Verantwortlichen in Davos an einen Tisch setzen und eine zukunftsgerichtete Lösung finden! Die Schliessung von Bergbahnen muss gestoppt und Investitionen gefördert werden. Sonst wird meiner Generation keine florierende Tourismusdestination, sondern ein serbelndes Bergdorf hinterlassen.
 
Die neue 6er-Sesselbahn Schaffürggli soll übrigens nicht im Sommer 2015 sondern 2016 gebaut werden, also Eröffnung auf Saison 2016/17. Auch dieses Datum wäre für mich immer noch (leicht) überraschend und sehr erfreulich. Mal sehen...
Zudem wird an einer Beschneiungsanlage westlich vom Schaffürggli geplant, das wäre dann also wohl die rote Piste "Standard". :)

Noch zur Pischa, finde ich auch gar keine schöne Nachricht. Dass die DKM aber nicht die aktuelle Saisonbilanz abwartet ist nicht mal verwunderlich. Auch wenn es komisch klingen mag, die Bilanz ist jetzt schon +/- geschrieben. Das Weihnachts(flop)geschäft ist durch, die Sportferien sind vorbei und die meisten Wochenenden gezählt. Gerade auf Pischa wird sich da in den restlichen Tagen leider nicht mehr soviel ins "plus" verändern, trotz Ostern. Der aktuelle Frühling im Unterland ist für die Skigebiete auch nicht unbedingt hilfreich, abgesehen vom schönen Wetter...
:(
Schade um die Pischa, doch zu befürchten war es schon lange. :sniff:
 
Parsenn, Jakobshorn, Rinerhorn sind für die heutigen Bedürfnisse der allermeisten Touristen mehr als genügend. Pischa liegt nun einmal einfach ungünstig. Das Gebiet zu modernisieren würde Unmengen an Geld kosten, das anderweitig besser eingesetzt werden kann. Nur schon eine neue Seilbahn und zwei Sessellifte würde CHF 30-40 Mio. kosten! Wer soll das bezahlen, wenn auch in die anderen Gebiete laufend investiert werden muss? Schertenleib mag nicht ein begnadeter Kommunikator sein. Aber er hat die letzten 10 Jahre die Investitionen genau richtig fokussiert:

1. warme Betten retten. Zum Glück haben die Bergbahnen die meisten Hotels, die zum Verkauf standen, erworben. So sind viele günstige Übernachtungsmöglichkeiten für junge Skifahrer/Snowboarder erhalten geblieben.
2. künstliche Beschneiung. Davos ist in der Lage, auch katastrophale Schneesituationen zu meistern und früh in die Saison zu starten.
3. Leistungsfähige Zubringerbahnen.

Die Zahlen geben Schertenleib meines Erachtens recht. Konstant hohe EBITDA-Marge, hoher Cash Flow, Schuldenabbau. Auch vor einem Vergleich mit dem hochgelobten Laax muss Davos nicht scheuen. Laax hat in den letzten fünf Jahren genau gleich viele Ersteintritte verloren (prozentual) wie Davos. Zum Glück sind die Bergbahnen in der Lage, ohne Finanzhilfen von Gemeinde und Mäzenen die anstehenden Investitionen zu leisten.

Den Streit mit der Schatzalp kann ich aber auch absolut nicht verstehen. Vielleicht liegt die Schuld dafür ja auch nicht bei den DKM allein ...
 
Na ja, dass die Davoser Skigebiete in den letzten Jahren sinnvoll investiert haben, da kann man aus meiner Sicht geteilter Meinung sein. Lediglich das Jakobshorn hat eine ausreichend ausgebaute Beschneiungsanlage. Sinnvolle Investitionen wie Sesselbahnen und Ausbau Beschneiungsanlage an Rinerhorn = Fehlanzeige. Realisierung Skigebietsverbindung Jakobshorn - Rinerhorn = Fehlanzeige. Parsenn Verbindung Schatzalp Reaktivierung = Fehlanzeige. Wo wurde also sinnvoll investiert?
 
Nun, mir persönlich kann es zwar egal sein. Wenn mir die Mühe mache, bis zur Pischa zu fahren, dann gibts Tiefschneeabfahrten, und ich meine nicht jene zwischen den Liften. Dafür bringt höchstens noch der Flüelamäder eine gewisse Aufstiegshilfe, aber der Wegfall ist verkraftbar, solange der Wanderweg bleibt. Mit der täglich geöffneten PB ist es sogar eher ein Vorteil. Meiner Ansicht nach scheint ein Kompromiss am vernünftigsten: Mo-Fr ausserhalb der Hochsaison nur die PB, zu Stosszeiten zur Wahrnehmung der Entlastungsfunktion zusätzlich mit Skiliften.

Was mich an der Sache jedoch stört, ist der stete Leistungsabbau ohne Mehrwert. Beispielsweise wäre eine Stilllegung der Pischa bei gleichzeitiger Integration der Schatzalp insgesamt ein Gewinn. Aber hier wird, mehr oder weniger ohne Konzept, mal hier, mal da etwas abgebaut. Zwar mag die Pischa defizitär sein, aber längst nicht so, wie man immer tut. Ein Blick in den Geschäftsbericht reicht: Der DKM geht es insgesamt gut, sie könnte sich einen Weiterbetrieb leisten, rentablere und weniger rentable Anlagen hat jede Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen weitaus interessanteren Kleingebieten, die zwar investiert haben und trotzdem ziemlich leer sind (z.B. Tschiertschen) wird die Pischa nicht schlecht frequentiert.
Ich weiss nicht, wie sinnvoll diese Strategie ist. Einen Mehrwert gab es seit der Fusion eigentlich nur am Jakobshorn, die neue Parsennbahn ist eher Substanzerhaltung. Und was die Ersteintritte anbelangt: Vor 5-10 Jahren war Davos noch auf Augenhöhe mit Zermatt, diese Zeiten sind definitiv vorbei und wenn man den Daten von Laurent Vanat Glauben schenken darf wurden sie letztes Jahr ausserdem von Adelboden-Lenk überholt. Es gibt wenige Gebiete, die in den letzten Jahren dermassen viele verloren haben (aber ja, es gibt sie), auch wenn daran wohl nicht allein die Bergbahnen schuld sind, dürfen Aussagen wie alles am richtigen Ort investiert zumindest hinterfragt werden.
 
Treasure Island schrieb:
Das Gebiet zu modernisieren würde Unmengen an Geld kosten, das anderweitig besser eingesetzt werden kann. Nur schon eine neue Seilbahn und zwei Sessellifte würde CHF 30-40 Mio. kosten!
Oh du meine Güte! Aber eine neue Jakobshornbahn für 23 Millionen bauen, das ist in Ordnung. (Mit diesem Geld hätte man einige wichtige Anlagen auf der Pischa modernisieren können.)

Man hat in den letzten Jahren meiner Meinung nach FALSCH investiert, nämlich völlig asymmetrisch. Jakobshorn und Parsenn haben durch ihre Lage schon einen Standortvorteil, die Leute kommen dort noch eher. Es hätte mehr Ausgeglichenheit gebracht, wenn man in den weiter entfernten Gebieten investiert hätte, um dort Leute anzulocken. Z.B. die Brämabüel-Sesselbahn: Diesen einen Skilift auf dem Jakosbhorn hat niemanden gross gestört. Aber anstatt dieses Geld der Pischa oder dem Rinerhorn zur Verfügung zu stellen, investiert man selber in etwas Überflüssiges.

Treasure Island schrieb:
1. warme Betten retten. Zum Glück haben die Bergbahnen die meisten Hotels, die zum Verkauf standen, erworben. So sind viele günstige Übernachtungsmöglichkeiten für junge Skifahrer/Snowboarder erhalten geblieben.
2. künstliche Beschneiung. Davos ist in der Lage, auch katastrophale Schneesituationen zu meistern und früh in die Saison zu starten.
3. Leistungsfähige Zubringerbahnen.
Da magst du Recht haben.

Treasure Island schrieb:
Laax hat in den letzten fünf Jahren genau gleich viele Ersteintritte verloren (prozentual) wie Davos. Zum Glück sind die Bergbahnen in der Lage, ohne Finanzhilfen von Gemeinde und Mäzenen die anstehenden Investitionen zu leisten.
KnM schrieb:
Es gibt wenige Gebiete, die in den letzten Jahren dermassen viele verloren haben (aber ja, es gibt sie), auch wenn daran wohl nicht allein die Bergbahnen schuld sind, dürfen Aussagen wie alles am richtigen Ort investiert zumindest hinterfragt werden.
In dieser Angelegenheit muss ich KnM zustimmen. Wenn man ausgeglichener in alle Gebiete investiert hätte oder die Tarife nicht so hoch hätte, hätte man vielleicht nicht so viele Gäste verloren.

Ich habe übrigens meine Maturaarbeit über die Pischa geschrieben, und kenne mich daher ziemlich gut aus mit der Geschichte der Davoser Skigebiete. Als sich 1999 alle Davoser Gebiete zu einem Tarifverbund zusammenschlossen, war eigentlich die Idee dahinter, dass die grossen Gebiete den kleinen helfen. Damals war aber Schertenleib noch nicht zuoberst an der Macht. Mit dem Abtreten von Andreas Gredig und dem Erklimmen des Bergbahn-Thrones durch König Schertenleib wurde diese Idee verworfen und verteufelt. Seither sieht man ja, was passiert ist. Nur sein geliebtes Jakobshorn wird stets kräftig erneuert, Parsenn wird am Leben erhalten und Pischa und Rinerhorn würde er am liebsten krepieren lassen. Zum Glück konnte sich die Madrisa aus den Fängen der DKB lösen. Und auf einmal klappt es dort mit Investitionen.
 
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