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Neues in Davos Klosters

Weisshorn schrieb:
Die (ordentliche) Kündigung beziehungsweise Nichtverlängerung des Pachtvertrags dürfte darum nur noch eine Frage der Zeit sein. Der international erlittene Reputationsschaden ist für Davos einfach zu gross.

https://www.blick.ch/news/aufschrei-nach-schlitten-verbot-fuer-juden-in-davos-paechter-von-bergrestaurant-entschuldigt-sich-fuer-aushang-id19427980.html

Wenn ich in den Kommentaren des Blickartikels schaue wie die Sympathien verteilt sind, so bezweifle ich einen grossen Reputationsschaden. Füsse stillhalten und Gras drüber wachsen lassen, könnte ev. funktionieren. Wenn die Staatsanwaltschaft in 12 Monaten einen Strafbefehl mit bedingter Geldstrafe erlässt, gibt es dann noch eine Randnotiz in der Südostschweiz.
 
Skipapi schrieb:
Wenn ich in den Kommentaren des Blickartikels schaue wie die Sympathien verteilt sind, so bezweifle ich einen grossen Reputationsschaden. Füsse stillhalten und Gras drüber wachsen lassen, könnte ev. funktionieren. Wenn die Staatsanwaltschaft in 12 Monaten einen Strafbefehl mit bedingter Geldstrafe erlässt, gibt es dann noch eine Randnotiz in der Südostschweiz.
Der übliche rechte Blick-Backtalk ist eine Sache, die überwältigende lokale, nationale und internationale Awareness des Skandals eine andere:

https://www.gemeindedavos.ch/aktuellesinformationen/2068045
https://www.nzz.ch/meinung/keine-schlitten-fuer-juden-imageschaden-fuer-davos-ist-gewaltig-ld.1807504
https://www.tagesanzeiger.ch/davos-sie-vermieten-nicht-an-juden-712523122083
https://www.tachles.ch/artikel/news/keine-skiausruestung-juden
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/davos-antisemitischer-aushang-100.html
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/davos-restaurant-diskriminierung-juden-100.html
https://www.spiegel.de/panorama/skigebiet-bei-davos-juden-sollen-keine-sportausruestung-mehr-ausleihen-koennen-a-8fad2d41-17a0-410c-8ada-94dcb3fbe1c7
https://orf.at/stories/3348533/
https://www.sueddeutsche.de/panorama/davos-antisemitismus-juden-sportausruestung-1.6356731?reduced=true
https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article250046432/Davos-Kein-Verleih-an-Juden-Aufregung-ueber-antisemitisches-Schild.html
https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/schlitten-verbot-fuer-juden-in-davos-vermieter-entschuldigt-sich-87140114.bild.html
https://www.juedische-allgemeine.de/juedische-welt/bergbahn-vermietet-keine-schlitten-an-juden/
https://www.haaretz.com/world-news/europe/2024-02-14/ty-article/.premium/no-equipment-rental-for-jews-sign-at-swiss-ski-resort-raises-antisemitism-concerns/0000018d-a773-dd3b-a5df-bffbcf340000
https://www.timesofisrael.com/swiss-ski-shop-in-hot-water-over-sign-refusing-rentals-to-jews/
https://www.jpost.com/diaspora/antisemitism/article-786756
https://eurojewcong.org/news/communities-news/switzerland/rising-antisemitism-in-davos-targeting-jewish-tourists/
https://news.sky.com/story/swiss-police-investigate-davos-ski-shop-over-no-equipment-for-jews-sign-13071283
https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-02-14/davos-resort-shop-saying-no-renting-sleds-to-jews-sparks-antisemitism-probe
https://www.bbc.com/news/world-europe-68283043
https://www.thetimes.co.uk/article/davos-ski-shop-jews-antisemitism-5gf37v2fn
https://www.independent.co.uk/news/world/europe/davos-jewish-ski-shop-wef-b2494828.html
https://abcnews.go.com/Business/wireStory/top-jewish-group-switzerland-slams-antisemitic-poster-purportedly-107154630
https://www.letemps.ch/suisse/quel-degat-d-image-pour-la-suisse-apres-le-refus-des-juifs-a-davos
https://www.francetvinfo.fr/societe/antisemitisme/suisse-une-enquete-ouverte-apres-qu-un-hotel-restaurant-d-altitude-de-davos-a-refuse-de-louer-du-materiel-de-sport-d-hiver-a-des-touristes-juifs_6361843.html
https://www.leparisien.fr/societe/un-hotel-restaurant-de-davos-interdit-aux-juifs-de-louer-du-materiel-de-ski-une-enquete-ouverte-14-02-2024-4IL2IKHBPRGDTIX57HDQZ6U5VU.php
https://www.gazzetta.it/Sport-Invernali/13-02-2024/svizzera-niente-sci-agli-ebrei-a-pischa-davos.shtml
https://www.elespanol.com/mundo/europa/20240213/tienda-esqui-davos-investigada-antisemitismo-no-alquilar-material-judios/832417161_0.html
https://www.latimes.com/espanol/internacional/articulo/2024-02-12/tienda-en-suiza-coloca-cartel-avisando-que-no-servira-a-judios

Ich glaube daher nicht, dass es im Interesse der DKB und der Destination Davos wäre, die Pischa-Affäre einfach trotzig kleinzureden und planlos auszusitzen. In einem von mir geführten Unternehmen hätten derart rufschädigende Leistungspartner jedenfalls keine Zukunft.
 
Nach dem grossen Pischa Shitstorm erklärt sich Tourismuschef Branschi ausführlich im SRF Tagesgespräch. IMHO recht zerknirscht und sich immer noch spürbar windend. Eine von ihm lancierte neue Taskforce soll jetz aber die Situation verbessern. Geleitet wird die Taskforce von Michael Ambühl, ehem Chefunterhändler der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Erste Erkenntnisse sollen im Frühling präsentiert werden. Daumen drücken, es kann nur besser werden. :top: https://www.srf.ch/audio/tagesgespraech/reto-branschi-keine-schlitten-fuer-juden?id=12540557
 
Weisshorn schrieb:
Skipapi schrieb:
Wenn ich in den Kommentaren des Blickartikels schaue wie die Sympathien verteilt sind, so bezweifle ich einen grossen Reputationsschaden. Füsse stillhalten und Gras drüber wachsen lassen, könnte ev. funktionieren. Wenn die Staatsanwaltschaft in 12 Monaten einen Strafbefehl mit bedingter Geldstrafe erlässt, gibt es dann noch eine Randnotiz in der Südostschweiz.
Der übliche rechte Blick-Backtalk ist eine Sache, die überwältigende lokale, nationale und internationale Awareness des Skandals eine andere:
Sogar auf die Webseite des slowenischen Rundfunks RTV SLO (ihr wisst schon, der staatliche, oder wie es offiziell heisst, öffentlich-rechtliche Rundfunk, ergo die Institution, der ich monatlich irgengwelche Abgaben zahlen muss, egal ob ich jemals ihre Produkte anschaue oder nicht :evil: ) hat es die Meldung geschafft:
https://www.rtvslo.si/svet/evropa/i...-napisom-da-judom-ne-izposojajo-opreme/698232

Wobei die Kommentare im traditionell prorussischen und antijüdischen (genauer: antiisraelischem) Backtalk des RTV mehrheitlich gar nicht ablehnend, tl. sogar positiv, sind :oops: ...
 
Das Schild war diskriminierend und unangebracht. Der Pächter hat sich folgerichtig entschuldigen müssen.

Interessant ist, dass man in letzter Zeit immer mehr negative Kommentare der touristischen Leistungsträger in Davos zu den orthodoxen Gästen hört. Da scheint es unter der Oberfläche ordentlich zu brodeln.

Man muss hier aber echt aufpassen nicht in Vorurteile abzurutschen. Die orthodoxen Gäste bleiben natürlich mehr unter sich und unterscheiden sich auch optisch. Aber es handelt es sich bei ihnen um seit Jahrzehnten treue Gästegruppe die auch im eher schwachen Sommer immer wieder kommen.
 
paddington schrieb:
Bei der Sesselbahn Davos Platz–Carjöl–Usser Isch wird die Mittelstation umgebaut damit neu auch ein Zustieg möglich ist.
https://www.kantonsamtsblatt.gr.ch/ekab/00.096.951/publikation/

Grundsätzlich gut, aber man würde die ganze Bahn besser auf einen 4er oder so um/neubauen.

Unten hat es in der Hochsaison mit all den Skischulen doch einen sehr grossen Andrang.
Ein Mitteleinstieg ist natürlich spannend für Wiederholungsfahrten auf der neuen Schwarzen "Davos Vertical".

Mir fehlt in Davos einfach irgendwie ein Masterplan, alles scheint irgendwie kurzfristig entschieden zu werden anstatt man mal eine Vision aufstellt und dann über 10-20 Jahre die Bahnen entsprechend erneuert oder ergänzt sowie die Berge entsprechend positioniert.
 
HEHE schrieb:
Mir fehlt in Davos einfach irgendwie ein Masterplan, alles scheint irgendwie kurzfristig entschieden zu werden anstatt man mal eine Vision aufstellt und dann über 10-20 Jahre die Bahnen entsprechend erneuert oder ergänzt sowie die Berge entsprechend positioniert.

Mir gefällt, dass in Davos Projekte zügig umgesetzt werden. Vom Furkazipper z.B. kaum zum ersten Mal gehört, zack gebaut, ebenso die neue Piste und nun der Umbau. Aus Laax hört man über Jahre immer neue Ideen aus Retos Utopie Küche (Monsterbetonstützenbahn auf Cassons, Verbindung nach Elm), einen simplen Bahnersatz (Vorabgondeli) kriegt man nicht auf die Reihe, bevor die Bahn aufgrund Altersschwäche ständig steht.
 
Ich spreche nicht von utopischen Projekten, sondern von einem Masterplan (Welcher Berg wird wie positioniert und weiterentwickelt, so kann man die ganze Entwicklung der Destination steuern).
Man muss diesen ja auch nicht so rausposaunen aber die Entwicklungschritte sollten passen, ob diese dann kurzfristig kommuniziert und umgesetzt werden ist egal.

In Davos wirkt vieles oft gebastelt sonst hätte man den Brämen Jet z.b. auf die gleiche Höhe wie die Jakobshornbahn gezogen.
Am Rinerhorn gibt es z.b. als Familienskigebiet keinen einzigen Zauberteppich.
...
 
Ich stimme zu, dass der Sessellift in Carjöl wegen der Beliebtheit bei Skischulen und Anfängern oft überlastet ist. Eine zweite Piste von rechts unten würde die bestehende Piste außerdem sicher entlasten (ich erinnere mich dunkel, dass es eine solche Piste einmal gab).

Davos hat übrigens Ja gesagt zur PV-Anlage im Meierhofertälli. Der Bau wird wahrscheinlich schon diesen Frühling beginnen:

https://swisspower.ch/medien/medienmitteilungen/davos-sagt-ja-zum-bauvorhaben-einer-alpinen-pv-anlage-im-parsenngebiet/
 
Ein paar News aus der Schweiz am Wochenende zum Neubau Schiferbahn (heutige Ausgabe, Seite 7):

Lieferant Doppelmayr/Garaventa
84 Zehnergondeln (die 160 alten werden verkauft)
Transportkapazität 1800 Personen
Fahrgeschwindigkeit 7 m/s
Fahrzeit 14 Min.
Eröffnung Wintersaison 2026/27
Kein Sommerbetrieb
Gesamtinvestition Fr. 32 Mio.

Ursprünglich war eine Verschiebung der bestehenden Schifer-Mittelstation Obersäss in die Region Kreuzweg vorgesehen. Da dort ein Rutschgebiet ist und wegen ca. 10 Mio. höherer Baukosten wird aber auf eine Mittelstation verzichtet.

Terminplan: Es soll noch im laufenden Jahr mit einigen Vorbereitungsarbeiten begonnen werden. Die Baumeisterarbeiten für die 23 Mastenfundamente und jene für die künftige Tal- und Bergstation werden im Jahr 2025 durchgeführt. Über den Winter 2025/26 bleibt die alte Schiferbahn in Betrieb. Sie wird im Jahr 2026 abgebaut und zeitgleich die neue Anlage montiert.

Die neue Talstation entsteht neben der heutigen, die dann ihrerseits zur Gondel-Garagierung umfunktioniert wird. Demselben Zweck wird auch die bisherige Schifer-Bergstation auf dem Weissfluhjoch dienen, wobei die künftige Bergstation auf dem Gebäudedach in gleicher Höhe wie der Ausstieg der Totalpsesselbahn geplant ist. Die Obersäss-Mittelstation soll zur Werkstatt samt Lager für Beschneiungsanlagen umgenutzt werden.
 
Sehr schön, bei starkem Wind fällt dann das ganze Schifergebiet weg. Die dort gestrandeten Gäste müssen mit Raupen herausgefahren werden. Was für ein kurzsichtiges Denken! Am Jakobshorn würde man bei gleicher Ausgangslage sicher alles unternehmen, um das zu verhindern. Aber es ist ja nur der Parsenn. Und ja, das ist absichtlich polemisch. Aber die krasse Bevorzugung des einen Teilgebiets ist schon auffallend. Was sagt man eigentlich in Davos selber dazu?
 
Was sagt man eigentlich in Davos selber dazu?
Dort zuckt man scheinz nur mit den Schultren. Im Moment liegt finanziell einfach nicht mehr drinn. :nixweiss: Auch am Jaki hatte die obere PB praktisch nur ein Retofit bekommen. Immerhin wird die Schifer Trsprtkapaziät von 1700 auf 1800 leicht erhöht, zwar kein Luxus aber sollte genügen.
 
GMD schrieb:
Sehr schön, bei starkem Wind fällt dann das ganze Schifergebiet weg. Die dort gestrandeten Gäste müssen mit Raupen herausgefahren werden. Was für ein kurzsichtiges Denken! Am Jakobshorn würde man bei gleicher Ausgangslage sicher alles unternehmen, um das zu verhindern. Aber es ist ja nur der Parsenn. Und ja, das ist absichtlich polemisch. Aber die krasse Bevorzugung des einen Teilgebiets ist schon auffallend. Was sagt man eigentlich in Davos selber dazu?
Bei starkem Wind läuft die gesamte Schiferbahn doch schon heute nicht. In der Vorsaison lief bisher einige Wochen die untere Sektion nicht. Dass nur die untere Sektion lief, habe ich die letzten 15 Jahre, seit ich regelmässig auf Parsenn bin, nie erlebt.
Mit Zwischenstation wären die Kosten ca 10 Millionen höher, zudem sitzt den ganzen Winter Personal dort für ein paar Hansel, die dort zusteigen. Auch ist die Fahrzeit geringer ohne Mittelstation.
Aus meiner Sicht hat die Mittelstation wenig Nutzen, der Verzicht darauf ist nachvollziehbar.
 
švi-nigel schrieb:
Immerhin wird die Schifer Trsprtkapaziät von 1700 auf 1800 leicht erhöht, zwar kein Luxus aber sollte genügen.
Du darfst nicht vergessen, dass durch die deutlich geringere Fahrzeit mehr Wiederholungsfahrten pro Person möglich sein werden, was das m.E. mehr als ausgleichen wird.
 
Die Piste dort runter ist so lang dass die wenigsten mehr als zwei Fahrten hintereinander machen.
 
Ich persönlich denke hier haben sie sich völlig verkalkuliert. Eine neue, komfortablere und insbesondere schnellere Bahn lockt deutlich mehr Leute an als bisher. Realistisch sähe ich 2400 p/h. Hier wird am falschen Ort gespart. Die Bahn an sich finde ich jedoch super. Mein Wunsch wäre immer noch eine KSB im Bereich Obersäss, welche die Mittelstation ersetzen würde und den interessantesten Teil erschliesst, dann würde die Kapazität der Schiferbahn auch reichen.
 
Die 1700 p/h hatten bis jetzt doch meist gereicht, nicht? Mehr als 2000 würden doch nur unnötig die Pisten verstopfen.
 
Basalt schrieb:
Die 1700 p/h hatten bis jetzt doch meist gereicht, nicht? Mehr als 2000 würden doch nur unnötig die Pisten verstopfen.

Also ich war bis vor 15 Jahren regelmäßig auf der Parsenn und ich erinnere mich, dass wir an Fasching immer weit die Treppe runter anstehen mussten…da war richtig viel los!
 
Ich bin häufig zur Ferienzeit auf Parsenn, Wartezeiten am Schifer bis 15-20 Minuten sind keine Seltenheit. Klar sind dies Spitzentage und man kann sich fragen, ob eine höhere Kapazität Sinn ergibt. Für mich ist die Schiferbahn jedoch gewissermassen auch ein Prestigeprojekt für die DKB und eindeutig ein Alleinstellungsmerkmal.
 
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