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Neues in den Vogesen

Und dann erst noch ein Exemplar von Leitner-Poma/Amerika? Hat Poma zu geringe Kapazitäten oder wieso lässt man sich auf dem eigenen Territorium von der eigenen Tochterfirma konkurrenzieren?
 
Schnepfenried rüstet auf. Ab sofort sind 7 der insgesamt 14 km Pisten mechanisch beschneit. Damit hat man die Konsequenzen aus dem verheerenden letzten Winter gezogen. Hintergrund: Während die anderen Vogesen-Gebiete durchgehend von Anfang Dezember bis Februar/März (je nach Beschneiungsintensität) Betrieb hatten, kam Schnepfenried nur auf wenige Betirebstage. Neben der kaum vorhandenen Beschneiung hat dies an extremem Witterungspech gelegen. Wenn im letzten Winter in anderen Vogesen-Gebieten 40 cm Schnee heruntergekommen sind, hat es in Schnepfenried meist nur 5 cm geschneit. Damit war das Skifahren auch in der sehr kalten ersten Winter-Hälfte oft nicht möglich.
 
Pilatus schrieb:
Und dann erst noch ein Exemplar von Leitner-Poma/Amerika? Hat Poma zu geringe Kapazitäten oder wieso lässt man sich auf dem eigenen Territorium von der eigenen Tochterfirma konkurrenzieren?
Nach dem was ich gehört habe ist es eher genau umgekehrt, die Fabrik in Amerika hat wohl eine miserabele Auslastung und deshalb liefert man jetzt auch nach Europa. Ist übrigens auch keine Premiere sondern schon die 2. 6-KSB die LPOA nach Frankreich liefert. Die Erste war 2009 Lune Bleue in St. Francois Longchamp, das Skigebiet hat aber (wohl nicht ganz zufällig) den gleichen Betreiber wie La Bresse Hohneck, nämlich die groupe Labellemontagne.
Man hat sich da in Amerika mit dem zukünftigen Bedarf wohl ziemlich verkalkuliert als man kurz vor der Immobilienkrise die dortige Fabrik in Grand Junction (Colorado) fast komplett neu gebaut hat. Dabei hatte man mit einem wachsenden Markt für neue Lifte vor allem durch Immobilienfinanzierte Skigebiete gerechnet (in Amerika häufig). Stattdessen ist aber die Immobilienblase geplatzt, wodurch die Skigebiete die bei ihrer Finanzierung auf Immobilien setzen teilweise Bankrott gegangen sind oder zumindest nicht mehr so schnell weiter ausbauen können und deshalb ist der Markt für neue Lifte dort insgesamt stark eingebrochen. Mittlerweile gibt es zwar eine leichte Erholung aber man ist immer noch nicht wieder auf dem Niveau von vor der Krise, an ein Marktwachstum ist vorerst wohl nicht zu denken. War wohl ein denkbar schlechtes Timing für die Investition.
 
In diesem Sommer scheint es liftmässig in den Vogesen nur eine Maßnahme zu geben: Der pannenanfällige Schlepplift Riant im Skigebiet Ventron soll durch einen Occassionslift aus Réallon (Hautes Alpes) ersetzt werden. Dabei wird für Lifttrasse und Piste eine künstliche Beschneiung aufgebaut (schon in Arbeit), und der Lift soll samt Piste verkürzt werden, indem der untere Teil wegfällt. Als Grund für dieses Massnahmen wird angegeben, dass der Schneemangel im unteren Bereich oft den Betrieb dieses Sektors beeinträchtigt habe. Ich vestehe allerdings nicht, warum man die Massnahmen Beschneiung und Verkürzung in Kombination ausführt. Wenn man beschneit, dann hätte man doch nicht auch noch verkürzen müssen !?
 
Gemäß einiger Zeitungsmeldungen sollen am Markstein insgesamt vier neue Pisten entstehen. Die Arbeiten werden offenbar in einem Zug mit dem Bau des neuen Coasters erfolgen.

In Ventron ist der neue Riant-Schlepplift als Ersatz für den alten gebaut. Leider wurde er wie erwartet gegenüber dem Vorgängerlift um etwa 300 m verkürzt, so dass die 300 m Piste zuunterst wegfallen.
 
Zum Markstein hat es jetzt einen Pressebericht mit Zitaten des Geschäftsführers gegeben. Demnach ist die Steinlebach-Piste vom Jungfrauenkopf teilweise verlegt worden. Gründ sei die eingeschränkte Schneesicherheit (nur die Hälfte der Gesamt-Betriebstage verfügbar) im Bereich der Feuchtzone in der Talaue. Daraus kann man indirekt schliessen, dass die Piste vor allem in diesem unteren Bereich verlegt worden ist (Länge des umtrassierten Pistenstücks 800 m). Wieterhin sei die Piste am Tremplin-1-Lift umtrassiert worden, so dass sie jtzt den Lift nicht mehr kreuze. Das ist insofern interssant, als diese Piste seither schon extrem modelliert ist. Offenabr hatte man bei den damaligen Massnahmen aber ncith die Pistenführung als solche optimiert.

Gérardmer hat ein überdachtes Förderband von 35 m Länge im Kinderland gebaut.

Generell sind in den Vogesen in vielen Gebieten schwenkbare Webcams installiert worden, die jetzt ein besseres Bild der Schneesituation ermöglichen.
 
Ermutigendes Zitat auf L'Alsace.fr gefunden hinsichtlich Schnepfenried:
Restent encore quelques chantiers à mener dans les prochaines années, en particulier la réactivation du téléski dit « Deybach », aux confins nord de la station, qui, pour l’heure, ne fonctionne plus. Pierre Gsell parle d’un investissement de près de 800 000 €, lequel sera complété par l’aménagement des parkings ...
Ich fände es sehr wichtig, dass wieder eine Ersatzanalge für den ehemaligen Skilift Deybach kommt. Durch seine Ausserbetriebnahme sind zwar nur 500 m Piste verloren gegangen, die skifahrerisch wenig aufregend sind. Aber durch den Verlust ist auch die fahrbare Höhendifferenz unter 200 m gerutscht. Weiters war die untere Deybach-Piste landschaftlich ein deutliche Kontrast zu den beiden bestehenden Sktoren Bronner und "Osthang", welcher das Skigebiet bereichert hat. Die Piste ist nicht so eben und kerzengerade und damit recht spassig zu fahren. Solange der untere Deybach-Bereich nciht erschlossen ist, zieht es mich nicht so sehr nach Schnepfenried. Aber jetzt gibt es ja wieder Hoffnung! :D
 
Ja, diesen Atikel meine ich. Möglicherweise wird es ewig dauern - schon klar. Aber nach zwei praktisch ausgeffallenen Wintern vor Installation der Beschneiung herrscht jetzt mit der Beschneiung wieder Aufbruchstimmung. Und in Schnepfenried herrscht ein gewaltiger Investitionsschub. Zunächst hat man die Schlepplifte (außer Deybach) weitgehend renoviert/erneuert (leider als erstes vor der Beschneiung - was ein Fehler war); dann hat man die Beschneiung installiert und das Restaurant neu gebaut; drumherum hat man weitere Verbesserungen gemacht (Parken, Zugänge). Jetzt kommt erleichternd das geringere Einnahmen-Ausfall-Risiko infolge der beschneiungsbedingten Schneesicherheit hinzu. Und ich bin guter Hoffnung, dass der Investiitonsschub jetzt nicht abreisst! und der neue Deybach (laut Pistenplan weiter hoch als der alte) wäre die logische Konsequenz - was ja so auch in diesem Artikel steht. Was sicherlich auch gut war: Man hat die verfügbaren Mittel nicht für einen Sessellift verpulvert, sondern das ganze Drumherum verbessert.

Ich denke und Hoffe, dass die Voraussetzungen deutlich andere sind als im Schwarzwald. Dort ist alles träge, und man muss für alle Vorhaben schwerfällig "in die Gänge" kommen. In Schnepfenried geht es eher darum, den Schwung nicht zu verlieren. Daher bin ich zuversichtlich, dass zumindest die Verantwortlichen den Schwung für zügige Investitionen mitbringen.

Was allerdings wieder bedenklich stimmt, ist dieser Artikel (verlinkt) passenderweise mit dem Schnepfenriedwasen als Titelbild. Darin steht, dass in diesem Jahr in den meisten Gebieten nichts weltbewegendes gebaut werden konnte, weil sich viele geplante Vorhaben verzögert haben. Trotzdem: Kein Vergleich mit dem Schwarzwald. Während auf der anderen Rhein-Seite fast nur "konserviert" wird (nur Feldberg mit langsamer Vorwärtsentwicklung), gibt es hier in den Vogesen überall Pläne und Vorhaben zur Qualitätsverbesserung (welche freilich oft auch zu zweifelhaften Ergebnissen führt - Pistenbegradigung und so weiter ... - aber immerhin).
 
In dem von Dir verlinkten Artikel steht auch "Rien à signaler au Gaschney" - d.h. man hat eine Reaktivierung der Sesselbahn auf den Kleinen Hohneck gänzlich aufgegeben?
 
Harzwinter schrieb:
In dem von Dir verlinkten Artikel steht auch "Rien à signaler au Gaschney" - d.h. man hat eine Reaktivierung der Sesselbahn auf den Kleinen Hohneck gänzlich aufgegeben?
So ist es wohl. Vor vielen Jahren hatte ich mal vom Tourismusverband die Info erhalten, dass die Zukunft der Sesselbahn ungewiss sei, da die bestehende Bahn nicht mehr den Normen entspreche. Auch ist es so, dass die Sesselbahn und der parallele (und nach unten etwas längere) Hauptlift unterschiedlichen Betreibern gehören. Bei den übrigen Liften bin ich mir nicht ganz sicher. Der Hauptlift gehört dem ortsansässigen Skiclub und hat mit der Sesselbahn nichts zu tun. Der Skiclub ist sicherlich weder in der Lage noch gewillt, die Sesselbahn zu übernehmen und zu erneuern. Der Skiclub öffnet das Gebiet auch nur Mittwochs, an Wochenenden und in den Ferien. Die Kapazität des Hauptliftes erscheint ausreichend. Warum sollte der Skiclub als (alleinger oder massgeblicher) Betreiber des Gebiets eine Motivation haben, das Gebiet zu einer überwiegend kommerziellen Station auszubauen? Ich bin ehrlich gesagt froh, dass die Existenz der zahlreichen und relativ höhenmeterintensiven Pisten nicht infrage steht. Eine Sesselbahn wäre zwar schön, aber Luxus. Dazu kommt, dass dort oben oft Sturm herrscht und ein Sesselbahnbetrieb problematisch ist. Der SL müsste also parallel bestehen bleiben, sonst wäre bei Sturm das ganze Gebiet dicht.
Die Frage ist eher, ob eine Beschneiung genehmigungsfähig und angestrebt wäre. Das wäre schon ein Gewinn für die Münster-Region, aber ich weiss nicht, ob das zur Diskussion steht. In den französischen Foren kommt Gaschney praktisch kaum vor.
Die Sesselbahn wäre auf jeden Fall eine schöne Sache für den Sommer. Ich persönlich habe sie auch nur im Sommer genutzt.
[Traummodus ein]Klasse wäre die Sesselbahn in Verbindung mit einer Verbindung über das Hohneck hinüber nach La Bresse, aber das ist leider nicht genehmigungsfähig[/Traummodus aus]

Aber etwas anderes ist an dem Artikel erfreulich: Der Grand Ballon hat angeblich eine neue Pistenwalze und einen neuen Speicherteich. Dafür, dass diese Gebiet seit 5 Jahren seitens des Betreibers (Markstein-Gesellschaft) auf der Abschussliste steht, ist das sehr erfreulich. Damit dürfte der Grosse Belchen gerettet sein. Aber den Tag nicht vor dem Abend loben: Die hatten vor 5 Jahren auch alle Skilifte renoviert und Beschneiung aufgebaut - und ein Jahr später das Gebiet stillgelegt und erst im übernächsten Jahr nach Protesten wieder geöffnet.
 
flyer schrieb:
... Auf dem Plan sind auch die Pisten etc eingezeichnet, vielleicht hilft euch das auch für die Ski-Diskussion.
Hoch interessant! Dort sind Bergstation und Linie der geplanten Sesselbahn eingezeichnet. Dabei erkennt man, dass die Sesselbahn nicht die Fédérale-Lifte ersetzen soll, sondern als eigenständige Linie bis hinunter zur Talsation Tremplin II führt. Damit würde die Sesselbahn vom tiefsten zum höchsten Punkt des Gebietes führen. Damit erscheint jetzt auch die Vorgehensweise sinnvoller, dass man die Fédérale-Lifte vor ein paar Jahren völlig neu gebaut hat, obwohl damals bereits die Sesselbahn grundsätzlich vorgesehen war.


@flyer: Leitet sich dein Nickname von der entsprechenden Coasterbauart ab (à la Tatsu, etc.)?
 
Danke Chasseral & Flyer für die guten Infos!

Eine Frage noch: Läuft am Grand Ballon auch der Teleski Gloupe wieder? Das ist der, der zum Hotel und höchsten Punkt hinauf führt. Auf den mir bekannten Plänen ist er stets "gestrichelt" eingetragen, eine Erläuterung zum Status fehlt jedoch.
 
Harzwinter schrieb:
... Eine Frage noch: Läuft am Grand Ballon auch der Teleski Gloupe wieder? Das ist der, der zum Hotel und höchsten Punkt hinauf führt. Auf den mir bekannten Plänen ist er stets "gestrichelt" eingetragen, eine Erläuterung zum Status fehlt jedoch.
Ich habe leider keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Gloupe wieder läuft. Und neu auf die kommende Saison ganz sicher nicht, denn sonst hätte das sicherlich in dem Artikel drin gestanden. Vor Jahren wurden ja mal Erneuerungsarbeiten an dem Lift durchgeführt. Aber auch hier eine vage Hoffnung. Wenn man jetzt investiert hat in die Walze (okay, könnte notfalls auch zum Markstein rüber versetzt werden) sowie in einen Schneiteich (eher schlecht an den Markstein zu zügeln), dann ist man nach vorn gerichtet. Was dann noch kommt, steht und fällt sicherlich mit der Kundenresonanz. Also: Kräftig besuchen, dann wrid's vielleicht auch wieder was mit dem Gloupe. Aufgegeben ist der Lift wohl noch nicht seitens der Betreiber.

Aufgrund der Rennaktivitäten habe ich vorläufig wohl kaum die Gelegenheit, die Vogesen zu besuchen. Trotzdem: Der Grand Ballon steht bei mir weit oben auf der Liste. Ich möchte mir mal ein Bild verschaffen, war dort noch nie im Winter. Allerdings: Skifahrerisch verspreche ich mir nicht so furchtbar viel, und mit dem Tk Gloupe ware der Anreiz deutlich höher.
 
Auf lemarkstein.net sind die neuen Pistenpläne online (gemeinsam mit der neuen Homepage, nachdem die alte gehackt worde war):

http://www.lemarkstein.net/files/8313/8513/2152/plans-des-pistes.pdf


Was mir dabei auffällt:

- keine neuen Pisten am Markstein zu erkennen (sicher ist jedoch, dass die "Steinlebach" neu trassiert worden ist)

- Am Grand Ballon ist der "Gloupe" immer noch gestrichelt dargestellt und die Pisten sind voll ganz normal bezeichnet und mit Namen versehen. Der Gloupe sieht jetzt kürzer aus und die Pisten sind in beide Richtungen voll in das Skigebiet eingebunden. Dies macht ganz und gar nicht den Eindruck, als hätte man diesen Sektor abgeschrieben.

Ausserdem starten beide Gebiete morgen in die Saison. Der Grand Ballon ist demnach für die Betreibergesellschaft wieder ein vollwertiges Skigebiet und kein ungeliebtes Anhängsel mehr. Das lässt absolut hoffen. Demnach dürfte die Öffnung des Gloupe wieder in Reichweite sein, wenn sie nicht ohnehin diese Saison erfolgt. Mit soviel Elan wie jetzt ist der Ballon seit der Jahrtausendwende nicht mehr ausgestattet gewesen.
 
Im Internet waren dieses Jahr erfreuliche Indizien zu finden, welche den Schluss zulassen, dass der (ohnehin nur geringen) Erosion an Aufstiegsanlagen in den Vogesen entgegengewirkt wird.

- Schnepfenried:
Mehrere Veröffentlichungen nennen den Neubau des defekten und deshalb stillgelegten Deybach-Lifts als vordringliches und für 2014/15 vorgesehenes Projekt. Der Lift soll auf einer etwas modifizierten Trasse neu gebaut werden.

- Bussang:
Das höhenmeterintensive Skigebiet Bouloie wird wieder auf einschlägigen Portalen und auf der Homepage des Hotels La Bouloie aufgeführt. Das Skigebiet war seit 2010 geschlossen.

Wenn es stimmt, dass diese beiden Hänge/Skigebiete wieder "zurückgewonnen" wären, wären die beiden größten Verluste in den Vogesen eliminiert.
 
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