Bau der neuen Kabinenbahn "eine richtige Entscheidung"
Seilbahngeschäftsführer Wilke zum Umbau am Ettelsberg
Der Ettelsberg-Sessellift in Willingen ist ab November Geschichte. Die Seilbahngesellschaft investiert rund sechs Millionen Euro, um mit einer neuen Kabinenbahn den Tourismus-Magneten Ettelsberg für die Zukunft zu rüsten. Welche Erwartungen an die hochmoderne Anlage geknüpft sind und welche Vorteile sie für die Gäste hat, darüber berichtet Seilbahngeschäftsführer Jörg Wilke im Gespräch mit dem SAUERLANDKURIER.
SAUERLANDKURIER: Wie kam es zu der Entscheidung, den Sessellift durch eine Kabinenbahn zu ersetzen:
Jörg Wilke: Die Idee gab es schon 2000 vor dem Bau des Hochheideturms. Damals entschied man sich, erst ein "Highlight" als Ziel für den Ettelsberg-Gast zu schaffen und in einem zweiten Schritt die Bahn zu erneuern. Eine richtige Entscheidung. Regelmäßige Kapazitätsengpässe im Skibetrieb waren ebenso entscheidende Gründe wie die Wetteranfälligkeit der offenen Sessel. Auf Grund der demografischen Entwicklung wurde bei der Wahl des Bahnsystems auf einen möglichst einfachen und sicheren Ein- und Ausstieg der Gäste Wert gelegt. Die Entscheidung pro Kabinenbahn fiel auch aufgrund des ganzjährig hohen Anteils an Gästegruppen im Bereich der "Nicht-Wintersportler".
SK: Welche Vorteile bringt die Kabinenbahn:
Wilke: Zum einen eine höhere Kapazität und Geschwindigkeit. Skifahrer wollen schnell auf einen Berg kommen. An jedem Tag kann die genutzte Kapazität sowie die Geschwindigkeit individuell nach den jeweiligen Ansprüchen gewählt werden. Die Bahn wird im Skibetrieb schnell betrieben. Im Sommerbetrieb wird sie langsamer fahren, damit die Gäste die Aussicht genießen können. Für den Schneesportler ist die Bahn Mittel zum Zweck. Für Ausflügler ist oft schon der Weg das Ziel sprich das Seilbahnerlebnis als solches. Außerdem bietet sie mehr Komfort für Fahrgäste, zum Beispiel durch einen ebenerdigen Einstieg, Wetterschutz und bequeme Sitze. Auch Flexibilität beim Transport selbst und in der Kapazitätsplanung ist wichtig.
SK: Die neue Talstation soll das Herzstück der Anlage werden. Was wird den Besuchern hier geboten:
Wilke: Die neue Talstation beinhaltet Kassen- und Technikbereich, Büro- und Sozialräume, Kabinengaragierung sowie den überdachten Ein- und Ausstiegsbereich — ein weiterer Vorteil der neuen Bahn. Im vorn am Gebäude angegliederten Bereich findet der Besucher einen Ski- und Snowboardverleih inklusive Schule. Dazu gibt es ein Ski-Kinderland oberhalb der Talstation. Ganzjährig gibt es die Flugschule Ettelsberg-Sauerland. Der Sommerschwerpunkt liegt auf Service, Verleih und Schulung rund ums Mountainbike.
SK: Wann ist Baubeginn beziehungsweise wann sollen die ersten Gäste mit der Kabinenbahn befördert werden:
Wilke: Baubeginn ist die erste Maiwoche. Der voraussichtlicher Betriebsbeginn am ersten Dezemberwochenende 2007.
SK: Was geschieht mit der alten Bahn und der bisherigen Talstation:
Wilke: Die bestehende Sesselbahn bleibt bis zum 4. November täglich in Betrieb und wird erst im Laufe des November abgebaut. Die Gaststätte an der alten Station bleibt bestehen. Lediglich die WC-Anlagen werden modernisiert und erweitert. Garagen, Lager und Werkstatt für die Seilbahn bleiben ebenfalls bestehen. Die heutige Antriebshalle wird als Lager genutzt.
SK: Welche Baumaßnahmen sind am Ettelsberg noch geplant:
Wilke: Wenn die Genehmigung erfolgt, soll eine Beschneiungsanlage mit Speicherteich direkt hinter dem Hochheideturm gebaut werden, genau wie ein Übungslift an der Bergstation. Dann steht auch noch die Renovierung der Ettelsberghütte an.
Das Interview mit Jörg Wilke führte Daniel Holzer