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Neues in Tenna

Es ist schon spannend, wie die Medien auf solchen Quatsch abfahren. Wer etwas von der Materie versteht weiss genau, dass der Lift im Winter, vor allem im Dezember und Januar, eben NICHT mit Solarstrom betrieben wird. Die Leistung der Solaranlage reicht in diesen zwei Monaten gar nicht dafür aus. Wie alle anderen Seilbahnen verbruzelt auch der Tenna-Lift in diesen Monaten fast ausschliesslich Wasserkraft-, Atom- und Kohlestrom.

Etwa 90% der Energie produziert eine Photovoltaikanlage von März bis Oktober. Der Skilift Tenna speist im Frühling/Sommer/Herbst Energie ins Netz ein, im Winter bezieht er Energie vom Elektrizitätswerk. Das ist an und für sich nicht schlecht, wird von unwissenden Journalisten einfach falsch dargestellt und man hat den Eindruck, der Lift drehe mit Solarstrom. Logisch funktioniert der Lift auch im Winter, da er ans öffentliche Stromnetz angeschlossen ist und von dort mit Energie versorgt wird.

Die Lösung ist weder technisch sinnvoll (besser hätte man die Dachfläche der benachbarten Bauernhöfe mit Panels bedeckt), noch besonders schön, noch besonders preiswert. Von den 1.35 Millionen machte die Photovoltaik-Anlage allein über 400'000 Franken aus, rund 30% der Projektkosten.
 
NZZ berichtet über den am Wochenende in Tenna im Safiental in Betrieb gehenden (sofern ihn der Sturm nicht lahmlegt) weltweit ersten Solar-Skilift

Zwei Threads zusammengefügt

Gruss TPD Moderator Medienberichte
 
hindukusch schrieb:
... im Dezember und Januar, eben NICHT mit Solarstrom betrieben wird. ...
:?:
Manche wissen wohl mehr als die Erbauer der Anlage :mrgreen: .
Bei normalem Sonnenschein, wie er in den Bergen durchaus vorkommt, liefert die Solaranlage genug Strom um die Wintersportler direkt damit hochzuziehen. Wenn es Bewölkt ist kaufen wir den Strom vom EW und das ist dann ebenfalls Solarstrom, also nix mit Atom oder Kohle.

Wegen Sturm und Schnee. Die gesamte Anlage muss von der Prüfstelle abgenommen werden, welche auch strenge Auflagen bezüglich Sicherheit stellt.
Die sind zu erfüllen, sonst läuft da gar nichts. Den ersten Sturm hat der Solarskilift auch schon hinter sich und oh Wunder, es ist kein einziges Panel davongeflogen.

Der Lift läuft seit dem 17. Dez. 2011 und es ist ein toller Skilift geworden.
 
solarskilift.ch schrieb:
Manche wissen wohl mehr als die Erbauer der Anlage :mrgreen: .
Bei normalem Sonnenschein, wie er in den Bergen durchaus vorkommt, liefert die Solaranlage genug Strom um die Wintersportler direkt damit hochzuziehen. Wenn es Bewölkt ist kaufen wir den Strom vom EW und das ist dann ebenfalls Solarstrom, also nix mit Atom oder Kohle.

Sorry - da hat dir jemand ein Märchen erzählt. Ihr habt mit dem EW vermutlich einen Tarif gewählt, bei dem sich das EW verpflichtet, die Menge an Energie, welche ihr bei Nacht, Bewölkung, etc. bezieht, irgendwo als Solarstrom einzukaufen. Das EW ist aber nicht verpflichtet, dies genau zu dem Zeitpunkt zu tun, an dem Ihr für euren Skilift den Strom benötigt. Das ist technisch auch gar nicht möglich, da Photovoltaik-Anlagen wie bereits erwähnt im Winter kaum etwas leisten. Gerne würde mich die produzierte Energie eurer Anlage vom 01.12.2011 bis heute mal interessieren.

Will heissen, das EW kann den Strom, den es euch im Winter liefert, im Sommer günstig am Markt kaufen. z.B. von euch selbst. Im Winter werdet ihr mit dagegen Strom versorgt, der in Atomkraftwerken, Kohlekraftwerken oder mit Wasserkraft produziert wird.
 
Ausserdem: Strom ist ein homogenes Produkt, auf welche Art er produziert wurde, lässt sich physikalisch nicht feststellen! Es ist ja nicht so, dass die Stromlieferanten ein eigenes Kabel vom Kraftwerk zum Verbraucher legen. Nein, die Kraftwerke (egal welcher Art) speisen den produzierten Strom in ein gemeinsames, europaweites Leitungssystem ein, von dem dann wieder um Verteilleitungen bis hin zum Verbraucher abzweigen. In diesem gigantischen Netz fliesst nur eines: Strom in unterschiedlichen Spannungen, woher er kommt, weiss niemand!
 
ATV schrieb:
@GMD: Es sei denn man hat einer dieser patentierten Atomstromfilter:
http://www.nucleostop.de/
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
jau, das hab ich mich bei den grünen Jungs und Mödels auch schon immer gefragt, ob bei denen das erste Elektron am Hausanschluss, bevor es sich "anschubsen" lässt immer nachfragt, ob die Energie seiner Kollegen draussen vom AKW oder vom Wasserkraftwerk kommt.
Und vor allem, woher soll das erste Elektron in der Kette, das sich in einem Kraftwerk "anschubsen" lässt, wissen, ob die Turbine dank fliessendem Wasser oder von atomar erhitztem Dampf dreht :roll:
Na ja, das Gewissen ist rein, der Strom kommt ja schon immer aus der Steckdose und heute sogar "garantiert" vom Wasserkraftwerk, wahrscheinlich ein Pumpspeicher und womit das wohl gefüllt wird... :wink:
 
Ich war heute in Tenna am Skifahren. Wetter: Sonne pur. Skilift hatte je nach Belastung ein Verbrauch von ca 20kW. Solaranlage Energieproduktion um 50kW. Um 15.30h immer noch 30kW. Tagesproduktion ca 330kWh. Mir hats gefallen :D .
 
Ist eigentlich die Solaranlage direkt an den Skilift angeschlosse? Das schon nicht oder? D.h. bei Stromausfall läuft auch dieser Lift nicht?
 
Der Skilift ist direkt an die Solaranlage angeschlossen. Liefert die Anlage mehr Strom als der Skilift braucht, dann geht der Überschuss ins öffentliche Netz. Liefert die Anlage weniger oder kein Strom für den Lift (Nachtskifahren) wird der Rest aus dem Netz genommen. An einer Anzeige bei der Talstation kann das genau verfolgt werden. Zwei Wechselrichter sind bei der Bergstation, drei Wechselrichter bei der Talstation.
Ich denke mal, bei einem Stromausfall läuft auch dieser Lift nicht. Die Anlage würde dann zurückspeisen, und eine eventuelle Reparatur im Netz wäre zu gefährlich.
So ists jedenfalls bei unserer PV Anlage auf dem Hausdach.
 
Und für den Solarstrom, der eventuell von einem AKW produziert wird zahlt man eventuell auch mehr .... :biggrin:
 
Einen Skilift, welcher nur Strom bezieht, kann man ohne Probleme ab einer alternativen Stromquelle betreiben. Beispielsweise ab einem Dieselaggregat oder einer Solaranlage.
Schwieriger wird es, wenn die Anlage nicht nur Strom bezieht, sondern je nach Lastfall auch wieder Stom produziert. Der Motor, welcher dann als Generator läuft und die Bahn so bremst, braucht einen Verbraucher, welcher den produzierten Strom verwendet da sonst ohne Last keine Bremswirkung eintritt. Das ist vor allem bei Pendelbahnen ein Problem. Das kann man umgehen, indem man einen riesen Akkusatz hat welcher geladen wird, oder den produzierten Strom auf Widerständen verheizt. Es gibt zum Beipsiel diverse Bahnen welche eine Notstromgruppe besitzen für den Fall, dass das Netz ausfällt. Grösstes Beispiel sicher die Pendelbahnen zum Mont Fort in Verbier. Beide Antriebe befinden sich in diesem riesigen Gebäude auf dem Col des Genitanes. Da die Freileitung ab und zu vom Wind und Wetter zugerichtet wird, hat man im Keller 3 schwere 16 Zylinder Detroit Turbodiesel mit je einem 500kVA Generator istalliert. Allerdings kann man beim generatorischen Lastfall aus dem Motor nicht wieder Diesel gewinnen, also besitzt das riesige Gebäude alles Elektoöfen zum Heizen. Der produzierte Strom wird also direkt dazu verwenden die Hütte zu heizen. :lol:

Aber wie gesagt, bei einem Skilift ist das Wurscht. Geht nur in eine Richtung.
 
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